Die doppelte Buchführung



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Transkript:

Die doppelte Buchführung http://commons.wikimedia.org/wiki/image:oldbooks-03.jpg Welche Vorteile gewährt die doppelte Buchführung dem Kaufmanne. Es ist eine der schönsten Erfindungen des menschlichen Geistes, und ein jeder gute Haushalter sollte sie in seiner Wirtschaft einführen. Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1. Buch, 10. Kap. 1

Rechnungswesen Allgemeines (Informationsbedürfnisse, Einteilung, GoB, Geschichte) Bilanz Geschichte der doppelten Buchführung Konten Das System der doppelten Buchführung richtige Periodenzuordnung Erstellung von Finanzberichten aus der Saldenbilanz Buchung von Warenverkehr und in produzierenden Unternehmen Kontokorrentbuchführung Umsatzsteuer, Skonto Besonderheiten für Forstbetriebe Kostenrechnung (Kostenarten, Kostenstellen, Kostenträger) Betriebsabrechnungsbogen Abgrenzungen der Erfolgsbegriffe Deckungsbeitragsrechnung Prozeßkostenrechnung 2

Geschichte der doppelten Buchführung Die doppelte Buchführung wurde im späten Mittelalter in den oberitalienischen Handelsstädten entwickelt. Die erste Publikation erfolgte durch den Franziskanermönch Luca de Burgo (1445-15-14), der aber wohl nicht der Erfinder ist Die Motivation bestand in der Notwendigkeit der Kontrolle der umfangreich gewordenen Handelsgeschäfte 3

Luca Pacioli: Summa de arithmetica, geometria, proportioni et proportionalità. Toscolano, 1523 (2. Ausgabe). Fra Luca Pacioli (Lucas de Burgo) wurde 1445 in Borgo San Sepolcro geboren. Man vermutet, dass ihn der Maler Piero della Francesca in seinem Atelier unterrichtete. Pacioli verliess als junger Mann seine Geburtsstadt, ging nach Venedig und trat in die Dienste eines Kaufmanns. Dort vervollständigte er seine Kenntnisse der Mathematik. Nach dem Tod seines Arbeitgebers nahm er in Rom ein Theologiestudium auf und trat in den Franziskanerorden ein. Danach begann er zu reisen, unterbrochen von Aufenthalten an diversen Universitäten, wo er Mathematik lehrte. Er verstarb im Jahr 1517. Pacioli gilt als einer der bedeutendsten Mathematiker des 15. Jahrhunderts. Seine Werke hatten einen grossen Einfluss auf seine Zeitgenossen. In Venedig veröffentlichte er im Jahr 1494 sein berühmtestes Buch, die Summa de arithmetica. Dieses Opus ist ein enzyklopädisches Werk, das den damaligen Wissensstand in der praktischen Mathematik umfassend wiedergibt. Pacioli führt seine Leser in die Arithmetik ein, entwickelt die algebraischen Symbole weiter, behandelt Geldeinheiten, Masse und Gewichte, stellt das Konzept der doppelten Buchhaltung vor und liefert eine Zusammenfassung von Euklids Geometrie. Er setzt sich auch mit Problemen des Würfelspiels auseinander, die in der Entwicklung der Wahrscheinlichkeitsrechnung eine Rolle spielten. Um das Jahr 1496 wurde Pacioli mit Leonardo da Vinci bekannt. Sein zweites berühmtes Buch, die Divina proportione, erschien im Jahr 1509 in Venedig. Darin behandelte Pacioli geometrische und architektonische Probleme unter der Mithilfe von Leonardo da Vinci, der die Illustrationen zu dem Werk lieferte. Es enthält auch die Euklidschen Theoreme zum Goldenen Schnitt. Quelle: Internetseite der Bibliothek der ETH Zürich 4

http://commons.wikimedia.org/wiki/image:pacioli.jpg Luca de Burgo Wie bringe ich Ordnung hinein? Ich führe Bücher Ich schreibe alle Geschäftsvorfälle chronologisch auf Ich ordne alle Geschäftsvorfälle sachlich Ich stelle den Zusammenhang zwischen den Aufschrieben sicher Ich lasse die Buchungen nach einem Schema durchführen Ich erhebe in regelmäßigen Abständen den Status des Geschäfts 5

