Europäisches Institut für postgraduale Bildung GmbH Ein Unternehmen der TUDAG Technische Universität Dresden AG Modul 3 Planung einer Schnittstellenprüfung Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng. Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 1
1. Beschreibung der Grundlagen der baulichen Anlage Die bauliche Anlage wurde auf der Grundlage der Brandenburgischen Bauordnung vom 25.03.1998 und der Richtlinie über den Bau und Betrieb von Krankenhäusern vom Dezember 1976 beantragt, genehmigt und errichtet. Das Gebäude wurde nach 55 Absatz 2 BbgBO vom 25.03.1998 als Sonderbau Altenwohn und Altenpflegeheim und als Einrichtung zur Betreuung alter Menschen eingestuft. Erfordernis für eine Bewertung der baulichen Anlage und die Erstellung eines neuen Brandschutzkonzeptes waren die festgestellten Mängel an den sicherheitstechnischen Anlagen bei der wiederkehrenden Prüfung nach BbgSGPrüfV Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 2
1. Beschreibung der Grundlagen der baulichen Anlage Nach 44 Absatz 2 BbgBO vom 08.07.2009 wird die bauliche Anlage als Sonderbau Heim oder sonstige Einrichtung zur Unterbringung und Pflege von Personen eingestuft. Der Sonderbautatbestand bleibt bestehen. Der Bestandschutz nach 78 BbgBO wird auf der Grundlage der Brandenburgischen Bauordnung vom 25.03.1998 und der Richtlinie über den Bau und Betrieb von Krankenhäusern vom Dezember 1976 beurteilt und berücksichtigt. Das Gebäude wird weiterführend und auf der Grundlage der Brandenburgischen Bauordnung vom 08.07.2009 und der BbgKPBauV vom 19.12.2006 vergleichend bewertet. Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 3
1. Beschreibung der Grundlagen der baulichen Anlage Die bauliche Anlage besteht aus 5 Brandabschnitten. Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 4
2. Definition der Schnittstellen Für die Sicherstellung der vertikalen Evakuierung nach der horizontalen Evakuierung in den nicht vom Brandereignis betroffenen Brandabschnitt sind im Bereich der Aufzugsanlagen beziehungsweise der Aufzugs vorräume sogenannte Sicherheitsund Wartezonen vorhanden, die der vertikalen Evakuierung mit den Aufzugsanlagen ins Freie dienen. Vor der Aufzugsanlage des Flügels D ist der Gemeinschaftsraum mit dem notwendigen Flur in den Obergeschos sen und dem Eingangsbereich im Erdgeschoss als Sicherheitszone realisiert. Der Gemeinschaftsraum in den Obergeschossen dient als Wartebereich vor den Aufzugsvorraum. Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 5
2. Definition der Schnittstellen Der zentrale Flurbereich im Bereich der Schwesternzimmer (Sicherheitszone) im Brandabschnitt 3 wird über eine maschinelle Entrauchungsanlage entraucht. Im Brandfall wird der Rauch aus dem Brandgeschoss und aus dem darüberliegenden Geschoss durch einen Entrauchungsventilator mit 16.000 m³/h über eine Entrauchungsleitung aus den Geschossen abgesaugt. Die Entrauchung erfolgt durch das Öffnen der motorischen Entrauchungsklappen, die sich am Eintritt der Entrauchungsleitung in das Geschoss befinden. Die Nachströmung in den zu entrauchenden Geschossen erfolgt über Öffnungen in der Fassade. Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 6
2. Definition der Schnittstellen Der Vorraum des Aufzuges D im Brandabschnitt 3 vor dem zentralen Flurbereich (Sicherheitszone) wird über eine Überdrücklüftungsanlage rauchfrei gehalten. Im Brandfall wird Zuluft über einen im Kellergeschoss befindlichen Zuluftventilator in die Geschosse geführt. Um die Vorräume rauchfrei zu halten wird in jedem Geschoss eine Luftmenge von 300 m³/h zugeführt. Die maschinelle Entrauchung und die Überdrucklüftungsanlage werden über die Brandmeldeanlage angesteuert. Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 7
