Worum geht es im Welthandel?

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1 1 Worum geht es im Welthandel? René De Schutter Tineke D haese Was im November 1999 in Seattle vor sich ging, kann als eindrucksvolle Zusammenfassung der Situation im Welthandel und des aktuellen Geschehens auf der internationalen Bühne betrachtet werden. Die Konferenz von Seattle war wie eines der guten alten, klassischen Stücke. Erinnern wir uns zunächst an den Hintergrund: Zeitpunkt und Ort des Geschehens. Der Schauplatz ist die Welt oder die System-Welt, die sich gerade von einer Finanzkrise erholt, die offizielle Überzeugungen bis ins Innerste erschütterte. In der Tat wurden wir über viele Jahre zu Tode gelangweilt von den Meldungen über das berühmte asiatische Modell, hauptsächlich 8 Fair Trade Jahrbuch 2001

2 WELTHANDEL 1 propagiert für die so genannte Dritte Welt, aber in Wirklichkeit ebenso für die Industrieländer, die mehr Flexibilität aufbringen mussten, wollten sie der Offensive der neuen Industrieländer (NIC Newly Industrialised Countries) widerstehen. Doch brach das Modell zusammen, und von höchster Stelle wurde plötzlich zugegeben, dass die asiatischen Tiger von Bestechung, Vetternwirtschaft, Spekulation und Ähnlichem geplagt seien. Ebenso Russland und später Brasilien. Angesichts dieser Krise erscheinen die seriösesten internationalen Institutionen - IWF, Weltbank u.a. - der breiten Öffentlichkeit als weitgehend inkompetente, fast mittelalterliche Einrichtungen. Während sie vorher sie von der Notwendigkeit eines neuen globalen Finanzsystems sprachen, machen diese Organisationen - die die Rolle der letzten Zuflucht und des Geldverleihers für meist korrupte Regierungen oder erstklassige Spekulanten wie LTMC 1 spielten - nun eine komplette Kehrtwendung und predigen die Überwindung der Armut, gute Kontrolle und die Einbeziehung der Zivilgesellschaft. Die Auswahl Seattles als Ort für die WTO-Ministerkonferenz war ebenfalls recht bedeutungsvoll: Seattle ist u.a. der Firmensitz von Boeing und Microsoft (beide übrigens im Empfangs- Wie bedeutend ist der Welthandel? Der erste Indikator für die Bedeutung des Welthandels in der gesamten Palette der wirtschaftlichen Aktivitäten ist das Verhältnis zwischen dem Bruttosozialprodukt eines Landes und seinen Ex- bzw. Importen, aber auch die geschichtliche Entwicklung dieses Wertes, denn wir wissen heute sehr gut, dass der Exporthandel in den letzten Jahrzehnten sehr viel schneller gewachsen ist als die Produktion. Zwischen 1950 und 1998 (also in fast 50 Jahren) wuchs das Bruttosozialprodukt weltweit ungefähr um das Sechsfache, die Exporte dagegen wert- oder umsatzmäßig um das 80-fache und volumenmäßig knapp um das 18-fache (d.h. ohne Berücksichtigung der Preise). Im gleichen Zeitraum stieg die Produktion wertmäßig fast um das 168-fache (d.h. umsatzmäßig: Volumen x Preis). Ein regionaler Ansatz ist notwendig, da die Werte von Region zu Region und selbst von Land zu Land stark schwanken. Im Jahr 1998 betrug der Wert der Exporte der USA (Waren und Dienstleistungen) 931 Mrd. Dollar, das Bruttosozialprodukt dagegen Mrd. Die Exporte machten also 11% des in den USA produzierten Wohlstands aus. Kanadas Exporte betrugen 167 Mrd. Dollar und das Bruttosozialprodukt 582 Mrd. (d.h. 28 % des produzierten Reichtums). Bei den Waren (ohne Dienstleistungen) bestritt Nordamerika (USA und Kanada) 17 % des Welthandels mit Waren, aber mehr als ein Drittel dieser Exporte (35 %) fand zwischen Kanada und den USA statt. Rechnen wir die Europäische Union hinzu, so konzentrierten sich 55 % der Exporte auf hoch industrialisierte Länder. Die Exporte der 15 EU-Staaten (Waren und Dienstleistungen) betrugen im Jahr Mrd. Dollar und ihr Bruttosozialprodukt Mrd. (d.h. 26 % des produzierten Reichtums). 1 LTMC: Gesellschaft für spekulative Vermögensverwaltung von derartiger Bedeutung, dass - um ihren Bankrott zu vermeiden, der Kettenreaktionen nach sich gezogen hätte - sie vom amerikanischen Finanzministerium, großen internationalen Banken usw. saniert wurde Fair Trade Jahrbuch

3 1 WELTHANDEL Der Umsatz führender Konzerne übersteigt das Bruttosozialprodukt vieler Länder Land oder Konzern Bruttosozialprodukt oder Gesamtabsatz (Mrd. $ im Jahr 1997 General Motors 164 Thailand 154 Norwegen 153 Ford Motor 147 Mitsui & Co. 145 Saudi-Arabien 140 Mitsubishi 140 Polen 136 Itochu 136 Südafrika 129 Royal Dutch/Shell Group 128 Marubeni 124 Griechenland 123 Sumitomo 119 Exxon 117 Toyota Motor 109 Wal-Mart Stores 105 Malaysia 98 Israel 98 Kolumbien 96 Venezuela 87 Philippinen 82 UNDP: Human Development Report 1999, p Die ausländischen Tochtergesellschaften der multinationalen Konzerne hatten 1997 einen Umsatz von schätzungsweise 9,5 Trillionen Dollar. Ihre Wertschöpfung betrug 7 % des weltweiten Bruttoinlandsprodukts von 1997, gegenüber 5 % Mitte der 80er Jahre. Ebenso stieg ihr Anteil an den weltweiten Exporten, und zwar von einem Viertel Ende der 80er Jahre auf ein Drittel in (UNDP Report 1999, S. 31) Nach den Zahlen von Fortune und Weltbank betrug der Anteil des Gesamtumsatzes der weltweit 200 größten Konzerne am Weltmarkt im Jahr %, % und %. Mit den multinationalen Netzwerken, die die gigantischen Konzerne entwickelt haben, tätigen oder kontrollieren sie zwischen einer Hälfte und zwei Dritteln der globalen Produktion und des Welthandels. (Philippe Hugon in: Collectif Gemdev: Mondialisation. Les mots et les choses, Editions Karthala, Paris, 1999, S. 34) 10 Fair Trade Jahrbuch 2001