6

Rechnungswesen Allgemeines (Informationsbedürfnisse, Einteilung, GoB, Geschichte) Bilanz Geschichte der doppelten Buchführung Konten Das System der doppelten Buchführung richtige Periodenzuordnung Erstellung von Finanzberichten aus der Saldenbilanz Buchung von Warenverkehr und in produzierenden Unternehmen Kontokorrentbuchführung Umsatzsteuer, Skonto Besonderheiten für Forstbetriebe Kostenrechnung (Kostenarten, Kostenstellen, Kostenträger) Betriebsabrechnungsbogen Abgrenzungen der Erfolgsbegriffe Deckungsbeitragsrechnung Prozeßkostenrechnung 7

http://commons.wikimedia.org/wiki/image:oldbooks-03.jpg Die chronologischen Aufschriebe erfolgen im Journal. In sachlicher Ordnung erfolgen die Aufschriebe im Sachbuch oder Hauptbuch Die Ordnung wird hergestellt, indem eine Systematik vorgegeben wird (Kontenrahmen, Kontenplan) und alle Aufschriebe in Konten vorgenommen werden. Die Kontenstände können dann am Ende von Rechnungsperioden zusammengefaßt werden. Das System garantiert die rechnerische Stimmigkeit. 8

Bücher der Buchführung http://commons.wikimedia.org/wiki/image:domesday-book-1804x972.jpg Journal zeitliche alle Buchungen in ihrer (Grundbuch) Ordnung zeitlichen Abfolge Hauptbuch Nebenbücher sachliche Ordnung Sachkonten Kontokorrentbuchführung (Geschäftsfreunde) Lohnbuchhaltung Kassenbücher 9

Die Systematik orientiert sich an der Bilanz Aktiva Passiva Aktivkonten zur Verfolgung der Bestände Vermögen Schulden Passivkonten zur Verfolgung der Bestände Eigenkapital Ein Kontenplan, nach dem die Positionen der Bilanz aufgedröselt werden Konten für Aufwand und Ertrag zur Verfolgung der Eigenkapitaländerungen 10

Auflösung der Bilanz in Konten passive BK Soll aktive BK Soll A P EK Erfolgskoten Soll BK Bestandkonten 11

T - Konto Soll Konto = account Soll = debit side = credit side 12

Soll debit side T-Konto account credit side 13

Konto Konto xy Buchungstext Soll Übertrag bzw. Anfangsbest. Datum Geschäftsvorfall Datum Geschäftsvorfall Datum Geschäftsvorfall Datum Geschäftsvorfall Saldo bzw. Endbestand Betrag Betrag Betrag Betrag Betrag Betrag Dies entspricht den Kontoauszügen der Girokonten 14

Saldieren eines Kontos Soll debit side credit side Saldo Der Saldo ergänzt die kürzere Seite so, daß auf beiden Seiten die Summe gleich ist. 15

Soll debit side aktives Bestandskonto z.b. Materialvorräte credit side Anfangsbestand Abgänge Zugänge Endbestand als Saldo 16

passives Bestandskonto z.b. Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten Soll debit side credit side Abgänge Anfangsbestand Zugänge Endbestand als Saldo 17

Erfolgskonto - Aufwandskonto z.b. Lohnaufwand Soll debit side credit side Aufwendungen Stornierungen Endbestand als Saldo Erfolgskonten haben keine Anfangsbestände 18

Soll debit side Erfolgskonto - Ertragskonto z.b. Erträge aus Holzverkauf credit side Stornierungen Erträge Endbestand als Saldo Erfolgskonten haben keine Anfangsbestände 19

