Individuelle Förderung Diagnose Fördern und Fordern L.-C. Verhees G. Troles
Jedes Kind ist anders... An der Johannesschule wird die Individualität des Kindes besonders geschätzt und unterstützt. Individuelle Entwicklungschancen werden ganz groß geschrieben. Gleich in den ersten Tagen der Klasse 5 schauen die Klassenlehrer und die Fachlehrer genau hin: Was können die Kinder schon gut? Was können sie noch nicht so gut? Was haben sie nur vergessen? Wo liegen ihre Stärken, wo ihre Schwächen? Besonderes Augenmerk haben wir auf die Grundlagen des Lernens gelegt: den Umgang mit Sprache und die Arbeit mit Zahlen. Abholen, wo sie stehen... Wir führen in den Fächern Deutsch und Mathematik Eingangstests durch. Nach Hamburger Schreibprobe, schulinternen Rechentests und dem Mathematiktest der regionalen Fachkonferenz Mathematik gehen wir seit dem Schuljahr 2009/10 schrittweise zur Online-Diagnose über. Die Tests zeigen uns, an welchen Themen wir mit dem einzelnen Kind besonders arbeiten müssen. Sie zeigen uns, wo die Stärken und Schwächen, aber auch die Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder liegen. Für jede Schülerin und jeden Schüler wird für Deutsch und Mathematik ein individueller Förderplan erstellt. Dieser Plan wird Arbeitsgrundlage für die folgenden Wochen oder Monate.
Individuelle Förderung für individuelle Bedürfnisse Klassen-Förderstunden in den Hauptfächern Die Grundförderung findet im Klassenverband statt. Es gibt Übungs- und Trainingsphasen während des Fachunterrichts, der nach Möglichkeit in Doppelstunden organisiert ist. Dadurch kann neuer Stoff mit mehr Zeit und Ruhe erarbeitet, vertieft und trainiert werden. In Klassen-Förderstunden-Stunden haben die Kinder die Möglichkeit, Inhalte zu üben oder selbständig zu erarbeiten. In diesen Stunden wird entlang der individuellen Förderpläne gearbeitet. Es finden je nach Bedarf Klassenübungsstunden oder Freie Arbeit statt. Integrationsklassen Einige Kinder benötigen über die Arbeit in den Klassen hinaus besondere individuelle Hilfe. Eng mit dem Klassen- oder Fachlehrer arbeiten in den I-Klassen Sonderpädagogen zusammen. Entsprechend dem individuellen Leistungsvermögen der Kinder nehmen die I-Schüler am Unterricht der Klasse oder an individuellen Förderstunden bei ihrem Sonderpädagogen teil. Förderschüler erhalten die Abschlüsse der jeweiligen Förderschulen. Sie können auch den Hauptschulabschluss nach Klasse 9 erreichen. Am Unterricht aller Klassen nehmen Schüler teil, die von der Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung in Kempen integrativ betreut werden. Integrationshilfe Viele Kinder und Jugendliche sprechen eine fremde Muttersprache. Einige kommen jedoch erst später nach Deutschland und müssen zunächst die deutsche Sprache lernen. Erst danach können sie in vollem Umfang am Unterricht der Klasse teilnehmen. Jeder lernt die deutsche Sprache in individuellen Tempo oder arbeitet gezielt Defizite auf. Nach zwei Jahren in einer deutschen Schule wird die volle Teilnahme am Klassenunterricht mit kompletter Benotung verlangt.
