Wunderwaffe Authoring Memory
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- Karsten Beutel
- vor 7 Jahren
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1 Wunderwaffe Authoring Memory Das Schlagwort Authoring Memory wird häufig mit Kosteneinsparungen durch Wiederverwendung assoziiert. Tatsächlich gibt es aber noch weitere spannende und weitgehend unbekannte Anwendungsbereiche. Diese Anwendungsbereiche werden im Whitepaper beschrieben. Finden Sie heraus, wozu die Wunderwaffe Authoring Memory fähig ist.
2 Inhalt 1 Einführung 3 2 Über Authoring Memories 3 3 Kosteneinsparung Texterstellung Lektorat Übersetzung 4 4 Wie Varianten überhaupt entstehen 5 5 Wie Software unterstützt 6 6 Systemwechsel 7 7 Abteilungsübergreifender Zugriff 7 8 Nichtmuttersprachler 8 9 Fazit 9 2
3 1 Einführung Wenn ein Unternehmen viele Texte erstellt, fällt ab einem bestimmten Punkt bei der Texterstellung auf, dass es in der Vergangenheit schon einmal ähnliche Inhalte gab. Dieses Phänomen können sich Autoren zu Nutze machen und systematisch bestehende Inhalte wiederverwenden. Im Rahmen maschineller Autorenunterstützung kann die Wiederverwendung von Inhalten mit einem Authoring Memory erreicht werden. Das Schlagwort Authoring Memory wird häufig mit Kosteneinsparungen durch Wiederverwendung assoziiert. Tatsächlich gibt es aber noch weitere spannende und weitgehend unbekannte Anwendungsbereiche, z. B. im Bereich Schreiben in einer Fremdsprache. Diese Anwendungsbereiche werden in diesem Whitepaper beschrieben. Finden Sie heraus, wozu die Wunderwaffe Authoring Memory fähig ist. 2 Über Authoring Memories Ein Authoring Memory ist ein Speicher von Inhalten, die dem Autor zur Wiederverwendung angeboten werden. Dabei besteht eine sehr große Ähnlichkeit zur Translation Memory-Technologie von CAT-Systemen. Teilweise wird sogar auf CAT-Systeme zugegriffen. Authoring Memories sind oft im Rahmen von Systemen zur Autorenunterstützung anzutreffen. Zudem existieren Authoring Memories als Modul in manchen Content-Management-Systemen (CMS). Die verschiedenen Authoring Memory-Systeme, die auf dem Markt anzutreffen sind, unterscheiden sich vor allem in diesen Eigenschaften: Gespeicherte Einheiten: Auf welcher Ebene siedelt sich die Wiederverwendung an? Werden Sätze, Absätze oder ganze Bausteine bzw. Topics zur Wiederverwendung angeboten? Batch- oder Echtzeit-Zugriff: Der Zugriff auf das Authoring Memory spielt eine große Rolle für die Usability. Wird in Echtzeit während des Schreibens zugegriffen oder muss der Autor eine manuelle Suche durchführen? Akzeptanz erwächst hier aus Bedienungskomfort. Wenn der Benutzer manuell suchen muss, wird die Suche oftmals gar nicht erst ausgeführt. Programmübergreifende Nutzung: Ist die Wiederverwendung von Inhalten nur im jeweiligen CMS möglich oder kann sie auch programmübergreifend geschehen? Zugriff auf Übersetzungen: Sind die Inhalte, die wiederverwendet werden können, einsprachig abgelegt oder existiert auch ein Zugriff auf Übersetzungen? 3
4 Befüllung: Wie gelangen die Inhalte ins Authoring Memory? Werden sie direkt nach Erstellung abgelegt, gibt es einen speziellen Freigabeworkflow oder findet die Befüllung immer nach der Übersetzung eines Inhalts statt? Metainformationen: Werden mit den Inhalten auch Metainformationen gespeichert? Wenn ja, welche? Beispiele: Ersteller, Erstelldatum, Fachgebiet, Produkt, Anzahl Übersetzungen,... 3 Kosteneinsparung Die Authoring Memory-Technologie wurde entwickelt, um durch die Wiederverwendungen von Inhalten Kosten zu sparen. Kosteneinsparungen können auf verschiedenen Ebenen der Wiederverwendung erreicht werden. 