Teil III - Überblick
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- Götz Brahms
- vor 10 Jahren
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1 - Überblick Folie: 1 Wirtschaftskreislauf und Stabilisierungspolitik Geld und Inflation Investition und Wachstum Konjunktur und Beschäftigung Zahlungsbilanz und Wechselkurs Beispiel: Ökonomische Probleme der deutschen Wiedervereinigung
2 Wirtschaftskreislauf und Stabilisierungspolitik (1) Folie: 2 In der makroökonomischen Analyse steht die Interdependenz zwischen den einzelnen Märkten im Vordergrund. Die Verbindung zwischen allen Einzelmärkten erfolgt über Geld. Damit kann Marktversagen auf dem Geldmarkt über den Kreislaufzusammenhang Störungen an allen anderen Märkten verursachen. Über den Zins beeinflusst Geld die Kapitalbildung und damit das reale Wirtschaftswachstum.
3 Erscheinungsformen der Inflation nach der Geschwindigkeit des Preisauftriebs schleichende Inflation (3-5% p.a.) trabende Inflation (~10% p.a.) galoppierende Inflation (>10% p.a.) Hochinflation / Hyperinflation (>50% per Monat) nach ihrer Sichtbarkeit offene verdeckte Inflation (Lohn- und Preisstopps, lange Lieferfristen, Warteschlangen)
4 Wirtschaftskreislauf und Stabilisierungspolitik (2) Folie: 4 Mögliche Ursachen für Marktversagen auf dem Geldmarkt Staatlicher Zwang zur ungebremsten Geldschöpfung verursacht Inflation Der Einfluss des Geldes auf den Kreditmarkt, und damit auf den Zins, bleibt gering wegen asymmetrischer Informationen. Steigende Zinsen werden als Indikatoren für steigende Marktrisiken interpretiert (Stichwort: Kreditrationierung).
5 Wirtschaftskreislauf und Stabilisierungspolitik (3) Folie: 5 Konsequenzen dieser Marktfehler sind die zentralen Felder der makroökonomischen Stabilisierungspolitik: Inflation, Arbeitslosigkeit, Zahlungsbilanzungleichgewichte. Angesichts der Interdependenz der Märkte können auch stabilisierungspolitische Eingriffe an anderen Märkten ansetzten als an denen, deren Stabilisierung eigentlich angestrebt wird. In der Zahlungsbilanz schlägt sich die Interdependenz der Märkte (Verbindung zwischen monetären und realwirtschaftlichen Transaktionen) besonders deutlich nieder
6 Wirtschaftskreislauf und Stabilisierungspolitik (4) Folie: 6 Herausforderungen der Stabilisierungspolitik Bekämpfung von Inflation Förderung von Wirtschaftswachstum durch ausreichende Realkapitalbildung Bekämpfung von konjunktureller Arbeitslosigkeit Bekämpfung von Zahlungsbilanzungleichgewichten
7 Geld und Inflation (1) Geldfunktionen Folie: 7 Was ist Geld überhaupt? Zahlungsmittel Money is what money does. Wertaufbewahrungsmittel Recheneinheit
8 Geld und Inflation (2) Geldformen Materielles Geld und immaterielles Geld Folie: 8 Münzen und Banknoten Buchgeld (Sichteinlagen von Nicht-Banken bei Banken) Geldmonopol des Staates private Geldschöpfung über Kreditvergabe Loans drive deposits Multiple Geldschöpfung
9 Geld und Inflation (3) Folie: 9 Private Geldschöpfung Jede Geschäftsbank kann über Kreditvergabe Zahlungsmittel erschaffen, die über die bestehenden Einlagen (loanable funds) hinaus gehen. Beispiel: Nicht-Bank A legt ein Konto bei einer Bank an und deponiert 1000 Euro. Mit diesem Betrag kann die Bank jetzt arbeiten : Sie vergibt davon einen Kredit an Nicht-Bank B. B wird also ein Betrag von 1000 Euro auf seinem Konto gutgeschrieben. Schon sind 1000 Euro geschaffen worden! Das neu geschaffene Geld ist Buchgeld, Geld das nur im Innenverhältnis von Bank zu Nicht-Bank existiert. Buchgeld ist eine Verbindlichkeit des privaten Bankensektors, Bargeld dagegen des öffentlichen Sektors. Buchgeld stellt ein Vielfaches der umlaufenden Bargeldmenge dar.
10 Geld und Inflation (4) Folie: 10 Ursachen für Inflation Ausdehnung der Geldmenge: Erklärung von Inflation als einem rein monetären Phänomen, klassische Quantitätstheorie Demand-pull inflation Nachfragesoginflation: Aufgrund eines Anstiegs der aggregierten Nachfrage steigen die Preise Cost-push inflation Kostendruckinflation: Durch höhere Inputpreise steigen die Produktionskosten und somit die Preise der Güter
11 Geld und Inflation (5) Folie: 11 Negative Folgen von Inflation Inflation stört die Signal- und Lenkungsfunktion der Preise, wodurch es zu Fehlallokationen kommen kann. Schuhsohlen-Kosten: Aufgrund des Preisanstiegs muß man immer mehr Geld mit sich führen, man muß öfter zur Bank gehen. Menu-costs (Speisekarten-Kosten): Unternehmen müssen ihre Preislisten anpassen, was zu erhöhten Kosten führt. Vermögensumverteilungen: Bei unerwarteter Inflation gewinnen die Schuldner, da ihre Nettoschuld sinkt.