4 WELTHANDEL 1 Abhandlung zum internationalen Handel Lester Thurow, einer der beliebtesten amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler unserer Zeit, schrieb in The Fractures of Capitalism : Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ist es möglich, ein beliebiges Produkt an einem beliebigen Ort in der Welt zu produzieren und an einem beliebigen Ort in der Welt zu verkaufen. Kapitalistisch wirtschaften heißt dort zu produzieren, wo die Kosten am niedrigsten sind, und zu verkaufen, wo die Preise und Gewinne am höchsten sind. Minimale Kosten und maximale Gewinne, das ist es. Profitmaximierung ist der Kern des Kapitalismus; gefühlsmäßige Bindungen an ein Land gehören nicht dazu. Dies mag leicht frostig klingen, doch hat Thurows gerader Stil den Vorzug, offen zu sein. Wenn also die Rede davon ist, dass ein Land auf dem globalen Markt wettbewerbsfähig bleiben müsse, dann ist in Wirklichkeit Profitgier das wahre Motiv solcher Ausführungen. Doch sind die Staaten nicht die Hauptakteure im Welthandel, auch wenn sie in internationalen Statistiken oder innerhalb der WTO als solche behandelt werden, sondern sie sind Garant für Handeln großer Unternehmen, oft ihre Handelsvertreter in der internationalen Diplomatie und auch ihre Finanzhäuser. komitee) und das perfekte Symbol für die Globalisierung unter amerikanischer Hegemonie: Boeing steht für das globale Luftverkehrs-Netzwerk zur Verbindung der Hochleistungspole der globalen Wirtschaft, Microsoft für Informations-Technologie und globales Computernetzwerk, das theoretisch für alle offen ist, das sich in der Praxis aber nur eine Minderheit der Weltbevölkerung leisten kann. Paradoxerweise war es dasselbe globale Computernetzwerk, das es der Zivilbevölkerung überall in der Welt ermöglichte, gegen die WTO zu Felde zu ziehen. Das Spiel ging über die Bühne, aber nicht ganz so wie vorgesehen. Theoretisch hatte es 134 Mitspieler: die Regierungsmitglieder der WTO. Doch es wurde sehr schnell klar, dass es zwei Hauptakteure gab - die USA und die EU -, die private Treffen abhielten und so grundlegend uneinig waren, dass dies schließlich zu einem der Hauptgründe für das Scheitern der Konferenz wurde. Die anderen offiziellen Teilnehmer - die Regierungen der übrigen Länder - hatten praktisch nur Statistenrollen und mussten lediglich warten, so dass sie es satt bekamen und das Stück für wirklich schlecht erklärten. Ferner gab es das Straßenschauspiel der Gewerkschaften und NROs, der Kirchen und Vertreter der Zivilgesellschaft. Und schließlich gab es, wie in jedem guten Stück, diejenigen im Hintergrund, die versuchten die Fäden zu ziehen: die Wirtschaft mit ihren nationalen und internationalen Lobbys, die die Konferenz gut vorbereitet hatten, aber nicht in der Lage waren Kompromisse einzugehen, da ihre eigenen Standpunkte gar zu weit auseinander lagen. Was ein rauschendes Fest und eine großartige Zeremonie zur Einführung einer neuen Ära des globalen Freihandels werden sollte, wurde zu einem richtigen Getümmel in den green rooms 2, den großen Theatern und Konferenzräumen sowie auf der Straße. 2 Green rooms : WTO-Ausdruck für Versammlungs- und Verhandlungsräume, in die nur die wichtigsten Länder eingeladen werden Fair Trade Jahrbuch

5 1 WELTHANDEL Hohe und niedrige Steuereinnahmen aus dem Handel im Zeitraum von 1990 bis 1996 Der Außenhandel mag für manche Konzerne in einigen Ländern bedeutend sein - für viele Entwicklungsländer ist er, besonders bei der gegenwärtigen Lage, überlebenswichtig. Nicht so sehr, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, sondern einfach deswegen, weil er einen sehr großen Teil ihrer Steuereinnahmen bringt und eine Hauptdevisenquelle ist, die ihnen ermöglicht, Waren einzukaufen, die sie nicht selbst herstellen, und ihre Schulden abzuzahlen. Land Anteil der Außenhandels-Steuern an den gesamten öffentlichen Einnahmen in % Hoher Anteil Lesotho 54,8 Madagaskar 47,2 Mauritius 40,6 Dominikanische Republik 40,4 Libanon 40,2 Niedriger Anteil Litauen 3,6 Südafrika 2,6 Brasilien 1,6 Singapur 1,3 Estland 1,2 UNDP: Human Development Report 1999, p. 92 Der Außenhandel ist keine wichtige Quelle für Entwicklung, sehr wohl aber die Werte schaffenden Kapazitäten, die es in vielerlei Form in jedem Land gibt. Doch die Förderung solcher Kapazitäten wird manchmal behindert, indem die Priorität auf den Außenhandel gelegt wird. Dies ist offensichtlich dann der Fall, wenn Exportfrüchte auf Kosten der Nahrungsmittel-Anbaus gefördert werden, was die Nahrungsmittelsicherheit und Souveränität eines Volkes gefährdet. Die Förderung der heimischen Entwicklungs-Kapazitäten ist deshalb unabdingbar. Aus diesem Grunde ist der Kampf der Länder um den Erhalt ihrer Souveränität über ihre eigenen Ressourcen - wie etwa auf dem Gebiet der genetischen Biodiversität - lebensnotwendig - ebenso wie der Kampf gegen die Patentierbarkeit von Leben und all der anderen Formen von geistigem Eigentum, die die Wachstumsmöglichkeiten außerhalb der Unternehmen einschränkt. Alles läuft auf die Begrenzung des Bereichs hinaus, den wir die kommerzielle Sphäre nennen können, also alles, was unter Handelsgesetze und WTO fällt. Aus diesem Bereich müssen wir nicht nur den kulturellen Sektor heraus halten, sondern ebenso Bildung, Gesundheit, Nahrungsmittelsicherheit usw., um den Ländern ihre eigene Politik bezüglich Kultur, Soziales, Wirtschaft und Landwirtschaft zu ermöglichen. 12 Fair Trade Jahrbuch 2001

6 WELTHANDEL 1 Und genau das ist der Welthandel: ein höchst komplexes Zusammenspiel von Faktoren wie tonangebende und untergeordnete Gruppen, ideologische Rhetorik, finanzielle und kommerzielle Realitäten, Staaten und Firmen, öffentliche Meinungen usw. Der Welthandel ist in der Tat ein wahres Getümmel. Ziel des Welthandels Der Welthandel steht allen offen. Das heißt aber nicht, dass wir die folgenden Fragen außer Acht lassen sollten: Ist der Welthandel vorstellbar als Quelle des Wohlergehens für die Völker der Erde (alle Völker und alle Menschen)? Und wenn ja, wie ist das zu erreichen? Brauchbare Antworten auf diese Fragen zu finden erfordert eine tiefere Analyse der gegenwärtigen Situation im Welthandel. Welches sind die Merkmale des Welthandels? Um alle Unklarheiten zu beseitigen, müssen wir zunächst die Begriffe klären. Welthandel im weitesten Sinne umfasst drei verschiedene Arten von Transaktionen: zwischenstaatlicher Handel mit Waren: Rohstoffe oder Fertigprodukte Handel mit Dienstleistungen Kapitalfluss Diese drei Bereiche haben nicht die gleiche Entwicklung erlebt und sind von verschiedener Gewichtung bezüglich der oben angeführten grundlegenden Fragen. Warenhandel Der Handel mit Waren hat in den letzten dreißig Jahren enorm zugenommen, weitaus schneller als die Produktion. Dies gilt besonders für Fertigprodukte, während Rohstoffe, die in der Vergangenheit den Löwenanteil am Welthandel ausmachten, permanent an Bedeutung verloren haben. Dieser Rückgang hat zwei Gründe: Erstens haben die Industrieländer ihre Abhängigkeit vom Süden schrittweise reduziert und zweitens fallen die Rohstoffpreise unaufhörlich. Die so genannten terms of trade 3 zwischen Nord und Süd verschlechtern sich immer mehr. An den Ölprodukten lässt sich dieser Abwärtstrend beispielhaft verdeutlichen: Während ihr Wert 1973 (zum Zeitpunkt des ersten Anstiegs der Ölpreise) über 20 % aller Exporte ausmachte, waren es beim letzten Anstieg nur 7 bis 8 %. Etwa zehn Länder - die südostasiatischen Tiger - sind hauptsächlich für den gegenwärtig dominierenden Anteil von Fertigprodukten im Warenhandel verantwortlich, obwohl die Asienkrise diesen sprunghaften Anstieg abgebremst hat. Daraus lässt sich eine erste, heute weit verbreitete, Beobachtung ableiten: Es gibt nicht mehr den einen Süden oder die eine Dritte Welt, sondern mehrere Gruppen südlicher oder Dritt- 3 Terms of trade: Bezeichnung der Wirtschaftswissenschaftler für die Entwicklung der jeweiligen Werte im globalen Handel zwischen Nord und Süd - in anderen Worten: was der Süden für einen bestimmten Wert vom Norden kaufen oder an den Norden verkaufen kann, dargestellt im Vergleich der Zeit Fair Trade Jahrbuch