2. Definition der Schnittstellen Es ist eine Brandmeldeanlage Kategorie 1 Vollschutz gemäß DIN 14675:2000 06 im gesamten Gebäude vorhanden. Die Brandmeldeanlage ist auf die Leitstelle aufgeschaltet. Die notwendigen Treppenräume und der Laubengang sind als Ausnahme von der Überwachung nach Punkt 6.1.3.2 DIN VDE 0833 2:2000 06 und DIN VDE 0833 2:2009 06 nicht mit automatischen Meldern überwacht. Die Alarmierung des Pflegepersonals und des Empfanges in den Pflegegeschossen erfolgt per stillem Alarm, der optisch und akustisch im Dienstzimmer und personengebunden erfolgt. Für den Küchenbereich und das Kellergeschoss ist eine akustische Alarmierung vorgesehen. Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 8
2. Definition der Schnittstellen In der baulichen Anlage sind zwei raumlufttechnische Anlagen angeordnet Raumlufttechnische Anlage I Versorgungsbereich Speisesaal Raumlufttechnische Anlage II Versorgungsbereich Küche Abschaltung der Zu und Abluftgeräte und Schließen der Brandschutzklappen bei Brandereignissen in der Lüftungszentrale und im Versorgungsbereich der raumlufttechnischen Anlagen. Keine weiteren Ansteuerungen notwendig, da Versorgungsbereiche und Lüftungszentrale nur durch Geschossdecke getrennt sind. Keine Querung von Brandwänden. Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 9
2. Definition der Schnittstellen Die Aufzugsanlagen sind mit einer Brandfallsteuerung versehen. Die Brandfallsteuerung wird durch die automatische Brandmeldeanlage angesteuert, wobei die Aufzüge bei Brandalarm im entsprechenden Brandabschnitt in die primäre Brandfallhaltestelle fahren. Sollte ein Brand im Bereich der Flucht und Rettungswege der primären Brandfallhaltestelle detektiert werden, so muss dieser Aufzug die sekundäre Brandfallhaltestelle anfahren und halten. Die Aufzüge gehen nach Erreichen der Bestimmungshaltestelle außer Betrieb. Die Türen des Aufzuges öffnen. Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 10
2. Definition der Schnittstellen Folgende Brandfallhaltestellen beziehungsweise Bestimmungshaltestellen sind vorgesehen: Die Einrichtungen der Feuerwehrperipherie sind in üblichem Umfang am Haupteingang im Erdgeschoss vorhanden und werden angesteuert. Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 11
3. Planung der Schnittstellen 1. Darstellung der Wirkbereiche der Anlagen, die mit der Brandmeldezentrale verknüpft werden. 2. Gegenüberstellung der Auslösemuster gemäß den verbalen Festlegungen aus dem Brandschutzkonzept und der Wirkbereiche der Anlagen und Anlagengruppen 3. Ergebnis dieser Gegenüberstellung sind die Brandfälle bzw. Brandszenarien, die Ansteuerungen auslösen. 4. Darstellung der Brandfälle bzw. Brandszenarien in Übersichtsplänen Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 12
3. Planung der Schnittstellen Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 13
3. Planung der Schnittstellen Bearbeiten der Verknüpfungstabelle Die tabellarischen Funktionsmatrix stellt die Verknüpfungen der Gesamtheit aller sicherheitstechnischen Anlagen, die im Brandfall nach in Aktion treten müssen, dar. X Achse der Verknüpfungstabelle Gesamtheit der Quellen der Brandmeldeanlage Darstellung der Quellen zusammengefasst in Brandfällen nach Brandabschnitten und Geschossebenen Y Achse der Funktionsmatrix für den Brandfall Gesamtheit der Senken der anzusteuernden sicherheitstechnischen Anlagen Darstellung getrennt nach Gewerken Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 14