12 Geld und Inflation (6) Folie: 12 Klassische Quantitätstheorie Geld dient als Transaktionsmittel und Recheneinheit. Geldnachfrage L hängt negativ vom Geldwert ab (Geldwert = Kehrwert des Preisniveaus P). Konstanz der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes: v = P Y / L Klassische Quantitätsgleichung (wenn M = L): M v = P Y Bei gegebenem Sozialprodukt Y und gegebener Umlaufgeschwindigkeit v, wird ein Anstieg der nominalen Geldmenge M zu einem proportionalen Anstieg des Preisniveaus führen.
13 Geld und Inflation (7) Bestimmung des Preisniveaus durch die Geldmenge Folie: 13 Geldwert (1/P) M 1 M 2 L Geldmenge
14 Geld und Inflation (8) Folie: 14 Neo-Quantitätstheorie Auseinandersetzung mit der Geldtheorie von John Maynard Keynes Berücksichtigung der Rolle des Geldes als Wertaufbewahrungsmittel Vorhersehbare Veränderungen der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wegen Stabilität der Geldnachfragefunktion v = v( r,y,...) - Zinsabhängigkeit der Umlaufgeschwindigkeit: Bei steigendem Zins r nimmt die Geldnachfrage ab und die Umlaufgeschwindigkeit zu. - Luxusguthypothese des Geldes: Mit wachsenden Realeinkommen Y nimmt die Geldnachfrage zu und die Umlaufgeschwindigkeit ab
15 Geld und Inflation (9) Folie: 15 Geldpolitische Konsequenz aus der Neo- Quantitätstheorie Bei stabiler Geldnachfrage und gegebenen realen Wachstumsraten besteht (mittel- und langfristig) ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Wachstumsrate des nominellen Geldangebots und der Wachstumsrate des Preisniveaus. Geldpolitik kann sich an der Potenzialformel orientieren:
16 Geld und Inflation (10) Folie: 16 Geldpolitische Strategie Zwischen den geldpolitischen Instrumenten und dem geldpolitischen Endziel bestehen komplexe Transmissionsprozesse, so dass die Zentralbank das Endziel nicht direkt steuern kann. Sie bedient sich daher einer zweistufigen geldpolitischen Strategie. Die geldpolitischen Instrumente wirken auf operative Ziele (operating targets) der Geldpolitik. Die operativen Ziele wirken auf Zwischenziele, die wiederum das Endziel beeinflussen.
17 Geld und Inflation (11) Folie: 17 Geldpolitik und Transmissionsmechanismen Unter Transmissionsmechanismen versteht man die Wirkungszusammenhänge (Kanäle und Effekte), über die sich monetäre Impulse auf reale und nominale Größen und letztlich auch auf das Preisniveau auswirken. Transmissionsmechanismen sind in der Regel komplex und oft unzulänglich bekannt. Grobe Skizze eines Transmissionsmechanismus: Die Zentralbank beeinflusst Zinsen, zu denen sich Banken Black Box refinanzieren können, dies beeinflusst die Zinsen, zu denen sich Haushalte und Unternehmen Geld leihen können, dies wiederum beeinflusst Kauf-, und Investitionsentscheidungen, die die gesamtwirtschaftliche Nachfrage beeinflussen und dadurch letztlich auch das Preisniveau.
18 Geld und Inflation (12) Folie: 18 Anforderungen an ein geldpolitisches Zwischenziel Enger Zusammenhang mit dem Endziel (z. B. Preisniveaustabilität) Gute Steuerbarkeit durch Instrumente und operating targets Gute Indikatoreigenschaften für den geldpolitischen Kurs (Früh- und Wirkungsindikator) Beispiele für geldpolitische Zwischenziele: - Geldmenge (Deutsche Bundesbank seit 1975) - Inflationserwartungen (Neuseeland seit 1989, Bank of England seit 1992)
19 Geld und Inflation (13) Folie: 19 Geldmengenaggregate als Zwischenziele (Konzept der Geldmengensteuerung) Annahme einer stabilen Geldnachfrage Herleitung eines quantitativen Geldmengenziels nach der Potenzialformel Diskussionspunkte bei Geldmengenzielen: - Enges Aggregat (M1) oder weites Aggregat (M3) als Ziel? - Verlaufsziel oder Durchschnittsziel? - Öffentliche oder interne Festlegung des Zwischenziels? (Transparenz der Geldpolitik)
20 Geld und Inflation (14) Folie: 20 Inflationserwartungen als Zwischenziele (inflation targeting) Bei Unsicherheit über die Stabilität der Geldnachfrage wird ein konkretes Inflationsziel verfolgt. Einfaches Konzept mit maximaler Transparenz Die Festlegung eines quantitativen Inflationsziels soll die Inflationserwartungen stabilisieren. Die unmittelbare Kontrolle der Geldpolitik am Erreichen des Endziels soll ermöglicht werden. Geldpolitische Instrumente operating targets (Geldbasis, Geldmarktzins) Inflationserwartungen Vergleich Inflationsziel
21 Geld und Inflation (15) Folie: 21 Operative Ziele der Geldpolitik (operating targets) Am Markt für Zentralbankgeld (Geldmarkt im engeren Sinne) agieren die Zentralbank und Geschäftsbanken. Die gehandelten Zentralbankguthaben sind Teil der Geldbasis B, der relevante Preis ist der Geldmarktzins r G. Geldbasis und Geldmarktzins sind alternative operating targets, die durch geldpolitische Instrumente beeinflusst werden können.
