Theater in Brandenburg
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- Renate Kaufer
- vor 9 Jahren
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1 Kulturwirtschaft Trend oder Notlösung? Theater in Brandenburg FH Lausitz
2 Marktentwicklung Öffentliche Theater in der Krise? Rückgang der Beschäftigung um 265 Stellen Rückgang der Veranstaltungen um 1,9% Rückgang der Besucher um 10,6% (19,14 Mio. zu 21,7 Mio. in 2003/04) Steigender Betriebskostenzuschuss auf 100,50 Euro pro Besucher Einspielergebnis 17% Quelle: Theaterstatistik 2004/05
3 Brandenburg im Vergleich Brandenburg Berlin Gesamt Einspielergebnis 10,4% 24,1% 17,0% Betriebszuschuss/Karte 111,16 106,34 100,54 Leitungspersonal 9,6% 4,5% 6,2% an Personalkosten Beschäftigte: 846 Quelle: Theaterstatistik 2004/05
4 Brandenburg im Vergleich Brandenburg Berlin Gesamt Veranstaltungen n % n % n % Oper , , ,3 Ballett , , ,0 Operette , , ,5 Musical , , ,6 Schauspiel , , ,0 Kinder- & Jugendtheater , , ,9 Konzert , , , , , ,0 Quelle: Theaterstatistik 2004/05
5 Marktentwicklung Das Öffentliche Theater verliert private Bühnen gewinnen 1991/92 vs. 2003/04: Veranstaltungen öffentlicher Theater: auf Veranstaltungen privater Theater: auf Besucher privater Theater: 7,2 Mio. auf 11,8 Mio. Quelle: Theaterstatistik 2003/04
6 Herausforderungen Gesellschaftlicher und kultureller Wandel demografischer Wandel (Überalterung des Publikums, Besucherrückgang) steigende Ausgaben für Kultur und Freizeit zunehmende Erlebnisorientierung größere Angebotsvielfalt und steigender Wettbewerbsdruck durch private Anbieter verändertes Mediennutzungsverhalten (Web 2.0 u.a.)
7 Herausforderungen Die Grenzen des Wohlfahrtsstaates zwingen zu einer Neuorientierung der Aufgabenverteilungen zwischen Staat Markt Gesellschaft bis 2001 steigende, seitdem sinkende öffentliche Förderungen (Kulturetat 2001: 8,5 Mrd. / 2004: 8 Mrd., davon 2,9 Mrd. für Theater und Musik) Größere Eigenwirtschaftlichkeit öffentlich geförderter Kultureinrichtungen Zunehmender Legitimationsdruck des öffentlichen Kulturbetriebes
8 Die Subventionierung der Alten und Reichen? Mache ich mindestens gelegentlich: Theater/Oper/Klassische Konzerte besuchen Oberschicht/ Obere Mittelschicht Mittlere Mittelschicht Untere Mittelschicht / Unterschicht Sinus A12 Konservative 9,7%/182 Sinus A23 Traditionsverwurzelte 10,1%/67 Sinus AB2 Sinus B1 Etablierte 16,2%/157 DDR- Nostalgische 4,2%/71 Sinus B2 Bürgerliche Mitte 12,4%/79 Sinus B3 Konsum-Materialisten 5,3%/48 Sinus B12 Postmaterielle 18,0%/174 Sinus C12 Sinus BC3 Hedonisten 8,9%/91 Moderne Performer 9,5%/115 Sinus C2 Experimentalisten 5,8%/82 Prozent/Index n=3.288 Soziale Lage Grundorientierung A Traditionelle Werte Pflichterfüllung, Ordnung B Modernisierung I Konsum-Hedonismus und Postmaterialismus Sinus Sociovision 2002 C Modernisierung II Patchworking, Virtualisierung
9 Mögliche Lösungen Stärkere wirtschaftliche Vermarktung und Professionalisierung des Angebotes Erschließung neuer Wege der Kulturfinanzierung (Fundraising, Sponsoring, Public Privat Partnerships, bürgerliches Engagement, gezielter Aufbau des Retail-Bereiches und neuer Geschäftsfelder) Bessere Ausschöpfung vorhandener Besuchergruppen Gewinnung neuer Besucher Entwicklung neuer Konzepte zur Kunsterziehung und kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen Begegnung des öffentlichen Legitimationsdrucks Konsequenz: verstärktes Marketing
10 Publikum im Rampenlicht 2004 Erhebungsmethode: Schriftliche Befragung Stichprobengröße: n = Untersuchungszeitraum: April bis Juni 2004 Gewichtung: nach Besuchern im Erhebungszeitraum Ein gemeinschaftliches Projekt von 20 Bühnen in Berlin, Potsdam und Cottbus. Unterstützt vom Landesverband des Deutschen Bühnenvereins Berlin und IPSOS, Hamburg.