Soll debit side Gewinn- und Verlust-Konto GuV credit side Aufwendungen Erträge Gewinn als Saldo Verlust als Saldo im Verlustfall Auf das GuV werden die Salden der Erfolgskonten gebucht 20

wichtige Aktiv-Posten, für die Konten und Unterkonten gebildet werden müssen Zahlungsmittel Forderungen aus Verkauf Forderungen aus geleisteten Vorauszahlungen Aktive Rechnungsabgrenzungsposten Betriebs- und Geschäftsausstattung Grundstücke Gebäude Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe unfertige Erzeugnisse fertige Erzeugnisse finanzielle Vermögensgüter (Aktien, Anleihen) 21

wichtige Fremdkapital-Posten, für die Konten und Unterkonten gebildet werden müssen Verbindlichkeiten aus Kauf von Gütern bzw. Dienstleistungen Verbindlichkeiten aus erhaltenen Vorauszahlungen Passive Rechnungsabgrenzungsposten Verbindlichkeiten aus Darlehen Sonstige Verbindlichkeiten Rückstellungen 22

wichtige Eigenkapital-Posten, für die Konten und Unterkonten gebildet werden müssen Eigenkapital Einlagen Entnahmen Ertrag Aufwand Der Arzt eröffnet einer Frau, sie habe höchstens noch ein Jahr zu leben. Die Frau: Gibt es irgendetwas, das ich tun könnte? Darauf der Arzt: Heiraten Sie einen Buchhalter. Die Frau: Lebe ich dann länger? Der Arzt: Nein, sicher nicht, aber das Jahr kommt Ihnen wie eine Ewigkeit vor. 23

wichtige Kontenrahmen Gemeinschaftskontenrahmen der Industrie (GKR) Industriekontenrahmen (IKR) verschiedene Kontenrahmen der Datenverarbeitungsorganisation der steuerberatenden Berufe (DATEV) Kontenrahmen für Handelsbetriebe Die Bedeutung der DATEV ist für kleine Betriebe sehr groß 24

Kontenrahmen 25

Einheitskontenrahmen Klasse Bereich Art der Konten 0 Anlagevermögen, Aufwendungen für das Ingangsetzen und erweitern eines Betriebes 1 Vorräte 2 sonstiges Umlaufvermögen, aktive Rechnungsabgrenzungsposten 3 Rückstellungen, Verbindlichkeiten, passive Rechnungsabgrenzungsposten aktive passive Bestandskonten Bestandskonten Bilanzkonten 5 Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen 6 Personalaufwand 7 Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen 8 Finanzerträge und Finanzaufwendungen ao Erträge/ao Aufwendungen, Steuern v. Einkommen und Ertrag, Rücklagenbewegung 9 Eigenkapital, unversteuerte Rücklagen, Einlagen stiller Gesellschafter, Abschlußkonten, Evidenzkonten betriebliche 4 betriebliche Erträge Ertragskonten GuV- Aufwandskonten Finanzerfolg a.o. Erfolg Steuern Kapitalkonten Abschlußkonten Konten Kapitalkonten Abschlußkonten 26

Österreichischer Einheitskontenrahmen Klasse Bereich Art der Konten 0 Anlagevermögen, Aufwendungen für das Ingangsetzen und erweitern eines Betriebes 1 Vorräte 2 sonstiges Umlaufvermögen, aktive Rechnungsabgrenzungsposten 3 Rückstellungen, Verbindlichkeiten, passive Rechnungsabgrenzungsposten aktive passive Bestandskonten Bestandskonten Bilanzkonten 5 Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen 6 Personalaufwand 7 Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen 8 Finanzerträge und finanzaufwendungen. ao Erträge/ ao Aufwendungen, Steuern v. Einkommen und Ertrag, Rücklagenbewegung 9 Eigenkapital, unversteuerte Rücklagen, Einlagen stiller Gesellschafter, Abschlußkonten, Evidenzkonten betriebliche 4 betriebliche Erträge Ertragskonten GuV- Aufwandskonten Finanzerfolg a.o. Erfolg Steuern Kapitalkonten Abschlußkonten Konten Kapitalkonten Abschlußkonten 27

