WEIL ICH EIN MÄDCHEN BIN

Ähnliche Dokumente
Empowerment Was heißt das für die Praxis der Sozialen Arbeit und Heilpädagogik?

Dokumentation zum Projekt Bewusste Ernährung Fit durch das Leben gehen

Evaluation des Projektes

Vorhang auf WIR blühen auf

ICH BIN DER MEINUNG, DASS HILFE VON AUSSEN FÜR UNSERE SYSTEME GANZ, GANZ WICHTIG IST. MIT IMPAKT SCHULLEITUNG BEKOMMEN WIR DIESE EXTERNE HILFE

Rahmenvereinbarung. für Unterricht und Kultus

Flohmarkt Projekt. Dokumentation des Projektes

Die Grundschule Hillegossen als gesundheitsfördernde Schule Stand: Nov.2008

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Zusammenfassung des Projektes Soziale Gruppenarbeit Ringstraße im Jugendtreff Ringstraße in Neuwied

Gemeinsam sind wir stark! Integrativer Mädchentreff

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus:

Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe

SAFE SICHERE AUSBILDUNG FÜR ELTERN

Liebe/r Nutzer/in der Erkundungsbögen!

1. UNSER CURRICULUM LERNKOMPETENZ 2. UNSER SELBSTLERNZENTRUM

Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen. - Winston Churchill

Schülercafé an der IGS Neuwied. in Kooperation mit Junior-Basic !!! Dozentin: Prof. Dr. phil. Marlene Jansen-Schulze

Projektdokumentation Kunst.Klasse. 2011/12 Realschule Linkenheim. Trickfilm-AG

Übung 2: Motivation: Willentliche Bewegung im Dienste von Interesse und Neugier

Partizipation von Kindern Freiräume aktiv mitgestalten

BBS Schulberatung. Beratungsangebot im Schuljahr 2010/2011. Pädagogisches Landesinstitut Rheinland-Pfalz

Aufgaben und Ziele der Abschlussstufe (Klassen 10 bis 12)

Elternfragebogen Ihre Meinung ist uns wichtig!

Mensch=Mensch. Projektbeschreibung und Seminarkonzepte

Der Lehrplan gliedert sich in 3 verbindliche Bausteine und einige fakultative thematische Bausteine. Letztere werden nur benannt.

Schulanmeldung 2015/16

Empowerment Wie geht das in der WfbM?

Konzept. Offene Ganztagsschule für Schüler/innen der Jahrgangsstufe. an der Dorothea-von-Haldenberg-Grundschule Mammendorf

Diakonie Neuendettelsau Orte für Kinder

Annette-Schule. SL-Stunden (Soziales Lernen) Vorstellung alter Berufsbilder. Kooperationspartner

Vielfalt gestalten Vielfalt erleben

Kommunikation in Gruppen

gastfreunde Begleiten, Beraten und Betreuen Ambulante Betreuungsangebote für Menschen mit psychischer Erkrankung Perspektive Leben.

Mitarbeitergespräch. Auswertungsbogen zur Überprüfung der Umsetzung des Mitarbeitergesprächs

Ausschuss im AUSSERSCHULISCHES LERNEN

KURZE ANTWORTEN AUF DIE HÄUFIGSTEN FRAGEN SCHWERTER NETZ. für Jugend und Familie. gemeinnützige GmbH

Projekt HEROES. - Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre und für Gleichberechtigung - 3. Bundeskongress der Jugendhilfe am

Wichernschule Förderschule Schillerstr Fellbach

SV der LES. Warum gibt es uns? Die Schülervertretung ist eure Stimme in unserer Schule.

Netzwerk ALBuM im Wirtschaftsraum Hannover. Arbeiten Lernen Beraten mit und für Menschen mit Migrationshintergrund im Wirtschaftsraum Hannover

Unternehmensphilosophie

Praxisreferat. Arbeitshilfe. zur Analyse und Reflexion als Unterstützung für Praktika und Praxisberichte im Studiengang Soziale Arbeit

Regionale Serviceagentur Ganztägig lernen Baden-Württemberg

Extraterrestrial Civilizations First Contact Event

Vielen Dank für Ihre Mühe schon im Voraus. Ich wünsche Ihnen ein gutes Arbeiten und vor allem Gottes Segen. Ralf Krumbiegel (

1. BESCHREIBUNG BERUFSINTEGRATIONSCOACHING Ziel des Berufsintegrationscoachings Coaching-Schwerpunkte...1

Erste Berührungspunkte mit Deutschland Studium in Deutschland

Einkaufen als Erlebnis?

