Seite 4 Bauinformatik - Teil 1 - Übungsskript / 2009 2 Arbeiten mit EXCEL-Syntax 2.1 Bezüge Die Adressierung der EXCEL-Tabellenfelder (Bezüge) erfolgt über relative und absolute Bezüge bzw. über Namen (Bezeichnung eines Bezuges). Indizierung B3 Z3S2 Standardindizierung von Spalte und Zeile B: Spalte 2 3: Zeile 3 Z1S1-Indizierung von Spalte und Zeile S2: Spalte 2 Z3: Zeile 3 Relative Bezüge Beim Kopieren wird auf relative Bezüge die Verschiebung aufaddiert. Verschiebung 4 Spalten und 3 Zeilen: B3 F6 Z3S2 Z(-3)S(-4) Absolute Bezüge $B3 Beim Kopieren wird der Spaltenbezug erhalten. $B$3 Beim Kopieren wird der Spalten- und Zeilenbezug erhalten. Namen Ein Name ist gleichbedeutende mit einem absoluten Bezug auf ein oder mehrere Tabellenfelder. 2.2 Fehlermeldungen Fehler Beispiel Beschreibung ### Die Zelle ist für die vorgegebene Ausgabe zu schmal. #WERT! =Abs(A3:A5) Unzulässiger Funktionswert. #DIV! =A2/A3, bei A3=0 Nulldivision. #NAME? =NoName Bezeichnung eines Bezugs oder einer Funktion ist unbekannt. #ZAHL! =Exp(1000) Zahlendarstellung nicht möglich. Überlauf. #NV! =SVerweis(...) Gesuchter Wert nicht verfügbar. Verweisfehler. #BEZUG! =Z(-3)S(-4) Der Bezug liegt außerhalb des zulässigen Bereichs, d.h. außerhalb der Tabelle.
2. ARBEITEN MIT EXCEL-SYNTAX Seite 5 2.3 EXCEL-Funktionen Nachfolgend werden die EXCEL-Funktionen zusammengestellt, die zur Bearbeitung der Übungsbeispiele herangezogen werden sollten. 2.3.1 SUMME Summe berechnet die Summe der Zellenwerte eines Bezugs. Beispiel: =Summe(A3:G3) 2.3.2 ABS ABS berechnet den Absolutbetrag eines Zellenwerts. Beispiel: =Abs(A3) 2.3.3 MAX, MIN MAX bzw. MIN ermittelt den maximalen bzw. minimalen Wert innerhalb eines Bezugs. Beispiel: =Max(A3:G3) =Min(A3:G3) 2.3.4 WENN Mit der Funktion WENN wird in Abhängigkeit eines boolschen Ausdrucks ein DANN-Wert oder ein SONST-Wert zugewiesen. Beispiel: =WENN(D13<1;"ja";"nein") Parameter Beschreibung Abbildung 1: WENN-Funktion A B W D W S Boolscher Ausdruck mit den Werte Wahr oder Falsch. Falls A B = Wahr, wird der Wert W D zugewiesen. Falls A B = Falsch, wird der Wert W S zugewiesen. 19.11.2009
Seite 6 Bauinformatik - Teil 1 - Übungsskript / 2009 2.3.5 SVERWEIS Mit der Matrix-Suchfunktion SVER- WEIS lassen sich Daten aus Datenbanken, d.h. aus Bezügen in beliebigen Tabellen, unter Vorgabe eines Suchbegriffs extrahieren. Beispiel: =SVerweis(E3;A3:C5;2;FALSCH) Abbildung 2: SVERWEIS-Funktion Parameter Beschreibung S T M D N S Suchwert: Text, Zahl oder Wahrheitswert. Datenmatrix. Ein Bezug in einer beliebigen Tabelle. Spaltenindex der gewünschten Datenspalte. (Spalte 1 ist Suchspalte). K S Sortierkenner: Wahr sortiert, Falsch unsortiert. 2.4 Aufgabe 1: Summe, Extremwerte und Absolutbetrag In einem Bezug A1:D5 werden beliebige Zahlen eingetragen. Es sind die folgenden Größen zu ermitteln (siehe Abbildung 3): Die Spalten- und Zeilensummen sowie die Gesamtsumme. Maximaler und Minimaler Wert. Maximaler Absolutwert. Mit einer WENN-Funktion soll ausgegeben werden ob nur negative, nur positive oder negative und positive Werte gefunden wurden. Abbildung 3: Auswertung eines Bereichs
2. ARBEITEN MIT EXCEL-SYNTAX Seite 7 2.5 Aufgabe 2: Nachweis eines statisch unbestimmten Trägers Die Datenfelder sind in Formeln jeweils mit Namen anzusprechen 1 Ein statisch unbestimmter Träger (siehe Abbildung 4) ist für vorgegebene Trägerlänge l und Steckenlast q für vorgegebenes Material (Stahltabelle) und Profil (Profiltabelle) nachzuweisen. Der E-Modul E der Stahlsorte sowie das Widerstandsmoment W sind aus einer Tabelle mittels der Suchfunktion SVERWEIS zu ermitteln (siehe Abbildung 5). Es ist zunächst zu berechnen, die Gesamtlast P, die beidseitigen Auflagerkräfte A = 3/8 P bzw. B = 5/8 P, das Einspannmoment M B = 1/8 P l und die Biegespannung am Lager B σ = M B /W. Die Eingabefelder der Tabelle sind als solche entsprechend zu kennzeichnen (siehe Abbildung 4). Achten Sie auch auf die Anpassung der unterschiedlichen Dimensionen. Abbildung 4: Nachweis eines statisch unbestimmten Trägers 1 Namen können im Untermenü Einfügen/Namen eingefügt und bearbeitet werden. 19.11.2009
Seite 8 Bauinformatik - Teil 1 - Übungsskript / 2009 Die Datenbanken für Material und Profile sollten in einer zweiten EXCEL-Tabelle der Mappe angelegt werden. Abbildung 5: Material- und Querschnittswerte in einer Datenbank In einem weiteren Schritt ist die Durchbiegung des Trägers y = P x (l3 3 l x 2 +2 x 3 ) 48 E I l in Abhängigkeit der Längskoordinate x zu ermitteln und mit dem Diagrammassistenten darzustellen. Als Diagrammtyp ist der Typ Punkt(XY) auszuwählen. Die Balkenlängsrichtung liegt in X-Richtung, die Durchbiegung in negative Y-Richtung (Faktor -1).