Reflexive Koedukation
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- Kilian Roth
- vor 9 Jahren
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1 Reflexive Koedukation Einführung Dipl.-Päd. Kristina Pomerenke-Schön
2 Gliederung 2 Definition Konsequenzen für Unterricht und Schule Ziele und Anliegen der Reflexiven Koedukation Fazit für Schülerinnen und Schüler Ergebnisse der Koedukationsforschung Bildungsergebnisse Geschlechtsspezifische Sozialisation Interaktionsverhalten Fächer- und Berufswahl Ansatzpunkte geschlechtersensiblen Unterrichtens Lehrerinnen- und Lehrerrolle Unterrichtsinhalte Interaktion Methodik
3 Reflexive Koedukation Definition Reflexive Koedukation heißt für uns, dass wir alle pädagogischen Gestaltungen daraufhin durchleuchten wollen, ob sie die bestehenden Geschlechterverhältnisse eher stabilisieren, oder ob sie eine kritische Auseinandersetzung und damit ihre Veränderung fördern. (Faulstich-Wieland/Horstkemper 1996) 3
4 Reflexive Koedukation Konsequenzen für Unterricht und Schule Durchführung einer geschlechtersensiblen Ausrichtung der gemeinsamen Erziehung von Mädchen und Jungen, d.h. - Berücksichtigung der spezifischen Ausprägungen im Rollenverhalten von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern und -das Aufbrechen von Stereotypen 4
5 Ziele und Anliegen Reflexiver Koedukation Abbau von Geschlechterhierarchien Auflösung geschlechtsstereotyper Zuweisungen Chance, individuelle Unterschiede ohne Benachteiligungserfahrung leben zu können das überlieferte männerlastige historische Verständnis korrigieren. Förderung zur Verwirklichung der Lebensperspektive beider Geschlechter (Beruf; Familie; Kinder) 5
6 Bedingungen für die Umsetzung einer Reflexiven Koedukation Lehrkräfte wie Schülerinnen und Schüler müssen einen Zugang zum Thema gewinnen Für Lehrerinnen und Lehrer ist die Auseinandersetzung mit diesem Thema Teil der professionellen Kompetenz 6
7 Fazit für Schülerinnen und Schüler Schülerinnen und Schüler brauchen Unterstützung in der Entwicklung ihres Selbstwertgefühls (Schülerinnen) beim Umgang mit dem Überlegenheitsimperativ (Schüler) 7
8 Fazit für Schülerinnen und Schüler Stärkung des Vertrauens in... ihre kognitive Kompetenzen ihre Fähigkeiten zur Selbstdarstellung ihre Möglichkeiten zu selbstbestimmter Berufswahl, Partnerschaftsgestaltung, Lebensplanung und dies: ohne Befürchtung des Verlusts ihrer weiblichen Attraktivität 8
9 Fazit für Schülerinnen und Schüler Ermutigung für Versuche bzw. Unterstützung bei Versuchen selbstbestimmter Berufswahl und Lebensplanung ohne Einengung durch tradierte Männlichkeitsvorstellungen 9
10 Ergebnisse der Koedukationsforschung Bildungsergebnisse Geschlechtsspezifische Sozialisation Interaktionsverhalten Fächer- und Berufswahl 10
11 Ergebnisse der Koedukationsforschung - geschlechtsspezifische Sozialisation - Doing gender (man hat nicht ein Geschlecht, man tut es) Geschlecht / Geschlechterdifferenz soziales Milieu, regionale u. ethnische Gebräuche... 11
12 Ergebnisse der Koedukationsforschung - geschlechtsspezifische Sozialisation - Erziehungsziele (Mütter) Kommunikationsverhalten (Eltern > Kinder) Spielzeug Technisches Interesse Haushaltspflichten Attraktivität (Mädchen) Identifikationsfiguren (für Jungen) Männliche Vorbilder Überlegenheitsdruck der Jungen 12
