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1 I N F O R M A T I O N zur Pressekonferenz mit Dr. Michael STRUGL Wirtschafts-Landesrat am 18. Juli 2014 um 11 Uhr zum Thema "Plattform Industrie 4.0 macht Oberösterreich fit für (R)Evolution der Produktion" Weitere Gesprächsteilnehmer: Dr. Wolfgang Eder (Generaldirektor voestalpine; Vizepräsident IV OÖ) DI Günter Rübig (GF Fa. Rübig; Obmann der Sparte Industrie in der WKO), DI (FH) Stephan Kubinger (AR IFN Holding; Obmann-Stv. Sparte Industrie), Dr. Peter Neumann (CEO Engel Holding; Vizepräsident IV OÖ) Univ.-Prof. Dr. Richard Hagelauer (Rektor Johannes-Kepler-Universität), Dr. Gerald Reisinger (Geschäftsführer Fachhochschulen OÖ), Dr. Wilfried Enzenhofer (GF Upper Austrian Research) DI Bruno Lindorfer (Geschäftsführer TMG) DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch (Geschäftsführer IV OÖ), Dr. Heinz Moosbauer (Geschäftsführer der Sparte Industrie)

2 STRUGL 2 Produzierende Unternehmen sehen große Chancen, aber auch viele Herausforderungen durch Industrie 4.0 Mit einer groß angelegten Befragung von Produktionsunternehmen in OÖ und einer Analyse der Stärkefelder Oberösterreichs in Wirtschaft und Wissenschaft hat die Plattform Industrie 4.0 die Grundlage für die nächsten Schritte in der (R)Evolution der Produktion geschaffen. "Die Umfrage unter 645 produzierenden Unternehmen zeigt, dass Industrie 4.0 für 95 Prozent aller Befragten relevant ist und es daher auch für den Produktionsstandort Oberösterreich entscheidend ist, hier koordiniert und strukturiert vorzugehen", fasst Wirtschafts-Landesrat Michael Strugl die Intention der Plattform Industrie 4.0 zusammen. Bei der konstituierenden Sitzung am 18. Juli 2014 in Linz standen daher auch die nächsten Schwerpunkte auf der Agenda: 1) Errichtung einer Modellfabrik Industrie 4.0. Die Johannes-Kepler-Uni, Fachhochschulen, außeruniversitäre Forschung, Ausbildungsstätten wie HTL und natürlich ein starker produzierender Sektor mit innovativen Unternehmen Oberösterreich bringt alle Voraussetzungen mit, um bei den mit Industrie 4.0 verbundenen Technologien erfolgreich zu sein. Mit einer Modellfabrik sollen all diese unterschiedlichen Kompetenzen der Akteure in Oberösterreich vernetzt und sichtbar gemacht werden. Interessierte Unternehmen können herausfinden, wie sie Industrie 4.0 in den eigenen Fabriken umsetzen können. Forschungseinrichtungen soll mit der Modellfabrik eine Testumgebung zum Experimentieren geboten werden und nicht zuletzt soll die Modellanlage auch als Aus- und Weiterbildungsplattform dienen. 2) Innovationsassistenten als Umsetzungsunterstützung Schon seit vielen Jahren läuft in Oberösterreich das erfolgreiche Förderprogramm "Innovationsassistenten/innen und Innovationsberatern/innen für KMU". Dabei werden Jungakademiker/innen zur Umsetzung von Innovationsprojekten in KMU aufgenommen, was das Innovationsmanagement systematisieren und professionalisieren soll. Zusätzlich gibt es eine externe Beratung durch die CATT Innovation Management. Das Land OÖ fördert sowohl die Personalkosten als auch die Beratung. Diese Fördermöglichkeit soll auch für den Bereich Industrie 4.0 forciert

3 STRUGL 3 werden, um die Erst-Umsetzung von Industrie 4.0-Maßnahmen in den Unternehmen zu unterstützen. 3) Informationsoffensive Deutlich gezeigt hat sich in der Umfrage auch, dass mehr Information über Industrie 4.0 notwendig ist: Haben sich die Unternehmen noch nicht detailliert damit auseinandergesetzt, sehen 61 Prozent eine Umstellung der Produktionsprozesse auf Industrie 4.0 als sinnvoll an. Aufgeklärt über die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben, steigt dieser Anteil auf über 90 Prozent. Schwerpunkte der Informationsoffensive sind das Aufzeigen von Umsetzungsbeispielen, Studienreisen und das Nutzen von Vernetzungsveranstaltungen (zb Salon der Chefingenieure der IV oder Strategie- Technologiegruppe der Sparte Industrie). 4) Industrie 4.0 ergänzt erste Ausschreibung im Strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogramm zum Thema "Produktionsstandort 2050" Der Weg Oberösterreichs an die Spitze der europäischen Produktionsstandorte führt über die Exzellenz der heimischen Unternehmen bei den industriellen Produktionsprozessen. Das ist auch im Strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogramm "Innovatives OÖ 2020" so festgelegt, weshalb im September 2014 die erste Ausschreibung von kooperativen Forschungsprojekten zum Thema "Produktionsstandort 2050" durchgeführt wird. Drei Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Zusätzlich stellt das Wirtschaftsressort eine Million Euro für den Schwerpunkt Industrie 4.0 zur Verfügung. 5) Oberösterreichische Plattform hat Beispielcharakter Eines der wichtigsten Anliegen der Plattform Industrie 4.0 ist die Vernetzung nicht nur innerhalb Oberösterreichs, sondern auch mit anderen Bundesländern und dem Bund. Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner hat daher auch die Schirmherrschaft für die oö. Plattform übernommen und will das Thema Industrie 4.0 in seiner Standortstrategie für Leitbetriebe verankern. Ziel der Plattform ist es auch, Fördermittel des Bundes (Wirtschaftsministerium, BMVIT) für die Umsetzung von Industrie 4.0-Maßnahmen in den Unternehmen zu lukrieren.

