Entwicklungsbereiche 1.
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- Hanna Lorenz
- vor 9 Jahren
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1 Entwicklungsbereiche 1. Übungen des praktischen Lebens Sinnesübungen Sprache Mathematik Kosmischer Bereich
2 Entwicklungsbereiche 2. Für alle Übungen geltende Prinzipien 1.: vom Einfachen zum Komplexen vom Konkreten zum Abstrakten vom Greifen zum Begreifen
3 Entwicklungsbereiche 3. Für alle Übungen geltende Prinzipien 2.: Freie Wahl der Tätigkeit bei behinderten Kinder nicht uneingeschränkt anwendbar Unabhängigkeit, Selbständigkeit bei der Durchführung Isolation der Eigenschaft, der Schwierigkeit
4 Entwicklungsbereiche 4. Für alle Übungen geltende Prinzipien 3.: Berücksichtigung der sensitiven Phasen für die vorbereitete Umgebung Fehlerkontrolle liegt im Material Wiederholung darf beliebig oft sein, sie ist wertvoll Erfolg muss ermöglicht werden
5 Die Darbietung einer neuen Übung Für jede Übung gilt: besondere Sorgfalt bei der Einführung einer neuen Übung Methoden der Darbietung: 1. Bewegungsanalyse 2. Langsames, strukturiertes, auf das Wesentliche konzentriertes Zeigen (fast pantomimisch) zuerst der gesamten Übung (nur der Erwachsene), dann in einzelnen Schritten (mit dem Kind zusammen)
6 Die Darbietung 2. Ziel der Darbietung: Hilf mir es selbst zu tunû.
7 Unabhängigkeit, Selbständigkeit Andere Auffassungen 1. Wygotskij: Zone der nächsten Entwicklung menschliche Entwicklung erfolgt in der Hauptsache durch die Interaktion mit sozialen Partnern, die kompetenter sind als das Kind und dieses auf der Zone der Nächsten Entwicklung fördern.
8 Zone nächster Entwicklung, Wygotskij, 2. Zone der nächsten Entwicklung: Bereich an Leistungen, den das Kind allein noch nicht bewältigt, aber mit Hilfe des kompetenten Partners meistert. Nicht der aktuelle Leistungsstand des Kindes ist entscheidend, sondern die Leistung, die das Kind mit dem Partner zusammen bewerkstelligt.
9 Unabhängigkeit, Selbständigkeit Andere Auffassungen 2. Daniel Stern (Psychiater, Psychologe, USA) Das Kind ist vor allem ein soziales Wesen. Es lernt nicht zuletzt der Mutter, den Bezugspersonen zuliebe
10 Übungen des praktischen Lebens Inhalt: 1. Sorge für die eigene Person und für die Umgebung Unabhängigkeit, Selbständigkeit
11 Übungen des praktischen Lebens Bedeutung: 2. Erfahrungen sammeln : Erfahrungen - Ideen; vom Konkreten zum Abstrakten; vom Greifen zum Begreifen
12 Übungen des praktischen Lebens 3. Bedeutung: Unabhängigkeit, Selbständigkeit Motorische Koordination Auge-Hand-Koordination Wahrnehmung Aufmerksamkeitslenkung, Konzentration
13 Übungen des praktischen Lebens 4. Bedeutung: durch Sinn-volle Tätigkeit zur Kognition Handlungsplanung
14 Übungen des praktischen Lebens 5. Sprache (Wortschatz) Kommunikation Kooperation Stärkung der Persönlichkeit, Ressourcenarbeit
15 Übungen des praktischen Lebens 6. Besondere Bedeutung: für behinderte Kinder Förderung der Unabhängigkeit, Selbständigkeit, Selbstwertgefühls; Teilnahme am Leben ermöglichen Selbstbestimmung ermöglichen