Schiller- Gymnasium UNSERE KONZEPTION. Private Ganztagesschule Pforzheim. Intensive und individuelle Betreuung Gemeinsames und selbstständiges Lernen

Wiesbachschule Grävenwiesbach. Konzept Zensierung und Bewertung von Schülerleistungen

Darstellung des Projekts Urlaub ohne Koffer

GESUNDE KITA FÜR ALLE!

Großbettlingen fördert den Generationenverbund

Beratungsstelle für die schulische Bildung von Kindern und Jugendlichen mit autistischem Verhalten

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Kleine und große Momente des Glücks. Das komplette Material finden Sie hier:

DAS LERn- UnD ARBEITSMATERIAL Für LehrKräFte

Antrag auf Anerkennung als Einsatzstelle

persolog Persönlichkeits- training

Leistungsangebot. Präambel. Leben ohne Behinderung für Menschen mit Behinderung

Salutogenese. Oder: Wie bleibe ich gesund? Andrea Strodtmann Supervision -Moderation -Beratung -Fortbildung

Abschlussbericht (Kurzversion)

Praxissemester in der Fünftage-/ Tagesgruppe

Jahresgespräche. Vorbereitungsbogen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Eigenes Geld für Assistenz und Unterstützung

Theorie und Praxis der Schulentwicklung EU-Projekte als Mittel der Schulentwicklung am Beispiel Forschendes Lernen

B.4. Qualitätsbereich

Sozialer Raum Konzept und Anwendung in der Sozialen Arbeit Prof. Dr. Gudrun Cyprian Universität Bamberg 19. Januar 2012

Teilhabe an Bildung und Leben fördern und fortentwickeln

LEADER-Projekt Aktive Dörfer stärken Rückblick

Leitbild. St. Marien Seniorenheim Seniorenzentrum Marienhof

Eine Kopie ihrer Antworten kann für die Dokumentation und Evaluation Ihrer Erfahrungen in der Kindertageseinrichtung verwendet werden.

Unser Leitbild. Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schottenplatz Konstanz Tel.: Fax.:

Dokumentation einer partizipativen Sozialraumanalyse in der Jugendbegegnungsstätte im Haus Metternich

Die Schüler sollen von der Idee bis zur Durchführung ihre Arbeit selbst organisieren und bearbeiten.

Literaturverzeichnis

Dokumentation des Projektes

Berufsakademie Sachsen Staatliche Studienakademie Leipzig

Das Städtische Gymnasium Barntrup das Gymnasium für Nordlippe

Gutes tun Kindern Zeit schenken

Gymnasiale Schulzeitverkürzung

Zurück in die Selbstständigkeit Fachlich Ambulant Betreutes Wohnen

Hort. Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte:

Unterstützte Kommunikation als ein Erfolgsfaktor für das Basic Skills Training. Mag. Barbara Prazak-Aram

Einen Beruf nach meinen Fähigkeiten und Fertigkeiten

Gestaltungs-Workshop - Meine Schule

Ergebnisse der wissenschaftlichen Umfrage der Landeselternschaft der Gymnasien NRW e.v.

Gesucht: Praktikanten/-innen mit Qualitäts-Anspruch.

[ ] Dokumentation der Projektwerkstatt

Fragebogen für Erziehungsstellenbewerber. Unsere Personalien Bewerberin Bewerber

GLOSSAR BEGRIFF FREIARBEIT

CREATING TOMORROW S SOLUTIONS CODE OF TEAMWORK AND LEADERSHIP

Kindergarten Rothenkrug Unser Konzept für die Förderung und Begleitung der Kinder von 3-6 Jahren

Ich bin Ich. Ich und meine Familie. Ich und meine Freunde. Ich und die Gemeinde Baiersbronn

Berufliche, wirtschaftliche, rechtliche und technische Zusammenhänge bilden die Schwerpunkte des Faches WAT.

