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Nr. 225/2 d Application Bulletin Von Interesse für: Weinanalyse, Lebensmittel A G 1, 7 Einfache Weinanalyse mit dem Titrino Zusammenfassung Das Bulletin beschreibt die Bestimmung der folgenden Parameter in Wein: ph-wert, titrierbare Gesamtsäure, freie schweflige Säure und gesamte schweflige Säure. Geräte und Zubehör SET/MET-Titrino 702 oder SET-Titrino 719 Magnetrührer 2.728.0040 Zwei Wechseleinheiten 6.3014.223 Eventuell Drucker, z.b. Nadeldrucker Citizen idp562rs 2.140.002X mit Druckerkabel 6.2125.050 LL-Unitrode 6.0258.000 mit integriertem Pt-1000-Temperaturfühler (kombinierte ph-glaselektrode für die Bestimmung des ph-werts und der titrierbaren Gesamtsäure) Doppel-Pt-Blech-Elektrode 6.0309.100 mit Elektrodenkabel 6.2104.020 (für die Bestimmung der freien und gesamten schwefligen Säure) Reagenzien Für den ph-wert: Pufferlösungen ph = 4,00 (6.2307.100) und ph = 7,00 (6.2307.110) Für die titrierbare Gesamtsäure: Titriermittel: Natronlauge, c(naoh) = 0,1 mol/l (Wechseleinheit 1) Eventuell Stickstoff aus Druckgasflasche (zur Entfernung von CO 2 ) Für die freie und gesamte schweflige Säure: Titriermittel: Iodid-/Iodat-Lösung, c(1/6 KIO 3 ) = 1/64 mol/l (Wechseleinheit 2): 0,5573 g bei maximal 150 C getrocknetes Kaliumiodat werden in ca. 700 ml dest. Wasser gelöst. Man gibt 3,5 g Kaliumiodid zu, löst dieses und füllt mit dest. Wasser auf 1 L auf. Kaliumiodid, puriss. p.a. Schwefelsäure, w(h 2 SO 4 ) = 25% Natronlauge, c(naoh) = 1 mol/l

Einfache Weinanalyse mit dem Titrino Seite 2 Analyse 1. ph-wert Die ph-glaselektrode wird im CAL-Modus des Titrinos kalibriert. Anschliessend spült man die Elektrode mit dest. Wasser, tupft sie mit einem weichen Papiertuch (z.b. Kleenex) ab und taucht sie in die unverdünnte Weinprobe. Nach Erreichen des Driftkriteriums wird der Wert am Gerät angezeigt bzw. ausgedruckt. Der gemessene ph-wert wird als Konstante C40 im Titrino gespeichert. Bemerkungen Der ph-wert von Weinen liegt normalerweise zwischen 3,3 und 4,0. ph-werte über 3,8 können zu Stabilitätsproblemen führen. Bei Nichtgebrauch wird die kombinierte ph-glaselektrode in c(kcl) = 3 mol/l aufbewahrt. Die Kalibrierung ist bei häufigem Gebrauch der Elektrode einmal wöchentlich durchzuführen. Bei längerem Nichtgebrauch erfolgt die Kalibrierung vor der ersten Messserie. 2. Titrierbare Gesamtsäure Für diese Titration verwendet man die kalibrierte ph-glaselektrode. Kohlendioxid muss vorab aus der Probe entfernt werden. Dies geschieht am besten, indem man während 3... 5 min Stickstoff durch die Weinprobe perlen lässt. Alternativ kann die Probenlösung auch zum Sieden erhitzt und dann sofort wieder abgekühlt werden. 10,0 ml Wein und ca. 10 ml dest. Wasser werden ins Becherglas pipettiert und wie oben beschrieben vom CO 2 befreit. Unter Rühren wird dann im SET-Modus mit c(naoh) = 0,1 mol/l auf ph = 7,0 titriert (Parametereinstellungen siehe Anhang). Berechnung Das Resultat wird in g/l Weinsäure angegeben. Wird mit einem anderen Probenvolumen als 10,0 ml oder mit einer abweichenden Titriermittelkonzentration gearbeitet, ändert sich der Umrechnungsfaktor entsprechend. g/l Weinsäure = EP1 * C01 EP1 = Titriermittelverbrauch in ml C01 = 0,75 (Umrechnungsfaktor) Bemerkung Nach dem Säureabbau liegen die Werte für die titrierbare Gesamtsäure normalerweise zwischen 4,0 und 6,5 g/l. 3. Freie schweflige Säure Es wird die Doppel-Pt-Blech-Elektrode verwendet und am «Pol»-Eingang des Titrinos angeschlossen. Ins Becherglas werden 50 ml Wein pipettiert. Man versetzt mit ca. 1 g KI sowie 5 ml w(h 2 SO 4 ) = 25% und titriert sofort im Ipol-Modus [I(pol) = 1 µa] mit der Iodid- /Iodat-Lösung. Bei Verwendung des SET/MET-Titrinos 702 ist der MET-Ipol-Modus vorzuziehen; mit dem SET-Titrino 719 können dagegen nur Titrationen auf einen

