allesgute :) stada-diagnostik.de Statine Analyseergebnis DNA-Analyse durch humatrix AG, Reißstraße 1a, 64319 Pfungstadt Vertrieb durch STADApharm GmbH, 61118 Bad Vilbel, Stand: Februar 2014
SEITE 1 ERGEBNIS DER LABORANALYSE Proband: Hans Mustermann* geb. am 09.12.1941 * Bitte beachten Sie, dass die Nennung der Daten nur hilfsweise gemäß der versicherten Angaben erfolgt, da die Identität der Probanden nicht beglaubigt wurde. Statine Chromosom 7q21.12, ABCB1-Gen Pos. 3435c/t (rs1045642) S*c/c **c/t **t/t G412G, Pos. 1236c/t (rs1128503) **c (G412)/c (G412) **c (G412)/t (412G) S*t (412G)/t (412G) A893S, Pos. 2677g/t (rs2032582) S*g (A893)/g (A893) **g (A893)/t (893S) **t (893S)/t (893S) A893T, Pos. 2677g/a (rs2032582) S*g (A893)/g (A893) **g (A893)/a (893T) **a (893T)/a (893T) Chromosom 4q22-q23, ABCG2-Gen Q141K, Pos. 421c/a (rs2231142) S*c (Q141)/c (Q141) **c (Q141)/a (141K) **a (141K)/a (141K) Chromosom 12p12, SLCO1B1-Gen V174A, Pos. 521t/c (*5; rs4149056) **t (V174)/t (V174) **t (V174)/c (174A) S*c (174A)/c (174A) T155P, Pos. 463a/c (*4; rs11045819) S*a (T155)/a (T155) **a (T155)/c (155P) **c (155P)/c (155P) N130D, Pos. 388a/g (*1B; rs2306283) S*a (N130)/a (N130) **a (N130)/g (130D) **g (130D)/g (130D) Pos. 11187g/a (rs4149015) S*g/g **g/a **a/a
SEITE 2 Chromosom 5q13.3-q14, HMGCR-Gen Pos. 451-174a/t (SNP12; rs17244841) S*a/a **a/t **t/t Pos. 2457+117t/g (SNP29; rs17238540) S*t/t **t/g **g/g Pos. 1722+45g/a (SNP20144; rs3846662) S*g/g **g/a **a/a Chromosom 4q21.23, COQ2-Gen Pos. 779-1022c/g (rs4693075) S*c/c **c/g **g/g Pfungstadt, 23.01.14 Dr. Anna Carina Eichhorn humatrix AG
SEITE 3 BERATUNG Im folgenden Abschnitt finden Sie allgemeine Informationen zum untersuchten Wirkprofil sowie individuelle Erläuterungen, Hinweise und Ratschläge zur weiteren Therapieplanung für: Hans Mustermann* geb. am 09.12.1941 * Bitte beachten Sie, dass die Nennung der Daten nur hilfsweise gemäß der versicherten Angaben erfolgt, da die Identität der Probanden nicht beglaubigt wurde. Statine Allgemeine Information: Als Statine werden Wirkstoffe bezeichnet, die als Lipidsenker eingesetzt werden und auf -statin enden, z.b. Simvastatin, Atorvastatin, Fluvastatin oder Rosuvastatin. Statine hemmen das Enzym HMG-CoA-Reduktase und senken den Cholesterinspiegel, da HMG- CoA für die körpereigene Cholesterinsynthese benötigt wird. Für das Herz-Kreislauf- System hat ein niedriger Cholesterinspiegel meist sehr positive Folgen. So geht man davon aus, dass die Häufigkeit von Herzinfarkt-Todesfällen durch Statine um mehr als ein Drittel zurückgegangen ist. Häufig treten bei der Einnahme von Statinen jedoch auch starke Nebenwirkungen in Form sogenannter Myopathien auf Veränderungen der Skelettmuskulatur, die sich zunächst in Form von Muskelschmerzen äußern, aber auch zu Lähmungen und sogar zum Tod führen können. Diese Nebenwirkungen, auch als Statin-Toxizität bekannt, haben ihren Ursprung meist in erhöhten Wirkspiegeln, also Überdosierungen des eingenommenen Statins. Die optimale Dosis für jeden einzelnen Patienten zu finden, gestaltet sich als schwierig, da die Aufnahme (Resorption) und die Ausscheidung (Elimination) der Wirkstoffe über verschiedene Transportproteine geschieht, deren Aktivitäten sich von Mensch zu Mensch unterscheiden können. Die Ursache hierfür sind Variationen in den genetischen Bauplänen der Transportproteine. Hiervon betroffen sind u.a. das P-Glykoprotein (codiert durch das ABCB1-Gen), der organische Anionentransporter 1B1 (codiert durch das SLCO1B1- Gen) sowie der ABCG2-Transporter.