22 Geld und Inflation (16) Folie: 22 Geldbasis als operatives Ziel der Geldpolitik Geldbasissteuerung korrespondiert zur Verwendung der Geldmenge als Zwischenziel. Über den Geldschöpfungsmultiplikator m besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Geldbasis B und der Geldmenge M (bei gegebenem Reservesatz z und gegebenem Bargeld- Depositensatz b): m = M / B = (1+b) / (b+z) Die Geldbasissteuerung impliziert Volatilität der Geldmarktzinsen. Die Geldbasissteuerung erfordert Instrumente, mit denen sich die Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken eng begrenzen lassen (z. B. Mindestreservevorschriften).
23 Geld und Inflation (17) Folie: 23 Geldmarktzins als operatives Ziel der Geldpolitik Die Zinssteuerung nimmt Volatilität der Geldbasis in Kauf. Die Zinssteuerung ist nicht auf Stabilität der Geldnachfrage angewiesen. Eine Entscheidung über die Fristigkeit der gesteuerten Zinssätze ist notwendig. Die Festlegung eines Punktziels impliziert eine Steuerung über unbegrenzte Refinanzierungsfazilitäten oder Mengentender. Die Festlegung eines Zinsbandes impliziert eine Steuerung über standing facilities (Bereitstellung von Spitzenliquidität und Anlagemöglichkeiten für Liquiditätsüberschüsse).
24 Geld und Inflation (18) Folie: 24 Instrumente der Geldpolitik Standing facilities (können von den Kreditinstituten jederzeit auf eigene Initiative in Anspruch genommen werden) - Spitzenrefinanzierungsfazilität (dient zur Deckung von kurzfristigen Liquiditätsengpässen über Nacht ) - Einlagefazilität (kurzfristige Anlagemöglichkeiten für überschüssige Liquidität der Geschäftsbanken über Nacht ) Offenmarktgeschäfte (Bezeichnung für alle geldpolitischen Operationen, die von der Zentralbank initiiert werden) - Hauptrefinanzierungsinstrument (Haupttender): Laufzeit von einer Woche, Ausschreibung wöchentlich, reverse transaction mit Rückkaufsvereinbarung, hauptsächliche Liquiditätsbereitstellung
25 Geld und Inflation (19) Folie: 25 Zinstender: Versteigerung einer gegebenen Menge an besicherten Refinanzierungskrediten zu variablem Zins. Holländisches Verfahren: einheitlicher Zins Amerikanisches Verfahren: individuelle Zinsen Mengentender: Angebot der Zentralbank zu festem Zins. Sofern die Nachfrage größer ist als das Angebot der Zentralbank, erfolgt einen Zuteilung nach Quoten (Repartierung). Mindestreservepolitik - Mindestreserve-Soll wird durch Multiplikation der reservepflichtigen Bilanzpositionen mit dem Reservesatz berechnet. Dies gilt dann jeweils für einen Monat. - Die Reserve muss nur im Durchschnitt erfüllt sein. - Sie bindet die Kreditinstitute an die Zentralbank. - Liquiditätspufferfunktion, Glättung des Tagesgeldsatzes
26 Geld und Inflation (20) Monetäre Transmission und Geldmengenkonzepte im Bilanzzusammenhang Folie: 26
27 Geld und Inflation (21) Folie: 27 Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) Endziel: Preisniveaustabilität Zwischenziele: Nach dem Zwei-Säulen-Konzept gibt es sowohl eine Zielvorgabe für das Wachstum von M3 als auch die Beurteilung eines breiten Bündels von Inflationsindikatoren. Die geldpolitische Strategie der EZB ist eine Mischform aus Geldmengensteuerung und inflation targeting auf der Basis einer breit angelegten Inflationsprognose: Seit 2003 ist die monetäre Säule zur 2.Säule degradiert - Verschiebung der Wertigkeit Operating target der EZB: Tagesgeldsatz Geldpolitische Instrumente der EZB: - Offenmarktoperationen - Mindestreserve - Standing facilities
28 Geld und Inflation (22) Folie: 28 Geldmengenziel M3 Die Ableitung des Referenzwertes für M3 erfolgt aus der Potenzialformel M 3ZIEL YTREND VTREND NORM M 3 Y V ZIEL TREND TREND Die daraus resultierende Wachstumsrate der Geldmenge M3 ist als Referenzwert zu verstehen. Keinesfalls verpflichtet sich die EZB, bei Abweichungen zu intervenieren. Überprüfung des Referenzwertes nur noch alle 2 Jahre. 4,5% = 2% + 2% - (-0,5%)
29 Geld und Inflation (23) Folie: 29 Voraussetzung ist die Stabilität der Geldnachfrage. Da diese aber im Euro-Raum fraglich ist, existiert eine zweite Säule (nun die erste), die der breit angelegten Inflationsprognose. Inflation targeting durch Inflationsprognose Begutachtung der Inflationsperspektiven anhand von vielfältigen Indikatoren mit guten Vorlaufeigenschaften hinsichtlich der zukünftigen Preisentwicklung. Beispiel: Kapazitätsauslastung, Lohnstückkosten, Zinsstrukturkurve, Wechselkurse
