MITARBEITERMOTIVATION: EMOTIONEN SIND ENTSCHEIDEND Dale Carnegie Training Whitepaper Copyright 2012 Dale Carnegie & Associates, Inc. All rights reserved. Emotional_Engagement_111512_wp
WARUM EMOTIONEN WICHTIG SIND Menschen finden meistens rationale Begründungen für ihre Entscheidungen, tatsächlich aber spielen emotionale Faktoren bei der Entscheidungsfindung eine viel größere Rolle. Im Nachhinein werden Entscheidungen häufig mit rationalen Argumenten begründet. Die herausragende Bedeutung von Emotionen wird in der Managementforschung auch als Grund dafür betrachtet, dass lediglich ein Drittel der Mitarbeiter eines Unternehmens bei ihrer täglichen Arbeit voll motiviert sind. Emotionen sind auch entscheidend dafür, dass die restlichen zwei Drittel der Mitarbeiter Stück für Stück ihre Motivation verlieren und das Unternehmen schließlich verlassen. Strategien, um die richtigen Mitarbeiter zu rekrutieren und ihre Motivation zu erhalten, beinhalteten in der Vergangenheit vor allem materielle Belohnungen wie Gehaltserhöhungen, Bonuszahlungen oder flexible Arbeitszeitgestaltung. Entscheidend sind aber letztlich persönliche Beziehungen am Arbeitsplatz. Diese haben den größten Einfluss darauf, ob Mitarbeiter engagiert und motiviert sind, effektiv arbeiten, ihrem Unternehmen treu bleiben und sich positiv darüber äußern. Wenn Sie mit anderen Menschen zu tun haben, denken Sie daran: Menschen sind keine Vernunftgeschöpfe. Sie werden von ihren Gefühlen geleitet. Im Auftrag von Dale Carnegie Training untersuchte MSW Research, welche emotionalen Faktoren Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit beeinflussen. MSW verwendete dafür die EMO*Dynamics Testbatterie achtundzwanzig positive und negative Emotionen, die sich als wichtig für die Entscheidungsfindung von Kunden in den verschiedensten Bereichen erwiesen haben. Diese bahnbrechende, in den USA mit 1500 Mitarbeitern durchgeführte Studie ergab, dass fünf dieser achtundzwanzig Emotionen für Motivation verantwortlich waren und zwölf für Motivationsverlust. Dale Carnegie 2
DIE KRAFT POSITIVER EMOTIONEN Inspiration Wertschätzung Begeisterung Mitarbeitermotivation Selbstständigkeit Selbstsicherheit Experimente haben gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen anderen helfen, höher ist, wenn sie in guter Stimmung sind. Ein Lächeln bewirkt nicht nur, dass wir uns besser fühlen, sondern ist auch ansteckend. Wir können positive Gefühle speichern, um uns vor negativen Gedanken zu schützen und schwierige Zeiten zu überstehen. Das gilt sowohl in unserem beruflichen wie auch privaten Alltag. Die Analyse zeigt, dass eine wichtige Voraussetzung für motivierte Mitarbeiter ist, dass sie sich wertgeschätzt, selbstsicher, inspiriert, begeistert und zu selbstständigem Handeln ermutigt fühlen. Wertschätzung ist der Schlüssel zum Erfolg. 46% der Mitarbeiter gaben in der Studie an, dass sie sich wertgeschätzt fühlen. Das Gefühl der Wertschätzung allein führt aber noch nicht zu mehr Motivation, sondern stellt lediglich die Grundlage für die anderen, positiveren Emotionen dar. Wertschätzung und Sicherheit führen gemeinsam dazu, dass Menschen Entscheidungen in Bezug auf ihre Arbeit treffen und begeistert sind, was sie wiederum dazu inspiriert, sich noch mehr anzustrengen. Mitarbeiter, die ihre Arbeit mit Freude und Begeisterung tun, möchten nicht nur Geld verdienen, sondern ihnen liegt das Unternehmen am Herzen und sie setzen sich dafür ein, seine Ziele voranzubringen. Folgende, mit Emotionen im Zusammenhang stehende Fragen stellen sich Menschen in Bezug auf ihre Arbeit: Fühle ich mich wertgeschätzt? Schätze ich das Unternehmen, für das ich arbeite? Fühle ich mich meinem Unternehmen zugehörig? 3
Diese Fragen sind entscheidend für die Motivation der Mitarbeiter und beeinflussen ihre Leistung bei der Arbeit sowie ihre Bereitschaft, zu lernen. Mitarbeiter möchten ein Teil eines größeren Ganzen sein, von etwas, worauf sie stolz sein können. Wenn sie stolz auf ihr Unternehmen sind, gehen sie mit mehr Energie an die Arbeit. Sie freuen sich darauf, zur Arbeit zu gehen und sind eher bereit, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, damit das Unternehmen erfolgreich ist. Kurz gesagt: Sie sind motiviert und engagiert. 4
