Aufgaben Risikomanagement II A. Risikomanagement und -strategien B. Szenario-Analyse ü C. Value at Risk Methoden ü ü D. Wertmanagement (EVA) E. Strategische Planung, Wertmanagement und Eigenkapitalkosten (Fallstudie) 78
Aufgabe 1: Die Staranalystin Gill Bates identifiziert die unterbewertete P. Lan Los AG als Übernahmekandidat, die in der Gefahr ist, von der Konkurrenz übernommen zu werden. Nach umfangreichen Recherchen und Berechnungen wurden folgende Cash Flows für die Zukunft prognostiziert: t 1 2 3 4 5 6 ff. Cash Flow (Mio. ) 40 50 60 10 50 40 Der WACC wird mit 10% geschätzt. Ermitteln Sie den zu erwartenden Unternehmenswert der P. Lan Los AG! 79
Der Unternehmenswert ergibt sich aus der Summe der abdiskontierten zukünftigen Cash-Flows. Zu Abdiskontierung dient der WACC: DCF (WACC Methode) Unternehmenswert = 40 1,1 50 + 1,1 60 + 3 1,1 10 + 1,1 50 + 5 1,1 + 2 4 40 5 1,1 *0,1 = 409 Mio. Ewige Rendite R t ( 1+ i) i = t 1 80
Aufgabe 2: Der Assistent von Frau Bates, Herr K. Lauer, hat während der Recherchen zur Ermittlung des Unternehmenswertes das Konzept des EVA-Ansatzes kennen gelernt. Er ist der Meinung, dass sich diese Methode besser für die P. Lan Los AG eignet, um den Unternehmenswert zu ermitteln. Welche Argumente sollte Herr Lauer anführen, um Frau Bates von seiner Meinung zu überzeugen? 81
Der EVA Ansatz dient zwei Aufgaben: Ermittlung des Unternehmenswertes Einsatz als Instrument der wertorientierten Führung (Wertcontrolling) Die herkömmliche DCF Methode bietet kaum Möglichkeiten, Anreize zu setzen oder die Beiträge der einzelnen Geschäftseinheiten zum Shareholder Value zu überprüfen. Bei der Anwendung des EVA-Ansatzes werden periodenbezogen die Beiträge der einzelnen Geschäftseinheiten zum Geschäftsergebnis berechnet und mit den Kapitalkosten verglichen. Auf Basis dieser Vergleiche können Entlohnungssysteme des Managements gestaltet werden und es liegen periodische Zahlen vor, anhand derer der Erfolg einzelner Geschäftsbereiche beurteilt werden kann. 82
Hinter dem EVA-Ansatz steht die Idee, dass Shareholder Value geschaffen wird, wenn die Investitionsbruttorendite über den gewichteten, gewogenen Kapitalkosten liegt. Hierzu wird ein Spread berechnet: ROIC (Return on Invested Capital) WACC Ein positiver Spread liefert einen positiven Beitrag zum Shareholder Value, während ein negativer Spread Kapital vernichtet. Der EVA ergibt sich dann aus dem Spread, multipliziert mit dem eingesetzten Kapital. 83
Ein weiterer Vorteil des EVA-Ansatzes liegt in der Basis des Datenmaterials. Die DCF-Methode basiert auf einer Betrachtung der Cash Flows. Diese CF s sind jedoch in der Praxis nur schwer zu ermitteln. Im Rahmen des EVA-Ansatzes werden hingegen zusätzlich Daten des laufenden Rechnungswesens verwendet. Die bekannten Schwächen des Rechnungswesens (z.b. Bewertungsproblematik, unzureichende Berücksichtigung des Risikos ) sollten durch Integration der Daten in die Cash Flow basierte Bewertung minimiert werden. Hierzu werden sogenannten Conversions zur Bereinigung der Zahlen des Rechnungswesens durchgeführt. Beispielsweise müssen F&E Kosten aktiviert und abgeschrieben werden, die Bewertung des Anlagevermögens wird bereinigt, etc. Da die Conversions individuell festlegbar sind, kann es zu einer unüberschaubaren Menge kommen. In der Regel handelt es sich jedoch um 5-10 Anpassungen. 84
Aufgabe 3: Der Wert des investierten Kapitals der P. Lan Los AG beträgt zu Beginn des Jahres 300 Mio.. Die jährlichen Abschreibungen betragen 20 Mio.. Im Jahre 4 müssen zusätzliche Investitionen in Höhe von 80 Mio. getätigt werden. Ab dem Jahr 6 rechnet man jährlich mit Investitionen von 20 Mio.. Berechnen Sie mittels dieser Werte die EVA-Werte und darauf aufbauend den Unternehmenswert! 85
Zunächst muss der Wert des investierten Kapitals pro Periode bestimmt werden, um durch Multiplikation mit dem WACC die Kapitalkosten errechnen zu können. Jahr 1 2 3 4 5 6 Abschreibungen der Periode 20 20 20 20 20 20 Investitionen 80 20 Wert des investierten Kapitals (Periodenbeginn) 300 280 260 240 300 280 Kapitalkosten (10%) 30 28 26 24 30 28 86
Als nächstes gilt es, den NOPAT zu errechnen, da sich der EVA als Differenz von NOPAT und Kapitalkosten ergibt. Jahr 1 2 3 4 5 6 Cash Flows 40 50 60 10 50 40 + Investitionen 80 20 - Abschreibungen -20-20 -20-20 -20-20 NOPAT 20 30 40 70 30 40 87
NOPAT 20 30 40 70 30 40 - Kapitalkosten -30-28 -26-24 -30-28 EVA -10 2 14 46 0 12 Nun muss noch der Unternehmenswert bestimmt werden: UW = 10 2 14 46 0 12 300 + + + + + = 409Mio. 2 3 4 5 5 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 *0,1 Beide Methoden führen zum gleichen Unternehmenswert! 88
Aufgabe 4: Ermitteln Sie die EVA-Werte und den Unternehmenswert auf Basis des ROIC-WACC Vergleichs! 89
Der ROIC errechnet sich wie folgt: NOPAT / IC Jahr 1 2 3 4 5 6 Wert des investierten Kapitals (Periodenbeginn) 300 280 260 240 300 280 NOPAT 20 30 40 70 30 40 ROIC 6,67% 10,71% 15,38% 29,17% 10,00% 14,29% WACC 10% 10% 10% 10% 10% 10% Spread = ROIC WACC EVA = IC * Spread -3,33% 0,71% 5,38% 19,17% 0,00% 4,29% -10 2 14 46 0 12 90
EVA = IC * Spread -10 2 14 46 0 12 Auch hier ergibt sich wieder: 10 2 14 46 0 12 UW = 300 + + + + + = 409Mio. 2 3 4 5 5 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 *0,1 91