30 Geld und Inflation (24) Folie: 30 Geldpolitisches Instrumentarium der EZB Die EZB fordert einen Mindestreservesatz, die Mindestreserve selbst wird verzinst, Überschüsse jedoch nicht. Leitzinsfunktion hat der Hauptrefinanzierungssatz. Zur Refinanzierung haben die Kreditinstitute zwei Möglichkeiten: 1. Die Banken können sich untereinander am Interbankenmarkt Kredite zum Tagesgeldsatz gewähren. 2. Sie refinanzieren sich über den Haupttender. Die Zinsen des Hauptrefinanzierungssatzes und der Tagesgeldsatz werden daher nicht weit auseinander liegen. Die EZB kann also über den Haupttender den Tagesgeldsatz beeinflussen.
31 Geld und Inflation (25) Folie: 31 Zinskorridor Durch die standing facilities bewegt sich der Tagesgeldsatz innerhalb eines Zinsbandes. Der Zinssatz der Spitzenrefinanzierungsfazilität bildet dabei die Obergrenze. Höher kann der Zins für Tagesgeld nicht steigen, da ansonsten die EZB über die Spitzenrefinanzierungsfazilität einen günstigeren Zins anbieten würde. Die Einlagefazilität bildet die Untergrenze. Keine Bank wäre bereit zu einem geringeren Zins Geld zu verleihen als zu dem Zins, den sie bei der EZB für Überschussreserven ohnehin erhält.
32 Geld und Inflation (26) Folie: 32
33 Investition und Wachstum (1) Folie: 33 Rentabilität und gesamtwirtschaftliche Investitionsnachfrage Investitionsnachfrage hängt negativ vom Marktzins r ab. Investitionsnachfrage hängt positiv vom internen Zins i ab.
34 Investition und Wachstum (2) Folie: 34 Nachfrageveränderung und Investitionsnachfrage Nettoinvestitionen erhöhen den gesamtwirtschaftlichen Kapitalstock: I = K Akzeleratorhypothese: Zwischen Nachfragewachstum und notwendiger Kapazitätsausweitung besteht ein konstanter proportionaler Zusammenhang: K = * Y Die gesamtwirtschaftliche Investitionsnachfrage ist damit auch von der Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage abhängig: I = * Y
35 Investition und Wachstum (3) Folie: 35 Konjunkturpolitische Interpretation der Akzeleratorbeziehung Das Niveau der Investitionsnachfrage hängt von der Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage ab und unterliegt sehr viel stärkeren Schwankungen als die private Konsumnachfrage. Über Multiplikatoreffekte beeinflusst die Investitionsnachfrage wiederum die Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Eine Stabilisierung der Konjunktur muss bei einer Stabilisierung der Investitionsnachfrage ansetzen.
36 Investition und Wachstum (4) EU, Bruttoinlandsprodukt, Gesamtinvestitionen und Investitionen des Industriesektors Folie: 36
37 Investition und Wachstum (5) Folie: 37 Wachstumspolitische Interpretation der Akzeleratorbeziehung Bei gegebenem Akzelerator bestimmt die Höhe der Sparund Investitionsquote die Höhe der gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate Y Y 1 I * Y Hypothese der neuen Wachstumstheorie: Eine Zunahme der Wachstumsrate kann durch eine Zunahme der Spar- und Investitionsquote erreicht werden
38 Investition und Wachstum (6) Folie: 38 Ansatzpunkte der Förderung privater Investitionen Investitionszulagen Investitionszuschüsse Sonderabschreibungen Steuervergünstigungen Veränderung des Marktzinses (durch Geldpolitik) Beeinflussung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrageentwicklung Staatliche Infrastrukturinvestitionen Veränderung ordnungspolitischer Rahmenbedingungen
39 Investition und Wachstum (7) Folie: 39 Investitionen und Sparen: Das Feldstein-Horioka- Paradoxon Empirischer Befund: In vielen Entwicklungsländern sind die Spar- und Investitionsquoten hoch korreliert. Implikation: Da keine dauerhaften Leistungsbilanzsalden (NX) entstehen, bleibt die Finanzierung von Investitionen letztlich auf den heimischen Konsumverzicht beschränkt: NX = S I = Y C I = 0 I = Y C Mögliche Erklärung: Investitionen in den Kapitalstock von Entwicklungsländern sind an komplementäre Investitionen in das Humankapital (Bildung und Ausbildung) gekoppelt. Die Humankapitalinvestitionen können aber in der Regel nur aus dem inländischen Konsumverzicht finanziert werden.