7 1 WELTHANDEL welt-länder, die nach verschiedenen Kategorien unterschieden werden können. Das folgende Schema wird recht deutlich, wenn wir die Drittwelt-Länder in verschiedene Gruppen teilen: Die Öl produzierenden Länder, zumindest diejenigen, deren Einkommen und Beschäftigung in hohem Maße vom Öl abhängt, was meist im Nahen Osten der Fall ist. In Ländern wie Von Seattle nach Brüssel Wir, Mitglieder der Zivilgesellschaft verschiedener europäischer Länder, unterstützen die Entscheidung des NRO-Treffens vom Mai 2000 in Brüssel, den Widerstand gegen die von Konzernen vorangetriebene Globalisierung fortzusetzen, wie bei jüngsten Protesten - etwa in Seattle - geschehen. Wir halten es für absolut notwendig, diesen Augenblick als Chance zum Kurswechsel zu nutzen und ein alternatives - humanes, demokratisch verantwortungsvolles und nachhaltiges - Wirtschaftssystem zu entwickeln, das allen nutzt. Wir stehen voll hinter der Boston Declaration - WTO: Shrink or Sink! und setzen uns dafür ein, dass diese Forderungen eine zentrale Stellung in der Handelspolitik Europas erhalten. Wir sind tief beunruhigt und wollen folgendem Tatbestand entgegen wirken: Die Europäische Union fährt einen zunehmend neoliberalen Kurs, indem sie auf eine umfassende neue WTO-Handelsrunde drängt, obwohl die Mehrheit der WTO-Mitglieder dagegen ist. Von Leon Brittan bis Pascal Lamy kämpft die Europäische Kommission für diesen Prozess international in der ersten Reihe. Dieser Kurs wird voran getrieben und geprägt von transnationalen Konzernen, und zwar durch Gruppierungen wie UNICE (Union of Industrial and Employers Confederations of Europe) und TABD (Transatlantic Business Dialogue), begünstigt durch fehlende Transparenz und Demokratie innerhalb der europäischen Institutionen. Die Europäische Kommission versucht, den Input der Zivilgesellschaft durch fälschlicherweise so genannte Dialoge zu kontrollieren. Diese von der EG kontrollierten Dialoge sollen nur Modalitäten für eine neue Runde diskutieren und keine breite öffentliche Debatte zulassen. Diese Handelspolitik ist intransparent und unverantwortlich; sie wird von EU-Bürokraten entwickelt, auf Kosten der demokratischen Kontrolle, grundlegender Menschenrechte und der Umwelt. Das geheime Komitee 133 ist das Herzstück der EU-Handelspolitik. Die Europäische Kommission versucht, ihre Verhandlungskompetenz in den Bereichen Dienstleistungen, geistiges Eigentum und Investitionen im Kontext der Regierungskonferenz auszuweiten. Angesichts dessen sehen wir die EU-Institutionen nicht als Partner, sondern als Ziel an. Wir werden auf allen Ebenen daran arbeiten, eine Abkehr von dem gegenwärtigen neoliberalen Kurs zu erreichen, hin zu einem alternativen Wirtschaftssystem, das die Grundrechte der Menschen und die Umwelt schützt. Viele NROs aus verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten, aus der Schweiz, der Slowakei und der Türkei haben diesen Text unterzeichnet, der ursprünglich von Oxfam-Solidarity und dem Observatory on Globalisation vorgelegt wurde. 14 Fair Trade Jahrbuch 2001

8 WELTHANDEL 1 Venezuela, Mexiko oder Algerien ist die Situation etwas komplexer auf Grund der Bedeutung der Landbevölkerung und der Menschen, die ihr Einkommen nicht, direkt oder indirekt, mit Öl erzielen; Die neuen Industrieländer (NIC), hauptsächlich die in Südostasien, deren umfangreiche und anhaltende Exportsteigerung bei Fertigprodukten zu einer sehr hohen Wirtschaftswachstumsrate geführt hat; Die so genannten ehemaligen Ostblockstaaten, deren qualifizierte Arbeitskräfte Verschiebungen in der Industrie ermöglichen; Länder - meist in Südamerika, aber auch in Indien, Südafrika oder anderswo -, deren langjähriger Industrialisierungsprozess ihre allzu große Abhängigkeit zu verringern geholfen hat; Schließlich die marginalisierten, extrem armen und oft hoch verschuldeten Länder, die immer noch sehr abhängig sind. Dies trifft auf die meisten afrikanischen Subsahara-Länder zu, aber auch auf einige asiatische (wie Afghanistan) oder lateinamerikanische (wie Bolivien und möglicherweise Peru). Im Bereich des Warenhandels war die Liberalisierung bis 1995 weitgehend vollzogen. Dienstleistungshandel Der Dienstleistungssektor ist sehr umfassend und schließt über 160 verschiedene Aktivitäten ein: vom Bankwesen über medizinische Dienste, Frisieren, Bildung bis zur Finanzierung usw. Das durchschnittliche Wachstum beim Außenhandel ist im Dienstleistungssektor nicht so stark ausgefallen wie im Warensektor. Dies liegt zum Teil an der Natur dieser Leistungen - die Nähe spielt oft eine entscheidende Rolle - und zum andern an der Tatsache, dass der zwischenstaatliche Transfer vieler Dienstleistungen innerhalb des selben transnationalen Konzerns stattfindet und deshalb nicht systematisch in der Statistik erfasst wird. Was die internationalen Gesellschaften betrifft, so bietet sich der Dienstleistungssektor geradezu als bevorzugtes Ziel für die radikalsten Verfechter des Freihandels an. Tatsache ist, dass in diesem Sektor die höchsten Gewinnspannen erzielt werden, da der Handel mit Dienstleistungen bis jetzt weit weniger offen für Importe von außen ist als der Handel mit Waren. Finanzströme Finanzströme sind reine finanzielle internationale Kapitaltransfers. Die meisten dieser internationalen Transfers sind mehr oder weniger spekulativer Natur: Zahlungen des realen zwischenstaatlichen Waren- oder Dienstleistungs-Austauschs machen nur 5 bis 10 % dieser finanziellen Transfers aus. Der Sektor ist weitgehend offen für freien Verkehr; nur wenige Länder üben hier noch Kontrolle aus. Selbstverständlich gehören auch ausländische Direktinvestitionen - d.h. ausländische (multinationale) Konzerne kaufen einige oder alle Anteile inländischer Gesellschaften auf oder gründen eigene Niederlassungen - zu den Finanzströmen. Die finanzielle Spekulation hat enorme Auswirkungen auf die Wirtschaft aller Länder. Sie funktioniert wie eine Art Magnet oder Sauggerät. Die Gewinne müssen mindestens 15 % Fair Trade Jahrbuch

