Eva Weingärtner. Performances (Auswahl)

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1 Eva Weingärtner Performances (Auswahl)

2 Inhalt Alterego Videoperformance 2005 Killing the frog Live Performance 2009 Wiesenmerker Live Performance 2009 Herr Herrmann Live Performance 2008 Zwitschernd vor Kraft Live Performance 2007 Sicherung Videoperformance 2008 Spiegel Videoperformance 2009

3 Alterego Videoperformance 2005 eine eindringliche Selbstbefragung, in der die Antworten nicht entgegnet werden. Die Arbeit ist ein Selbstverhör, eine Selbstverletzung, Ausdruck des zwanghaften Wunsches perfekt zu sein. Die Antwort auf die immer wiederkehrende Frage: Was machst Du? gibt die Protagonistin sich schließlich selbst- wie auch sonst- mit einem Wort: Arbeiten. Dieses Wort wird in aggressiver Wiederholung zum Rhythmus von Zunge, Körper und Klang. Seine Bedeutung wird schließlich durch das ekstatische Ablecken des Tisches ad absurdum geführt.

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7 Killing the frog Live Performance 2009 warum sind sie eigentlich nicht Schauspielerin geworden? Da könnten Sie wenigstens ab und zu beim Tatort mitspielen und da verdient man wenigstens Geld. Der Schmale Grad zwischen gespielter Realität und realem Spielen, zwischen erwünschtem Auftreten und peinlichem Knappdaneben ist Spielplatz der Arbeit, in der im feuchten Planschbecken von der Theaterrolle im Rollstuhl erzählt wird. Eine innere Blockade, die sowohl zum Rückzug, als auch zu einer imaginären Freundschaft mit John Cage führt, steht für die Sehnsucht und Gefahr sich in der Öffentlichkeit zu blamieren, die in der realen Situation gleichfalls im Raum schwebt. Innere Stärke, die aus der Verletzung durch Ablehnung wie eine Blume erwächst und durch das Blut der Wunde weiter gewässert wird, holt die Protagonistin aus dem feuchten Planschbecken.

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11 Wiesenmerker Live Performance 2009 Wiesenmerker war eine Alptraumgestalt aus meiner Kindheit. Als man mich fragte wie er aussähe, sagte ich: wie ein lila Nilpferd auf einer Blumenwiese, aber eigentlich waren es sich wandelnde bedrohliche Formen, die ich nicht beschreiben konnte. In dieser Arbeit entsteht der Geist ihrer Großmutter aus der Protagonistin. Sie erzählt aus Stationen des Lebens der Großmutter, die sie als Kind und später Erwachsene erleben durfte. Während sie erzählt nimmt sie Gestalten ihrer Großmutter an und schält ihre Kartoffeln. Die Arbeit handelt vom Skandal des Todes und seiner alltäglichen Banalität.

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14 Der Name Herr Herrmann ist erfunden Live Performance für Video produziert 2009 Als Praktikantin auf der Psychosestation durfte ich Kaffee kochen und an den Visiten teilnehmen beginnt die Erzählung. Da die Protagonistin nur erzählt, erhält sie für sich selbst und das Publikum die vermeintliche Sicherheit nicht in eine Realität des Irrsinns abzudriften. Aber gerade dadurch stellen sich Fragen nach den verschwimmenden Grenzen zwischen dem Ich und dem Anderen, dem Gesund und dem Krank, dem Normal und dem Verrückt. Aus der Position der Erzählerin schlüpft die Darstellerin in die Rollen verschiedener Patienten und Ärzte. Der distanzlose Herr Herrmann, der jedem seine Abszesse zeigen will, die nervöse Frau, die glaubt, sie sei Country Sängerin beim Radio, der Patient, der eigentlich nur kuckt und bei den Ärzten gerade deswegen merkwürdige Reaktionen hervorruft. Ist es die Künstlerin, und ehemals Praktikantin in der Psychiatrie, die von ihren Erfahrungen berichtet oder ist es die verrückte Frau in der Psychiatrie, die glaubt sie sei Künstlerin, die die Geschichte erzählt und selbst ein Teil von ihr ist?

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19 Zwitschernd vor Kraft Live Performance 2007 ich lerne wie Markus Lüpertz zu sprechen und wie sein Kampfhund zu hecheln, dazu dienen mir Ausschnitte aus einem Video Interview, bei dem die Kamera zwischen Markus Lüpertz und seinem Hund hin und her schwenkt.

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23 Sicherung Videoperformance 2008 In Sicherung bietet die Protagonistin den Zuschauern Versicherungen an (Zahnersatzzusatzversicherung, Haftpflichtversicherung ect.). Ihre dabei offen gezeigte Brust, steht für die andere Ebene des Angebots der Anbieter der Unsterblichkeit. Ihre Brust als Sinnbild der Sexualität und ewigen Jugend, gepaart mit der Vorsorge vor Krankheit und Widrigkeiten, klammern übertrieben ausgestellt den Tod aus. Der jedoch lässt sich nicht entfernen und sucht die Darstellerin in Angstanfällen heim. Sie findet einen Weg ihm zu begegnen, indem sie ihre eigene Verletzlichkeit offenbart, die Nacktheit steht nunmehr für Verwundbarkeit und Hingabe. Um die Zuschauer an dem Ergebnis ihrer Katharsis teilhaben zu lassen, versucht die Darstellerin erneut, ihnen eine Versicherung zu verkaufen, eine Versicherung, in der versichert wird, dass der Tod mit Sicherheit irgendwann eintritt.

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27 Spiegel Videoperformance 2009 Der Zuschauer als Spiegel schaut mir dabei zu wie ich mein ungeschminktes Gesicht hervorhole. Ein Spiel mit einer Figur, die durch die Dekonstruktion des Äußeren auch innerlich verblasst. Ein Spiel mit schwindender Präsenz und Kraft und ebenso mit entstehender Präsenz und Kraft.

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