13 Ergebnisse der Koedukationsforschung - Interaktionsverhalten - Mädchen kooperieren Jungen konkurrieren!!! Gefahr der > geschlechtsstereotypische Verhaltenserwartungen > Festschreibungen Aufmerksamkeit der Lehrkräfte > Mädchen/Jungen Mädchen unterschätzen / Jungen überschätzen ihre Fähigkeiten > Lehrkräfte bewerten Kooperationsfähigkeit der Mädchen nicht als interaktionelle u. intellektuelle Leistung > abnehmendes Selbstvertauen der Schülerinnen 13
14 Ergebnisse der Koedukationsforschung - Fächer- und Berufswahl - Theorien zur Erklärung unterschiedlicher Fachvorlieben von Mädchen und Jungen: Biologische Ansätze > angeborene geschlechterdifferente kognitive Strukturen Psychosoziale Ansätze > geschlechtsspezifische Sozialisationsbedingungen Unterrichtsanalysen - Mathematisch-naturwissenschaftliche Leistungen von Mädchen Haltung der Lehrperson zu fachlichen Fähigkeiten ihrer S innen - dominante Aufgabentypus (math.-naturw. Lehrbücher) entspricht eher den Interessen der Jungen 14
15 Ergebnisse der Koedukationsforschung - Fächer- und Berufswahl - Fächerwahl: Gymn. Oberstufe: - Jungen > math.-naturw. Fächer - Mädchen: Sprachliche Fächer Berufswahl: Junge Männer mehrheitlich > Technik- und Finanzsektor Junge Frauen oft > Dienstleistungs- und Sozialberufe. Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten meist geringer in den von Frauen gewählten Berufen 15
16 Ansatzpunkte geschlechtersensiblen Unterrichtens Lehrerinnen- und Lehrerrolle Unterrichtsinhalte Interaktion Methodik 16
17 Ansatzpunkte geschlechtersensiblen Unterrichtens Lehrerinnen- und Lehrerrolle Lehrberufsforschung: der Lehrer geschlechtsloses Wesen Lehrkräfte selbst: professionelles Verhalten weitgehend geschlechtsneutral, auf Gleichberechtigung zielend Empirische Untersuchungen: - Lehrerinnen: beziehungsorientiertes Handeln - Lehrer: sachorientiertes Handeln Mehrheit der Lehrkräfte: unzureichende Aus- und Weiterbildung 17
18 Ansatzpunkte geschlechtersensiblen Unterrichtens - Unterrichtsinhalte - Unterrichtsinhalte in einen sinnstiftenden Kontext stellen Ganzheitliches Lernen > Prozess- statt Ergebnisorientierung Inhalte mehr mit den Lebensumständen der Menschen verknüpfen Positivbeispiele von Frauen verwenden 18
19 Ansatzpunkte geschlechtersensiblen Unterrichtens - Interaktion - Bei fragend-entwickelnder Gesprächsführung: Nach Fragestellung länger warten in Fächern mit weniger Meldung durch Mädchen / Jungen > diese häufig drannehmen Mädchen / Jungen (ggf.) bei Nichtmeldung drannehmen strikt auf Meldedisziplin achten und außerdem: 19
20 Ansatzpunkte geschlechtersensiblen Unterrichtens - Interaktion - Verwendung nicht sexistischer Sprachformen Mädchen sprachlich gezielt ansprechen (Schülerinnen und Schüler, jede und jeder) Mädchen für ihr Können loben, nicht für ihren Fleiß Situationen vermeiden, in denen sich Mädchen / Jungen vor der Klasse blamieren Mädchen reagieren bei Überforderung eher mit Rückzug, Jungen mit Forderungen Unterschiedliches Diskussionsverhalten: Jungen: Durchsetzen, Interesse artikulieren Mädchen: Wechselseitigkeit, Diskursivität 20
21 Ansatzpunkte geschlechtersensiblen Unterrichtens - Methodik - Fragend-entwickelndes Gespräch minimieren Abkehr vom Frontalunterricht Wechsel der Arbeitsformen Schülerinnenaktivierende Unterrichtsformen: Partnerarbeit; Wochenplan, Freiarbeit; Projektorientiertes Arbeiten; Kurzreferate / Präsentationen; Lernzirkel;... Diverse Formen von Gruppenarbeit - auch in geschlechtshomogenen Gruppen Phasenweise Aufhebung der Koedukation 21
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