40 Konjunktur und Beschäftigung (1) Folie: 40 Konjunkturerklärung im Modell des aggregierten Angebots und der aggregierten Nachfrage Erklärt werden Veränderungen von Preisniveau P und realem Sozialprodukt Y bei gegebenem Produktionspotenzial Y 0. Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage Y D enthält privaten Konsum C, private Investitionen I, Staatsverbrauch B und Nettoexporte NX. Das gesamtwirtschaftliche Angebot Y S entspricht langfristig dem Produktionspotenzial Y 0, kurzfristig kann es auch davon abweichen.
41 Konjunktur und Beschäftigung (2) Folie: 41 Determinanten des Produktionspotenzials ( natürliches Produktionsniveau): Niveau des gesamtwirtschaftlichen Kapitalstocks Niveau des Humankapitals und des technischen Wissens Ausmaß der natürlichen Arbeitslosigkeit Gründe für den fallenden Verlauf der aggregierten Nachfrage: Pigou-Vermögenseffekt: Bei sinkendem P steigt der Realwert des Vermögens und damit die private Konsumnachfrage. Keynes-Zinseffekt: Bei sinkendem P erhöht sich der Wert der realen Kassenhaltung; bei gegebenem Geldangebot sinkt damit der Zins und die privaten Investitionen steigen.
42 Konjunktur und Beschäftigung (3) Folie: 42 Gründe für den steigenden Verlauf der kurzfristigen aggregierten Angebotskurve Informationsfehler: Die Anbieter verwechseln einen Anstieg von P mit einem Anstieg relativer Preise und dehnen ihr Angebot aus. Lohnrigiditäten: Bei starren Nominallöhnen senkt ein Anstieg von P den Reallohn, damit steigt die Arbeitsnachfrage und das Güterangebot. Preisrigidität: Angesichts von Menükosten können nicht alle Preise an einen Anstieg von P angepasst werden; die relativ billigen Anbieter werden somit ihr Angebot ausdehnen.
43 Konjunktur und Beschäftigung (4) Folie: 43 Erklärung einer Rezession durch Nachfrageausfall Der Nachfrageausfall führt kurzfristig zum Rückgang von Preisniveau und Produktion; bei weiter sinkendem P wird schließlich wieder das Potenzial erreicht.
44 Konjunktur und Beschäftigung (5) Folie: 44 Erklärung einer Stagflation durch Angebotsschock Der Angebotsschock (z.b. Ölkrise) führt zum Rückgang von Y und zum Anstieg von P. Durch eine Deflation könnte eine Rückkehr nach A erreicht werden. Wird eine Deflation durch Ausweitung der Nachfrage vermieden, liegt das langfristige Gleichgewicht bei E.
45 Konjunktur und Beschäftigung (6) Folie: 45 Fiskalpolitik und gesamtwirtschaftliche Nachfrage Ansatzpunkte für die Fiskalpolitik - Steuereinnahmen (Einnahmenpolitik) - Staatsnachfrage (Ausgabenpolitik) - Öffentliche Kreditaufnahme (Schuldenpolitik) Auswirkungen der Fiskalpolitik über Multiplikatoreffekte - Staatsausgabenmultiplikator - Steuermultiplikator - Haavelmo-Effekt Beispiel: Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967
46 Konjunktur und Beschäftigung (7) Folie: 46
47 Konjunktur und Beschäftigung (8) Folie: 47
48 Konjunktur und Beschäftigung (9) Folie: 48 Crowding out-effekte der Staatsverschuldung Zins-Crowding out Vermögens-Crowding out Fiskalpolitik und gesamtwirtschaftliches Angebot (supply side economics) Förderung privater Investitionen Steuersenkungen Verringerung öffentlicher (konsumtiver) Ausgaben Verringerung öffentlicher Verschuldung
49 Konjunktur und Beschäftigung (10) Folie: 49 Geldpolitik und gesamtwirtschaftliche Nachfrage Ein höheres Geldangebot senkt den Marktzins und erhöht damit die Investitionen. Ausnahmen: Liquiditätsfalle oder Investitionsfalle Geldpolitik und gesamtwirtschaftliches Angebot - Inflationsbekämpfung verbessert die Rahmenbedingungen für Investitionen. - Inflationsbekämpfung verhindert Lohn-Preis-Spiralen am Arbeitsmarkt und erhöht das Beschäftigungsniveau. Koordination von Fiskal- und Geldpolitik kann deren jeweilige Wirksamkeit verbessern - Verhinderung von crowding out bei der Bekämpfung einer Rezession - Unterstützung von supply side economics.
50 Konjunktur und Beschäftigung (11) Folie: 50 Produktionsniveau und Beschäftigung Herleitung der Arbeitsnachfrage aus Gewinnmaximierungskalkülen der Unternehmen. Herleitung des Arbeitsangebots aus Nutzenmaximierungskalkülen der Haushalte. Im Arbeitsmarktgleichgewicht werden der gleichgewichtige Reallohn (W/P)* und das natürliche Beschäftigungsniveau N* festgelegt, das wiederum das Produktionspotenzial bestimmt.