Rechnungswesen Allgemeines (Informationsbedürfnisse, Einteilung, GoB, Geschichte) Bilanz Geschichte der doppelten Buchführung Konten Das System der doppelten Buchführung richtige Periodenzuordnung Erstellung von Finanzberichten aus der Saldenbilanz Buchung von Warenverkehr und in produzierenden Unternehmen Kontokorrentbuchführung Umsatzsteuer, Skonto Besonderheiten für Forstbetriebe Kostenrechnung (Kostenarten, Kostenstellen, Kostenträger) Betriebsabrechnungsbogen Abgrenzungen der Erfolgsbegriffe Deckungsbeitragsrechnung Prozeßkostenrechnung 28

Das System der doppelten Buchführung Bilanz Auflösung in Konten Hauptbuch Journal Buchungen Bilanz GuV Abschluß der Buchführung Geschäftsvorfälle 29

Geschäftsvorfälle Relevante Ereignisse mit Auswirkungen auf das Unternehmen und damit auf seine finanziellen Berichte, die mit physischen oder rechtlichen Vorgängen im Unternehmen oder zwischen dem Unternehmen und seiner Umwelt. In vielen Fällen liegt es auf der Hand, daß die jeweiligen Ereignisse in der Buchführung erfaßt werden müssen. In einigen Fällen sind Prüfungen erforderlich, ob überhaupt eine Buchung notwendig ist und wenn ja in welcher Höhe; z.b. bei Wertberichtigungen. 30

Herstellung des Zusammenhangs zwischen den Elementen des Systems Abbildung der Ereignisse immer auf mindestens zwei Konten Dokumentation der Überlegungen zur Verbuchung der Ereignisse und Standardisierung in Form von Buchungssätzen Vereinfachung des Zugriffs durch Führung verschiedener Bücher (heute tatsächlich EDV- Dateien, Datenbank-Anwendungen) 31

Funktion des Journals Die Führung des Journals neben dem Hauptbuch dient im wesentlichen der Herstellung der Nachvollziehbarkeit der Buchungen. Alle Buchungen im Hauptbuch erhalten einen Verweis auf die zugehörige Buchung im Journal. Daneben erhöht ein Verweis auf das ebenfalls veränderte Konto die Nachprüfbarkeit. Weiterhin ist die Herstellung des Zusammenhangs zu dem jeweiligen Beleg nötig. 32

Der Buchungssatz Die Eigenschaft der leichten Kontrollierbarkeit der doppelten Buchführung ist auf das betragsgleiche Buchen für jeden Geschäftsvorfall auf einer Sollseite eines Kontos und auf einer seite eines anderen Kontos zurückzuführen. Die Buchhalter sprechen vom Buchungssatz: per Soll an Sagt ein Buchhalter per Warenbestand an Kasse, meint er, daß der Geschäftsvorfall, um den es geht, auf dem Konto Warenbestand im Soll und auf dem Konto Kasse im gebucht werden muß. Im Buchungsstempel wird der Buchungssatz festgehalten. 33

Arbeitsablauf bei der Erstellung von Buchungssätzen Analyse der Quellbelege (Rechnungen, Quittungen, Warenausgangsscheine, Wareneingangsscheine) Handelt es sich um ein relevantes Ereignis? Kontenbestimmung Welche Konten sind von dem Ereignis betroffen? Ermittlung der Konsequenzen im Modell der Bilanz- Gleichung Verursacht der Geschäftsvorfall eine Zunahme oder eine Abnahme auf dem Konto? Journaleintrag Datum, Kurzbeschreibung des Geschäftsvorfalls, Name des Kontos, auf dem die Soll Buchung vorgenommen wird, Betrag, Name des Kontos, auf dem die -Buchung vorgenommen wird, Betrag Buchung auf den Sachkonten (früher oft Durchschrift, heute gleichzeitig elektronisch) 34