3. Planung der Schnittstellen Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 15
3. Planung der Schnittstellen Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 16
4. Übung zur Planung der Schnittstellen Im Kellergeschoss wurden Räume und sicherheitstechnische Anlagen wurden neu errichtet. Die bestehende Funktionsmatrix für den Brandfall ist zu ergänzen. Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 17
4. Übung zur Planung der Schnittstellen Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 18
4. Übung zur Planung der Schnittstellen Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 19
5. Ausführung der Schnittstellen Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 20
6. Prüfung der Schnittstellen Vorbereitung Vorbereitung Wirkprinzip-Prüfung Tätigkeit ja nein nicht erforderlich Status Termin Verantwortlich Bemerkung Zusammenstellung der Prüfgrundlage, Dokumente Baugenehmigungen Strahlenschutzgenehmigung Brandschutzkonzept Prüfberichte des Brandschutznachweises, Prüfberichte der Bauüberwachung, Konformitätserklärung der Fachbauleitung Funktionsmatrix für den Brandfall Dokumentationen der sicherheitstechnischen Anlagen X liegt vor X X liegt vor 26.07.2013 Tektur liegt vor X liegt vor 1.-13. Prüfbericht X liegt vor 1.-12. Prüfbericht X 02.08.2013 X 26.07.2013 Tektur liegt vor X 02.08.2013 X bestätigtes Brandmeldeanlagenkonzept Abnahmen der Einzelanlagen nach SächsTechPrüfV raumlufttechnische Restleistungen X RLT 2 noch nicht realisiert Fertigstellung erfolgt nach Inbetriebnahme Anlagen Termin für Realisierung Restleistungen X Termin festlegen Wirksamkeit und Prüfung X Prüfung Brandschutzklappen durchgeführt Betriebssicherheit gemäß Prüfbericht bescheinigt Rauchableitung RLT 1 Prüfbericht X vom 15.07.2013 liegt vor Mängel X keine Abmeldung der Mängel X durch Ausführungsfirma Restleistungen X Prüftermin wird im Moment vereinbart Prüfung X Termin offen Prüfbericht X Termin offen Mängel Abmeldung der Mängel durch Ausführungsfirma Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 21
6. Prüfung der Schnittstellen Vorbereitung Teilnehmer Wirkprinzip-Prüfung Gewerk Unternehmen Name Anzahl der Teilnehme r Versand Einladung / Abstimmung Bemerkung Bauüberwachung / Planung / Bauerr Prüfsachverständiger 1 nicht erforderlich hat Termin festgesetzt Hochbauplanung HLS 1 1 X X X Ersteller Brandfallmatrix 1 nicht erforderlich X Betreiber 3 per email 02.08.2013 bis 08.08. im Urlaub per email 02.08.2013 06.08. gelesen per email 02.08.2013 Termin bestätigt 02.08.2013 X Zusage ja nein Errichterfirmen raumlufttechnische Anlagen 1 bestätigt 02.08.2013 X MSR 1 bestätigt 06.08.2013 X Sicherheitsstromversorgung 1 bestätigt 06.08.2013 Schaltberechtigung NEA X erforderlich 2 bestätigt 08.08.2013 X per email 02.08.2013 bestätigt 06.08.2013 bis 08.08. im Urlaub Elektrische Anlage 1 Sicherheitsbeleuchtung BOS - Funkanlage 0 kein Teilnehmer erforderlich Brandmeldeanlage 2 bestätigt 06.08.2013 X Alarmierungsanlagen bestätigt 06.08.2013 X Anlagen zur natürlichen Rauchableitung Medizinische Gase kein Teilnehmer erforderlich Aufzugsanlagen 1 bestätigt 06.08.2013 X X Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 22
6. Prüfung der Schnittstellen Dokumentation der Prüfhandlung Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 23
6. Prüfung der Schnittstellen Dokumentation der Prüfhandlung Dipl. Ing. (FH) Frank Lucka MEng., Dipl. Ing. Steffen Tietze MEng. UDS107 2014 Folie 24