51 Konjunktur und Beschäftigung (12) Erklärung von Arbeitslosigkeit durch überhöhte Reallöhne ( klassische Arbeitslosigkeit) Folie: 51 Rigidität der Nominallöhne führt bei gegebenem Preisniveau zu einem Angebotsüberhang auf dem Arbeitsmarkt. Rigidität des Preisniveaus verhindert eine Senkung des Reallohns bei Rückgang des Produktionspotenzials. W p W p 1 W p 0 N S N D N 1 N 0 N 2 N
52 Konjunktur und Beschäftigung (13) Folie: 52 Bekämpfung klassischer Arbeitslosigkeit Nominallohnsenkung Preisniveauanstieg durch Nachfragepolitik Erhöhung der Arbeitsproduktivität durch Angebotspolitik (Erhöhung des Kapitalstocks durch Investitionsförderung)
53 Konjunktur und Beschäftigung (14) Folie: 53 Erklärung von Arbeitslosigkeit durch Nachfrageausfall ( keynesianische Arbeitslosigkeit) Nachfragerückgang am Gütermarkt senkt das Produktionsniveau. Rückgang des Preisniveaus erhöht bei gegebenem Nominallohn den Reallohn. Ursachenadäquate Bekämpfung keynesianischer Arbeitslosigkeit setzt nicht am Arbeitsmarkt, sondern am Gütermarkt an.
54 Konjunktur und Beschäftigung (15) Folie: 54 Erklärung von Arbeitslosigkeit in einem makroökonomischen Synthesemodell Erklärung von Arbeitslosigkeit durch das Zusammenspiel von Lohnsetzungsverhalten und Nachfrageentwicklung Aus der Quantitätsgleichung ergibt sich, bei Erweiterung mit dem Nominallohn W und unter Berücksichtigung einer gesamtwirtschaftlichen Produktionsfunktion Y = F (N) die Beschäftigungsfunktion, die bei konstanter Umlaufgeschwindigkeit v* einen positiven Zusammenhang zwischen dem Reallohn W/P und der Höhe der Beschäftigung N beschreibt Unter der Annahme monopolistischen Wettbewerbs schlägt sich Marktmacht in einem Gewinnzuschlag m auf die Nominallöhne nieder. Daraus folgt eine Preissetzungsfunktion, die einen negativen Zusammenhang zwischen Reallohn und Beschäftigungshöhe beschreibt.
55 Konjunktur und Beschäftigung (16) Folie: 55 Beschäftigungsfunktion W W F( N) P M v * Preissetzungsfunktion W F' ( N) P m Arbeitsangebotsfunktion N S und Arbeitslosigkeit: Zum jeweils herrschenden Reallohn wird das maximal bereitgestellte Arbeitsangebot der Haushalte abgetragen. Der Zusammenhang ist typischerweise positiv. Arbeitslosigkeit entsteht, wenn der Schnittpunkt von Beschäftigungs- und Preissetzungsfunktion links von N S liegt.
56 Konjunktur und Beschäftigung (17) Folie: 56
57 Konjunktur und Beschäftigung (18) Folie: 57 Im Synthesemodell entsteht Arbeitslosigkeit entweder durch fehlenden Wettbewerb am Gütermarkt, durch einen Ausfall monetärer Gesamtnachfrage, durch überhöhte Nominallöhne oder durch eine Kombination dieser Faktoren Eine Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist möglich durch: intensiveren Wettbewerb auf den Gütermärkten (geringeres m) Expansion der monetären Gesamtnachfrage (höheres M) Senkung der Nominallöhne (geringeres W) Nicht eindeutig sind die Effekte höherer Investitionen in Real- und Humankapital, denn: sie erhöhen die Produktivität der eingesetzten Arbeit sie erhöhen die Gesamtnachfrage sie fördern aber auch die Substitution von Arbeit durch Kapital
58 Zahlungsbilanz und Wechselkurs (1) Folie: 58 Zahlungsbilanz erfasst den Wert aller ökonomischen Transaktionen zwischen Inland und Ausland innerhalb einer bestimmten Periode (z.b. in einem Jahr) ist nach dem Prinzip der doppelten Buchführung aufgebaut und daher rechnerisch immer ausgeglichen verbucht auf der Aktivseite alle Transaktionen, die zu Deviseneingängen führen und auf der Passivseite alle Transaktionen, die zu Devisenabflüssen führen lässt sich grob gliedern in den Bereich der Leistungs- und Finanztransaktionen, der Vermögensübertragungen, der Devisentransaktionen sowie Ausgleichs- und Restposten
59 Zahlungsbilanz und Wechselkurs (2) Folie: 59
60 Zahlungsbilanz und Wechselkurs (3) Folie: 60 Wechselkurs Preis einer Währung, ausgedrückt in Einheiten einer anderen Währung, der sich an Devisenmärkten bildet Preisnotierung: Preis, der für eine Einheit der ausländischen Währung in Einheiten der Inlandswährung zu zahlen ist Mengennotierung: Einheiten der ausländischen Währung, die man für eine Einheit der Inlandswährung erhält In einem einfachen Modell des Devisenmarkts bildet sich der Wechselkurs durch Devisenangebot und Devisennachfrage, hinter denen entsprechende Zahlungsbilanztransaktionen stehen
61 Zahlungsbilanz und Wechselkurs (4) Folie: 61