Einfache Weinanalyse mit dem Titrino Seite 3 vorgegebenen Endpunkt (SET-Titrationen) durchgeführt werden (Parametereinstellungen siehe Anhang). Berechnung mg/l SO 2 = EP1 * C01 EP1 = Titriermittelverbrauch in ml C01 = 10 (Umrechnungsfaktor) Bemerkungen Die Gehalte an freier schwefliger Säure können je nach Land und Weinsorte stark schwanken. Sie liegen normalerweise zwischen 20 und 100 mg/l SO 2. Neue oder längere Zeit nicht benutzte Doppel-Pt-Blech-Elektroden können ein schlechtes Ansprechverhalten zeigen: Man erhält keine oder nur sehr kleine Potentialsprünge. In diesem Fall können Sie die Elektrode wie folgt regenerieren: Beide Pt-Bleche werden an den Minuspol einer Gleichstromquelle (z.b. 4,5-V- Batterie) angeschlossen. An den Pluspol schliesst man eine Pt-Draht-Elektrode oder einen Eisennagel an. Unter Rühren werden nun die Elektroden in eine verdünnte Schwefelsäurelösung (die noch etwas Sulfit enthält) eingetaucht und während ca. 3 min elektrolysiert. Dabei sollen Gasblasen an den Pt-Blechen entstehen. Anschliessend entfernt man die Elektroden aus der Lösung und spült sie gründlich mit dest. Wasser. 4. Gesamte schweflige Säure Man verwendet für diese Titration die gleiche Elektrode (Doppel-Pt-Blech-Elektrode) wie für die Bestimmung der freien schwefligen Säure. Die Parametereinstellungen sind jedoch anders (siehe Anhang). Die gebundene schweflige Säure muss vorab durch Hydrolyse mit Natronlauge freigesetzt werden. Im Becherglas werden 50 ml Wein mit 25 ml c(naoh) = 1 mol/l versetzt, kurz umgerührt und dann 10 min stehen gelassen. Anschliessend versetzt man mit ca. 1 g KI sowie 10 ml w(h 2 SO 4 ) = 25% und titriert sofort mit der Iodid-/Iodat-Lösung wie unter 3. beschrieben. Berechnung mg/l SO 2 = EP1 * C01 EP1 = Titriermittelverbrauch in ml C01 = 10 (Umrechnungsfaktor) Bemerkungen Die erlaubten Maximalwerte für die gesamte schweflige Säure bewegen sich je nach Land und Weinsorte innerhalb weiter Grenzen (160... 450 mg/l SO 2 ). Weissweine und natürliche Süssweine weisen höhere Werte als Rotweine auf. Für die Behandlung der Doppel-Pt-Blech-Elektrode gilt das unter 3. Gesagte. Die Bestimmung der gesamten schwefligen Säure kann auch gleich im Anschluss an die Titration der freien schwefligen Säure erfolgen (in der gleichen Probenlösung). Zur austitrierten Probe wird Natronlauge zugesetzt und wie oben beschrieben weiter verfahren (genügend NaOH verwenden, die Probe muss alkalisch sein). Die gesamte schweflige Säure berechnet sich dann aus der Summe der beiden Titriermittelverbräuche.