11 Publikum im Rampenlicht 2004 Weltweit größte Bühnenbesucherbefragung. Kooperation von 20 Wettbewerbern. Alle Ergebnisse stehen allen Bühnen zur Verfügung. Transparenz der Austauschbeziehungen zwischen Bühnen und Sparten. Positionierung der Spielpläne in einem gemeinsamen Wahrnehmungsraum. Besuchertypologie ermöglicht differenzierte Zielgruppenanalysen für Marketingmaßnahmen.
12 Publikum im Rampenlicht 2004
13 Besucherherkunft (Inländer) Externe ohne Berlin 8% Potsdam Fabrik Potsdam Hans Otto Theater Externe exk. Umland 66% 36% 26% 10% 54% Berliner Berlin Bar jeder Vernunft Berliner Festspiele - MaerzMusik - Theatertreffen - JazzFest - Konzerte Oper - Spielzeiteuropa Deutsche Oper Berlin Distel Friedrichstadtpalast Haus der Kulturen der Welt Hebbel am Ufer Komische Oper Berlin Komödie am Kurfürstendamm Konzerthaus am Gendarmenmarkt Maxim Gorki Theater Schaubühne am Lehniner Platz Staatsoper unter den Linden Tipi - das Zelt Tribüne Volksbühne Wintergarten Varieté Basis: PLZ des Wohnsitzes der Befragten. Achtung! Die Ergebnisse gelten nur für den durch die nebenstehenden Bühnen gebildeten Markt! 4% 38% 2% 62% Dresden Semperoper (2003) 76% Senftenberg Neue Bühne (2003) 80% Cottbus Staatstheater
14 Spielplan-Wahrnehmung
15 Wahrnehmungsdimensionen des Spielplan Unterhaltung humorvoll lustig unterhaltsam leicht locker publikumsnah verständlich aus dem Alltag entführend überraschend interessant unverwechselbar exklusiv Auseinandersetzung kritisch bildend experimentierfreudig zeitgenössisch anspruchsvoll politisch modern vielfältig klassisch
16 Bühnen-Positionierung Wintergarten empathische / teilhabende Unterhaltung Komödie Tipi Friedrichstadtpalast * Daten aus 2002 Grips Bar jeder Vernunft Vaganten * Neuköllner Oper * Tribüne Distel Ufa * fabrik Potsdam Staatstheater Cottbus Berechenbarkeit (Wunsch nach Bewährtem) Komische Oper Hans Otto Theater Unerwartetes (Wunsch nach Neuem) Ballett Maxim Gorki Staatsoper HAU Konzerthaus Volksbühne Deutsche Oper Schaubühne Haus der Kulturen distanziert / auseinandersetzende Unterhaltung
17 Besucherherkunft (Inländer) Varieté / Revue empathische / teilhabende Unterhaltung 42% Berliner 64% Event % 15% Berechenbarkeit (Wunsch nach Bewährtem) Hochkultur Unerwartetes (Wunsch nach Neuem) Brandenburg 18% 61% 68% 13% Schauspiel Datenbasis: PLZ des Wohnortes distanziert / auseinandersetzende Unterhaltung
18 Unternehmungslust Varieté / Revue empathische / teilhabende Unterhaltung 53% 47% Event 2002 Berechenbarkeit (Wunsch nach Bewährtem) Hochkultur Unerwartetes (Wunsch nach Neuem) 37% 44% Zustimmung in Prozent beim Statement: Vor oder nach einem Theaterbesuch möchte ich noch etwas unternehmen. Schauspiel distanziert / auseinandersetzende Unterhaltung
19 Besucherwanderungen
20 Besuchertypologie Zielsetzung: Abgrenzung und Beschreibung von Besuchertypen. Logik des Verfahrens: Zerlegung der Gesamtmenge aller Befragten in eine überschaubare Zahl in sich möglichst homogener Gruppen aufgrund von Ähnlichkeiten. Aktive Variablen: Vorstellungen vom idealen Spielplan, Einstellung gegenüber Bühnenbesuchen und Werten. Passive Variablen: Dienen der umfassenden Beschreibung der resultierenden Typen. Ergänzende Typen- Charakterisierung auf der Basis sonstiger Angaben.
