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Transkript:

01.06.2017 Segment 8: Nachfragersegmente im Verkaufsflächenmarkt Fahrländer Partner AG Raumentwicklung Seebahnstrasse 89 Münzrain 10 8003 Zürich 3005 Bern +41 44 466 70 00 +41 31 348 70 00 info@fpre.ch bern@fpre.ch www.fpre.ch www.fpre.ch

2. 8.1 : Einleitung Rund 0.5 % der auf dem Schweizer Verkaufsflächenmarkt agierenden Betriebe und 6 % der Beschäftigten zählen zum Segment. Zu diesem Segment gehören Betriebstypen der Form und Möbeleinkaufshäuser mit Waren aus den Gütergruppen Möbel und Einrichtungsbedarf, Sport, Heimwerker- und Gartenbedarf sowie Unterhaltungselektronik. Typischerweise wählt dieses Segment den Betriebstyp einer Fachmarktagglomeration und befindet sich in Gewerbe- und Sonderzonen oder an Ein- und Ausfallstrassen an Stadträndern grösserer Städte. Dieses Segment ist autokundenorientiert und bietet ein nicht-zentrenrelevantes Sortiment an. Die erzeugen als Ankermieter bzw. primäre Attraktoren Kundenfrequenz und eigene Einzugsgebiete. Die agieren auf Flächen ab 1 800 m2. Die Anforderungen an die Mikrolage sind sekundär, bedeutend sind die Makrolage, eine günstige Erreichbarkeit mit dem Individualverkehr und die Kaufkraft des erweiterten Einzugsgebiets. Ihr Angebot wird in erster Linie gezielt und langfristig eingekauft, was die Wegbereitschaft ihrer Kunden erhöht. Die mehrheitlich filialisierten Betriebe sind oft Eigentümer von ein- bis mehrgeschossigen solitären Einkaufsimmobilien oder in kleineren Ausgaben vereinzelt auch in Shoppingcentern positioniert. Ihr Ausstattungsstandard ist meist einfach und funktional. Zusatzräume sind notwendig und Zugang und Anlieferung anspruchsvoll. Ihre Preisgestaltung reicht von niedrig- bis hochpreisig. Da der Flächenbedarf gross ist bei gleichzeitig eher geringer Flächenproduktivität, werden periphere Standorte bevorzugt.

3. 8.2 Wer sind die? Charakteristikum Flächenrentabilität (Rohertrag pro m2 in CHF) Gering Hoch Typische Betriebe Möbeleinkaufshaus, Elektronikfachmarkt, Baumarkt, Sportfachmarkt Betriebstyp Wohnkaufhaus, Fachmarkt Welche Gütergruppen werden hauptsächlich von den n verkauft? Nahrungs- und Genussmittel Gesundheits- und Körperpflege Bekleidung / Schuhe Warenhäuser / Waren verschiedener Art Optik / Foto Uhren / Schmuck Bücher / Schreibwaren Sport Spielwaren Elektro / Unterhaltungselektronik Heimwerker- und Gartenbedarf Möbel / Einrichtungsbedarf Übrige Waren und Dienstleistungen

Charakteristikum 4. Durchschnittle Anzahl Beschäftigte pro Betrieb (2014) 36.9 Vollzeitstellen Total 40 35 30 25 20 15 10 5 0 Flächenbedarf 1'800-30'000 m2 Einzugsgebiet Gross Filialisierungsgrad (Anteil Filialbetriebe) 2014 71.7% Total 100% 80% 60% 40% 20% 0%

5. 8.3 : Verteilung Verteilung der Schweizer Betriebe (links) und Vollzeitstellen (rechts) im Verkaufsflächenmarkt (2014) 0.5% 0.2% 5% 6% 6% 4% 9% 26% 11% 49% 4% 15% 12% 4% 12% 13% 22% 0.6% Dienstleistungsverkäufer PW-Versorger Nahversorger Spezialgeschäfte Standortgeneralisten Traditionelle Shoppinggeschäfte Filialisierte Shoppingmagnete Waren- und Kaufhäuser Dienstleistungsverkäufer PW-Versorger Nahversorger Spezialgeschäfte Standortgeneralisten Traditionelle Shoppinggeschäfte Filialisierte Shoppingmagnete Waren- und Kaufhäuser Entwicklung der Anzahl Betriebe und Vollzeitstellen 2012-2014 (Schweiz) -10% -5% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% Dienstleistungsverkäufer PW-Versorger Nahversorger Spezialgeschäfte Standortgeneralisten Traditionelle Shoppinggeschäfte Filialisierte Shoppingmagnete Waren- und Kaufhäuser Total Entwicklung der Anzahl Betriebe 2012-2014 Entwicklung der Anzahl Vollzeitstellen 2012-2014 Quelle: Fahrländer Partner.

Grosszentren Mittelzentren Kleinzentren Suburbane Gemeinden Einkommensstarke Gemeinden Periurbane Gemeinden Touristische Gemeinden Industrielle und tertiäre Gemeinden Ländliche Pendlergemeinden Agrar-gemischte Gemeinden 6. 8.4 Wie verkaufen die? Charakteristikum Verkaufsstandort PKW orientiert, in Gewerbe- oder Sonderzonen, in Fachmarktballungen, an Ausfallstrassen Total 100% 80% 60% 40% 20% 0% Flächenzuschnitt/- grundriss Rastergrundriss, grossflächig Objekt/Grundstück Eigenes Grundstück Immobilientyp Solitäres Einkaufshaus oder Shoppingcenter Geschossigkeit Von Eingeschossig bis mehrgeschossig Architektur Funktional, modern Zugang/Erschliessung Zugang und Anlieferung wichtig und anspruchsvoll (Laderampe) Flächenflexibilität Ausstattungsstandard Meist einfach und funktional Anforderungen an Verkaufsimmobilie Anlieferung wichtig, Lagerräume notwendig

7. 8.5 Eigenschaften der Güter und Dienstleistungen Charakteristikum Güterart Grund- und Zusatznutzen Spontaneinkauf/ Gezielter Einkauf Gezielt Gezielt Spontan Sortimentsbreite Eher breit Schmal Breit Sortimentstiefe Tief Flach Tief Kopplungspotenzial der angebotenen Güter Eher gering Gering Hoch Bedarfsfristigkeit Eher langfristig Kurzfristig Langfristig Preisgestaltung Niedrigpreisig bis hochpreisig, vermehrt niedrigpreisig

8. 8.6 : Verkaufsort Der Prozess der Verkaufsflächensuche ist durch Präferenzen und Restriktionen geprägt, die auf die Nachfrager einwirken. Die folgenden Angaben beziehen sich auf das Endergebnis der dabei spielenden Prozesse. Charakteristikum Detailhandelsfunktion Nicht zentrenrelevant Nahversorgungsrelevant Zentrenrelevant Zentrengenerierend 8 0 0 0 Erreichbarkeit MIV (inkl. Parkierung) Sehr wichtig Erreichbarkeit ÖV (inkl. zu Fuss) Sekundär Agglomerationsvorteil Eher weniger wichtig Laufkundschaft Sekundär Visibilität Eher weniger wichtig Verkaufsstandortimage Sekundär