Einfache Weinanalyse mit dem Titrino Seite 4 Die hier beschriebene Methode ist nicht spezifisch. Es werden auch andere reduzierende Substanzen (Vitamin C, gewisse Reduktone) mit erfasst. Dies insbesondere bei Weinen mit Restzuckergehalten >5 g/l. Die zuverlässigsten Werte erhält man durch Anwendung der Destillationsmethode. Abbildungen date 2000-03-07 time 15:41 0 MEAS ph ph >measuring signal drift 1 mv/min equilibr.time 180 s meas.input: 1 req.sampl size: Abb. 1: Parametereinstellungen für die ph-messung. date 2000-03-07 time 15:47 0 SET ph tot acid >SET1 EP at ph 7.00 dynamics 2 max.rate 10.0 ml/min min.rate 25.0 µl/min stop crit: drift stop drift 20 µl/min >SET2 EP at ph >titration titr.direction: + 0 s meas.input: 1 20 ml conditioning: Abb. 2: Parametereinstellungen für die Bestimmung der Gesamtsäure.

Einfache Weinanalyse mit dem Titrino Seite 5 date 2000-03-08 time 09:34 2 MET Ipol freeso2 >titration V step 0.10 ml titr.rate signal drift mv/min equilibr.time 10 s 4 ml stop U mv stop EP 9 >evaluation EPC 30 mv EP recognition: greatest fix EP1 at U mv Abb. 3: Parametereinstellungen am SET/MET-Titrino 702 für die Bestimmung der freien schwefligen Säure (MET-Ipol-Modus). 'fr date 2000-03-08 time 09:34 2 U(init) 19 mv MET Ipol freeso2 EP1 0.650 ml 134 mv free SO2 6.50 mg/l reached ******** 250 200 U [mv] 150 EP1 100 50 0 0.0 0.5 1.0 1.5 2.0 2.5 3.0 3.5 4.0 V [ml] Abb. 4: Resultatblock und Titrationskurve für die Bestimmung der freien schwefligen Säure in Wein mit dem SET/MET-Titrino 702.

Einfache Weinanalyse mit dem Titrino Seite 6 date 2000-03-08 time 10:13 3 MET Ipol tot SO2 >titration V step 0.10 ml titr.rate signal drift mv/min equilibr.time 0 s start V 0.3 ml dos.rate 20 ml stop U mv stop EP 9 >evaluation EPC 30 mv EP recognition: greatest fix EP1 at U mv Abb. 5: Parametereinstellungen am SET/MET-Titrino 702 für die Bestimmung der gesamten schwefligen Säure (MET-Ipol-Modus). 'fr date 2000-03-08 time 10:13 3 U(init) 13 mv MET Ipol tot SO2 EP1 7.701 ml 131 mv tot SO2 77.01 mg/l reached ******** 250 200 U [mv] 150 EP1 100 50 0 0.0 2.5 5.0 7.5 10.0 12.5 15.0 17.5 20.0 V [ml] Abb. 6: Resultatblock und Titrationskurve für die Bestimmung der gesamten schwefligen Säure in Wein mit dem SET/MET-Titrino 702.

Einfache Weinanalyse mit dem Titrino Seite 7 719 S Titrino 06125 719.0020 date 2000-03-07 time 16:15 1 SET Ipol freeso2 >SET1 20 mv dynamics 300 mv max.rate 5 ml/min min.rate 10 µl/min stop crit: time stop time 10 s >SET2 mv >titration titr.direction: start V 0.3 ml dos.rate 30 ml/min 10 ml conditioning: Abb. 7: Parametereinstellungen am SET-Titrino 719 für die Bestimmung der freien schwefligen Säure (SET-Ipol-Modus). 719 S Titrino 06125 719.0020 date 2000-03-07 time 16:20 2 SET Ipol tot SO2 >SET1 20 mv dynamics 100 mv max.rate 10 ml/min min.rate 10 µl/min stop crit: time stop time 10 s >SET2 mv >titration titr.direction: start V 0.3 ml dos.rate 30 ml/min 50 ml conditioning: Abb. 8: Parametereinstellungen am SET-Titrino 719 für die Bestimmung der gesamten schwefligen Säure (SET-Ipol-Modus).