21 Einstellungen und Werte
22 Besuchertypologie Berlin & Brandenburg Berlin Mitläufer 18% Junge Individualisten 15% Unternehmungslustige 13% Individualisten 25% Unterhaltungs orientierte 13% Vielseitig Interessierte 21% Bildungsbürger 13% Unterhaltungsorientierte 33% Aufgeschlossene 21% Bildungsbürger 28%
23 Hochkultur Deutsche Oper Staatsoper Ballett Konzerthaus Besucherstrukturen Komische Oper Friedrichstadtpalast Varieté/Revue & Event Staatstheater Cottbus Distel Wintergarten Komödie Hans Otto Theater Tribüne Tipi Bar jeder Vernunft Volksbühne Schauspiel Haus der Kulturen Hebbel am Ufer Schaubühne Maerzmusik Theatertreffen Maxim Gorki Mitläufer Vielseitigen Bildungsbürger Unterhaltungsorientierte Junge Individualisten
24 Besuchertypologie: Real vs. Ideal Wintergarten empathische / teilhabende Unterhaltung Komödie Tipi Friedrichstadtpalast Tribüne Bar jeder Vernunft Distel fabrik Potsdam Staatstheater Cottbus Berechenbarkeit (Wunsch nach Bewährtem) Komische Oper Hans Otto Theater Unerwartetes (Wunsch nach Neuem) Ballett Maxim Gorki Staatsoper HAU Konzerthaus Volksbühne Deutsche Oper Schaubühne Haus der Kulturen distanziert / auseinandersetzende Unterhaltung
25 Besuchertypologie einer Bühne: Real vs. Ideal empathische / teilhabende Unterhaltung Unterhaltungs- Orientierte (46%) Bildungsbürger (9%) Berechenbarkeit (Wunsch nach Bewährtem) Junge Individualisten (7%) Unerwartetes (Wunsch nach Neuem) Mitläufer (7%) Vielseitig Interessierte (31%) distanziert / auseinandersetzende Unterhaltung
26 Wege zu einer besseren Marktorientierung Eine Auswahl: Produktpolitik: Produkt eines Theaters: Abendvergnügen statt Bühnengeschehen Nebenleistungen (Dienstleistungen) sind wichtig Distribution: Einfachere Wege zur Eintrittskarte Preispolitik: bessere Preisstrukturen Berücksichtigng psychologischer Preissetzungsverfahren Preis als Entscheidungskriterium in seiner Bedeutung reduzieren Kommunikationspolitik unzureichende Markenführung mangelnde Werbung unzureichende Mediaplanung
27 Theaterkommunikation: Corporate Design Marken geben Orientierung!? alt neu
28 Theaterkommunikation: Werbung Weshalb soll ich diese Veranstaltung besuchen? Beispiele für Nutzen-Kommunikation
29 Theaterkommunikation: Zielgruppengerechte Kommunikation: nein / ja
30 Theaterkommunikation: Komplexität / Aktivierung
31 Mediaplanung Informationsquellen Berlin & Brandenburg 2004
32 Mediaplanung
33 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Theaterforschung zum Download:
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