16 Übungen des praktischen Lebens 7. Materialien: Haushaltsgegenstände (Löffel, Tasse, Teller u.s.w.), Naturmaterialien, Lebensmittel Ort: nicht nur im Therapieraum oder zu Hause, sondern überall Transfer ist wichtig
17 Übungen des praktischen Lebens 8. Struktur der Übungen: von links nach rechts, von oben nach unten vom Einfachen zum Komplizierten
18 Übungen des praktischen Lebens Wichtigste Regeln: 9. begrenzter Arbeitsplatz innerhalb einer Übung gleiche Farben benutzen (Isolation der Schwierigkeit) Mengen genau vorbereiten
19 Übungen des praktischen Lebens Wichtigste Regeln: 10. Übungen immer bis Ende führen lassen Das besondere Interesseû bewusst machen und erleben lassen Nicht stören! Auch nicht durch Sprechen! Auf Erfolg unbedingt achten
20 Übungen des praktischen Lebens Wichtigste Regeln: 11. Materialien haben einen festen Platz Motorische Abstufung der Übungen (immer feinere Bewegungen sind erforderlich) Muskelgedächtnisû
21 Übungen des praktischen Lebens 12. Indirekte Vorbereitung auf die Sinnesübungen (z.b. visueller, taktiler Bereiche) Sprache (Wortschatz) Schreiben und Lesen (von links nach rechts, von oben nach unten) Mathematik (Teilen) den kosmischen Bereich (Materialien)
22 Übungen des praktischen Lebens 13. Schlussfolgerung: es gibt keine minderwertigereû oder wertvollereû Tätigkeiten. Selbst die einfachsten Übungen (z.b. Löffeln) stellen einen kostbaren Baustein für die Entwicklung in irgendeiner Form dar: als Entwicklung der Motorik, der Wahrnehmung, der Kognition, der Selbständigkeit, der Psyche.
23 Sinnesübungen 1. Inhalt: Unterscheidung und Sortieren elementarer Sinnesempfindungen Verfeinerung der Sinneswahrnehmung
24 Sinnesübungen 2. Struktur: nach Wahrnehmungsmodalitäten aufgeteilt : taktil, visuell, auditiv, gustatorisch, olfaktorisch
25 Sinnesübungen 3. Merkmal: Isolation der Eigenschaft, der Schwierigkeit verbessert die Wahrnehmung s. noch Figur-Grund- Wahrnehmung nach Frostig
26 Sinnesübungen 4. Aufbau: vom Konkreten zum Abstrakten, vom Greifen zum Begreifen
27 Sinnesübungen 5. Struktur der Übungen: Wahrnehmen Paare bilden Kontraste bilden Abstufungen (allmählich steigern)
28 Sinnesübungen 6. Methode: 1.Wahrnehmen - konkrete Ebene (s. Struktur der Übungen) 2.Wortschatz geben - abstrakte Ebene: Drei- Stufen-Lektion Assoziation zwischen Eigenschaft und Wort (1. Es ist glattû; 2. Zeig mir, welches glatt ist!û 3. Wie ist das?û)
29 Taktile Übungen 1. Taktile Übungen Beschaffenheit von glatt zu rau, Gewicht von leicht zu schwer, Temperatur von warm zu kalt (Tastbrett, Tasttäfelchen, Gewichtstäfelchen, Wärmekrüge, geheimnisvoller Beutel)
30 Taktile Übungen 2. Bedeutung 1.: Bessere Eigenwahrnehmung größere Selbstsicherheit bessere Kontaktfähigkeit zwischen Kind Umwelt (s. noch Erkenntnisse aus der sensorischen Integration, J.Ayres) Harmonisierung des Verhaltens
31 Taktile Übungen 3. Bedeutung 2.: verbesserte motorische Koordination verbesserte Auge-Hand-Koordination verbesserte Konzentration
32 Visuelle Übungen 1. Wahrnehmung und Differenzierung von Größenverhältnissen, Dimensionen, Farben, Formen Rosa Turm, Braune Treppe, Zylinderblöcke, rote Stangen, Geometrische Kommode, Farbtäfelchen, konstruktive Dreiecke, binomischer und trinomischer Kubus u.s.w.)