SEITE 4 Nicht jedes Statin wird über die gleichen Proteine transportiert. So wirkt sich bspw. eine Veränderung im SLCO1B1-Gen deutlich auf den Plasmaspiegel von Simvastatin aus, während der von Fluvastatin relativ unverändert bleibt. Eine Variation des ABCG2-Gens hingegen erhöht den Plasmaspiegel von Fluvastatin stärker als den von Simvastatin. Das Risiko, eine Myopathie zu entwickeln, hängt also stark davon ab, welche Genveränderungen vorliegen und welches Statin eingenommen wird. In mehreren Studien konnte zudem gezeigt werden, dass das Risiko für Myopathien nach Einnahme von Statinen auch mit einer Variation im COQ2-Gen assoziiert ist, vermutlich da diese generell das Auftreten von Myopathien begünstigt. Aber nicht nur Nebenwirkungen werden durch genetische Variationen ausgelöst, auch das generelle Ansprechen auf die Statin-Therapie unterliegt ihrem Einfluss. Im genetischen Bauplan des Ziel-Enzyms HMG-CoA-Reduktase sind mehrere Veränderungen bekannt, bei deren Vorhandensein die gewünschten Cholesterinspiegel unter Standarddosierung meist nicht erreicht werden können. Bedeutung der individuellen Polymorphismenkonstellation: ABCB1-Gen: Die gefundene genetische Konstellation ist mit moderat erhöhter systemischer Exposition bei Simvastatin und Atorvastatin assoziiert. ABCG2-Gen: Es wurde keine genetische Variation gefunden, die mit erhöhter systemischer Exposition von Statinen assoziiert ist. SLCO1B1-Gen: Die gefundene genetische Konstellation ist mit deutlich erhöhter systemischer Exposition bei Simvastatin, Pitavastatin und Atorvastatin, sowie mit erhöhter systemischer Exposition bei Pravastatin und Rosuvastatin assoziiert. Fluvastatin ist hiervon am wenigsten betroffen, zeigt von allen Statinen aber auch die geringste cholesterinsenkende Wirkung. HMGCR-Gen: Die gefundene genetische Konstellation ist nicht mit vermindertem Ansprechen auf Statine assoziiert. COQ2-Gen: Die gefundene genetische Konstellation ist nicht mit erhöhtem Risiko für Myopathien nach Einnahme von Statinen assoziiert.
SEITE 5 Bei der Behandlung mit den oben genannten, von genetischen Variationen in den Genen ABCB1, ABCG2 und/oder SLCO1B1 betroffenen Statinen ist mit einer erhöhten Plasmakonzentration zu rechnen, die sich in Form von Nebenwirkungen äußern kann. Wenn möglich sollte die Behandlung mit einem nicht betroffenen Statin durchgeführt werden. Falls die Behandlung dennoch mit einem der betroffenen Statine durchgeführt werden soll, wird empfohlen, die Dosis an die individuellen Bedürfnisse der getesteten Person anzupassen. Der folgenden Tabelle können Sie die für den vorliegenden Genotyp empfohlenen Anfangs- und Maximaldosierungen entnehmen. Wirkstoff Dosisbereich (Herstellerangabe) Individuell empfohlene Anfangsdosis Individuell empfohlene Maximaldosis Simvastatin 5-80 mg/tag 5 mg/tag 20 mg/tag Pitavastatin 1-4 mg/tag 0,5 mg/tag 1mg/Tag Atorvastatin 10-80 mg/tag 10 mg/tag 20 mg/tag Pravastatin 10-40 mg/tag 10 mg/tag 20 mg/tag Rosuvastatin 5-40 mg/tag 5 mg/tag 20 mg/tag Fluvastatin 20-80 mg/tag 20 mg/tag 80 mg/tag Bitte beachten Sie, dass sich sowohl die Anfangs- als auch die Maximaldosis von den Herstellerangaben unterscheiden kann. Individuell angepasste Dosierungen sind fett markiert. Es wird empfohlen, die Behandlung zunächst mit der individuellen Anfangsdosis zu beginnen. Unter Beobachtung von Effektivität und Toxizität kann die Dosis kontinuierlich bis zum angegebenen Maximalwert gesteigert werden. Falls trotz verringerter Dosierung Nebenwirkungen auftreten, ist ein Wechsel zu einem anderen Statin zu erwägen und die Behandlung erneut mit der individuellen Anfangsdosis zu beginnen. Das allgemeine Ansprechen auf Statine ist aufgrund der vorliegenden genetischen Konstellation im HMGCR-Gen nicht vermindert und das allgemeine Risiko für Myopathien durch die Konstellation im COQ2-Gen nicht erhöht. Der therapeutische Effekt ist daher ohne auftretende Nebenwirkungen innerhalb der hier angegebenen Dosierungsgrenzen zu erwarten.