Transkript:

Projektleitung: Anita Bergen, Acelya Walker Fachliche Betreuung: Prof. Dr. Marlene Jansen-Schulze Projektwerkstatt Soziale Arbeit an der Schnittstelle von Jugendhilfe und Schule, Hochschule Koblenz WEIL ICH EIN MÄDCHEN BIN 1. Projektvorstellung Das Mädchenprojekt: Weil ich ein Mädchen bin... war eine Kooperation der Hochschule Koblenz und der Mariengrundschule in Neuwied und fand einmal wöchentlich, im Rahmen der Ganztagsschule, in Form einer Arbeitsgemeinschaft (AG) statt. Ziel des Projektes war, dass jede Projektteilnehmerin sich bewusst mit der eigenen Identität auseinandersetzt. Dies beinhaltet sowohl die Akzeptanz der eigenen Persönlichkeit, dem Kennenlernen eigener Fähigkeiten als auch die Entwicklung einer positiven Einstellung zu sich und den kommenden Veränderungen in der Pubertät. Das Projekt fand im Rahmen der Projektwerkstatt Soziale Arbeit an der Schnittstelle von Jugendhilfe und Schule der Hochschule Koblenz, Fachbereich Sozialwissenschaften, über den Zeitraum vom Wintersemester 2014/15 bis Wintersemester 2015/16 statt. Es stand unter der professionellen Leitung von Prof. Dr. Marlene Jansen-Schulze. 2. Fachliche Grundlagen Empowerment wird auch mit den Begriffen Selbstbemächtigung, Selbstbefähigung oder auch Stärkung von Autonomie und Eigenmacht übersetzt und spielte bei der Durchführung des Projektes eine große Rolle. Das Ziel dieses Handlungsprinzips ist es, schon vorhandene Fähigkeiten der Adressaten sozialer Dienstleistungen zu autonomer Lebensorganisation zu kräftigen und Ressourcen freizusetzen, mit deren Hilfe sie die eigenen Lebenswege und Lebensräume selbstständig gestalten können (Herringer 2006, S.1). Durch das Projekt Weil ich ein Mädchen bin wurde ein Raum geschaffen, in welchem die Mädchen ihre eigene Fähigkeiten und Ressourcen entdecken konnten. Im Vordergrund stand dabei die eigene weibliche und persönliche Entwicklung. Der Zielgruppe wurde es ermöglicht, durch Wissensaustausch die eigenen Stärken zu benennen, entwickeln und zu verbessern. Zudem hatte jedes Kind die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten der Gruppe vorzustellen, indem es beispielsweise eine Gruppenstunde gestaltete. Hierbei wurde es von der Gruppenleitung und anderen Teilnehmern unterstützt. Zudem wurde nach dem Arbeitsansatz der sozialen Gruppenarbeit, welche die Beziehungsfähigkeit und Konfliktfähigkeit des Einzelnen steigern soll, gearbeitet. (vgl. Behnisch 2013, S.13) Gerade zu Beginn des Projektes galt es Konflikte aus dem Schulalltag auszuarbeiten und Lösungsansätze zu finden.

3. Zielgruppe Das Angebot der AG richtete sich an alle Schülerinnen der Ganztagsschule, welche die dritte oder vierte Klasse besuchen. Teilgenommen haben insgesamt zehn Mädchen, von denen acht einen Migrationshintergrund haben. 4. Ziele des Projektes Das Konzept sieht vor, dass die Mädchen sich im Laufe der Durchführung bewusst mit ihrer eigenen Identität auseinandersetzten. In der Durchführung sollen sie die Möglichkeit haben in einem pädagogisch betreuten Rahmen ihre individuellen Bedürfnisse und Wahrnehmungen, auch in Hinblick auf die bevorstehende Veränderungen in der Pubertät, zu erkennen und zu äußern. Grobziel 1: Das Mädchen nimmt an der AG Weil ich ein Mädchen bin aktiv teil. Feinziel: Das Mädchen beteiligt sich an der Planung von Aktionen. Das Mädchen bringt eigene Ideen ein. Das Mädchen setzt die geplanten Aktionen mit um. Grobziel 2: Das Mädchen nimmt sich positiv als eigenständige Person wahr. Feinziel: Das Mädchen kann zwei eigene Fähigkeiten/Fertigkeiten benennen. Das Mädchen kann ansatzweise seine Vorstellung von sich als Frau erzählen. Das Mädchen kann seine Meinung in der Gruppe frei äußern. Grobziel 3: Das Mädchen entwickelt eine positive Einstellung zu sich und kommenden Veränderungen in der Pubertät. Feinziel: Das Mädchen redet über die weibliche Entwicklung. Das Mädchen erzählt, was die Rolle der Frau in ihrer Kultur ist. Das Mädchen kann zwei Dinge aufzählen, welche sie an sich selbst schön findet.