Für eine Buchung notwendige Informationen Wo ist der Beleg zu finden? Datum des Beleges? Welches Konto ist auf der Soll-Seite zu verändern? Welcher Betrag muß auf der Soll-Seite gebucht werden? Welches Konto ist auf der -Seite zu verändern? Welcher Betrag muß auf der -Seite gebucht werden? Struktur jedes Buchungssatzes: Soll an Beleg Nr. Datum Geschäftsvorfall und Konten Soll Kurzbeschreibung des Geschäftsvorfalls Soll-Konto Betrag -Konto Betrag 35

Beispiel für eine Buchung Es sind Hilfslöhne bar ausgezahlt worden ( 100). Der Geschäftsvorfall hat den Kassenbestand um 100 gemindert. Die Löhne wurden für Reinigungsarbeiten des Betriebsgeländes gezahlt, so daß eindeutig ein Aufwandsvorgang vorliegt. Betroffen sind das Aufwandskonto Hilfslöhne und das Konto Kasse. Zu buchen ist mit dem Buchungssatz: Hilfslöhne für Reinigung per Hilfslöhne 100 an Kasse 100 Text Soll-Buchung -Buchung 36

Keine Buchung ohne Beleg Rechnung In den Buchungsstempel werden die Konten (Kontonummern) eingetragen, auf denen gebucht wird, außerdem die Beträge, die gebucht werden. Buchungsstempel Dadurch wird die Nachvollziehbarkeit gewährleistet. Die Belege sind aufzubewahren 37

Buchungsstempel http://commons.wikimedia.org/wi ki/image:stempelkarussel.jpg 38

Veranschaulichung des Systems an einem Beispiel Analyse des Geschäftsvorfalls, Eintrag in das Journal und die Sachkonten Analyse: Erfolg Konten Bilanzgleichung Journaleintrag Geschäftsvorfall 1 Siggi Sägezahn gründet am 1.4. ein Forst-Consulting-Unternehmen und stattet es mit 100.000 GE Zahlungsmitteln aus Die finanziellen Konsequenzen sind für das Unternehmen relevant. Ihm fließt Geld zu, die Bestände ändern sich (physisch), es ist ein Geschäftsvorfall. Keine Erfolgswirksamkeit Dem Geldzufluß steht keine Verminderung von Vermögenswerten gegenüber. Es entsteht auch kein Fremdkapital. Folglich erhöht sich das Eigenkapital um den Betrag. Es sind also die Konten Zahlungsmittel und Eigenkapital betroffen. Erfolgskonten sind nicht betroffen. Der Bestand auf dem Konto Zahlungsmittel nimmt zu. Der Bestand auf dem Konto Eigenkapital nimmt zu Zahlungsmittel an Eigenkapital 100.000 GE 39

Buchungen für den Geschäftsvorfall 1 Zahlungsmittel Eigenkapital Soll Soll (1) 100.000 (1) 100.000 Kontostand 100.000 Kontostand 100.000 40

Veranschaulichung des Systems an einem Beispiel Analyse des Geschäftsvorfalls, Eintrag in das Journal und die Sachkonten Analyse: Erfolg Konten Bilanzgleichung Journaleintrag Geschäftsvorfall 2 Siggi Sägezahn kauft am 2.4. ein Grundstück, um später ein Bürogebäude zu errichten. Kaufpreis 60.000 GE, der bar bezahlt wird. Die finanziellen Konsequenzen sind für das Unternehmen relevant. Es fließen Zahlungsmittel ab und es kommt ein Vermögensgegenstand hinzu. Keine Erfolgswirksamkeit, nur Aktivtausch. Dem Geldzufluß steht ein Vermögenszufluß in gleicher Höhe gegenüber (Aktivtausch). Folglich sind die Konten Grundstücke und Zahlungsmittel betroffen. Der Bestand auf dem Konto Zahlungsmittel nimmt ab. Der Bestand auf dem Konto Grundstücke nimmt zu Grundstücke an Zahlungsmittel 60.000 GE 41