62 Zahlungsbilanz und Wechselkurs (5) Folie: 62 Über- und Unterbewertung bei festen Wechselkursen Wird ein Wechselkurs in Höhe von e 1 über dem Gleichgewichtswechselkurs e* staatlich festgesetzt, so kommt es wie bei einem Mindestpreis zu einem Angebotsüberhang. Die Auslandswährung ist in diesem Fall überbewertet. Entweder die Auslandswährung wird abgewertet oder die inländische Zentralbank muss am Devisenmarkt intervenieren und Devisen aufkaufen, so dass ein Devisenbilanzüberschuss entsteht. Wird ein Wechselkurs in Höhe von e 2 unter dem Gleichgewichtskurs e* festgesetzt, so kommt es wie bei einem Höchstpreis zu einem Nachfrageüberhang. Die Auslandswährung ist in diesem Fall unterbewertet. Entweder kommt es zu einer Aufwertung der Auslandswährung oder die inländische Zentralbank muss den Nachfrageüberhang durch eine Verringerung der Devisenreserven decken, so dass ein Devisenbilanzdefizit entsteht.
63 Zahlungsbilanz und Wechselkurs (6) Folie: 63 Ansatzpunkte der Zahlungsbilanz- und Wechselkurspolitik Feste Wechselkurse / Flexible Wechselkurse Internationale Handelspolitik (Veränderung von Zöllen und nicht-tarifären Handelshemmnisse) Geld- und Finanzpolitik (Veränderung von Zinsen, Preisniveau und Einkommen im In- und Ausland)
64 Beispiel: Ökonomische Probleme der deutschen Wiedervereinigung (1) Folie: 64 Geldpolitische Probleme Währungsunion zwischen Bundesrepublik und DDR am 1. Juli Berechnung des Umtauschverhältnisses von Ostmark in D- Mark nach der Potenzialformel: M3Ost vwest POst YOst M3 v P Y West Ost West West Wenn das Preisniveau und die Umlaufgeschwindigkeit in West und Ost gleich gewesen wären, hätte sich die Erstausstattung der DDR alleine nach dem Unterschied im Produktionspotenzial bestimmt. Die Bundesbank schätzte das ostdeutsche Produktionspotenzial auf 10% des westdeutschen Wertes und damit die notwendige ostdeutsche Geldmenge auf 10% des Westniveaus (120 Mrd. DM).
65 Beispiel: Ökonomische Probleme der deutschen Wiedervereinigung (2) Folie: 65 Bei einem Ostmark-Bestand von 240 Mrd. hätte sich damit ein Umtauschkurs von 2:1 ergeben. Politisch beschlossen wurde aber ein geringerer Umtauschkurs; insgesamt wurde die DM-Ausstattung in Ostdeutschland auf 180 Mrd. DM festgesetzt. Aus Furcht vor einem gesamtdeutschen Inflationsschub betrieb die Bundesbank in der Folgezeit eine deutlich restriktive Geldpolitik, die das deutsche Zinsniveau ansteigen ließ. Kritiker bezweifelten die Annahme einer gleichen Umlaufgeschwindig-keit in West und Ost; wegen fehlender Alternativen habe Geld in der DDR eine wesentlich größerer Rolle als Vermögensanlage gespielt. Folge: Durch die Annahme einer zu hohen Umlaufgeschwindigkeit habe die Währungsunion de facto zu massiven Vermögensverlusten in Ostdeutschland geführt.
66 Beispiel: Ökonomische Probleme der deutschen Wiedervereinigung (3) Folie: 66 Wachstumsprobleme in Ostdeutschland Anfang der 90er Jahre schätzte man den jährlichen Bedarf an Nettoinvestitionen in Ostdeutschland auf 100 Mrd. DM über 10 Jahre, um die Kapital- und Produktivitätslücke gegenüber Westdeutschland aufzuholen. Das tatsächliche Niveau der Nettoinvestitionen lag aber nur bei 10 Mrd. DM pro Jahr. Gründe für die private Investitionsschwäche: - Rechtsunsicherheit - Schlechte Nachfrageerwartungen - Hohes Zinsniveau
67 Beispiel: Ökonomische Probleme der deutschen Wiedervereinigung (4) Private Bruttoanlageinvestitionen in Ostdeutschland Folie: 67
68 Beispiel: Ökonomische Probleme der deutschen Wiedervereinigung (5) Folie: 68 Maßnahmen der staatlichen Investitionsförderung: Investitionszulagen nach dem Investitionszulagengesetz von 1990 Sonderabschreibungen nach dem Steueränderungsgesetzes von 1991 Investitionszuschüsse nach dem Zonenrandförderungsgesetz und nach dem Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur Zinssubventionen aus ERP-Mitteln der KfW Verzicht auf Gewerbekapital- und Vermögenssteuer bis Ende 1994 Zusätzliche staatliche Investitionen, vor allem in den Ausbau der Infrastruktur
69 Beispiel: Ökonomische Probleme der deutschen Wiedervereinigung (6) Folie: 69 Effekte der staatlichen Investitionsförderung: Deutlicher Anstieg der privaten Investitionen. Investitionsniveau reicht immer noch nicht aus, um den westdeutschen Wachstumspfad zu erreichen. Hohe staatliche und private Kapitalnachfrage führt zwischen 1990 und 1992 zu einem stark steigenden Zinsniveau in Gesamtdeutschland.