5. Durchführung Am 10.11.2014 startete das Projekt in den Räumen der Mariengrundschule, Neuwied. Die Durchführung war in 6 Bausteine unterteilt: Was ist Mädchen sein Ich bin Ich (eigene Fähigkeiten entdecken und stärken) Die Rolle der Frau (in der heutigen Gesellschaft im Blickwinkel Migration) Körperbewusstsein Teil 1 (Schwerpunkt: Veränderung in der Pubertät) Körperbewusstsein Teil 2 (Schwerpunkt: Körperpflege und Hygiene) Körperbewusstsein Teil 3 (Schwerpunkt: Sport und Ernährung) Die Länge und Intensität der einzelnen Phasen wurden den Bedürfnissen und Wünschen der Mädchen angepasst. In diesem Zusammenhang gestalteten die Mädchen Collagen unter der Fragestellung: Was bedeutet es für mich ein Mädchen zu sein. Dazu stand auch ein Besuch der Innenstadt an, mit der Aufgabe eigene Interessen in einer Kleingruppe darzustellen und dies zu fotografieren. Bei einer anschließenden Besprechung konnten sie dies den anderen Teilnehmern vorstellen. Weil ich ein Mädchen bin, spiele ich gern Fußball. Weil ich ein Mädchen bin, schminke ich mich. Weitere Inhalte der Umsetzung war der Besuch der Fürstin zu Wied, durch welchen die Kinder einen Einblick in eine außergewöhnliche Rolle einer Frau erhielten, die freie Gestaltung eines TShirts, Diskussionen über die eigene Entwicklung, die Herstellung von Pflegeprodukten und die Planung des Abschlussgrillens. W CHH EEIIN N CHHEEN NB BIIN WEEIILLL IIC NM MÄÄÄDDC N

Das Abschlussgrillen mit Eltern und Lehrern wurde von den Mädchen eigenständig geplant und durchgeführt. Als Highlight des Projektes galt die anschließende Übernachtung mit der Projektgruppe in der Turnhalle der Schule. 6. Fazit Zusammenfassend ist festzustellen, dass die gesetzten Ziele erreicht wurden. Im gesamten Verlauf konnten die Mädels, aufgrund der Vielfalt an Themen und Aktionen, viele eigenen Fähigkeiten, Stärken und Fertigkeiten erkennen und diese benennen. (Grobziel 2) Oft brachten sie eigene Ideen und Projektvorschläge ein und setzten diese mit Unterstützung der Projektleiterinnen um. (Grobziel 1). Vor allem das Thema der Pubertät warf bei den Mädchen viele Fragen auf, da sie dies parallel im Unterricht behandelten. Im Projekt konnten die Unsicherheiten aufgegriffen und bearbeitet werden. Hier entwickelten die Mädchen viel Verständnis füreinander und unterstützen sich gegenseitig. (Grobziel 3) Sowohl die positiven Rückmeldungen der Kinder im Verlauf des Projektes als auch die von Eltern und Lehrern haben gezeigt, dass das Projekt sehr erfolgreich war. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass das Angebot des Mädchenprojektes für ein weiteres Schuljahr durchgeführt wird. gez. Anita Bergen, Acelya Walker Literatur: Behnisch, Michael; Lotz, Walter; Maierhof, Gudrun [2013]: Soziale Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Theoretische Grundlage - methodische Konzeption - empirische Analyse. Weinheim Basel: Beltz Verlag Herriger, Norbert [2006]: Empowerment.de. Potenziale nutzen. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.) [2006]: Fachlexikon der sozialen Arbeit. 6. Auflage, Berlin. Online: URL: http://www.empowerment.de/empowerment.de/files/materialien-1-stichwort-empowerment.pdf. Datum der Recherche: 04.11.2015.

7. Anhang Elternbrief vom 17.11.2014

Elternbrief vom 19.01.2015

Elternbrief vom 22.06.2015

Beispiel: Arbeitsblatt der Projektstunde vom 02.02.2015./ Baustein 2: Ich bin Ich

8. FOTOS Weiter Fotos zur Fotoaktion zum Thema: Weil ich ein Mädchen bin. gehe ich gerne shoppen. spiele ich Computerspiele. W CHH EEIIN N CHHEEN NB BIIN WEEIILLL IIC NM MÄÄÄDDC N

mag ich Blumen.

Zeitungartikel vom 15.11.2015 erschienen in der Super Sonntag Neuwied/ Koblenz/ Andernach/ Weißenthurm/ Bendorf W CHH EEIIN N CHHEEN NB BIIN WEEIILLL IIC NM MÄÄÄDDC N