Kompetenzmodell und Kompetenzpass
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- Hansl Schneider
- vor 9 Jahren
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1 Kompetenzmodell und Kompetenzpass Leitfaden zur Handhabung Zielsetzung: Wofür benötigen wir ein Kompetenzmodell und einen Kompetenzpass? Als lernendes Unternehmen befürwortet die Arbeiterwohlfahrt Schleswig-Holstein ggmbh eine vorausschauende und teilhabende Personalentwicklung. Entwicklungs- und Qualifizierungsprozesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden mittels des Kompetenzmodells sowie durch den Kompetenzpass fortlaufend begleitet: Erkennung und Sichtbarmachung von Entwicklungspotentialen durch Anwendung des Kompetenzmodells Kontinuierliche, zielgenaue Ableitung und Vereinbarung von zukünftig angestrebten Maßnahmen Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des Könnens und der persönlichen Leistungsbereitschaft Stärkung der Motivation und der Eigenverantwortung für Entwicklungsmaßnahmen Anerkennung und Wertschätzung der Entwicklungsschritte sowie Dokumentation der Aktivitäten im Kompetenzpass Das Kompetenzmodell und der Kompetenzpass sind Instrumente der Personalentwicklung, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam mit Ihren Vorgesetzen anwenden. Ziel ist es, die Potentiale von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu fördern und damit ihr Profil zu schärfen. Ablaufplan: Wie und wann werden das Kompetenzmodell und der Kompetenzpass eingesetzt? Die folgenden Schritte beschreiben die Handhabung des Kompetenzmodells und des Kompetenzpasses: 1. Die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter und die/der jeweilige Vorgesetzte wenden das Kompetenzmodell wie folgt an: Es erfolgt die Einladung der Mitarbeiterin/des Mitarbeiters zu einem Kompetenzgespräch durch die/den Vorgesetzte/n. Die Terminabstimmung sollte mindestens 14 Tage vor dem vereinbarten Termin stattfinden. Die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter bekommt zur Vorbereitung das Kompetenzmodell ausgehändigt. Sowohl die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter als auch die/der Vorgesetzte nehmen im Vorwege des Kompetenzgespräches die Selbst- bzw. Fremdeinschätzung vor. 2. Für die Selbst- bzw. Fremdeinschätzung werden die je nach Position vorgesehenen Bögen verwendet: Selbsteinschätzung: Formblatt A1 (Assistenz- und Hilfskräfte), A2 (Fachkräfte), A3 (Leitungskräfte) Fremdeinschätzung: Formblatt B1 (Assistenz- und Hilfskräfte), B2 (Fachkräfte), B3 (Leitungskräfte) Eine Einschätzung wird für jede der neun Kompetenzanforderungen vorgenommen. Es wird innerhalb der Kompetenzanforderungen nur der Ausprägungsgrad eingeschätzt, der im jeweiligen Formbogen (in Abhängigkeit von der Position und dem Tätigkeitsort `Kindertagesstätte oder `AWO Pflege ) weiß hinterlegt ist. (Siehe auch Seite 2 des Kompetenzmodells) Die Einschätzung erfolgt vor dem Hintergrund einer vierstufigen Skala. (Siehe auch Deckblatt des Kompetenzmodells) 1