SEITE 6 Zusammenfassung der Therapieempfehlungen: Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen. Nach Möglichkeit mit nicht betroffenem Statin behandeln. Bei betroffenen Statinen individuelle Dosierungsempfehlungen beachten: mit individueller Anfangsdosis beginnen, unter Beobachtung von Effektivität und Toxizität kontinuierlich bis zu individueller Maximaldosis steigern. Normales Ansprechen auf Statine. Therapeutischer Effekt innerhalb der angegebenen Dosierungsgrenzen zu erwarten. Musterstadt, den Praxisstempel Dr. med. Klaus Mustermeier
SEITE 7 QUELLEN M. Niemi Transporter pharmacogenetics and statin toxicity. S.P. Romaine et al. L.R. Brunham et al. Clin Pharmacol Ther. 2010; 87:1; 130-133 The influence of SLCO1B1 (OATP1B1) gene polymorphisms on response to statin therapy. Pharmacogenomics J. 2010 ; 10:1 ; 1-11 Differential effect of the rs4149056 variant in SLCO1B1 on myopathy associated with simvastatin and atorvastatin. Pharmacogenomics J. 2012 ; 12:3 ; 233-237 J. Oh et al. Genetic determinants of statin intolerance. K.B. Hoffman et al. R.A. Wilke et al. Lipids Health Dis. 2007 ; 6:7 A Survey of the FDA s AERS Database Regarding Muscle and Tendon Adverse Events Linked to the Statin Drug Class. PLOS One 2012 ; 7:8 The clinical pharmacogenomics implementation consortium: CPIC guideline for SLCO1B1 and simvastatin-induced myopathy. Clin Pharmacol Ther. 2012 ; 92:1 ; 112-117 K. Fitzgerald et al. Statin-induced Myopathy. SEARCH Collaborative Group Global Adv Health Med. 2012 ; 1 ; 32-36 SLCO1B1 variants and statin-induced myopathy--a genomewide study. N Engl J Med. 2008 ; 359 ; 789-799 A. Draeger et al. Statine gut fürs Herz, problematisch für die Muskeln Schweiz Med Forum 2010 ; 10:4 ; 71-72 G. Fernandez et al. Statin myopathy: A common dilemma not reflected in clinical trials. Cleve Clin J Med. 2011 ; 78:6 ; 393-403 M. Tomaszewski et al. Statin-induced myopathies Cholesterol Treatment Trialists Collaboration H.R. Superko et al. Pharmacol Rep. 2011 ; 63 ; 859-866 Efficacy and safety of more intensive lowering of LDL cholesterol: a meta-analysis of data from 170 000 participants in 26 randomised trials. Lancet 2011 ; 376:9753 ; 1670 1681 Statins Personalized. Med Clin North Am. 2012 ; 96:1 ; 123-139 H. Miao et al. The ABCG2 transporter and its relations with the pharmacokinetics, drug interaction and lipid-lowering effects of statins. Expert Opin Drug Metab Toxicol. 2011 ; 07:01 ; 49-62 D. I. Chasman et al. Genetic determinants of statin-induced low-density lipoprotein cholesterol reduction: the JUPITER trial. Circ Cardiovasc Genet. 2012 ; 5 ; 257-264 H. A. Deshmukh et al. Genome-wide association study of genetic determinants of LDL-c response to atorvastatin therapy: importance of Lp(a). J Lipid Res. 2012 ; 53 ; 1000-1011