Umdenken im Risikomanagement Warum Prozessorientierung immer wichtiger wird Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) Geschäftsfeld Qualitätsmanagement Christoffer Rybski Berlin, den 06.11.2014
Umdenken im Risikomanagement Warum Prozessorientierung immer wichtiger wird 1. Vom traditionellen Risikomanagement bis heute 2. Aktuelle Treiber des Risikomanagements 3. Der prozessorientierte Ansatz 4. Ausblick Die neue ISO 9001:2015
Umdenken im Risikomanagement Warum Prozessorientierung immer wichtiger wird 1. Vom traditionellen Risikomanagement bis heute 2. Aktuelle Treiber des Risikomanagements 3. Der prozessorientierte Ansatz 4. Ausblick Die neue ISO 9001:2015
1. Vom traditionellen Risikomanagement bis heute Zeitliche Entwicklung 14. Jahrhundert Ältester Seeversicherungsvertrag in Genua Heute Prozessorientierter Ansatz in Lehre und Normen 600 300 v.chr. Orakel und Gottheiten als Risikobotschafter 17. 19. Jahrhundert Wahrscheinlichkeitsrechnung als Grundlage des modernen Risikomanagements Zukünftig?
Umdenken im Risikomanagement Warum Prozessorientierung immer wichtiger wird 1. Vom traditionellen Risikomanagement bis heute 2. Aktuelle Treiber des Risikomanagements 3. Der prozessorientierte Ansatz 4. Ausblick Die neue ISO 9001:2015
2. Aktuelle Treiber des Risikomanagements Risk Interconnection Map 2014 Quelle: World Economic Forum - Global Risk Report 2014
2. Aktuelle Treiber des Risikomanagements Herausforderungen Globalisierung Neue Wettbewerber Neue Märkte Erhöhter Preisdruck Kernkompetenz- und Marktanteilverluste Neue Märkte und Kunden Gesetzliche Forderungen RISIKO +CHANCE Kürzere Entwicklungszeiten Steigender Zeitdruck Zunahme paralleler Prozesse Verstärkter Druck auf F&E Fehlergefahr durch beschleunigte Prozesse Wettbewerbsvorteile durch Innovation Steigende Komplexität Verpflichtung z.b. durch KonTraG und ProdHaftG Normen + Compliance Richtlinien Haftungsrisiken ggü. Kunden und Partnern Verbesserung der Unternehmensleistung Digitalisierung Neue Anforderungen an Daten- + Informationssicherheit Beschleunigter Datenaustausch Gefahr des Datenverlustes + -diebstahls Beschleunigte Entwicklungsprozesse Erhöhte Kundenanforderungen Zunehmende Variantenvielfalt Veränderte Zuliefererketten Starke Abhängigkeit von Zulieferern Chance der Differenzierung Eine Risikobuchhaltung ist bei diesen Herausforderungen nicht ausreichend! Es ist ein prozessorientierte Ansatz für das Risikomanagement gefragt.
2. Aktuelle Treiber des Risikomanagements Prozessorientierung und -organisation Vorteile und Eigenschaften: Höhere Flexibilität Hohe Transparenz Intensive Fokussierung des Kunden Mitarbeitermotivation durch interdisziplinäre Aufgaben Dynamisches Prozessdenken anstatt statische Problemlösungsfindung Eine Prozessorientierung kommt der Integration eines Risikomanagements und anderer Managementsysteme entgegen
2. Aktuelle Treiber des Risikomanagements Warum ist eine Prozessorientierung notwendig? Eine Prozessorganisation kann auf die genannten Herausforderungen reagieren Risikomanagement ist eine interdisziplinäre Aufgabe Eine Eingliederung in Systemstrukturen (z.b. QMS, IMS) wird erleichtert Risikomanagement ist ein integrierter Teil aller Organisationsprozesse und keine selbständige, von der Organisation losgelöste Tätigkeit (ISO 31000). Prozessorientierung als Chance zur kontinuierlichen Verbesserung der Unternehmensleistung und Integration eines systematischen Chancen- und Risikomanagements
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3. Der prozessorientierte Ansatz im Risikomanagement Ein kontinuierlicher Prozess der Verbesserung Risikoüberwachung Überwachung und Reporting: Risikoidentifikation Strukturierte Risiko-Erfassung: Kollektions- Methoden Analytische- Methoden Kreativitäts- Methoden Risiko-Cockpit Berichtswesen Maßnahmenerarbeitung und -festlegung: Vermeiden Vermindern Begrenzen Versichern Selbst tragen Ursachenbezogen Wirkungsbezogen Risikomanagement -Prozess Analyse und Messung: z.b Risikolandakarten und Szenarioanalyse Risikosteuerung Risikobewertung Eigene Darstellung in Anlehnung an Romeike/RiskNET (2014)
3. Der prozessorientierte Ansatz im Risikomanagement Wesentliche Erfolgsfaktoren Top-Management-Support Starke und kontinuierliche Verpflichtung und Unterstützung des Managements notwendig tone-from-the-top sponsorship Risiko-Kultur Schaffung einer Kultur des Hinterfragens und der Diskussion Verwendung eins einheitlichen Risiko- Vokabulars Kontinuierliche Weiterentwicklung Strategien entwickeln und umsetzen, um neben anderen Aspekten ihrer Organisation auch den Reifegrad ihres Risikomanagements zu verbessern (ISO 31000) Maßgeschneiderte Lösung Es gibt keine einheitliche Lösung Risikomanagement muss im Einklang mit der Unternehmensstrategie und abgestimmt auf das Risikoprofil sein Risikomanagement ist dynamisch, iterativ und kann auf Veränderungen reagieren.
Umdenken im Risikomanagement Warum Prozessorientierung immer wichtiger wird 1. Vom traditionellen Risikomanagement bis heute 2. Aktuelle Treiber des Risikomanagements 3. Der prozessorientierte Ansatz 4. Ausblick Die neue ISO 9001:2015
4. Ausblick - Die neue ISO 9001:2015 Entscheidende Neuerungen des aktuellen Entwurfs 1. Prozessorientierung wird zur expliziten Forderung: Keine reine Empfehlung mehr für die Unternehmen Für eine Re-Zertifizierung müssen Prozesse, ihre Reihenfolge und Wechselwirkungen klar definiert sein und im Audit nachgewiesen werden ISO 9001 2. Risikobasierter Ansatz rückt in den Fokus: Unternehmen sollen Maßnahmen zur Behandlung von Risiken und Chancen planen und durchführen auch in Hinblick auf den prozessorientierten Ansatz Umsetzung der Forderungen durch die Integration eines prozessorientierten Risikomanagement-Ansatzes Was bedeuten die Neuerungen für die Akteure im Qualitäts- und Risikomanagement? Die Aneignung neuer Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Risiko- und Prozessmanagement wird für Qualitätsmanager unabdingbar, da vergangenheitsorientierte Risikobuchhaltung nicht mehr ausreichend ist Für Risikomanager ergeben sich neue Gestaltungsmöglichkeiten des Risikomanagements
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Nichts geschieht ohne Risiko, aber ohne Risiko geschieht auch nichts. Walter Scheel (4. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland) Christoffer Rybski Geschäftsfeld Qualitätsmanagement Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK Pascalstraße 8-9 10587 Berlin Tel.: +49 30 39006-180 Fax: +49 30 3911037 christoffer.rybski@ipk.fraunhofer.de http://www.ipk.fraunhofer.de