Die Motivation von Mitarbeitern steigt, je mehr positive Emotionen sie haben (Inspiration, Begeisterung, Selbstständigkeit, Selbstsicherheit, Wertschätzung). 70% aller befragten Mitarbeiter gaben an, zumindest eine dieser fünf wichtigsten Emotionen zu haben, aber nur 12% gaben drei an. In dieser letzten Gruppe waren nur 5% demotiviert, während über die Hälfte positiv motiviert waren und das Unternehmen voranbringen wollten. 120 100 80 60 40 20 0 21 15 5 46 43 48 50 43 52 29 37 11 0 1 2 3 Demotiviert Teilweise motiviert Motiviert Engagement bedeutet mehr als nur zufrieden mit der Arbeit sein. Zufriedenheit wirkt sich tatsächlich in nur geringem Maße auf die Motivation aus. Motivation hat vielmehr damit zu tun, ob die Mitarbeiter eine persönliche Bindung zum Unternehmen haben und sich ihm verpflichtet fühlen. Motivation ist messbar in Form der Bereitschaft eines Mitarbeiters, sein Unternehmen als Arbeitgeber weiter zu empfehlen. Anzahl der gefühlten positiven Emotionen Welche Rolle spielen negative Emotionen? Menschen mit negative Emotionen Menschen mit positiven Emotionen Motiviert 10 52 Motiviert Teilweise motiviert Teilweise motiviert 42 43 48 Demotiviert 5 Demotiviert Zwischen negativen Emotionen und der Höhe der Motivation eines Mitarbeiters gibt es einen direkten Zusammenhang. Mitarbeiter mit negativen Emotionen sind fast zehn Mal demotivierter als Mitarbeiter mit positiven Emotionen. Fast drei von zehn Mitarbeitern geben an, aufgrund ihrer Zusammenarbeit mit ihrem direkten Vorgesetzten mindestens eine von zwölf relevanten negativen Emotionen zu haben. 5
Fast die Hälfte dieser Mitarbeiter sind demotiviert und nur 10% motiviert, was einen starken Kontrast zu den 52% motivierten Mitarbeitern darstellt, die durch ihre Zusammenarbeit mit ihrem direkten Vorgesetzten positive Gefühle erlebten. Apathie Langeweile Angst Desinteresse 10% Unwohlsein 10% 1% Verärgerung 12% Verletzlichkeit Manipulation Einschüchterung Ausgeliefertsein Geringschätzung Diese negativen Emotionen führen zu Demotivation: die Mitarbeiter sind verärgert, desinteressiert und fühlen sich unwohl. Man wird keine Leistungsverbesserung erreichen, wenn man Mitarbeiter kritisiert. Aber man kann sicher sein, dass Geringschätzung durch den direkten Vorgesetzten zu emotionaler Distanzierung und Demotivation führt. Einfach ausgedrückt: ein guter Vorgesetzter sorgt dafür, dass seine Mitarbeiter sich wertgeschätzt fühlen und selbstsicher handeln, ein schlechter Vorgesetzter verärgert die Mitarbeiter und sorgt dafür, dass sie sich unwohl fühlen. Das ist besonders deshalb wichtig, weil negative Emotionen in viel höherem Maße ansteckend sind als positive. Aufgrund der Tatsache, dass sie viel leichter wahrgenommen werden, können sie sich von einem einzelnen Mitarbeiter auf andere Mitarbeiter und das gesamte Unternehmen ausbreiten und von dort sogar auf Kunden, mögliche Neukunden und potenzielle zukünftige Mitarbeiter überspringen. 6
Was fördert diese Emotionen? Die Emotionen eines Mitarbeiters in Bezug auf das eigene Unternehmen und insbesondere das Verhalten seines direkten Vorgesetzten wirken sich auf dessen Beziehung zu seiner Arbeit aus. Eine Analyse zur Feststellung des Zusammenhangs zwischen Gefühlen, die durch den Vorgesetzten und das Unternehmen hervorgerufen wurden, ergab, dass zwischen beiden ein starker Zusammenhang besteht. In jedem Fall ist aber der direkte Vorgesetzte der Hauptverantwortliche für Emotionen am Arbeitsplatz; Reaktionen auf ihn oder sie erklären zu 84% die Gefühle der Mitarbeiter in Bezug auf ihr Unternehmen. Lediglich das Gefühl der Zufriedenheit wird stärker durch das Unternehmen als durch den direkten Vorgesetzten beeinflusst. Weitere Analysen zeigten den Zusammenhang zwischen den Gefühlen der Mitarbeiter und ihrer Zufriedenheit mit ihrem direkten Vorgesetzten. Der direkte Vorgesetzte erzeugt eine starke emotionale Reaktion. Manager, die positive Emotionen bei ihren Mitarbeitern erzeugen, fördern deren Zufriedenheit. Die höchsten Zufriedenheitswerte erzielen sie, wenn ihre Mitarbeiter inspiriert, begeistert und zufrieden sind und Freude an der Arbeit haben. Im umgekehrten Fall, wenn der direkte Vorgesetzte negative Emotionen bei seinen Mitarbeitern hervorruft, liegen die Zufriedenheitswerte weit unter dem Durchschnitt. Insbesondere Vorgesetzte, deren direkte Mitarbeiter sich gering geschätzt fühlen und wütend oder verärgert sind, erhalten die niedrigsten Zufriedenheitswerte. Die Zufriedenheit mit dem Management wirkt sich auf die allgemeine Zufriedenheit der Mitarbeiter im Unternehmen aus, die in engem Zusammenhang mit Motivation steht. Positive Emotionen in Ihrem Unternehmen entwickeln Die Emotionen eines Mitarbeiters in Bezug auf sein Unternehmen und insbesondere das Verhalten seines direkten Vorgesetzten wirken sich auf dessen Beziehung zu seiner Arbeit aus. Haben die Mitarbeiter einen positiven Bezug zu ihrem Unternehmen, fühlen sie sich zugehörig und bleiben dem Unternehmen eher treu. Sie machen mehr Arbeit in weniger Zeit und die Fluktuationskosten werden deutlich gesenkt. Dale Carnegie Training kann Ihr Unternehmen darin unterstützen, effektive zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen, welche die positiven Emotionen verstärken, die für eine produktive Arbeitsumgebung essenziell sind und die zu motivierteren Mitarbeitern führen. www.dalecarnegie.de 7