AD(H)S Hat mein Kind AD(H)S, ist es eine Modediagnose, wächst sich ADHS raus, wie kann ich als Erwachsener wissen, ob ich ADHS habe Diese und viele weitere Fragen tauchen im Zusammenhang mit ADHS immer wieder auf. Hier erhalten sie grundlegende Informationen, rund um AD(H)S, die keine Gültigkeit auf Vollständigkeit haben, sondern ihnen einen ersten Eindruck verschaffen sollen und sie grundlegende Informationen erhalten. Sollten sie zur Erkenntnis kommen, dass ihr Kind oder sie selber ein ADHS ler sein könnten, empfehle ich ihnen auf jeden Fall, einen Termin bei einem Arzt ihres Vertrauens. Dieser wird alles weiter mit ihnen besprechen. Je eher sie sich an einen Arzt wenden, umso eher können weitreichende Folgen einer nicht beachteten ADHS vermieden werden. Eine nicht Beachtung einer ADHS kann in Kinder und Jugendtagen bereits zu vielfältigen Auffälligkeiten und Zusatzfolgen führen, wie z. B mangelndes Selbstvertrauen, Schulversagen, Schulangst, Mobbing, Lernstörungen aller Art, soziale Ausgrenzung, Depression. Eine nicht Beachtung im Erwachsenenalter führt ebenfalls zu vielfältigen Herausforderungen und psychischen Störungen, wie z. B Burnout, Depression, Jobverlust, Suizidgedanken. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene existieren vielfältige Förderprogramme und Therapien, um eine ADHS zu kontrollieren. Ebenso hat sich gezeigt, dass ein Elterntraining bei ADHS Eltern wie auch Kindern und Jugendlichen zu Gute kommt, um die veränderte Wahrnehmung bei ADHS zu verstehen und somit auch die daraus resultierenden Verhaltensweisen. Ein Wissen über
die Wahrnehmung bei ADHS ist für alle Beteiligten essentiell, um optimaler darauf reagieren zu können. Diese Kinder und Jugendlichen benötigen eine andere Form der Erziehung und Begleitung und sind sehr emotional. Darüber hinaus ist belegt, dass eine ADHS genetisch bedingt ist, d. h bei einer Diagnose des Kindes sollte immer auch das Augenmerk auf den selbst betroffenen Elternteil gelegt werden. Auch für Erwachsene ist eine Therapie oder ein Coaching immer dann sinnvoll, wenn z. B ein mangelndes Selbstbewusstsein vorliegt, Struktur und Organisation Schwierigkeiten bereitet oder die Partnerschaft aufgrund der Verhaltensweisen eine Herausforderung für alle Beteiligten darstellt. Auch negative Gedanken oder übersteigerter Perfektionismus können Grund für eine Therapie oder Coaching sein. WAS ist ADHS Aufmerksamkeits Defizit (Hyperaktivitäts) Störung. ADHS wird eingeteilt in a. ADS Konzentrationsstörung, Aufmerksamkeitsstörung, Verträumt sein OHNE Hyperaktivität b. ADHS Konzentrationsstörung, Aufmerksamkeitsstörung MIT Hyperaktivität VORWIEGEND impulsiv-hyperaktiv c. ADHS Konzentrationsstörung, Aufmerksamkeitsstörung MIT Hyperaktivität UNAUFMERKSAM, IMPULSIV, HYPERAKTIV
Grundproblematik - Konzentration - Aufmerksamkeit - Selbstregulation - Selbstkontrolle - Impulskontrolle - (Hyperaktivität) Es gibt nicht die ADHS oder die ADS. Es existieren zwar Grundproblematiken, die aber äußern sich immer individuell und in unterschiedlicher Ausprägung. Hinzu kommen individuelle Bereiche, in denen Schwierigkeiten hinzukommen. Gerade die ADS die verträumte Variante OHNE Hyperaktivität läuft Gefahr, nicht bemerkt zu werden. Diese Kinder fallen oftmals durch das Raster, was ihre Leidenssituation verstärkt und zu gravierenden Verhaltensauffälligkeiten führen kann. Hyperaktivität leidet nach außen Hypoaktivität ADS leidet nach innen. Ursachen Es besteht eine genetische Disposition, d.h bestimmte veränderte Gene liegen vor, die eine AD(H)S WAHRSCHEINLICHER machen ABER nicht zu einer AD(H)S führen müssen. Bei AD(H)S ist die Botenstoffbalance zwischen Dopamin, Noradrenalin und Serotonin nicht im notwendigen Gleichgewicht. Dies sind Überträgerstoffe, die der Mensch notwendiger Weise benötigt, um alle anfallenden Aufgaben wie Bewegung, Denken, Handeln, Planen, Organisieren, Verstehen in einer bestimmten Konzentration benötigt. Hier ist dieses benötigte Gleichgewicht der Botenstoffe nicht gegeben. Es konnte belegt werden, dass bestimmte Hirnareale bei AD(H)S und auch Autismus anders arbeiten und anders vernetzt sind, wie bei anderen Menschen. Unter anderem sind bestimmte Gebiete weniger oder mehr durchblutet und auch das Volumen bestimmter Hirnareale ist verändert.