2 3. Die Beteiligten treffen sich am vereinbarten Termin zum Kompetenzgespräch, in dem die Auswertung der Selbst- und Fremdeinschätzung erfolgt. Dieses Kompetenzgespräch kann im Rahmen des Mitarbeiterjahresgespräches stattfinden. Grundlegend für die Durchführung sind die geltende Betriebsvereinbarung zum Mitarbeiterjahresgespräch und die zugehörigen Leitfäden sowie dieser Leitfaden zum Kompetenzmodell und zum Kompetenzpass. Neben den in der Betriebsvereinbarung benannten Zielen dient das Kompetenzgespräch zur Auswertung der Ergebnisse aus dem Kompetenzmodell, welche in den Kompetenzpass eingetragen werden. Ableitung und Vereinbarung von zukünftig angestrebten Maßnahmen in Bezug auf die Kompetenzen. 4. Das Kompetenzgespräch beinhaltet durch die Selbst- und Fremdeinschätzung eine Standortbestimmung der Mitarbeiterin/des Mitarbeiters aus der Sicht der Mitarbeiterin/des Mitarbeiters selbst sowie aus der der/des Vorgesetzen. Zudem kommt es zu einer Spiegelung der im Kompetenzmodell beschriebenen Anforderungen, welche der Mitarbeiterin/dem Mitarbeiter anhand von Verhaltensankern praktisch beschrieben werden. Dieser Dialog dient der Personalentwicklung und damit dem Sichtbarmachen von kurz- sowie langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten. Es werden Zukunftsperspektiven die Kompetenzen betreffend erörtert, die im Kompetenzpass dokumentiert werden. Das Gespräch dient der Einschätzung der Mitarbeiterin/des Mitarbeiters; es impliziert weder Bewertungen noch findet ein Vergleich mit den Kompetenzen und Leistungen anderer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt. 5. In dem Gespräch erhält die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter den Kompetenzpass. Er wird von ihr/ihm zukünftig aufbewahrt. Die/der Vorgesetzte stellt den Pass vor. Die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter füllt in Ruhe nach dem Gespräch ihre/seine persönlichen Angaben sowie die Berufsbiographie im Pass aus. 6. Es wird das Tagesdatum auf der Seite Kompetenzpass eingetragen. Bei erstmaliger Nutzung wird im Bereich grün begonnen; später dann im Bereich blau bzw. orange. (Erläuterungen zur Farbskala siehe auch Schritt 7) 2
3 7. Im Verlauf des Gespräches werden die Ergebnisse der Auswertung der Selbstund Fremdeinschätzung besprochen und im Kompetenzpass in die Übersicht Ergebnisse Kompetenzmodell übertragen: Eintrag des Tagesdatums Eintrag der jeweiligen Ausprägungsgrade (Siehe auch Seite 2 im Kompetenzmodell) Eintrag der Kreuze in die Übersicht in der Spalte Einschätzung 8. Die Ergebnisse das Kompetenzmodell betreffend sowie zur Planung zukünftig angestrebter Maßnahmen in Bezug auf die Kompetenzanforderungen werden in die Tabelle auf der Seite Kompetenzgespräche eingetragen. Neben dem aktuellen Datum (Termin), dem Gesprächszeitraum (Uhrzeit/Dauer) und den Teilnehmenden am Gespräch werden in der Spalte Ergebnisse Kompetenzanforderungen alle Kompetenzanforderungen vermerkt, bei denen eine Entwicklung für möglich und/oder erforderlich gehalten wird. Aspekte der Umsetzung können benannt werden. Wichtig: Konkrete Zielvereinbarungen sind Teil des Mitarbeiterjahresgespräches und werden auch in den dafür vorgesehenen Dokumenten notiert und nicht im Kompetenzpass. Ergebnisse des Kompetenzgespräches können in folgenden Bereichen liegen: (Selbst-/Fremd-) Erkenntnis über persönliche Fähigkeiten und Kompetenzen Motivation und Interesse zur persönlichen Weiterentwicklung Beschreibung des Potentials die Kompetenzen betreffend Ziele und Entwicklungswünsche die Kompetenzen betreffend Interesse an Kompetenzentwicklung die fachliche Weiterentwicklung betreffend Interesse an Kompetenzentwicklung zur Wahrnehmung von Führungsaufgaben Konkreter (Fort-/Weiter-) Bildungsbedarf die Kompetenzen betreffend BEISPIEL Jahr 1 Kompetenz 4: MA möchte Gesprächsführung ausbauen und holt sich zukünftig ein Feedback zu geführten Elterngesprächen von ihrer Teamkollegin 3