Buchungen für den Geschäftsvorfall 2 Zahlungsmittel Soll (1) 100.000 (2) 60.000 Kontostand 40.000 Grundstücke Soll (2) 60.000 Kontostand 60.000 42

Veranschaulichung des Systems an einem Beispiel Analyse des Geschäftsvorfalls, Eintrag in das Journal und die Sachkonten Analyse: Erfolg Konten Bilanzgleichung Journaleintrag Geschäftsvorfall 3 Siggi Sägezahn kauft am 3. April Büromaterial für 3.000 GE auf Rechnung (auf Ziel). Die finanziellen Konsequenzen sind für das Unternehmen relevant. Es kommen Vermögensgegenstände hinzu und es ist eine Verbindlichkeit entstanden. Keine Erfolgswirksamkeit. Dem Zugang an Büromaterial steht eine Erhöhung der Verbindlichkeiten in gleicher Höhe gegenüber. Folglich sind die Konten Büromaterial und Verbindlichkeiten betroffen (Aktiv-Passiv-Mehrung). Der Bestand auf dem Konto Büromaterial nimmt zu. Der Bestand auf dem Konto Verbindlichkeiten nimmt zu. Büromaterial an Verbindlichkeiten 3.000 GE 43

Buchungen für den Geschäftsvorfall 3 Büromaterial Soll (3) 3.000 Kontostand 3.000 Soll Verbindlichkeiten (3) 3.000 Kontostand 3.000 44

Veranschaulichung des Systems an einem Beispiel Analyse des Geschäftsvorfalls, Eintrag in das Journal und die Sachkonten Analyse : Erfolg Konten Bilanzgleichu ng Journaleintrag Geschäftsvorfall 4 Siggi Sägezahn erbringt am 4.4. eine Dienstleistung gegen Barzahlung in Höhe von 12.000 GE (4b) und setzt Büromaterial für 600 GE ein (4a). Die finanziellen Konsequenzen sind für das Unternehmen relevant. Der Vorrat an Büromaterial nimmt ab (Aufwand) und es fließen Zahlungsmittel zu (Ertrag) Erfolgswirksamkeit, da Aufwand und Ertrag Dem Abgang an Büromaterial steht eine Erhöhung der Zahlungsmittel und letztlich des Eigenkapitals gegenüber. Folglich sind die Konten Büromaterial und Zahlungsmittel und die Erfolgskonten betroffen (Aktiv-Passiv-Mehrung). Der Bestand auf dem Konto Büromaterial nimmt ab. Das ist als Aufwand zu buchen, es mindert letzlich das Eigenkapital. Der Bestand auf dem Konto Zahlungsmittel nimmt zu, Gegenbuchung unter Erträge (erhöht das Eigenkapital) (4b) Zahlungsmittel an Erträge 12.000 GE (4 a) Aufwand an Büromaterial an 600 GE 45

Buchungen für den Geschäftsvorfall 4 Büromaterial Soll (3) 3.000 (4a) 600 Kontostand 2.400 Soll (4a) 600 Aufwand Soll (1) 100.000 Zahlungsmittel (2) 60.000 (4b) 12.000 Kontostand 52.000 Soll Erträge (4b) 12.000 46

