Der Vermehrervertrag
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- Tomas Fischer
- vor 8 Jahren
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Transkript
1 Vermehrung von Getreide und Körnerleguminosen in der Praxis Gerhard Lang Der Vermehrervertrag Züchter erteilt (in Kooperation mit einer VO-Firma) darin die Erlaubnis zur Erzeugung von Saatgut Regelt die Abwicklung der Saatguterzeugung zwischen Züchter und Vermehrer(Lieferung des Basissaatguts, Anmeldung, Durchführung der Vermehrung, Anerkennung usw.) Zugriff (Verkaufsrecht) auf das erzeugtes Saatgut hat ausschließlich der Züchter bzw. die VO-Firma Vermehrerhat über den Verbleib des erzeugten Saatgutes (auch im Falle der Aberkennung) Buch zu führen und umfassende Überprüfungen zuzulassen (STV!) 1
2 Aufbereitungslizenz-Vertrag Züchter erteilt dem Aufbereiterdarin die Lizenz seine Sorten gemäß den gültigen Qualitäts-und Sortiernormen aufzubereiten Beinhaltet auch die Aufbereitung von Nachbausaatgut Aufbereiterhat Aufzeichnungspflicht und meldet dem Züchter auf dessen Verlangen die Adresse des Anlieferers, Sorte, Gewicht der Partie, Ort und Zeitpunkt der Aufbereitung Überprüfungsrecht durch Züchter (STV) Anforderungen an den Feldbestand Getreide (ZS) Mindestabstände: Roggen zu Roggen Wintergerste zz zu Wintergerste mz Triticale 250m 50m 20m Fremdbesatz (pro Auszählung 150m²) - Andere Sorten 15 - Andere Getreidearten 6 - Andere Arten, die sich schlecht 10 ( 8: 50) herausreinigen lassen (Hederich, Klette..) -Flughafer 0 (Hafer) / 2 2
3 Anforderungen an den Feldbestand Getreide (ZS) Gesundheitszustand (150m²) Mutterkorn 20 Zwergsteinbrand 1 Sonstige Brandkrankheiten 5 Flugbrand darf nicht entfernt werden Anforderungen an den Feldbestand Leguminosen(ZS) Mindestabstände zu anderen Sorten d. gleichen Art: Fremdbefruchter(Ackerbohne, Klee): 100m (<2ha) / 50m Fremdbesatz in Körnerleguminosen(150m²) - Andere Sorten bzw. Arten, die sich 15 schlecht unterscheiden lassen 3
4 Anforderungen an den Feldbestand Leguminosen(ZS) Gesundheitszustand (150m²) - Viruskrankheiten samenübertragbar 30 - Brennflecken (Erbsen, Ackerbohnen) 30 Anforderungen an das Saatgut Getreide (ZS) Mindestkeimfähigkeit Weizen / Gerste 92% Hafer / Roggen / Triticale 85% Besatz mit Samen anderer Arten -in der Summe max. 6 St in 500g davon max. 3 Samen anderer Getreidearten davon max. 4 Samen anderer Arten als Getreide aber kein Flughafer! Besatz mit Mutterkorn - Hybridroggen 4 St in 500g -Pop.roggen 3 St in 500g 4
5 Anforderungen an das Saatgut Leguminosen(ZS) Mindestkeimfähigkeit Erbsen / Ackerbohnen 80% Besatz mit Samen anderer Arten - Erbsen / Ackerbohnen 0,5 Gew.% 5 St Ampfer in 1000g grundsätzlich kein Flughafer und keine Kleeseide Auswahl der Vermehrungsschläge Vorfrucht (Gefahr von Durchwuchs?) Problemunkräuter Hederich, Flughafer, Zottelwicke, Klette Was plant der Feldnachbar? Hohe Erträge anstreben (Vorfrucht, Düngung) 5
6 Pflege des Bestandes Getreide / Körnerleguminosen Abschleppen, falls Zeit im FJ reicht Früh hacken und früh striegeln Erbsen mit Stützfrucht Senf Bestandsbereinigung Rechtzeitig Überblick verschaffen! Getreide Beschränkt sich auf das Entfernen von Fremdgetreide, Flughafer und Zottelwicke Wenn Klette und Hederich auftritt, dann massenhaft Körnerleguminosen Keine Bereinigung (nötig bzw. möglich) 6
7 Ernte Mähdrescher und Kipper reinigen (Laubbläser) Problem Lohndrusch Konsumpartien bzw. Feldrand als Spülgang Keimfähigkeit Körner nicht zu trocken (insb. Körnerleguminosen). und schonend dreschen schnell fahren Einlagerung Lagersilos sauber? Vorjahressilo nutzen! Schwierig: unzugängliche Bereiche in der Fördertechnik (Gossen, Elevator, Sumpf) Keine Förderschnecken bei Körnerleguminosen Keine hohe Fallstufen bei Körnerleguminosen belasten die Keimfähigkeit 7
8 Aufbereitung / Reinigung Grundausstattung Saatgutreinigung (Aspirateur Siebreinigung Trieur) Sortiernormen Aufbereitung / Reinigung Braugerste, W-Gerste zz, W-Weizen 2,5mm W-Gerste mz, Triticale, S-Weizen 2,2mm Roggen, Hafer 2,0mm Obersieb max 3% Untersortierung zulässig Meist 2 Reinigungsgänge erforderlich 4,0 4,5mm 10% Reinigungsabgang (kann deutlich abweichen) 8
9 Aufbereitung / Reinigung Zusatzausstattung Tischausleser/Leichtgutausleser Hederich Flughafer Distelköpfe (im Dinkel) Angefressene Erbsen/Ackerbohnen Aufbereitung / Reinigung Zusatzausstattung Getreidebürste Reduzierung von Steinbrandsporen Entfernung von Grannen (Gerste) und Spelzen (Weizen) Zerkleinern der Vesen(Dinkel) 9
10 Handarbeit Absacken / Palettieren oder teure Automatisierung Gabelstapler oder Frontlader mit Palettengabel zum Verladen und so läuft s bei mir in der Praxis 10
11 Was bleibt übrig? Kosten der Saatguterzeugung (Selbstaufbereiter) /dt bei 30 dt/ha Verkaufsware unabhängig von der Anerkennung Mehrkosten Basissaatgut 1,50 ca. 80,00-130,00 /dt Feldbestandsbereinigung 3,00 3h/ha a 30,00 Saatgutreinigung 4,00 (Lohnaufbereitung: 6,00-10,00 /dt) Höhere Reinigungsverluste 1,50 10% Sortierware, Preisdifferenz Futter-Konsum 15,00 /dt 10,00 im Falle der Anerkennung Saatgutsäcke 1,50 Frachtkosten ins Verteillager 2,50 Etiketten 0,10 Probennahme, Haftpflicht, Beiträge 0,40 (Feldanerkennung Leg. 1,00 ca 25,00 /ha ) 5,50 im Saatgutpreis ist weiterhin enthalten Züchterlizenz / VO Gebühr 11,00 8,00-14,00 /dt, Dinkel 30,00 /dt Handelsspanne der Vertriebsfirma 5,00 16,00 Optimale Voraussetzungen als Saatguterzeuger: Gepflegte Äcker Eigener Mähdrescher Sortenreine Förder- und Lagertechnik Eigene Saatgutreinigung Gerne lange Spaziergänge im Hochsommer Auch nach der Getreideernte noch belastbar Ackerbauer mit Leib und Seele 11
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