4 9. Kompetenzgespräche wie diese, die die Selbst- und Fremdeinschätzung und die Entwicklung der Kompetenzanforderungen betreffen, können auch losgelöst vom Mitarbeiterjahresgespräch stattfinden: Die Kompetenzgespräche dienen der Förderung der Kompetenzentwicklung und sollten nach Bedarf, mindestens aber einmal im Jahr, durchgeführt werden. Über das erste Kompetenzgespräch hinaus, in dem die Kreuze der Selbst- und Fremdeinschätzung in der Übersicht Ergebnisse Kompetenzmodell gesetzt werden, können noch zwei weitere Kompetenzgespräche geführt werden. Diese beiden Kompetenzgespräche nehmen auf die erste Einschätzung Bezug. Die Ergebnisse dieser jeweiligen Gespräche werden in die Tabelle auf der Seite Kompetenzgespräche (Fortsetzung) eingetragen. Die Daten (Termin, Uhrzeit, etc.) werden ebenfalls erfasst. Folglich kann im Bereich grün des Kompetenzpasses im Höchstfall 3 Jahre gearbeitet werden. BEISPIEL Jahr 2 Kompetenz 4: MA konnte Gesprächsführung ausbauen; Kreuz wird eine Position von II auf III versetzt BEISPIEL Jahr 3 Kompetenz 4: MA fühlt sich schwierige Gespräche betreffend viel sicherer und stabilisiert das Kreuz auf Position III Für darauf folgende Gespräche wird das Kompetenzmodell erneut angewendet (Schritt 1 und Schritt 2). Die Selbst- und Fremdeinschätzung findet wieder statt. Die Eintragungen in den Kompetenzpass werden im Bereich blau (nach weiteren 3 Jahren in Bereich orange ) wie ab Schritt 3 beschrieben umgesetzt. 4
5 10. Im letzten Abschnitt des Kompetenzpasses (Bereich gelb ) können alle Ergebnisse bereits abgeschlossener Maßnahmen gelistet werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Möglichkeit, z.b. Fort- und Weiterbildungen, an denen sie teilgenommen haben, zu notieren und somit im Überblick darzustellen. Unterschrieben und gestempelt werden die Aktivitäten entweder direkt vom Anbieter der Maßnahme oder von der/dem direkten Vorgesetzten. Allgemeine Hinweise Kompetenzgespräche sollten nach Bedarf, mindestens aber einmal im Jahr, durchgeführt werden. Die Vorbereitungen für das Gespräch können grundsätzlich während der Arbeitszeit (max. 60 Minuten) am Arbeitsplatz stattfinden. Das Gespräch und damit auch die Einschätzung finden zwischen der Mitarbeiterin/dem Mitarbeiter und der/dem unmittelbaren Vorgesetzten statt. Eine Person des unmittelbaren Vertrauens oder ein Mitglied des Betriebsrates kann von der Mitarbeiterin/dem Mitarbeiter zum Gespräch hinzugezogen werden. Das Gespräch sollte circa 60 Minuten dauern. Das Gespräch findet ungestört statt. (Näheres dazu erläutert die Handreichung zum Mitarbeiterjahresgespräch.) Datenschutz: Die Inhalte des Kompetenzgespräches sind vertraulich zu behandeln. Die/der Vorgesetzte hat Stillschweigen gegenüber Dritten zu bewahren. Die ausgefüllten Bögen des Kompetenzmodells sind nach dem Gespräch zu vernichten. Die dokumentierte Auswertung im Kompetenzpass bleibt in den Händen der Mitarbeiterin/des Mitarbeiters. Die/der Vorgesetzte kann eine Kopie verschlossen aufbewahren, die nach dem darauf folgenden Gespräch vernichtet wird. Sie haben Fragen zur Handhabung des Kompetenzmodells und des Kompetenzpasses? Auskünfte erhalten Sie bei Ihrer Kindertagesstättenfachbereichsleitung sowie über die Steuerungsgruppe Personalentwicklung der AWO Pflege. Das Projekt TAFF wird im Rahmen des Programms rückenwind Für die Beschäftigten in der Sozialwirtschaft durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfond gefördert. 5
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