Veranschaulichung des Systems an einem Beispiel Analyse des Geschäftsvorfalls, Eintrag in das Journal und die Sachkonten Analyse: Geschäftsvorfall 5 Siggi Sägezahn erbringt am 5.4. eine Dienstleistung gegen Rechnung in Höhe von 10.000 GE (5b) und setzt Büromaterial für 400 GE ein(5a). Die finanziellen Konsequenzen sind für das Unternehmen relevant. Der Vorrat an Büromaterial nimmt ab und es entsteht eine Forderung. Erfolg Konten Bilanzgleichung Journaleintrag Erfolgswirksamkeit gegeben. Dem Abgang an Büromaterial steht eine im Betrag höhere Erhöhung der Forderungen des gegenüber. Folglich sind die Konten Büromaterial und Aufwand und Forderungen und das Konto Erträge betroffen (Aktiv-Passiv- Mehrung). Der Bestand auf dem Konto Büromaterial nimmt ab. Der Bestand auf dem Konto Forderungen nimmt zu. (5b) Forderungen an Erträge 10.000 GE (5a) Aufwand an Büromaterial an 400 GE 47

Buchungen für den Geschäftsvorfall 5 Büromaterial Soll (3) 3.000 Kontostand 2.000 Soll Forderungen (5b) 10.000 Kontostand 10.000 (4a) 600 (5a) 400 Aufwand Soll (4a) 600 (5a) 400 Erträge Soll (4b) 12.000 (5b) 10.000 48

Veranschaulichung des Systems an einem Beispiel Analyse des Geschäftsvorfalls, Eintrag in das Journal und die Sachkonten Analyse: Geschäftsvorfall 6 Siggi Sägezahn zahlt Miete (4.000 GE) (6a), Gehalt (3.000 GE) (6b) und sonstiges (2.000 GE) (6c) für den ersten Monat der Geschäftstätigkeit Die finanziellen Konsequenzen sind für das Unternehmen relevant. Die Zahlungsmittel nehmen ab und das Eigenkapital vermindert sich. Erfolg Konten Bilanzgleichung Journaleintrag Alle drei Zahlungen sind erfolgswirksam (Aufwand). Dem Abgang an Zahlungsmitteln steht eine Minderung des Eigenkapitals gegenüber. Folglich sind die Konten Zahlungsmittel und Eigenkapital betroffen (Aktiv-Passiv-Minderung). Der Bestand auf dem Konto Zahlungsmittel nimmt ab. Gegenbuchungen erfolgen unter Aufwand, was letztlich das Eigenkapital mindert. (6a) Aufwand an Zahlungsmittel 4.000 GE (6b) Aufwand an Zahlungsmittel 3.000 GE (6c) Aufwand an Zahlungsmittel 2.000 GE 49

Buchungen für den Geschäftsvorfall 6 Soll Zahlungsmittel (1) 100.000 (2) 60.000 (4b) 12.000 Kontostand 43.000 (6a) 4.000 (6b) 3.000 (6c) 2.000 Aufwand Soll (4a) 600 (5a) 400 (6a) 4.000 (6b) 3.000 (6c) 2.000 50

Der Abschluß einer Buchführung informal hierbei werden die abschließenden Buchungen nicht wirklich vorgenommen, sondern es werden nur die Salden ermittelt und in eine Zusammenstellung übertragen vorläufige Saldenbilanz Abschluß der Buchführung formal die Salden der Konten werden auf die jeweiligen Oberkonten gebucht, auch im Journal erfolgt der korrespondierende Eintrag 51

vorläufige Saldenbilanz (trial balance) Die vorläufige Saldenbilanz ist eine Liste aller Konten mit den jeweiligen Kontoständen (Salden) 1. nach Berücksichtigung aller Geschäftsvorfälle einer Periode 2. aber vor der Erfassung der Ereignisse, die keine Geschäftsvorfälle sind, aber berücksichtigt werden müssen (z.b. Wertberichtigungen) Die vorläufige Saldenbilanz dient 1. der Übersicht über die Kontostände 2. der Prüfung, auf welchen Konten weitere Ereignisse zu erfassen sind 3. dem Aufspüren von Buchungsfehlern 4. als Grundlage zur Prüfung der Vornahme von sogen. Korrekturbuchungen und bilanzpolitischen Maßnahmen 52