9 1 WELTHANDEL betragen - so ist es zur Regel in der Welt der Spekulation geworden. Bei solch einem Niveau wird jeder, der Mittel flüssig machen kann, veranlasst, damit zu spekulieren und so den wirklich produktiven Investitionsbereich zu verlassen. Kurzfristige Investitionen werden zudem bevorzugt, da es wichtig ist, jederzeit so viel Geld wie möglich zur Hand zu haben. Bei den haushohen Gewinnen, die bei einigen Transaktionen erzielt werden, erfasst das Spekulationsfieber schnell auch Einzelpersonen, was wiederum der realen Wirtschaft schadet. In Ländern des Südens, die einen gewissen Entwicklungsstand erreicht haben, werden Mechanismen wie die Börse eingerichtet, um ausländisches Kapital anzuziehen (manchmal mit haushohen Quoten wie etwa bis zu 77 % in Russland). Das angelegte Kapital ist jedoch äußerst flüchtig und wird bei aufkommenden Gerüchten schnell wieder abgezogen (wie 1997 in Asien). Hohe geografische und intrasektorale Konzentration Wenn auch der Welthandel stärker gewachsen ist als die Produktion (äußerst schnell im Fall von - meist verarbeiteten - Waren, weniger schnell bei Dienstleistungen und extrem schnell bei Finanzströmen), müssen wir dennoch die jeweiligen Größenordnungen dieses Wachstums berücksichtigen. Ohne ins Detail zu gehen, lassen sich folgende drei Merkmale herausstellen: Der Welthandel - unabhängig von der Art der Transaktion - findet zum größten Teil zwischen den Industrieländern statt. Der Anteil der Entwicklungsländer am Warenhandel beträgt 30 %; bei den Dienstleistungen ist er sehr viel geringer, ganz zu schweigen vom Finanzsektor. Dies entspricht natürlicherweise dem Unterschied zwischen armen und reichen Ländern. Was deutlich und weitaus schlimmer ist: Das Verhältnis zwischen Nord und Süd hat sich in den letzten zwanzig Jahren grundlegend geändert. Nicht nur die Bedingungen - terms of trade - haben sich dramatisch verschlechtert, sondern Tatsache ist, dass der Norden den Süden nicht mehr braucht. Mit Ausnahme des Öls (aber gehören die Öl produzierenden Länder des Nahen Ostens wirklich noch zur Dritten Welt?!) gibt es nur wenige Mineralien, die sich nicht ersetzen lassen. Und die meisten Minen sind mittlerweile ohnehin im Besitz multinationaler Konzerne aus dem Norden. Der Anteil der multinationalen Konzerne (mit Sitz im Norden) am Welthandel wächst ständig und liegt im Bereich von Waren und Dienstleistungen bei schätzungsweise fast einem Drittel. Die wichtigste Entwicklungsquelle der Dritten Welt liegt im informellen Sektor, der aber kaum Zugang zum Welthandel hat. Dies gilt auch für die außerordentliche Kreativität der Zivilgesellschaften im Süden. Schöne Worte, harte Realität Die Befürworter des Freihandels behaupten, es gebe keinen anderen Weg zum Wohlstand für ein Land als den des Freihandels. Dies nehme natürlich Zeit in Anspruch, und für die Bedürftigen müsse unbedingt gesorgt werden (vgl. die neueste Abhandlung von IWF und Weltbank über die vorrangige Bekämpfung der Armut). Die Bekämpfung der Armut wird in unseren Konditionalitäten Priorität erhalten, und 16 Fair Trade Jahrbuch 2001

10 WELTHANDEL 1 wir werden armen Ländern nicht nur Schuldenerlass, sondern auch Umschuldung gewähren, um ihnen die Chance zu geben, bei dem großen Fest des globalen Freihandels dabei zu sein. Ziel einer solchen Abhandlung ist die Akzeptanz des Freihandels als neue globale Ordnung. Renato Ruggiero persönlich, der Ex-Generaldirektor der WTO, sagte: Wir schreiben zur Zeit die Verfassung der globalen Wirtschaft. Er hätte der neoliberalen hinzufügen können. Laut Stephen Gill von der University of York, Kanada, hat dieser neue Konstitutionalismus zum Ziel, die Überlegenheit der wichtigsten Teilnehmer der globalen Wirtschaft auf politischer Basis zu etablieren. Das Hauptanliegen der globalisierten Elite ist die Stärkung der globalen Wirtschaftsmacht, und zwar durch pro-aktive Bemühungen, den Staat umzugestalten und zu stärken, als Garant für ein stabiles Umfeld für globalisiertes Kapital. Der Fortbestand des Kapitals muss auf globaler Ebene geschützt und gewährleistet werden... Die liberalen Reformen bezüglich der makro-ökonomischen Stabilität und des Schutzes der Eigentumsrechte und Kapitalmobilität müssen politisch und rechtlich abgesichert werden. (Stephen Gill in L Economie politique, Quartalszeitschrift, Paris, 1999, Nr. 2) Doch die Realität des Freihandels sieht anders aus. Eduardo Galeano sagte es so: Die Arbeitsteilung zwischen den Nationen - entstanden aus der Theorie des relativen Vorteils - besteht letztlich in der Spezialisierung der Länder: Sieg für die einen, Niederlage für die anderen. Und laut Robert Fossaert, dem französischen Soziologen und Politologen, besteht neben politischer Abhängigkeit, die immer offensichtlich ist, auch eine wirtschaftliche Abhängigkeit, die oft durch scheinbaren Egalitarismus im Handel verschleiert wird, als ob alle Länder die gleiche Währung, gleich mächtige Banken und gleich produktive Fabriken hätten: Die ungleiche Entwicklung der wirtschaftlichen Strukturen wird durch den Weltmarkt in die Übernahme von Warenbeständen, chronische Schuldenlasten, unfairen Handel und andere imperialistische Auswirkungen umgewandelt, die weniger offensichtlich als die des Kolonialismus sein mögen, deren mächtige Antriebskraft aber die Akkumulation auf globaler Ebene ist. (Robert Fossaert, L avenir du socialisme, Editions Stock, Paris, 1996, S. 144) Die verheerenden Auswirkungen des Freihandels sind bekannt: Das obere Fünftel der Weltbevölkerung in den reichsten Ländern genießt 82 % des expandierenden Außenhandels und 68 % ausländischer Direktinvestitionen - das untere Fünftel kaum mehr als 1 %. (UNDP, Human Development Report, 1999, S. 31) Handeln: Motivation und Mittel Angesichts der gegenwärtigen Situation und der Aktivitäten des produktiven Systems, so wie es heute ist und wie die multinationalen Konzerne sowie die Verfechter des Liberalismus es gerne hätten, sollten wir unsere Geschütze nehmen und die Dinge wieder richtig stellen, da sie zur Zeit vollkommen durcheinander sind. So müssen wir zunächst einmal für die Einhaltung einer Reihe von Prinzipien sorgen und die Anwendung der Freihandels- Mechanismen an ihre Vereinbarkeit mit diesen Vorbedingungen knüpfen. Dies ist genau das Gegenteil von dem, was WTO, IWF und Weltbank heute fordern. Sie sagen, Setzt den Freihandel um und alles Übrige wird von selber kommen. Wir dagegen meinen: Lasst uns erst Fair Trade Jahrbuch

