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Bessere Ärzte bessere Patienten: Gerd Gigerenzer

Transkript:

Arzt-Patient-Kommunikation Evidenzbasierte Patientenberatung <5% <5% Bielefeld, 28. April 2008 Gesundheitskommunikation David Leitbild: mündiger, informierter und kompetenter Patient realistische Erwartungen an Outcomes Entscheidungen, die seinen Erwartungen und Bedürfnissen entsprechen Über-, Unter- und Fehlversorgung 1973 bessere Entscheidungen 1972 Archibald Cochrane 1909-1988 Jack Wennberg Anfang der 1970er Jahre Tonsillektomierate Schulbezirk seiner Kinder 20 Prozent benachbarter Schulbezirk 70 Prozent geographical variations 1

Anatomie einer Entscheidung Paradigmen des Paternalismus der Arzt entscheidet gut und klug im Sinne seines Patienten der Arzt setzt den Fortschritt der Wissenschaft rational in effektive Versorgung um Wennberg J, Gittelsohn A: Small area variations in health care delivery. Science 1973; 182:1102-8 Eddy 1990, Modifikation 2008 EBM Nutzen / Schaden patientenrelevante Outcomes Eddy 1990, Modifikation 2008 1919 Salus aegroti suprema lex Primum nil nocere Das autistische Denken hat seine besonderen, von der (realistischen ) Logik abweichenden Gesetze sucht nicht Wahrheit, sondern Erfüllung von Wünschen Zu schön, um nicht wahr zu sein aber: Schaden = oder > Nutzen Krankheitsfrüherkennung PSA 2008 Antidepressiva leichte und mittelschwere Depression 2007 Gefäßprothese (Stent) nach Herzinfarkt bei stabiler koronaren Herzkrankheit 2002 Hormon"ersatz"therapie 1999 Hochdosis-Chemotherapie mit Knochenmarkstransplantation bei metastasiertem Brustkrebs 1989 Flecainid (Tambocor R ) bei Herzrhythmusstörungen nach Herzinfarkt uvam. aus der Geschichte lernen! Gardasil? Herceptin? Aricept? 2

subjektiv DIPEx medizinische Entscheidungen patientenbezogener Nutzen und Schaden Lebenserwartung Lebensqualität Eddy 1990, Modifikation 2008 1. Mortalität Sterblichkeit 2. Morbidität Beschwerden und Komplikationen 3. gesundheitsbezogene Lebensqualität 4. interventions- und erkrankungsbezogener Aufwand 5. Patientenzufriedenheit IQWiG. Methodenpapier. Vs.2, S.38f. Präferenzsensitive Entscheidungen patientenrelevante Outcomes DIPeX Database of Individual Patient t Experiences Ziel bessere Entscheidungen Methode Informationen von erfahrenen Patienten Tiefeninterviews Dauer 1 6 Stunden maximum variation sample medizinische und praktische Informationen Shared Decision Making 3

Shared Decision Making 1 Problem 1 Informationen 1 Optionen 2 Präferenz 1 + 2 Entscheidung Decision aids Schritt 1 + 2 koronare Herzkrankheit: Revaskularisation Brustkrebs: brusterhaltende Therapie Prostata-Karzinom: Prostatektomie PSA-Screening Screening O Connor, A.M et al. Decision aids for people facing health treatment or screening decisions. The Cochrane Database of Systematic Reviews 2004, Issue 1, S.14 OPTION observing patient involvement Elwyn et al. 2005 Risikokommunikation o o Schritt 1 + 2 Rolls Royce Phantom 2006 Basispreis: 379.000,- Tiger-Maskottchen Olympia Seoul 1988 1,- Sich schlau machen in Gesundheitsfragen wie? 10 % Rabatt? 4

www.g-infos.de Bücher und Websites www.machen-sie-sich-schlau.de Kurs evidenzbasierte Medizin für Laien www.forum-gesundheitspolitik.de aktuelle Studien - Informationen für eine soziale Gesundheitspolitik Die Zukunft der evidenzbasierten Patientenberatung Oktober 2005 Evidenzbasierte Praxis 5

http://www.pickereurope.org/filestore/downloads/qei_review_ab.pdf Patienten-fokussierte Interventionen Gesundheitsbildung Entscheidungsfindung Selbstmanagement Patientensicherheit erfolgreiche Interventionen für alle Bereiche erhebliche Wissenslücken 6