70 Beispiel: Ökonomische Probleme der deutschen Wiedervereinigung (7) Umlaufrendite öffentlicher Anleihen in Deutschland Folie: 70
71 Beispiel: Ökonomische Probleme der deutschen Wiedervereinigung (8) Folie: 71 Zahlungsbilanz- und Wechselkursprobleme Der hohe Investitionsbedarf in Ostdeutschland führte in den 90er Jahren zu anhaltenden deutschen Leistungsbilanzdefiziten Das hohe deutsche Zinsniveau machte ausländische Kapitalanlagen in Deutschland attraktiv Durch wachsende Kapitalzuflüsse gering die D-Mark sehr schnell unter Aufwertungsdruck gegenüber den europäischen Währungen, die im Rahmen des Europäischen Währungssystems (EWS) durch feste Wechselkurse miteinander verbunden waren 1992/93 kam es zu einer schweren Krise des EWS: einige Währungen mussten stark abwerten; das britische Pfund verließ das Festkurssystem; zur Rettung des Systems wurde eine massive Verbreiterung der maximal zulässigen Wechselkursschwankungen beschlossen Die im Maastricht-Vertrag von 1992 vereinbarte Europäische Währungsunion sollte eine Wiederholung dieser Krise verhindern
72 Beispiel: Ökonomische Probleme der deutschen Wiedervereinigung (9) Folie: 72 Arbeitsmarktprobleme Wegen niedriger Arbeitsproduktivität lag der gleichgewichtige Reallohn in Ostdeutschland 1990 deutlich unter dem Westniveau. Dennoch wurde 1991 tarifvertraglich vereinbart, dass die Löhne in Ostdeutschland bis 1994 dem Westniveau angepasst werden sollten. Die Verschlechterung der Beschäftigungssituation in Ostdeutschland verzögert die vollständige Tarifangleichung allerdings bis heute.
73 Beispiel: Ökonomische Probleme der deutschen Wiedervereinigung (10) Ostdeutsche Arbeitskosten in der Industrie Folie: 73
74 Beispiel: Ökonomische Probleme der deutschen Wiedervereinigung (11) Folie: 74 Gründe für die Hochlohn-Strategie Furcht vor hoher Binnenwanderung Ausgleich der Vermögensverluste der Währungsumstellung Kartell von Gewerkschaften und Management der noch nichtprivatisierten Treuhand-Betriebe Bequeme Sozialisierung der negativen Effekte durch das deutsche Sozialsystem Effekte der Hochlohn-Strategie Hohe klassische Arbeitslosigkeit Dauerhafter Bedarf an Sozialtransfers für Arbeitslose und Subventionen für den Aufbau des Kapitalstocks
75 Beispiel: Ökonomische Probleme der deutschen Wiedervereinigung (12) Folie: 75 Alternativen zur Hochlohn-Strategie Arbeitszeitverkürzung Lohnsubventionen Investivlöhne Vorschlag für einen Sozialpakt in Ostdeutschland: - Niedrige Nominallöhne G. und H.-W. Sinn: Kaltstart (1991) - Zuweisung von Beteiligungsrechten am Verkauf der Treuhandunternehmen - Vorrang der Sanierung vor dem Verkauf von Treuhandunternehmen
76 Kontrollfragen Folie: 76 Was versteht man unter klassischer Dichotomie? Warum richtet die EZB ihre Zwischenziele anhand der Zwei Säulen-Strategie aus? Inwiefern unterscheiden sich Offenmarktoperationen und Standing Facilities? Unter welchen Umständen kann eine expansive Geldpolitik zur Stabilisierung von Konjunkturschwankungen wirkungslos sein? Warum kann es in Folge einer restriktiven Geldpolitik unter gewissen Umständen zu Marktversagen auf dem Kreditmarkt kommen? Aus welchem Grund könnte Fiskalpolitik nicht zu den erwünschten Multiplikatoreffekten führen? Wie erklärt das AD-AS-Modell die Entstehung von Konjunkturzyklen?
UE5: Aufgaben Konjunkturpolitik
UE5: Aufgaben Konjunkturpolitik 1) Erläutern Sie das Modell des aggregierten Angebots und der aggregierten Nachfrage (NF) zur Konjunkturerklärung (ganz allgemein, ohne auf Konjunkturschwankungen einzugehen).
Das Instrumentarium der EZB
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