11 1 WELTHANDEL eine Reihe von Grundsätzen befolgen und dafür sorgen, dass der Freihandel ihnen entspricht. Solche Grundsätze werden heute von vielen Menschen und Organisationen überall in der Welt geteilt. Sie lauten (Reihenfolge beliebig): Respektierung der Menschenrechte in all ihren Aspekten - einschließlich der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Rechte, des Rechts auf Entwicklung, der ILO-Sozialrechte usw. Nachhaltiges Wirtschaften, d.h. Schutz für zukünftige Generationen - einschließlich des Rechts auf das Prinzip der Vorbeugung Basisdemokratie, d.h. Anwendung des Prinzips der Nachrangigkeit auf die Demokratie ( was an der Basis entschieden werden kann, soll nicht an der Spitze verhandelt werden ) - einschließlich des Prinzips der Souveränität und Unabhängigkeit der Völker und Nationen Soziale Gleichberechtigung: Ungleichgewicht zwischen Nationen oder innerhalb von Nationen führt immer zu Akkumulations-Mechanismen, die die Reichen reicher und die Armen ärmer machen. Soziale Gleichberechtigung auf globaler Ebene beinhaltet die Befriedigung der Grundbedürfnisse aller. Die Aktionen zur Umsetzung dieser Ziele sind zahlreich und höchst unterschiedlicher Natur. Die folgende Tabelle verdeutlicht mögliche Aktionen. Worum geht es im Welthandel? Menschenrechte Umwelt und wirtschaftliche Nachhaltigkeit Demokratischer Subsidiarismus Soziale Gerechtigkeit & Grundbedürfnisse Einhaltung Aktionsfelder zur Einforderung der Einhaltung Nicht-Einhaltung Formell Real Positive Aktionen Selbstverpflichtungen Konditionalität Formelle Verurteilung und negative Sanktionen Eingreifen Z.B. nationale Gesetzgebung Gibt es z.b. wirklich keine Kinderarbeit? Die Bedeutung der Information und folglich der Zivilgesellschaft sowie des globalen Netzwerks der Zivilgesellschaften Soziale Prioritäten (z.b. öffentliche Versorgung) Allgemeines Präfenenz- System Soziales oder ökologisches Label Gezielte Budget-Hilfe Fairer Handel Ethische Finanzierung und andere alternative Aktionen Verhaltenskodizes Soziale, ethische, Umweltund sonstige Standards Konventionen (z.b. Menschenrechte von Straßburg) Verweigerte Hilfe Selektive Hilfe Zur Erinnerung: Mikro-ökonomische Makro-ökonomische Demokratische Soziale (Sozialklausel) Konditionalität Moralische Missbilligung Formelle Missbilligung Juristische Schritte Embargo Blockade Kampfmaßnahmen im Handel De facto Formell 18 Fair Trade Jahrbuch 2001

12 WELTHANDEL 1 Jeder Handelskategorie ihre eigene Zielkombination Nun können wir versuchen, unseren Gedankengang auf die oben aufgeworfenen Fragen anzuwenden: Ist der Weltmarkt vorstellbar als Quelle des Wohlstands für alle Völker? Und für alle Menschen jedes Volkes? Um in konkreten Begriffen zu denken, müssen wir wieder bei der Unterscheidung zwischen den drei Arten von Transaktionen ansetzen: Der Handel mit Waren: Die Unterteilung in Roh- und Fertigprodukte ist hier bedeutend, besonders bei Nahrungsmitteln, denn das Recht der Völker, ihre eigenen Nahrungsmittel zu produzieren, ist fundamental und das Recht auf Nahrungssicherheit unveräußerlich. Deshalb schließen wir entweder die Landwirtschaft aus dem Wirkungsfeld der WTO aus oder führen hier das Prinzip (und die Umsetzung) der Nahrungsmittel-Hoheit für alle Völker ein. In diesem Zusammenhang ist es offensichtlich, dass die Verbindung zwischen fortschrittlichen Landwirten und Förderern der Dritten Welt ein strategisches Bündnis darstellt und dass Solidaritäts-NROs sowie NROs im Süden eine wichtige Rolle zu spielen haben, hauptsächlich im fairen Handel. All die Kämpfe um Nahrungsmittelhilfe, gegen die Intervention multinationaler Konzerne (wie etwa Nestlé), gegen die Patentierbarkeit von Leben oder um Biodiversität usw. sind hier ebenfalls höchst relevant. Ferner ist klar, dass wir an einer Kreuzung stehen, an der Hoheitsrechte, Grundbedürfnisse (basic needs) und nachhaltige Wirtschaft zusammen treffen. Was die Primärgüter betrifft, so sollten wir auch die Vorschläge der UNCTAD bezüglich der Stabilität der Rohstoffpreise umsetzen. Der Handel mit Fertigprodukten (und Rohstoffen außer Nahrungsmitteln) sollte unter anderen Gesichtspunkten betrachtet werden. Es ist nur zu hoffen, dass die Entwicklungsländer ihre eigene Industrie aufbauen und exportfähig werden. Dies erfordert ein gewisses Maß an Freihandel. Aber die Industrialisierung der Entwicklungsländer ist nicht möglich, wenn sie von Billigprodukten aus dem Norden überschwemmt werden. Deshalb benötigen sie eine ausreichend starke Art von nationaler Souveränität oder auch nur nationaler Präferenzen. Daher ist alles abzulehnen, was dem MAI-Abkommen (dem glücklicherweise gescheiterten multilateralen Abkommen über Investitionen) ähnelt. Aber der Süden braucht ebenfalls Technologietransfer (was wahrscheinlich zu Auseinandersetzungen über das Recht am geistigen Eigentum führen wird), Finanzierung (öffentliche Entwicklungshilfe und Hilfe zu fairem Handel), die Einhaltung einiger (Sozial-, Umwelt- und sonstiger) Standards oder soziale Labels, Verhaltenskodizes (codes of good conduct), einige Arten nicht-protektionistischer Sozialklauseln, den Willen zur Aufgabe der staatlichen Kontrolle über den nationalen Markt sowie ernsthafte Unterstützung für Erziehung und Bildung. Auch hier können wir wieder beobachten, dass weder uneingeschränkte Befürwortung noch undifferenzierte Verdammung des Freihandels die Lösung sind. Fortschritt für die Menschheit kann nur durch die Kombination von Zielen erreicht werden. Der Handel mit Dienstleistungen: Mit diesem Bereich verhält es sich etwas anders, da es eine recht große Anzahl von Dienstleistungen gibt, die nicht dem kommerziellen Bereich zugeordnet werden sollten: Gesundheitsfürsorge, Bildung, Kultur usw. gehören zum gemeinwirtschaftlichen Nutzen und sollten unserer Meinung nach ganz aus dem Handel her- Fair Trade Jahrbuch

13 1 WELTHANDEL aus gehalten werden. Daher sollten wir hier überhaupt nicht von freiem Handel sprechen, sondern von freien und freiwilligen Bewegungen nach den Regeln der Solidarität statt der Preise oder des Wettbewerbs. Finanzströme: Der größte Teil dieser Ströme ist spekulativer Natur. Der Sektor sollte vollständig neu geordnet werden. Gegenwärtig stellen Finanzströme eine ernsthafte Bedrohung dar, nicht nur weil sie realen Volkswirtschaften und Staaten ihre eigenen Bedingungen aufzwingen, sondern auch, weil sie Beschäftigung und Wohlstand ganzer Nationen gefährden. Aus diesem Grund müssen wir die Kontrolle über Kapitalbewegungen auf nationaler Ebene zulassen, gegen Steueroasen kämpfen und eine Steuer wie die Tobin Tax 4 einführen. Dabei sollten wir auch nicht vergessen, dass die Spekulation viele Rohstoffe angegriffen hat - so wie vor kurzem das Öl. Die Auswirkungen dieser Angriffe auf die Preise waren recht offensichtlich. Es kommt also nicht in Frage, den Verfechtern des Freihandels freie Hand zu lassen. Viele Aktivitätsbereiche sind nicht frei handelbar, und der Staat muss die Kontrolle über eine ganze Reihe anderer Aktivitäten behalten. Es ist unabdingbar, dass die Zivilgesellschaft handelt. Vielfacher Einsatz Für die multinationalen Konzerne geht es im Welthandel um die Schaffung eines möglichst großen Freiraums für den freien Handel mit ihren Aktivitäten: Produzieren, wo die Kosten am niedrigsten sind, und verkaufen, wo die Preise am höchsten sind schreibt Lester Thurow. Für die Völker bleibt jedoch das Hauptanliegen die Kontrolle über ihre eigene Zukunft. Heute ist es wichtiger denn je, die Kontrolle der Bevölkerung über den Raum, in dem sie leben, an erste Stelle zu rücken, indem der Nutzen, den Interessen von außen aus diesem Raum ziehen, ihrer Kontrolle unterstellt wird. Die Art der Kontrolle kann je nach Geschichte und Kontext variieren, und manchmal kann sie mehr oder weniger ausgeprägten Freihandel zulassen. Auf jeden Fall wird die Gleichberechtigung unser größtes und wichtigstes Ziel bleiben. Wir werden uns immer bemühen - so der italienische Gewerkschaftsführer Vittorio Foa -, den wachsenden Dualismus in unseren Gesellschaften, in unserer Welt, zwischen denen, die den irreversiblen Charakter ihrer niedrigeren Position erfahren, und denen, die ihre soziale und wirtschaftliche Überlegenheit als geltendes Recht ansehen, zu verringern (Vittorio Foa, Il cavallo e la torre, Einaudi, 1991). 4 James Tobin: Träger des Nobelpreises für Wirtschaft, schlug 1972 eine Steuer auf länderübergreifende finanzielle Transaktionen vor. Diese sehr niedrige Steuer soll die Spekulation eindämmen, da bei jeder Auslands-Transaktion fällig. 20 Fair Trade Jahrbuch 2001

