AMTS-Datenmanagement Arzneimitteltherapiesicherheit. Fachanwendung der Gesundheitskarte (egk)

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1 AMTS-Datenmanagement Arzneimitteltherapiesicherheit Fachanwendung der Gesundheitskarte (egk) Sicherheit bei Medikamenteneinnahme Aktuelle Medikationsdaten AMTS-Prüfungen Datenaustausch

2 Hohes Maß an Sicherheit bei der Medikamenteneinnahme Bei der Verordnung bzw. der Einnahme von Arzneimitteln müssen verschiedene Maßnahmen wie in einem Uhrwerk ineinandergreifen, um ein hohes Maß an Sicherheit für den Patienten bei der Anwendung seiner Medikation zu gewährleisten. Dabei betrachtet man die gesamte Kette des Medikationsprozesses beginnend bei der Arzneimittelanamnese über die Verordnung bis hin zur Einnahme des Arzneimittels. Wichtig ist, dass der Patient bei diesem Prozess eng begleitet und beraten wird, sowohl von Apothekern und Ärzten als auch von Psychotherapeuten und Zahnärzten. In dieser Prozesskette können auf den verschiedenen Abschnitten Risiken für den Patienten entstehen, die zu Medikationsfehlern führen und damit unerwünschte Arzneimittelwirkungen beim Patienten hervorrufen können. Wichtig: AMTS-Prüfungen Daher führen Heilberufler sogenannte AMTS-Prüfungen durch. Typischerweise prüft man dabei auf Arzneimittelwechselwirkungen, Kontraindikationen, Doppelmedikation und bezieht in diese Prüfungen individuelle Patientenparameter (z. B. Alter und Geschlecht) und Selbstmedikation zusammen mit der vorgesehenen Medikation ein. Bei diesen Prüfungen kann der Arzt oder

3 Apotheker auch durch elektronische Systeme unterstützt werden. So wird sichergestellt, dass der Patient eine sichere und mit möglichst wenigen Risiken behaftete Arzneimitteltherapie erhält. Aktuelle Medikationsdaten zum richtigen Zeitpunkt Elementar für die Durchführung von AMTS-Prüfungen ist die Verfügbarkeit aller für den jeweiligen Heilberufler relevanten Daten des Patienten. Gerade bei multimorbiden Patienten, die viele Arzneimittel einnehmen (Polymedikation), ist es sehr aufwändig, vor jeder AMTS-Prüfung diese Daten mündlich und vollständig zu erfragen. AMTS-Datenmanagement hält diese Daten zum Verordnungsoder zum Zeitpunkt der Abgabe für Ärzte und Apotheker elektronisch und immer aktuell bereit. Wichtigste Voraussetzung ist eine patientenindividuelle Datenbasis, die eine einheitliche Struktur und Bedeutung besitzt. Mit Hilfe der elektronischen Gesundheitskarte (egk) im digitalen Gesundheitsnetz (Telematikinfrastruktur) können die relevanten Daten zukünftig direkt den Heilberuflern zur Verfügung gestellt werden vorausgesetzt, der Patient hat dem zugestimmt. Nach Auslesen der Daten über geeignete Schnittstellen zur Telematikinfrastruktur erscheinen diese sichtbar im individuellen Softwaresystem beim Arzt bzw. Apotheker. Falls notwendig, können anschließend zudem die AMTS-Prüfungen durchgeführt werden.

4 Datenaustausch über Sektorengrenzen hinweg Das AMTS-Datenmanagement unter Einsatz der egk ermöglicht einen Austausch von patientenindividuellen Daten über die Sektorengrenzen hinweg. Dabei wird nicht in die fachlichen Abläufe und Entscheidungsroutinen der Heilberufler eingegriffen. Die Daten bleiben zu jeder Zeit in vollständiger Hoheit des Patienten. Durch Eingabe seiner PIN entscheidet er darüber, wer Daten speichern und wer sie sehen darf. Die Teilnahme am AMTS-Datenmanagement ist für die Versicherten freiwillig und kann jederzeit widerrufen werden. Die technische Absicherung der AMTS-Daten erfolgt auf höchstem Niveau. Der Zugriff durch den Heilberufler auf die egk des Versicherten wird direkt ( Card-2-Card ) geprüft, vergleichbar mit einem Zwei-Schlüssel-Prinzip zum Öffnen eines Banktresors. Im Mittelpunkt steht der Patient, der seine AMTS-Daten auf der egk oder durch einen Fachdienst zu den einzelnen Heilberuflern trägt. Dieser führt die AMTS-Prüfungen durch und ergänzt bzw. aktualisiert diese.

5 Arzt Zahnarzt Apotheker AMTS-Datenmanagement für den Versicherten Versicherter oder sein Vertreter Psychotherapeut Krankenhaus

6 Friedrichstraße 136 I Berlin I Tel: 030 / Fax: 030 / I I

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