Saldenbilanz zur Kontrolle der Buchführung Eine Saldenbilanz kann man jederzeit erstellen, um die Richtigkeit der Journal- und Konteneinträge zu überprüfen Die Summe der Kontostände der rechten Seite der Saldenbilanz muß der Summe der Kontostände der linken Seite entsprechen. Forst-Consulting Sägezahn Saldenbilanz der Geschäftsvorfälle April 2005 Summe Soll Summe Soll Zahlungsmittel 112.000 69.000 43.000 Forderungen (Verkauf) 10.000 0 10.000 Büromaterial 3.000 1.000 2.000 Grundstücke 60.000 0 60.000 Salden Verbindlichkeiten (Einkauf) 0 3.000 3.000 Eigenkapital 10.000 122.000 112.000 Summe 195.000 195.000 115.000 115.000 53

Fehlersuche mit der Saldenbilanz Fehlerursache Konto wurde vergessen Eintrag auf Konten ist unvollständig Der Konteneintrag erfolgte auf der falschen Seite Kontoeintrag mit einer falschen Kommastelle Fehlersuche Suche nach einem Konto, dessen Endbestand der Differenz entspricht Suche im Journal nach einem Buchungssatz, dessen Betrag der Differenz entspricht Suche im Journal nach einem Buchungssatz, dessen Betrag der halben Differenz entspricht Suche im Journal nach einem Buchungssatz, dessen Betrag gleich Differenz / 9 54

Saldenbilanz für das Beispiel Forst-Consulting Sägezahn Saldenbilanz der Geschäftsvorfälle April 2005 Summe Soll Summe Soll Zahlungsmittel 112.000 69.000 43.000 Forderungen (Verkauf) 10.000 0 10.000 Büromaterial 3.000 1.000 2.000 Grundstücke 60.000 0 60.000 Verbindlichkeiten (Einkauf) Salden 0 3.000 3.000 Eigenkapital 10.000 122.000 112.000 Summe 195.000 195.000 115.000 115.000 auch die Summen der Konten sind angegeben, deshalb: Summen- und Saldenbilanz 55

GuV für das Beispiel Aufwand Soll (4a) 600 (5a) 400 (6a) 4.000 (6b) 3.000 (6c) 2.000 Saldo 10.000 Erträge Soll (4b) 12.000 (5b) 10.000 Saldo 22.000 GuV Soll 22.000 10.000 12.000 Saldo Also 12.000 Gewinn 56

Wo stehen die Salden der verschiedenen Konten normalerweise? Art des Kontos Aktivkonto Fremdkapital-Konto Eigenkapital-Konto Kontokorrent-Konto Seite, auf der normalerweise der Saldo steht -Seite Soll-Seite Soll-Seite nicht bestimmt In der Saldenbilanz ist es daher gerade immer die andere Seite. 57

Warum sind Korrekturbuchungen nötig? 58

Prinzipien zur leistungsabgabeorientierten Ergebnismessung Realisationsprinzip (revenue principle) es kommt auf den Zeitpunkt der Leistungsabgabe an (Lieferung) Prinzip der sachlichen Abgrenzung Ausgaben sind dann zu verbuchen, wenn die sachlich zugehörigen Erträge zu buchen sind Prinzip der zeitlichen Abgrenzung für Einnahmen, die nicht unter das Realisationsprinzip fallen, und Ausgaben, die nicht sachlich abgegrenzt werden Prinzip der Berücksichtigung erwarteter Verluste Imparitätsprinzip 59

Konzepte für das Rechnungswesen bzw. die Ergebnismessung Zahlungsorientierung cash-basis Leistungsabgabeorientierung accrual-basis Für die Ergebnismessung sind Für die Ergebnismessung sind die Zahlungszeitpunkte die Zeitpunkte der ausschlaggebend Leistungsabgabe maßgebend kein Meßproblem manche Größen können nur geschätzt werden, weil die Leistungsabgaben zeitlich vor den Zahlungen liegen 60