14 WELTHANDEL 1 QUELLEN BÜCHER Maurice BYE and Gérard DESTANNE de BERNIS Relations économiques internationales Dalloz, 1336 S., 1987 Robert FOSSAERT L avenir du Socialisme Stock, 452 S., 1996 Paul R. KRUGMAN La mondialisation n est pas coupable La Découverte / poche 219 S., 1999 Alain LIPIETZ Mirages et Miracles. Problèmes de l industrialisation dans le Tiers-Monde La Découverte Paris, 189 S., 1985 Charles Albert MICHALET Le Capitalisme mondial PUF, 368 S., 1985 Carlos OMINAMI Le Tiers-monde dans la crise La Découverte Paris, 247 S., 1986 JAHRESBERICHTE UND JÄHRLICH ERSCHEINENDE PUBLIKATIONEN Cyclope: Les Marchés Mondiaux, Economica, Paris L Etat du Tiers-Monde, La Découverte UNDP Human Development Report Ramsès IFRI (French Institute for International Relations) sowie die Jahresberichte von WTO, UNCTAD usw. Fair Trade Jahrbuch

15 2 Let s go Fair! 1 Tineke D haese Bríd Bowen Handel an sich ist nie gut oder schlecht. Doch die Art und Weise, wie er abgewickelt wird, ist von größter Bedeutung - und eine beispiellose Gelegenheit. Handel kann entweder zum Prozess einer nachhaltigen Entwicklung beitragen oder aber ihn untergraben. Angesichts der rapide zunehmenden Zerstörung der natürlichen globalen Ressourcen bedarf es keiner Frage mehr, wie die Option lauten muss. 2 Für Fair-Handels-Organisationen ist die Wahl einfach. Ob Handel für Produzenten und Konsumenten gut ist, hängt ganz und gar davon ab, wie die Waren hergestellt und wie sie verkauft 1 Let s go Fair war der Name einer Bewusstseinsbildungs-Kampagne von der Erklärung von Bern und Terre des Hommes in der Schweiz Hilary French in Costly Tradeoffs: Reconciling Trade and the Environment, zitiert in Why Fair Trade, Fair Trade Federation, 1996, unter federation.com/ab_whyft.html 22 Fair Trade Jahrbuch 2001

16 LET S GO FAIR! 2 werden. Der faire Handel... zeigt auf, dass Handel in der Tat der nachhaltigen Entwicklung dienlich sein kann. 3 Fairer Handel - eine positive Alternative Die beispiellose Zunahme des internationalen Handels mit Gütern und Dienstleistungen in den letzten 50 Jahren hat zu einer bedeutenden Einkommenssteigerung für zahlreiche Menschen in vielen Ländern des Nordens und Südens geführt. Die internationalen Handelsströme haben sich in den letzten zwanzig Jahren verdreifacht, aber die Gewinne aus diesem Handel sind ungleich verteilt. Der Weltexport-Anteil der 48 am wenigsten entwickelten Länder - in denen 10 Prozent der Weltbevölkerung leben - hat sich im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte auf verschwindend geringe 0,4 Prozent verringert. Zum Vergleich: Die USA und die EU tätigen bei ähnlicher Einwohnerzahl fast 50 Prozent der weltweiten Exporte. 4 Ebenso hat sich die ungezügelte Globalisierung und Liberalisierung des Marktes in über zwanzig Jahren auf das Leben der ärmsten Menschen überall in der Welt verheerend ausgewirkt. Von überall in der Welt sind herzzerreißende Schilderungen über misshandelte und ausgebeutete Arbeiter zu hören, die Niedriglöhne erhalten. Oder, noch schlimmer, von Millionen von Kindern, die in die Sklaverei verkauft oder gezwungen werden, zu unsicheren Bedingungen gegen Hungerlöhne zu arbeiten, um zum Überleben ihrer Familie beizutragen. Leider sind diese Geschichten nur allzu häufig in der neuen globalen Wirtschaft, in der Wettbewerbsfähigkeit und Dividenden für Wertpapieranleger alles sind und die Armut zunimmt. Die zunehmende Globalisierung, zusammen mit [...] staatlicher Unterstützung für den Freihandel und Investitionsabkommen, verschärft drei ernste Probleme, von denen heute fast jedes Land der Erde betroffen ist: Einkommensgefälle, Arbeitsplatzverluste und Umweltschäden. 5 Durch die Bewusstsein bildende Arbeit zahlreicher NROs (Nicht-Regierungsorganisationen), fairer Handelsorganisationen, Gewerkschaften, Umweltbewegungen, Journalisten und anderer - im Norden wie im Süden - sind sich viele Verbraucher in westlichen Ländern bewusst, dass der Reichtum in der Welt sehr ungleich verteilt ist und dass Waren viel zu billig angeboten werden, um den Produzenten in den Entwicklungsländern ein Leben in Würde zu ermöglichen. Sie wollen helfen, dies zu ändern, wissen aber nicht, wie. 6 Genau dieses weit verbreitete Gefühl der Ohnmacht ist nach Pierre Calame 7 das größte Hindernis (für Änderungen). Angesichts der enormen globalen Probleme und der individuell empfundenen Hilflosigkeit bietet der faire Handel eine direkte und einfache Methode zur Verbesserung der Situation der Produzenten in den Entwicklungsländern. Durch den Kauf eines fair gehandelten Produkts bzw. das Führen fair gehandelter Produktlinien können Verbraucher und Geschäfte mit einfachen, täglichen Transaktionen eine bedeutende Rolle zum globalen Ausgleich von Wohlstand und Macht spielen. Mit der Teilnahme an Bewusstseinskampagnen von fairen Handelsorgani- 3 Why Fair Trade, Fair Trade Federation, op.cit. 4 World Bank World Development Indicators Why Fair Trade, Fair Trade Federation, op.cit 6 Max Havelaar / TransFair, zitiert in Commerce Equitable, Citoyenneté d Entreprise et des Consommateurs - Etude sur les expériences européennes et leurs perspectives de développement, Solagral, Juni Pierre Calame von der Charles Léopold Mayer Foundation for the Progress of Man in Citoyens du Monde, zitiert in The EU-ACP Courier, Europäische Kommission, Nr. 164, Juli - August 1997 Fair Trade Jahrbuch

