Mediation. Köln,

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Transkript:

Mediation Köln, 12.02.2017

Mediation Definition und Zielsetzung Definition: 1 Abs. I Mediationsgesetz (MediationsG) lateinisch für Vermittlung strukturiertes, freiwilliges Verfahren, zur konstruktiven Beilegung von Konflikten mittels eines unabhängigen allparteilichen Dritten. 1 Abs. II MediationsG allparteiisch Neutralität gegenüber Personen, Problemen und Ideen empathisch flexibel Zielsetzung: Erarbeitung einer von beiden Seiten akzeptablen und umsetzbaren Lösung, welche die jeweiligen Bedürfnisse und Interessen der Parteien wahrt. 2

Geschichte USA Bei uns? Antike Asien Afrika Europa 2500 Jahre 3

Anwendungsbereiche Paarmediation Organisations- / Wirtschaftsmediation Mediation im öffentlichen Bereich Nachbarschaftsmediation Interkulturelle Mediation Täter-Opfer-Ausgleich 4

Mediationsformen Güterichterverfahren gerichtsverbundene Mediation außergerichtliche Mediation 5

Mediationsmodelle Facilitative Mediation: - vereinfachen, erleichtern - Mediator strukturiert den Prozess zur Unterstützung eines wechselseitig akzeptablen Ergebnisses Evaluative Mediation: - wertend, bewertend - korrespondiert mit gerichtsanhängenden Prozess Transformative Mediation: - umformend, umgestaltend - besonders für Beziehungs- und Wertekonflikte geeignet (Bsp. Familienstreitigkeiten) Sondierende Mediation: - Sondierungsgespräche Narrative Mediation: - erzählend - Sachverhalte sind wie Geschichten, die Ausdruck einer Sichtweise sind Integrierte Mediation: - Mediationsart sui generis (eigener Art) 6

Mediationsmodelle Integrierte Mediation: 7

Mediationsstile Muscle Mediator: - Verhalten bzw. Strategie um die Parteien zu einer Einigung zu bringen - Streitbeilegung erzwingen Aktiver Mediator: - macht Vorschläge und gibt rechtliche Hinweise Passiver Mediator: - greift nicht in das Geschehen ein und macht keine Vorschläge Führender Mediator: - Wer fragt, der führt - durch Gesetzeseinführung entstanden Stoischer Mediator: - Wer zuhört, leitet - auszeichnende Merkmale sind die Gelassenheit und ganzheitliche Betrachtungsweise 8

Das Mediationsverfahren Vorphase 1. Eröffnung 2. Sachverhaltsklärung 3. Interessen 4. Lösungsoptionen 5. Abschluss 9

Vorphase Die Vorphase kann als wichtigste Phase bezeichnet werden, da nur wenige Dinge die Erfolgsaussichten einer Mediation mehr schmälern als eine schlechte Vorbereitung! Die Konfliktparteien haben den gemeinsamen Wunsch nach einer Mediation, alternativ kann auch lediglich eine Partei aktiv werden oder sogar ein Dritter dann ist es Aufgabe des Mediators sich um die Teilnahme aller Personen am Gespräch zu bemühen Folgende Themen muss der Mediator vorab beachten: - Mediationsmodell - Mediationsstil - Dokumente (müssen diese eingefordert bzw. vorab erstellt werden?) Welche Art der Mediation gewählt wird, ist abhängig von der Art des Konflikts. Um die richtige Methode zu wählen, bedarf es einer Analyse des Konfliktes. - Konfliktdiagnose nach Glasl - Eskalationsstufen 10

Konfliktdiagnose nach Glasl Die Konfliktdiagnose erfolgt in drei Schritten: Schritt 1: Einschätzung des Konflikttypus (Reichweite, sozialer Rahmen, Erscheinungsform) - Reichweite: Reibungen, Positionskämpfe und Systemverändernde Konflikte - sozialer Rahmen: mikro-, meso- und makro-soziale Konflikte - Erscheinungsformen: offener oder verborgener Kampf; heiße oder kalte Ausstrahlungsform Schritt 2: Zur professionellen Diagnose sind folgende 5 Dimensionen zu erkunden 1. Streitpunkte 2. Bisheriger Konfliktverlauf und der erreichte Eskalationsgrad (Eskalationsmodell) 3. Wer sind die Parteien, wie sind sie intern beschaffen? 4. Beziehung zwischen den Parteien 5. Grundeinstellung der Parteien zum Konflikt und welches strategische Kalkül sie leitet Schritt 3: Konflikte mit bloß mittlerer Eskalation => Vertiefung der Diagnose mit den Konfliktparteien weiterführen 11