Auch Jugendliche, die erst in höheren Klassen ohne Deutschkenntnisse zu uns kommen, können einen qualifizierten Abschluss erreichen. Einige gehen danach in die gymnasiale Oberstufe zum Abitur, andere in eine betriebliche oder schulische Ausbildung. Auch deutsche Schüler arbeiten im Förderunterricht individuell ihre Lücken auf. Die Arbeitsweise im Integrationshilfe-Unterricht ist an die Methoden der Pädagogin Maria Montessori angelehnt und wird von einer in diesem Bereich ausgebildeten Lehrerin geleitet. Für die Betreuung der IH-Schüler stehen zusätzlich eine Sozialpädagogin und ein/e FSJ-ler/in zur Verfügung. Zeitweise haben wir Hilfe von muttersprachlichen Honorarkräften. Zusatzförderung Ab Herbst 2010 werden alle Jahrgänge in Ganztagsform geführt. Dennoch möchten wir auch weiterhin in einigen Mittagspausen - besonders für ältere Schüler/innen - zusätzliche Arbeitszeiten auf freiwilliger Basis anbieten. Das Angebot gilt vor allem für Schüler fremder Muttersprache, die in vollem Umfang am Klassenunterricht teilnehmen können. Es kann auch Prüfungsvorbereitung erfolgen. Auch jüngere Schüler sind während der Mittagspause willkommen. Es können Fragen gestellt, Probleme aus dem Unterricht geklärt, Spiele gespielt werden. Schreiben, Lesen, Rechnen Besonders wichtig ist uns nach wie vor die Handarbeit: Die Kinder sollen die Angelegenheiten des täglichen Lebens auch ohne die Hilfe der Technik bewältigen können. Wir legen Wert auf eine saubere, lesbare Handschrift, auf die intensive Arbeit mit Texten, auf das eigenständige Rechnen mit Stift und Papier. Die alten, ehemals geschätzten Kulturtechniken Lesen und Schreiben vermitteln den Schülern Souveränität, Unabhängigkeit und die Möglichkeit, sich selbständig zu orientieren. Kindern, deren Schreibfähigkeit noch wenig entwickelt ist, bieten wir die Umstellung auf eine gut lesbare Schreibschrift. Wir führen auf diese Weise Kopf, Herz und Hand zusammen. Das Schreiben von Schreibschrift ermöglicht Konzentration, motorische Entwicklung, leichteres Merken und letztendlich den souveränen Umgang mit Sprache.
Die Erfolge - selbst bei Kindern mit LRS oder anderen Einschränkungen - bestätigen unseren Weg. Motorische Förderung Lernen wird von Bewegung unterstützt. Kopf und Hand arbeiten zusammen, es findet eine Integration der Aktivitätsbereiche des Gehirns statt. Nicht nur im Sportunterricht, auch in den praktischen Fächern wird auf die Beteiligung aller Sinne und die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten hingearbeitet. Abschlussförderung Besonderen Wert legen wir vor allem bei den Schülern fremder Muttersprache auf die Förderung bis zum Abschluss. Hier liegen aufgrund der individuellen Lebenssituation oftmals besondere Lernhindernisse vor, die wir - soweit irgend möglich - ausgleichen, um auch die Seiteneinsteiger bis zum individuell bestmöglichen Abschluss zu begleiten. Besondere Lernorte Bei Arbeitsgemeinschaften, Projekten oder Exkursionen haben die Jugendlichen Gelegenheit, besondere individuelle Fähigkeiten oder Interessen zu entdecken. Außerschulische Partner sowie ehrenamtliche Helfer geben uns die Möglichkeit, für Kleingruppen ein Angebot in praktisch orientierten Bereichen wie Sport, Kunst oder Arbeitslehre zu gestalten. Angebote zur Berufsorientierung Verbindliche Betriebspraktika finden in Klasse 9 und 10 statt. Zusätzlich können die Jugendlichen in freiwilligen Praktika Fähigkeiten und Interessen erkunden: JESS - Johannesschüler engagieren sich sozial und JOB - Johannesschüler orientieren sich beruflich stehen vor allem Schülern der Klassen 8-10 offen.
Wir arbeiten eng mit der örtlichen Wirtschaft und sozialen Einrichtungen vor Ort zusammen. Unser schuleigenes Jobbüro berät und vermittelt. Außerdem kann in der Schule eine erste Beratung durch die Arbeitsagentur Krefeld erfolgen. Wir kooperieren u.a. auch mit der Stiftung Partner für Schule NRW Vorgehen zur individuellen Förderung Eingangstests in Klasse 5 klären den Lernstand der Kinder ab (ab Schuljahr 2010/11 Online-Tests). Arbeit an Defiziten laut indiv. Förderplan als Förderung in der Klasse und Entscheidung über Zusatzförderung: a) Integrationshilfe-Unterricht als Erstförderung (für Seiteneinsteiger in die Sekundarstufe I) oder Zweitförderung (nach dt. Grundschule) b) Motorik-Förderung (noch zu erweitern!) in Klassenstufe 6 werden 4 Std. Sport unterrichtet Außerschulische Partner bieten AG#s an: Judo, Taekwando, Werken usw. c) ggf. Einleitung eines AO-SF (zur besonderen Betreuung durch einen Sonderpädagogen)