4 STRUGL 4 Die Umfrage zu Bekanntheit und Wissensstand zu Industrie 4.0 im Detail (Auszug)

5 STRUGL 5 1) Impulse und Wachstumspotenziale: Die Top-5-Bereiche, von denen Impulse für den Produktionsstandort Oberösterreich erwartet werden, sind 1. Energie- und Ressourceneffizienz, 2. Robotik, Prozess- und Produktionsautomatisierung 3. Batterie- und Speichertechnologie 4. Breitband und Internet 5. Leichtbau Für jene Unternehmen, die sich bereits intensiv mit Industrie 4.0 beschäftigten, haben vor allem Robotik, Prozess- und Produktionsautomatisierung, Smart Production und Smart Products deutlich größere Relevanz.

6 STRUGL 6 2) Branchen, in denen sich Unternehmen konkret mit Industrie 4.0 auseinandersetzen wollen: 1. Medizintechnik (34 %) 2. Automobilindustrie (29 %) 3. Elektrotechnik (29 %) 4. Dienstleistung (25 %) 5. Metallindustrie, Stahl (23 %)

7 STRUGL 7 3) Vorteile von Industrie 4.0 gegenüber heutigen Produktionssystemen: Die größten Vorteile sehen die befragten Unternehmen durch größere Flexibilität, mehr Ressourceneffizienz, mehr Möglichkeiten zur individuellen Fertigung und durch höhere Energieeffizienz. Auch hier gibt es deutliche Unterschiede in der Bewertung, je nachdem, ob sich das Unternehmen bereits mit Industrie 4.0 auseinandersetzt oder nicht. Wo bereits mit Industrie 4.0 gearbeitet wird, werden nämlich auch Kosteneinsparungen, neue Geschäftsmodelle- und Möglichkeiten und Optimierungspotenziale als Vorteile genannt. Der größte konkrete Nutzen wird in der Vernetzung der gesamten Lieferanten- und Kundenstruktur (51 %), in der effizienten Produktion kleiner Losgrößen (48 %) und in der Rückverfolgbarkeit des Produktes/der Ware (44 %) gesehen.

8 STRUGL 8 4) Hemmschwellen und Barrieren: Skeptisch sind die Unternehmen, wenn es darum geht, ob unterschiedliche Systeme fehlerfrei miteinander kommunizieren können, da es noch kein geregeltes Normsystem gibt (41 %), und bei Fragen der IT-Sicherheit (39 %). An dritter Stelle, noch deutlich vor hohen Investitionskosten (30 %) steht bei den Barrieren der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern/innen (34 %).

9 STRUGL 9 5) Unternehmen wollen Unterstützung durch Politik, Interessenvertretungen/Cluster und Forschungseinrichtungen. Aufgrund der noch vorhandenen Berührungsängste und erwarten sich die Unternehmen Unterstützung von verschiedenen Seiten: Die Politik ist gefordert bei - Flexibilisierung der Gesetzeslagen, rechtliche Rahmenbedingungen (19 %) - Förderprogrammen (16 %) - Ausbildung von Fachkräften (12 %) Von Interessenvertretungen und Clustern wird erwartet: - Pilotprojekte (21 %) - Bewusstseinsbildung, Aufklärung (14 %) Forschungseinrichtungen sind gefordert bei - Entwicklung notwendiger Technologie (8 %) - Kooperationen, Vernetzung, Zusammenarbeit (7 %) - Pilotprojekten (12 %) Am meisten Unterstützung ist aus Sicht der Unternehmen durch das Aufzeigen von Einsatzmöglichkeiten von Industrie 4.0 (51 %), durch finanzielle Förderung ausgewählter Projekte (49 %) und durch Weiterbildungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter/innen (48 %) notwendig.

10 STRUGL 10 Gemeinsame Plattform Wirtschaft-Wissenschaft-Politik In der "Plattform Industrie 4.0" arbeiten Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gemeinsam am Zukunftsthema mit dem Ziel, alle Player miteinander zu vernetzen und Aktivitäten von regionalen Förderungen bis hin zum Aufbau von Forschungskompetenz zu koordinieren.

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