33 Visuelle Übungen 2. Bedeutung der visuellen Übungen: Bessere Figur-Grund-Wahrnehmung- verbesserte Konzentration und Fähigkeit, das Wesentliche hervorzuheben (Filtrierung) Bessere Wahrnehmung der Umgebung und des eigenen Körpers - größeres Selbstvertrauen, Selbstsicherheit, Selbständigkeit
34 Visuelle Übungen 3. Bedeutung (Fortsetzung) Wahrnehmung und Orientierung im Raum, Wahrnehmung der räumlichen Beziehungen bessere Bewegungsplanung Indirekte Vorbereitung auf Lesen, Mathematik und Geometrie
35 Auditive Übungen 1. Geräuschdosen Glocken Ziel: auditive Konzentration (Figur-Grund- Wahrnehmung, bewusste Aufmerksamkeitslenkung), Differenzierung (Vergleich, Unterscheidung; Kontraste,Abstufungen)
36 Auditive Übungen 2. Besondere Bedeutung: bei autistischen Kindern bei Kindern mit AD(H)S
37 Auditive Übungen 2. Stillübungen 1. ganzheitliche Wirkung: Verlangsamung, Ruhe Sich und die Umgebung klarer wahrzunehmen Konzentration, innere Aufmerksamkeit Inneres Stillwerden. Bewusste Steuerung innerer Zustände, innerer Bewegungen, Regungen Vertiefung, sich selbst, die eigene Mitte finden.
38 Stillübungen 2. Stille als Energiequelle Übungsbeispiele: Geräusche oder Klang lauschen; das Ausklingen bewusst wahrnehmen; bei eigenen Bewegungen auf Stille achten (Bewegungskontrolle);
39 Stillübungen 3. eigene Atmung beobachten; Atmung mit langsamem gedanklichem Zählen kombinieren (z.b. von 0 bis 10, oder von 20 bis 0 rückwärts, immer bei Ausatmen oder Einatmen zählen)
40 Gustatorische Wahrnehmung Unterscheidung von Geschmack Material: verschiedene Lebensmittel mit Grundgeschmacksrichtungen: salzig, bitter, süß, sauer und ein Glas Wasser, um zwischen den Übungen den Mund zu spülen. Alles muss paarweise vorhanden sein
41 Olfaktorische Wahrnehmung Unterscheidung von Gerüchen Material: Geruchsflaschen, Kräuter Alles muss paarweise vorhanden sein.
42 Sprache 1. Ziel: Wortschatzerweiterung,Lesen, Schreiben Material: alle Übungen Handlung mit Sprache: Konkretes mit Abstraktem verbinden (s. noch F. Affolter: Wahrnehmung, Wirklichkeit, Sprache)
43 Sprache 2. Handlung mit Sprache verbinden: bedeutsam bei Sprachentwicklungsstörungen, besonders bei autistischen Kindern
44 Sprache 3. Spezialmaterialien: Kleine Gegenstände, Sandpapierbuchstaben (Druckschrift, Normalschrift), Bewegliches Alphabet (Druckschrift, Normalschrift), Worthefte Vorübungen zur Sprache waren: Übungen des praktischen Lebens (Wortschatz und Feinmotorik), Sinnesübungen (taktil, visuell, auditiv)
45 Sprache 4. Logik der Übungen: vom Konkreten zum Abstrakten vom Greifen zum Begreifen von größeren zu kleineren Bewegungen
46 Sprache 5. Auf sensitive Phase und freie Wahl (des Zeitpunktes, der Buchstaben, der Wörter, der Themen u.s.w.) achten!