17 2 LET S GO FAIR! sationen können die Verbraucher Druck auf Unternehmen ausüben, verantwortlich gegenüber all denen zu handeln, die von ihren Geschäften betroffen sind - vom Produzenten bis zum Verbraucher -, und so zu sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltiger Produktion und Handel beizutragen. Mit Kampagnen zum fairen Handel können Verbraucher ebenfalls auf Über fünfzig Jahre fairer Handel Amerika war vorn, als Ende der 40er Jahre Ten Thousand Villages (ehemals Mennonite Central Committee Self Help Crafts) und SERRV (jetzt SERRV International) damit begannen, Handel mit armen Gemeinschaften im Süden zu treiben. Die Anfänge des fairen Handels in Europa gehen bis zum Ende der 50er Jahre zurück, als der Direktor von Oxfam UK eine Reise nach Hongkong machte, die ihn auf die Idee brachte, Handwerksprodukte chinesischer Flüchtlinge in Oxfam-Läden zu verkaufen - der erste Artikel war ein ausgestopftes Nadelkissen gründete Oxfam die erste alternative Handelsorganisation (ATO - Alternative Trading Organisation). Parallel dazu entwickelten sich Initiativen in den Niederlanden, wo 1967 die Importorganisation S.O.S. Wereldhandel - heute Fair Trade Organisatie - entstand. Zur gleichen Zeit begannen niederländische Dritte-Welt-Gruppen, Rohrzucker zu verkaufen mit der Botschaft Mit dem Kauf von Rohrzucker verhelfen Sie armen Ländern zu einem Platz an der Sonne des Wohlstands. Diese Gruppen verkauften dann auch Handwerksprodukte aus dem Süden, und 1969 öffnete der erste faire Weltladen. Parallel zu dieser Bürgerbewegung nutzten die Entwicklungsländer internationale politische Foren wie die zweite UNCTAD-Konferenz 1968 in Delhi, um die Botschaft Trade not Aid (Handel statt Hilfe) mitzuteilen. Dieser Ansatz legte den Schwerpunkt auf gleichberechtigte Handelsbeziehungen mit dem Süden, statt den Norden als Einstreicher aller Profite zu sehen, der nur einen kleinen Teil davon in Form von Entwicklungshilfe wieder abgibt. 8 Der faire Handel weitete sich rasch aus. In mehreren Ländern Europas entstanden faire Importorganisationen - heute gibt es etwa 100 von ihnen in 18 europäischen Ländern (faire Importorganisationen existieren außerdem in Australien, Kanada, Japan und den USA). Sie beziehen die Produkte direkt von den Produzentengruppen im Süden und setzen sie über vielerlei Kanäle ab: Weltläden, Solidaritätsgruppen, Versandhandel, Ehrenamtliche, Bioläden, lokale Märkte und zunehmend auch institutionelle Einrichtungen wie Kantinen, Geschäfte, Behörden u.a wurde die EFTA (European Fair Trade Association) gegründet. Sie repräsentiert 12 faire Importorganisationen in 9 europäischen Ländern (8 EU-Staaten plus die Schweiz). Sie stellen sie bei weitem den größten Teil aller Importe fair gehandelter Waren nach Europa. 9 Seit den 70er Jahren sind überall in Europa Weltläden entstanden wurde das Network of European World Shops (NEWS!) gegründet, das etwa Läden in 15 Landesverbänden und 8 Marc Bontemps, Geschäftsführer von Oxfam-Wereldwinkels VZW, zitiert in Nouvelles de Triodos, Sommer Der Ansatz Trade not Aid wurde vor kurzem durch den neuen Slogan Trade and Aid ersetzt, der verdeutlicht, dass Entwicklungshilfe immer noch ein sehr notwendiges Element in der Unterstützung der Entwicklungsländer zum Fortschritt ist, zusätzlich zu einer größeren Reform des internationalen Handelssystems 9 Nach Fair Trade in Europe 2001, Facts and Figures on the Fair Trade Sector in 18 European Countries, EFTA, Januar 2001 beläuft sich der Gesamtumsatz der 12 EFTA-Mitglieder auf 100 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz der 32 von der Studie erfassten Importorganisationen betrug 120 Millionen Euro. Demnach hielten die EFTA-Mitglieder ca. 83 % der gesamten fairen Importe in Europa - da aber viele Kleinimporteure nicht erfasst wurden, können wir vorsichtiger von einem Anteil von über 60 % der EFTA- Mitglieder an allen Fair-Handels-Importen in Europa ausgehen. 24 Fair Trade Jahrbuch 2001

18 LET S GO FAIR! 2 Entscheidungsträger in der Politik einwirken, in der internationalen Gesetzgebung bezüglich Produktion und Handel zu einer gerechteren Welthandelsordnung beizutragen, in der der Mensch im Mittelpunkt steht. 13 europäischen Ländern (12 EU-Staaten plus die Schweiz) repräsentiert entstand die International Federation for Alternative Trade (IFAT), die Produzentengruppen, ATOs und andere Akteure des fairen Handels aus Afrika, Asien, Australien, Europa, Japan, Nord- und Südamerika zusammen bringt. Die IFAT hat 148 Mitglieder aus 48 Staaten. Ziel der Handelsorganisationen, Läden und Solidaritätsgruppen ist es, fair gehandelte Produkte zu verkaufen, das Bewusstsein für die beklagenswerten Zustände in Produktion und Handel für die Produzenten im Süden (und manchmal auch im Norden) zu stärken und für Verbesserungen zu werben. Bis Mitte der 80er Jahre agierte die Fair-Handels- Bewegung hauptsächlich im Umfeld derer, die sich für eine gleichberechtigte Partnerschaft zwischen Nord und Süd einsetzten. Danach weitete sich der faire Handel auch auf kommerzielle Kanäle aus, wobei er sich auf den Großhandel mit institutionellen Absatzkanälen stützte. Dieser sich fortsetzende Trend fand 1988 Ausdruck in der Schaffung des ersten Fair-Handels-Siegels in den Niederlanden - Max Havelaar. Es folgten andere Siegel wie TransFair International (mitbegründet von der EFTA) und die Gründung von Fair Trade Foundation, Reilun Kaupan und Rättvisemärkt. Siegelorganisationen sind in der Regel breite Zusammenschlüsse engagierter Organisationen (entwicklungs- oder umweltpolitische NROs, kirchliche Organisationen, Gewerkschaften u.a.), die sich dafür einsetzen, dass Produkte mit Siegel in die Supermärkte kommen. Sie bieten kommerziellen Importeuren ein Register gemonitorter Produzentengruppen, Kriterien des fairen Handels und ein Siegel, das fair gehandelte Produkte von anderen unterscheidet. Seit April 1997 werden alle Fair-Handels-Siegel von FLO - International Fair Trade Labelling Organisation - koordiniert, und zwar in 14 europäischen Ländern sowie in Kanada, Japan und den USA. 10 Die fairen Handelsorganisationen repräsentieren heute einen kleinen aber bedeutsamen alternativen Markt mit einem Weltmarktanteil von 0,01 %. 11 In Europa werden fair gehandelte Produkte an über Verkaufsstellen angeboten. Der gesamte Netto-Einzelhandelswert fair gehandelter und in Europa über alternative Kanäle und Supermärkte verkaufter Produkte (mit und ohne Siegel) liegt bei über 260 Millionen Euro pro Jahr (Mindestwert). Die fairen Handelsorganisationen beschäftigen etwa Menschen (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Bei bestimmten Produkten und Ländern gibt es eine extrem hohe Marktdurchdringung: fair gehandelte Bananen halten 15 % des Marktes in der Schweiz, organischer und fair gehandelter Kaffee repräsentiert 70 % des organischen Kaffeemarktes in Österreich Weitere Informationen zu EFTA, NEWS!,, IFAT und FLO finden sich im Abschnitt Trends und Perspektiven des fairen Handels sowie in der EFTA-Studie Fair Trade in Europe 2001, op.cit. 11 Fair Trade Federation, op.cit. 12 Nähere Informationen zu Trends im fairen Handel auf europäischer Ebene und in den einzelnen Ländern siehe Fair Trade in Europe 2001, op.cit. Fair Trade Jahrbuch