3.1 Texterstellung Während der Texterstellung ist eine Wiederverwendung von Inhalten auf der Ebene von Textbausteinen, Sätzen und Wörtern möglich. Dabei unterstützt ein Authoring Memory entweder auf der Textbaustein- oder der Satzebene. Die Kosteneinsparung resultiert hier vor allem aus der Effizienzsteigerung. Wenn nicht alles neu erstellt werden muss, sondern bestehende Inhalte mit einem Klick übernommen werden können, können Autoren in derselben Zeit mehr erledigen. 3.2 Lektorat Bevor Inhalte Einzug in ein Authoring Memory halten, werden sie im Idealfall einer sprachlichen Qualitätsprüfung unterzogen. Durch das Übernehmen bereits geprüfter und damit verifiziert korrekter Inhalte wird der Lektoratsaufwand gesenkt. Wenn hingegen Varianten bereits existierender Inhalte verfasst werden, müssen diese umfassend geprüft werden. Der Lektoratsaufwand steigt, was es zu vermeiden gilt. 3.3 Übersetzung Die Kosteneinsparung bei der Übersetzung von Inhalten basiert auf der Grundannahme, dass bestehende Inhalte im Authoring Memory auch bereits übersetzt wurden. Wenn nun die entsprechenden Inhalte wiederverwendet werden, kann auch die Übersetzung wiederverwendet werden. Es ist keine Neuübersetzung nötig, was die Übersetzungskosten beträchtlich senkt. 4
5 Inhaltsgleiche, aber sprachlich abweichende Varianten hingegen müssen hingegen übersetzt werden, womit es zu hohen Kosten kommen kann, die im Prinzip leicht vermieden werden können. 4 Wie Varianten überhaupt entstehen Ein Content-Lebenszyklus mit gelungener Wiederverwendung und in der Folge optimierten Schreib-, Lektorats und Übersetzungsprozessen ist das Optimum. Im Alltag ist es meist so, dass statt hoher Wiederverwendungsraten vielmehr immer neue Varianten von Inhalten erzielt werden. Varianten entstehen, wenn Inhalte neu verfasst werden, aber sprachliche Abweichungen zu bestehenden Sätzen bestehen. Es kann sich z. B. um folgende Phänomene handeln: Autoren verwenden aus Gründen der Schreibökonomie Abkürzungen von Wörtern, die in ähnlichen Sätzen bereits ausgeschrieben wurden. Autoren setzen versehentlich ein überzähliges Leerzeichen und schon besteht eine Variante zu einem ansonsten deckungsgleichen Satz. Ein Satzzeichen wird vergessen oder irrtümlich zu einem Satz hinzugefügt, und damit eine neue Variante kreiert. Ein Rechtschreibfehler mogelt sich unter und sorgt für Abweichungen zu ansonsten gleichen Sätzen. Die folgende Tabelle illustriert beispielhaft die oben genannten Phänomene, die zu Satzvarianten führen: Satz Beispielhafte Variante Phänomen Das Antiblockiersystem verhindert das Blockieren der Räder. Das ABS verhindert das Blockieren der Räder. Abkürzungen Das Antiblockiersystem verhindert das Blockieren der Räder. Es ist eine Aufgabe des ABS die Räder nicht zu blockieren. Das Antiblockiersystem verhindert das Blockieren der Räder. Das Antiblockiersystem verhindert das Blockieren der Räder. Es ist eine Aufgabe des ABS, die Räder nicht zu blockieren. Das Antiblockiersystem verhindert das blockieren der Räder. Leerzeichen Satzzeichen sprachliche Defekte 5