47 Mathematik 1. Ziel: mathematischen Geistû fördern; logisches Denken; Zahlen, Mengen; Rechenoperationen; Geometrische Grundbegriffe und Berechnungen
48 Mathematik 2. Materialien 1.: Blau-rote-Stangen Spindelkasten Markenspiel Goldenes Perlenmaterial Zahlenkarten Séguin-Tafeln
49 Mathematik 3. Materialien 2. Hunderterbrett mit Zahlenplättchen Additions-Subtraktions-Multiplikations- Divisionstabellen Multiplikationskasten Divisionsbrett Bruchrechenkreise
50 Mathematik 4. Zu jeder Übung: Aufgabenblätter, Kontrollkarten (Fehlerkontrolle erfolgt selbständig) Vorübungen zu Mathematik waren: Übungen des praktischen Lebens (z.b. teilen bei den Schüttübungen, Menge wahrnehmen), Sinnesübungen (Größe, Länge, Form)
51 Kosmische Erziehung 1. Inhalt: Studium der Natur und Studium der Kultur 1.: Beziehung zur Natur (biologische Grundkenntnisse) Wahrnehmen, Explorieren, Entdecken: von Sinneseindrücken und von Naturphänomenen, Gesetzmäßigkeiten. (vom Konkreten zum Abstrakten)
52 Kosmische Erziehung 2. 2.: Grundkenntnisse von der Erde (geographische Grundkenntnisse) 3. Verständnis für den Aufbau und Strukturen der menschlichen Gesellschaften; unterschiedliche Kulturen und Gesellschaften kennen lernen
53 Kosmische Erziehung 3. Materialien: Alle Naturmaterialien Geschichten, Bilder, Lieder Kosmische Erzählungen: Schlüsselgeschichtenû, Cosmic Talesû, große Lektionenû von Maria Montessori
54 Kosmische Erziehung 4. Spezielle Montessori-Materialien: Globus Land-Wasserû, Globus Erdteileû, Kartensatz Erdteileû, Kasten für geographische Grundkenntnisseû, Flaggenständer u.s.w
55 Kosmische Erziehung 5. Entwicklungspsychologisch gehört nach Montessori die kosmische Erziehung in die 2.Stufe der Entwicklung (6-12 Jahre). Merkmale dieser Stufe: Lernbegier Abstraktionsfähigkeit,Imaginationskraft soziale und moralische Sensibilität
56 Montessori-Therapie 1. Therapiemodell: Therapie als Entwicklungsprozess Mehrdimensionale Arbeit: Kernproblematik und Zusatzproblematik (Komorbidität)
57 Montessori-Therapie 2. Ganzheitliche Therapieform schult mehrere Entwicklungsbereiche gleichzeitig und wirkt auf die gesamte Persönlichkeit aus Geht bei jedem Kind ganz individuell vor
58 Montessori-Therapie 3. Ziel: autonome Persönlichkeit, die sich auch mit Behinderung seines Wertes bewusst ist und seinen Weg geht.
59 Montessori-Therapie 4. Hilfestellung zur Akzeptanz der Behinderung durch geeignete Tätigkeiten das Kind erlebt sich selbst als fähige, begabte, starke Person POSITIVES SELBSTBILD erarbeiten!!!
60 Montessori-Therapie 5. Aufbau und Stärkung des Gefühls des persönlichen Wertes und des Gefühls, dass die Welt verständlich und berechenbar ist - (Salutogenese Antonovsky)
61 Montessori-Therapie 6. Grundsatz: nie auf der Ebene arbeiten, auf der sich die Defizite zeigen, sondern immer auf der Ebene, wo die Funktionen noch relativ intakt sind.
62 Montessori-Therapie 7. Anwendung: bei allen Behinderungen kann eine wertvolle Förderung sein. Voraussetzung: das Kind soll in der Lage sein, Angebote an sich heranzulassen. Bei starkem Abwehr: zuerst andere Therapieformen anwenden, z.b. bewegungsorientierte oder kontaktfördernde Therapien oder Verhaltenstherapie.
63 Entwicklungsablauf 1. Bestimmende Faktoren:persönliche und Umweltfaktoren persönliche Faktoren: Resilienz und Vulnerabilität Umwelt: protektive und Risikofaktoren Beide greifen ineinander, hängen zusammen
64 Entwicklungsablauf 2. Kernfrage: warum lassen Kinder zu, therapiert zu werden? (Motivation des Kindes zu der Therapie) Vertrauen, Liebe zu den Bezugspersonen
65 Elternarbeit 1. Modell: Eltern als Co-Therapeuten
66 Elternarbeit 2. Belastungsfaktoren für Eltern (Befragung Heckscher-Klinik 2004): Starke Beanspruchung Eigene Kompetenz nachhaltig in Frage gestellt Isolation
67 Elternarbeit 3. Aufgaben der Therapeuten: Information auf Dosierung achten Anleitung Begleitung auch emotional: den Eltern Kraft geben
68 Therapeut/in Eigene Mentalhygiene für Therapeuten, Heilpädagogen Supervision, eigene Psychotherapie Meditationstechniken, Entspannung u.s.w. Bewusste Arbeit an der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit Burn-out möglichst vorbeugen - auf Ausgleich achten (Kunst, Sport u.s.w.)
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