Eskalationsmodell nach Glasl Moderation Mediation Gericht / Chef Quelle Wikipedia 12

Das Mediationsverfahren Vorphase 1. Eröffnung 2. Sachverhaltsklärung 3. Interessen 4. Lösungsoptionen 5. Abschluss 13

1. Eröffnung Mediator kommuniziert: - Ziel und - Inhalte des Mediationsverfahrens, - Rollen aller Beteiligten inklusive des Mediators, - Stellt Freiwilligkeit heraus Parteien können jederzeit gehen, - Vertraulichkeit des Verfahrens was gesprochen wird darf später bspw. vor Gericht nicht zitiert werden Klärung des Verfahrensrahmen 14

2. Sachverhaltsklärung Austauschen von: - Themen, - Sichtweisen, - individuelle Perspektiven und - Gefühle Parteien schildern ihre Sicht des Konflikts Mediator hört aktiv zu und stellt Fragen Es geht nicht darum, Einigkeit über Vergangenes zu schaffen, sondern ein Forum zu bieten, indem die Beteiligten einander zuhören und eventuell Empathie für den jeweils anderen und dessen Situation entwickeln Wichtig ist, sich die Zeit zu nehmen! Zu Beginn Frust - am Ende Zufriedenheit sich erleichtert zu haben 15

3. Interessen Entscheidender Umschwung von der Vergangenheit in die Zukunft Wie müssten Parteien ihr Verhältnis verändern, um in Zukunft besser miteinander umgehen zu können? Worauf kommt es den Parteien künftig an? Mögliche Interessen sind bspw.: - Geld, - Anerkennung, - Entschuldigung... Interessen sind nichts gemeinsames! Es sollen die jeweiligen Sichtweisen herausgearbeitet werden, um diese als individuelle Bedürfnisse betrachten zu können! 16

4. Lösungsoptionen Interessen als Maßstab Welche Lösung verwirklicht bestmöglich die Interessen der Parteien? Zwei Bausteine: 1. Lösungsbausteine suchen und entwickeln 2. Bewertung der Lösungsoptionen Trennung, um eine Abwertung der Optionen zu verhindern! - Parteien sollen frei und ungehemmt ihre Lösungsvorschläge erarbeiten Lösungsideen werden am Ende priorisiert => Grundgerüst für eine Einigung 17

5. Abschluss Erstellung eines Vergleichsvertrages: - der Eventualitäten der Zukunft vorwegnimmt und - dazu beitragen soll zukünftige Konflikte zu verhindern - SMART Phase 5 auch dann wenn sich die Parteien auf keinen Vergleich einigen konnten! Ergebnisse und Lösungsoptionen trotzdem niederschreiben Für Parteien relevant was das Verfahren gebracht hat und um bzgl. einer nachfolgenden Mediation einen Ansatzpunkt zu haben. 18

Quellenverzeichnis http://www.bmjv.de/de/themen/gerichtsverfahrenundstreitschlichtung/außergerichtlichestreitbei legung/außergerichtlichestreitbeilegung_node.html http://www.geschichte-der-mediation.de/hp5/geschichte-der-mediation.htm https://www.mediatorenausbildung.org/10-fragen-gerichtsinterne-mediationgueterichterverfahren/ http://www.in-mediation.eu/repositorium/repositorium-mediation/modelle#_ftn2 http://www.in-mediation.eu/mediationsmodelle http://www.in-mediation.eu/muscle-mediatiors http://www.in-mediation.eu/mediationsstile-der-stoische-mediator https://www.youtube.com/watch?v=p3aptwikkmu http://www.centrale-fuer-mediation.de/mediationsverfahren.htm https://de.wikipedia.org/wiki/konflikteskalation_nach_friedrich_glasl http://www.trigon.at/mediathek/pdf/downloads/07_konfliktmanagement/konflikt- Diagnose_in_3_Schritten_FG_pm.pdf http://www.ksdz.ch/fileadmin/unterlagen_konfliktmanagement.pdf https://www.mediatorenausbildung.org/10-fragen-gerichtsinterne-mediationgueterichterverfahren/ 19

Differenzierung Phase Mediation Gericht Schlichtung Moderation 1 2 3 4 5 20