6 Wenn solche Varianten vermieden werden, kann je nach Menge der Sätze beträchtlich Geld gespart werden. Insbesondere bei vielen Zielsprachen ist der Einsparungseffekt massiv. Auf der Basis von Erfahrungswerten liegt das Einsparpotenzial von Satzvarianten etwa bei %. Ein Beispiel: Bei Euro Übersetzungskosten pro Jahr werden mit dem Einsatz von Congree mindestens Euro Übersetzungskosten eingespart 1. Ein Praxisbeispiel für eine gelungene Reduktion von Variantenvielfalt stammt von der Daimler AG. Beim Aufbau eines Authoring Memorys konnte der initiale Bestand von Sätzen durch das Ausmerzen von unnötigen Varianten auf Sätze reduziert werden. Durch den Einsatz des Authoring Memory und einer korrespondierenden Funktion zum Verwalten von Sätzen wird die Variantenvielfalt weiter reduziert 2. 5 Wie Software unterstützt Zentral ist die Frage, wie Software bei der Wiederverwendung unterstützen kann. In einem CMS werden Inhalte in der Regel auf Bausteinebene wiederverwendet. Die Systeme sperren wiederverwendete Bausteine. Auf diese Weisen werden die wiederverwendeten Bausteine im Translation Memory System als gesperrter Inhalt weiterverarbeitet. Der Übersetzer kann diese Texte nicht übersetzen und erhält für diese Kontextinformation kein Geld. Auf diese Weise werden Übersetzungskosten gespart. Während CMS die Wiederverwendung von Textbausteinen bzw. von Topics unterstützen, helfen Programme zur Autorenunterstützung bei der Wiederverwendung von Sätzen. Da sich Sätze häufiger wiederholen als Bausteine, ist das Potenzial der Wiederverwendung und der damit einhergehenden Kosteneinsparung größer als beim alleinigen CMS-Einsatz. Durch Wiederverwendung auf Satzebene kann erreicht werden, dass im Translation Memory System ein 100 %-Treffer entsteht. Je nach Vereinbarung erhält der Übersetzer für solche Sätze wenig oder gar kein Geld. Übersetzungskosten werden entsprechend eingespart. In der Praxis müssen sich Autoren nicht zwischen modularer Wiederverwendung von Bausteinen/Topics und Satzwiederverwendung entscheiden. Moderne Tools zur Autorenunterstützung operieren auch im Kontext eines CMS somit kann die Verwendung auf Bausteinebene durch Satzwiederwendung ergänzt werden. 1 (letzter Abruf: , Uhr) 2 (letzter Abruf: , Uhr) 6
7 6 Systemwechsel Viele Firmen wechseln derzeit von traditioneller Erstellung der Dokumentation auf topic-basierte Dokumentation. Dabei stellt sich die Frage, wie die über viele Jahre entstandenen Inhalte kosteneffizient vom einen ins andere System übernommen werden können. Authoring Memory-Technologie stellt eine smarte Lösung dar. Sofern das neue System an das Authoring Memory angebunden ist, werden die Inhalte automatisch im neuen System angeboten. So können sie komfortabel übernommen werden. Eine aufwändige Datenmigration entfällt. Auf diese Weise hat Bosch Automotive einen Systemwechsel vollzogen 3. 7 Abteilungsübergreifender Zugriff Authoring Memory-Technologie kann auch die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen unterstützen. Oftmals arbeiten die Abteilungen, z. B. Technische Dokumentation, Training oder Support, mit unterschiedlichen Werkzeugen, würden aber gerne auf die Inhalte der anderen Abteilung zugreifen können. Durch eine Authoring Memory-Software, die sich in vielen verschiedenen Programmen zur Texterstellung nutzen lässt, wird der gemeinsame Zugriff möglich. Abteilungsübergreifend eine gemeinsame Sprache zu sprechen, gewinnt immer mehr an Wichtigkeit. Besonders Tone of Voice und Terminologie sind hier relevant. Die Idealannahme ist, dass Sätze im Authoring Memory den sprachlichen Anforderungen des Unternehmens genügen. Auf dieser Basis kann durch die Wiederverwendung dieser Sätze die unternehmensweite Kommunikation vereinheitlicht und richtlinienkonform gemacht werden. 3 (letzter Abruf: , Uhr) 7