Besonders betroffen hierbei scheint das Frontalhirn mit den enthaltenen EXEKUTIVEN Funktionen zu sein. Diese EXEKUTIVEN Funktionen sind notwendig um z. B - Planen zu können - Das große Ganze zu erfassen - Rückschlüsse ziehen zu können - Wichtigem von unwichtigem zu unterscheiden - Vorausschauend zu planen - Erwartungen als realistisch/unrealistisch einzuordnen - Reize ausfiltern zu können - Ablenkbarkeit und Impulsivität zu kontrollieren - Sich motivieren zu können, auch bei ungeliebten Aufgaben - Gespeicherte Inhalte aus dem Langzeitgedächtnis abrufen zu können, z.b Regeln - Fehler zu erkennen und daraus zu lernen Aufgrund veränderter Wahrnehmungen bei ADHS/ADS und Autismus wird die Umwelt, die Interaktion mit Menschen, gesagtes, gesprochenes, erlebtes verändert Verarbeitet und unter Umständen verändert Verknüpft wahrgenommene Dinge werden in den falschen Schubläden im Gehirn abgelegt und führen somit zu veränderten Reaktionen und Handlungen. Dinge, die andere Kinder im vorbei gehen lernen, ist hier nicht so einfach möglich und muss trainiert werden. Diese veränderten Reaktionen und Handlungen führen dann zu Reaktionen und Verhaltensweisen aus der Umwelt, die AD(H)S einerseits nicht versteht und andererseits ein Bewusstsein von Unzulänglichkeit und Misserfolg hervorruft. Es entsteht in der Folge ein Teufelskreis in den alle Betroffenen
immer weiter hineingezogen werden und diesen gilt es zu durchbrechen oder aber ihn gar nicht erst entstehen zu lassen. Mögliche Auffälligkeiten im Säuglingsalter - Exzessives Schreien - Schlafstörungen - Fütterstörungen - Reiz Junkie - mag sich nicht anfassen lassen - mag nicht kuscheln NUR wenn das Baby es möchte - mag keine Veränderungen - reagiert ungehalten auf neue Lebensmittel - ungewöhnlich ruhig und sehr viel schlafen(ads) Kleinkindalter/Vorschulalter -ungewöhnlich häufige und ausgeprägte Trotzphase -ignoriert Regeln und Verbote -springt über Tische und Bänke -Trotzphase bleibt aus(ads) -passt sich nicht an -sehr angepasst(ads) -Distanzlos -malen und basteln ungern -springen von einer Sache zur nächsten -machen kein Spiel zu ende -ecken bei anderen Kindern an -können sich nicht konzentrieren -haben motorische Ungeschicklichkeiten -träumen vor sich hin, sind ungewöhnlich still(ads) - Schlafstörungen
Schulalter - können sich nicht in die Klasse integrieren - Schwierigkeiten mit dem Halten des Stiftes - Können sich nicht konzentrieren - Probleme mit Lesen/Schreiben - Halten Regeln nicht ein - Schlafstörungen - Starke Stimmungsschwankungen - Schnell aufbrausend - Können sich und ihre Gefühle nicht benennen und nicht kontrollieren - Temperaturunempfindlich - Mögen bestimmte Textilien nicht - Mögen keinen Körperkontakt - Langweilen sich schnell - Können keine Eigenmotivation aufbauen - Viele Flüchtigkeitsfehler - Fühlen sich sehr schnell angegriffen - Reagieren schnell auf Stress Erwachsene - Sehr schnell gestresst von allem - Können ihre Gefühle nicht benennen - Können sich nicht in andere hineinversetzen - Schwierigkeiten mit Struktur und Organisation liebevolles Chaos - Können Impulse nicht kontrollieren - rasten schnell aus - Zu angepasst (ADS) - Können sich nicht konzentrieren und keine Eigenmotivation (ungeliebte Aufgaben) - Schwierigkeiten in Job und Partnerschaft - Übereifersüchtig - Fühlen sich schnell angegriffen - Prioritätensetzen gelingt nicht - Haben das Gefühl alles ist nur chaotisch - Burnout
Die Verhaltensweisen, die aufgrund einer ADHS/ADS entstehen können sind vielfältig und individuell. Die Auflistungen sind nur Beispiele von möglichen Bereichen, die betroffen sein können und möglichen Verhaltensweisen. Für eine genaue Diagnose ist immer das Gespräch mit ihrem Arzt notwendig. Dieser wird alles Weitere mit ihnen besprechen. Bei Kindern und Jugendlichen kommen sehr häufig Teilleistungsstörungen wie Legasthenie oder Dyskalkulie hinzu. Hier ist eine individuelle Förderdiagnostik wichtig, um diesen Kindern / Jugendlichen die Hilfen bereit stellen zu können, die sie benötigen. Bei Legasthenie/Dyskalkulie ist eine reine Nachhilfe nicht empfehlenswert und oft ohne nennenswerten Erfolg, da hier nicht nur der Schulstoff wiederholt und aufbereitet werden muss, sondern darüber hinaus auch die Wahrnehmungen trainiert werden sollten. Außerdem ist es hilfreich, diesen Kindern/Jugendlichen eventuell andere Lernmethoden zu vermitteln, die ihren veränderten Wahrnehmungsstilen zu Gute kommen. Darüber hinaus sind oftmals Konzentrationstrainings, soziale Kompetenztraining und auch Wahrnehmungstrainings und ein Training für ein gestärktes Selbstvertrauen hilfreiche Möglichkeiten, ebenso wie ein Elterntraining bei ADHS/ADS. www.adhs-akademie.com 04534/7289949