19 2 LET S GO FAIR! Worum geht es beim fairen Handel? Die Fair-Handels-Bewegung entstand aus einer dezentralen Bürgerbewegung von unten, und deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass es viele verschiedene Definitionen darüber gibt, was genau fairen Handel ausmacht. Es gibt zwar viele Definitionen, aber alle stimmen in den Grundprinzipien überein, die diesem Konzept zu Grunde liegen. So stellte das informelle Dachverband- Netzwerk FINE im Oktober 2001 eine gemeinsame, von allen Aktiven der Bewegung akzeptierte Definition des fairen Handels auf. Der Faire Handel ist eine Handelspartnerschaft die auf Dialog, Transparenz und Respekt basiert, und nach größerer Gleichheit im internationalen Handel strebt. Indem er bessere Handelsbedingungen anbietet und die Rechte von benachteiligten Produzenten und Arbeitern, vor allem im Süden, stützt, trägt er zu nachhaltiger Entwicklung bei. Gestützt durch Konsumenten sind die Organisationen des Fairen Handels aktiv in der Unterstützung von Produzenten, bei der Bewusstseinsbildung und bei Kampagnen für Änderungen bei den Regeln und Praktiken des konventionellen Welthandels. Als Herz des Fairen Handels gilt seine strategische Absicht, die auf zweierlei abzielt: die bewusste Entscheidung für die Arbeit mit benachteiligten Produzenten und Arbeitern um ihnen dabei zu helfen, von einer Position der Verletzbarkeit zu einer solchen der Sicherheit und der ökonomischen Selbstversorgungsfähigkeit zu gelangen, Produzenten und Arbeiter in ihren Organisationen zu befähigen, eine wichtigere Rolle im globalen Kontext zu spielen, um eine größere Gleichheit im Welthandel zu erzielen. 13 Das Modell des fairen Handels bietet ein Handelssystem, in dem marginalisierte Produzenten sowie Händler und Verbraucher die Gewinne aus dem Handel in einer gerechteren Weise teilen. So versucht der faire Handel, Einkommen und Entscheidungsfreiheit für bedürftige Produzentengruppen zu erhöhen. Allgemeiner gesagt, will er der Armut im Süden entgegen wirken und die Würde der Produzentengruppen dort wieder herstellen. Das faire Handelssystem baut auf die Fähigkeiten der Produzenten und ermöglicht so den Gemeinschaften, eine aktive Rolle in ihrer eigenen Entwicklung zu spielen. Um diese Ziele zu erreichen, bietet der faire Handel benachteiligten Produzenten einen geschützten Markt und hilft ihnen, die Fähigkeiten und Kenntnisse zu erlangen, die nötig sind, um in den konventionellen Exportmarkt einzusteigen. Das Hauptmerkmal des fairen Handels liegt in gleichberechtigter Partnerschaft und gegenseitigem Respekt - Partnerschaft zwischen Produzenten im Süden und Importeuren, Fair-Handels- Geschäften, Siegelorganisationen und Verbrauchern im Norden. Fairer Handel macht den Handelsvorgang menschlicher und die Kette zwischen Produzent und Verbraucher so kurz wie möglich, so dass die Konsumenten etwas von der Kultur, Identität und den Lebensumständen der Produzenten erfahren. Alle Beteiligten setzen sich für die Prinzipien des fairen Handels, Transparenz bei ihrer Arbeit und Bewusstseinsbildung sowie Parteinahme ein. Die Idee der unsichtbaren Hand weicht der Arbeit Hand in Hand, der Markt wird von demokratischen Mechanismen reguliert FINE ist ein informeller Netzwerk-Dachverband, gegründet 1998, der folgende Netzwerke des fairen Handels repräsentiert, zwecks Informationsaustausch und Koordinierung der Aktivitäten FLO-I: Fairtrade Labelling Organisation International IFAT: International Federation for Alternative Trade NEWS!: Network of European World Shops EFTA: European Fair Trade Association 14 The Social Economy and Fair Trade, Thomas Lemaigre und Pierre Verbeeren, Agence Alter und Université die Liège, Fair Trade Jahrbuch 2001

20 LET S GO FAIR! 2 Frauen und der faire Handel - Erfolge und Herausforderungen Derzeit sind einige Studien in Ausarbeitung, in denen es um die Zusammenhänge zwischen Fair Trade und Geschlechtsfragen geht. Die Ergebnisse zeigen ein uneinheitliches Bild: einige Studien deuten an, dass Fairer Handel eine sehr positive Auswirkung auf Frauen in der Bewegung hat, andere sind weniger deutlich und beschreiben, wo es überall Raum für weitere Verbesserungen gibt. Diese Fragestellung bleibt weiterhin eine Herausforderung für die gesamte Bewegung. Der folgende Bericht über Action Bag Handicrafts in Bangladesch veranschaulicht die positive Wirkung des fairen Handels auf Frauengruppen. 15 Action Bag Handicrafts wurde 1977 gegründet, um Einkommen schaffende Angebote für Frauen aus diskriminierten Minderheitsgruppen zu schaffen. Heute sind dort etwa 60 Personen beschäftigt, die Taschen und Hängenetze herstellen. Oxfam Fair Trade leistet Unterstützung in Form von Information und Beratung, hauptsächlich durch Finanzierung einer Reihe von Designberatungen, die es der Gruppe erlaubten, neue Produktlinien zu entwickeln und ihre Produktpalette von Jute auch auf Baumwolle auszuweiten. Oxfams Aufträge machten 1997/98 26 Prozent des Umsatzes von ABH aus. Obwohl recht abhängig vom fairen Handel (89 % des Absatzes), hat Action Bag sich einen Kundenstamm von etwa 44 Abnehmern in Europa, Nordamerika, Australien und Japan aufgebaut sowie die Absätze auf dem lokalen Markt ausgebaut. Die Produzentinnen von ABH werden nach Prioritäten ausgesucht, wobei weibliche Haushaltsvorstände, Witwen und Geschiedene ohne Land und mit niedrigem Einkommen bevorzugt werden. Die Frauen profitieren nicht nur von Arbeit und prompter Bezahlung, sondern auch von Bildungsmöglichkeiten einschließlich Kursen in Alphabetisierung, Recht, Ernährung und Gesundheit. In einer kürzlich durchgeführten Wirkungsstudie wurden folgende Auswirkungen des fairen Handels auf diese Gruppe beobachtet: Die Produzentinnen von ABH gehören zu den oberen 13 % der Bevölkerung Bangladeschs, die sich drei Mahlzeiten am Tag sowie eine überdurchschnittliche Unterkunft leisten können. Die Produzentinnen können ihre Kinder zur Schule schicken, und viele zahlen für Privatunterricht. Die Produzentinnen haben kürzere Arbeitszeiten als in der Textilindustrie üblich (in der Regel 7 bis 9 Stunden pro Tag gegenüber durchschnittlich etwa 12 Stunden). Die Geschlechterrollen haben sich durch den Status der Produzentinnen als Geldverdienerinnen geändert: Viele von ihnen können nun allein auf dem Markt einkaufen, was früher unmöglich gewesen wäre. Jüngere Frauen bestimmen über ihre Heirat mit und können auch Anträge ablehnen. Vieles hat sich geändert - früher hatte ich nichts. Nun habe ich ein Haus, einen Brunnen, eine Latrine, und die Kinder gehen zur Schule. Perween, Action Bag Es gibt viele solcher Beispiele positiver Auswirkung des fairen Handels auf produzierende Frauengruppen. Doch ist die Fair-Handels-Bewegung sich klar darüber, dass ihr Handel mit Produzentengruppen nicht immer solch positive Auswirkungen auf die Frauen hat und dass die systematische Aufwertung der Rolle der Frau weiterhin eine Herausforderung der Bewegung darstellt, im Norden wie im Süden. Sie sucht weiter nach Wegen der Umsetzung. 15 Oxford Fair Trade Programme, Oxfam Fair Trade Company, Oxford UK Fair Trade Jahrbuch

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