8 Die Kosteneinsparungen, die sich durch Wiederverwendung ergeben (s. o.) sind beim abteilungsübergreifenden Zugriff auf ein Authoring Memory noch signifikanter: Autoren können z. B. auf bereits korrigierte Sätze aus anderen Abteilungen zurückgegriffen werden oder Sätze übernehmen, die an anderer Stelle sogar schon übersetzt wurden. Die positiven Aspekte multiplizieren sich. 8 Nichtmuttersprachler Authoring Memory-Systeme, die Zugriff auf Übersetzungen haben, können Nichtmuttersprachlern beim Erstellen fremdsprachlicher Texte helfen. Dafür werden nicht nur ähnliche Sätze angeboten, sondern es werden entsprechende Übersetzungspaare angezeigt. Die Übersetzungspaare können auf zwei verschiedene Weisen genutzt werden: 1. Der Autor schreibt in seiner Fremdsprache. Im Authoring Memory werden ähnliche Sätze angezeigt. Anhand der Übersetzungen kann der Autor besser einschätzen, welche Sätze er übernehmen möchte. 2. Der Autor weiß, was er ausdrücken möchte, ist sich jedoch hinsichtlich der Formulierung unsicher. In diesem Fall bietet moderne Software zur Autorenunterstützung die Möglichkeit, in der Muttersprache nach einem Satz im Authoring Memory zu suchen. Dieser Satz kann in der Dokumentsprache in den Text übernommen werden. Der Congree Authoring Server z. B. bietet eine entsprechende Funktionalität im Rahmen der Fremdsprachenhilfe an. Möglichkeit 1: Die Fremdsprachenhilfe zeigt Übersetzungen zu Sätzen im Editor an. 8
9 »» Möglichkeit 2: Mit der Fremdsprachenhilfe lassen sich gezielt Inhalte in der Muttersprache suchen. Diese kann man dann in der Fremdsprache in den Text übernehmen. 9 Fazit Unabhängig davon, um welche Authoring Memory-Technologie es sich konkret handelt: Im Fokus steht die Wiederverwendung von Inhalten, die zu mehr Effizienz und zu Kosteneinsparungen führt. Unnötige Textvarianten werden vermieden. Die positiven Aspekte schlagen sich auf die Texterstellung, das Lektorat und die Übersetzung nieder. Aber darüber hinaus haben moderne Authoring Memory-Systeme noch mehr Vorteile. Bei einem Wechsel des Dokumentationssystems kann das Authoring Memory als Speicher für den Textbestand dienen. Durch die Satzwiederverwendung im neuen System wird eine aufwändige Datenmigration obsolet. Durch einen abteilungsübergreifenden Zugriff auf das Authoring Memory können Synergien zwischen den verschiedenen Abteilungen besser genutzt werden. Das Problem, dass durch ähnliche, aber sprachlich abweichende Texte über die Abteilungen hinweg unnötige Varianten entstehen, wird eingedämmt. Nicht zuletzt kann ein Authoring Memory helfen, z. B. durch die Anzeige von Übersetzungspaaren die richtigen Inhalte in einen fremdsprachlichen Text zu übernehmen. Auf diese Weise bietet die Technologie eine Fremdsprachenhilfe für nichtmuttersprachliche Autoren. Authoring Memories sind vielfältig einsetzbar der Einsatz lohnt sich gleich auf mehreren Ebenen. Ideal eignen sich Systeme zur Satzwiederverwendung, da bei Sätzen das Wiederverwendungspotenzial am größten ist. 9
10 Über uns: Konsistenz, Verständlichkeit und übersetzungsgerechtes Schreiben sind die Schwerpunkte unserer Autorenunterstützung. Doch dies allein genügt uns nicht: Mit dem gebündelten Wissen aus Forschung und Praxis entwickeln wir Produkte, die auf den ersten Blick begeistern sollen. Diesen Anspruch verfolgen wir mit einem kompetenten Team, das weiß, worauf es bei anwenderfreundlicher Software ankommt. Congree Language Technologies GmbH Im Stoeckmaedle Karlsbad ee 2018 Dieses Dokument ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht ohne Erlaubnis kopiert oder verteilt werden. 10
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