Administratives. Beat Siebenhaar

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Transkript:

Beat Siebenhaar Administratives http://www.uni-leipzig.de/~siebenh/kurse/ v_phonetik_phonologie/ Lektüre: Grassegger; Duden 6; Hall; Skript weiterführende Lektüre auf der Webseite http://www.uni-leipzig.de/~siebenh/ faq.html 16. Oktober 2008 Siebenhaar: Einführung Phonetik Phonologie Einleitung 2 1

EINLEITUNG - GRUNDBEGRIFFE Definition Phonetik & Phonologie Phonetik beschreibt die Entstehung, Übertragung und Wahrnehmung, also hauptsächlich die materielle Seite der Sprachlaute. Dabei interessieren sämtliche Laute aller Sprachen. Die Phonologie hingegen untersucht vor allem die Funktion und Eigenschaft von Sprachlauten als Elemente eines Sprachsystems, also die funktionelle Seite der Sprachlaute in einer Sprache. Beide Wissenschaftsbereiche durchdringen und bedingen sich in verschiedener Weise. 16. Oktober 2008 Siebenhaar: Einführung Phonetik Phonologie Einleitung 3 Kurseinteilung Überblick Phonetik artikulatorische akustische / instrumentelle (auditive) Phonologie 16. Oktober 2008 Siebenhaar: Einführung Phonetik Phonologie Einleitung 6 2

Die Lernziele im Bereich Phonetik Die Studierenden kennen Grundbegriffe der Phonetik: Phon, Transkription, Phonation, Artikulation, Glottis, Ansatzrohr, Artikulationsorgane, Artikulationsstellen, Vokal, Konsonant, Suprasegmentalia. Die Studierenden sind fähig, die Laute des Deutschen zu beschreiben. Die Studierenden können eine grobe Transkription einer Hörprobe erstellen. Die Studierenden können Grundzüge von Lauten in Sonagrammen erkennen. 16. Oktober 2008 Siebenhaar: Einführung Phonetik Phonologie Einleitung 7 EINLEITUNG - GRUNDBEGRIFFE Kursablauf Überblick - Grundbegriffe Begriffe der Kommunikation - einfaches Modell Sprachliche Zeichen, was sind das? Transkription Artikulatorische Phonetik Initiation (Luftstromerzeugung) Phonation (Stimmbildung) Artikulation Konsonanten Vokale Suprasegmentalia Prosodie Akustische Phonetik 16. Oktober 2008 Siebenhaar: Einführung Phonetik Phonologie Einleitung 8 3

Das sprachliche Zeichen Ein sprachliches Zeichen entsteht aus der Verbindung eines Inhalts mit einem Ausdruck. Inhalt Bezeichnetes signifé Ausdruck Bezeichnendes signifiant Saussure, Ferdinand de (1967 2 ) Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft. Berlin: de Gruyter 16. Oktober 2008 Siebenhaar: Einführung Phonetik Phonologie Einleitung 9 EINLEITUNG - GRUNDBEGRIFFE Ein sehr simples Kommunikationsmodell S = Sprecher H = Hörer M = Medium Kode = (gemeinsames) Zeicheninventar http://www.fb10.uni-bremen.de/linguistik/khwagner/grundkurs1/default.asp?kap=3 16. Oktober 2008 Siebenhaar: Einführung Phonetik Phonologie Einleitung 10 4

Phon - Phonem Segment Das Phon ist die Analyseeinheit der Phonetik, ein einzelner Laut, der aus dem Lautstrom segmentiert werden kann, ohne Repräsentant eines Phonems zu sein, d.h. ohne schon in Bezug auf seine sprachsystematische Funktion analysiert zu sein. Phone werden in eckige Klammern gesetzt [fo:n]. Phonem ist die Bezeichnung für kleinste aus dem Schallstrom der Rede abstrahierte lautliche Segmente mit potentiell bedeutungsunterscheidender Funktion. Phoneme werden in Schrägstriche gesetzt /fo'ne:m/. Koartikulation ist die gleichzeitige Realisierung mehrer Laute, die im Sprachfluss natürlich vorkommt. Praat 16. Oktober 2008 Siebenhaar: Einführung Phonetik Phonologie Einleitung 11 EINLEITUNG - GRUNDBEGRIFFE Transkription Unter Transkription verstehen wir die Übertragung eines gehörten Textes in Lautschrift. Eine Transkription hält "Gehöreindrücke in serieller Form symbolisch so konsistent wie möglich" fest und stellt "damit eine Weiterentwicklung des Alphabetprinzips" dar. Kohler, Klaus J. (1995 2 ): Einführung in die Phonetik des Deutschen. Berlin: Erich Schmidt Verlag (=Grundlagen der Germanistik), S. 14. Laute zu schreiben ist recht schwierig, da in den allermeisten Schriftsystemen keine 1:1- Beziehung zwischen Lauten und Buchstaben besteht. 16. Oktober 2008 Siebenhaar: Einführung Phonetik Phonologie Einleitung 13 5

IPA = International Phonetic Alphabet http://www2.arts.gla.ac.uk/ipa/ipa_chart_(c)2005.pdf 16. Oktober 2008 Siebenhaar: Einführung Phonetik Phonologie Einleitung 16 EINLEITUNG - GRUNDBEGRIFFE Breite und enge Transkription Breite Transkription: Ziel der kategorialen Übertragung in Form einer Lautschrift, die die Sollaussprache wiedergibt Ziel: "... was sollte sie/er sagen"?. Enge Transkription: Kategoriale Übertragung in Lautschrift, zumeist mit diakritischen Zeichen, die die Istaussprache des gehörten Textes so genau wie möglich wiedergibt. Ziel: "... was hat sie/er gesagt"?. Es ist üblich, Texte in phonetischer (und insbesondere bei enger) Transkription in eckige Klammern zu setzen, während eine Transkription auf phonologischer Ebene in Schrägstrichen steht. Beispiel: Soll-Aussprache /zi:bən/ vs. (eine mögliche) Realisierung [zi:m]. 16. Oktober 2008 Siebenhaar: Einführung Phonetik Phonologie Einleitung 17 6

Repetition Phonetik - Phon Phonologie - Phonem Segmentieren Transkription 16. Oktober 2008 Siebenhaar: Einführung Phonetik Phonologie Einleitung 18 7