Fruchtfolgegrundsätze



Ähnliche Dokumente
Fruchtfolge im Öko-Landbau: Grundsätzliche Organisationsmerkmale, Wirkungen

Das Ökofeld Roda als Experimentierbasis für den Ökologischen Landbau. 22. Juni 2011 Dr. Hartmut Kolbe 1

Tabelle 1a: Nährstoffgehalte von Hauptfrüchten (Hauptfrucht = Frucht im Mehrfachantrag) (Stand: Juni 2018) TM Nährstoffgehalt

Neue Strategien der Fruchtfolgeplanung und Düngung bei Leguminosen

Bei Wertprüfungen und Sortenversuchen genügt die Eintragung der Vorfrüchte.

Ernte- und Betriebsberichterstattung

Humusaufbau durch Leguminosenanbau

Nährstoffgehalte im Haupt- und Nebenerntegut

Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung (UBB): Zuordnung der Kulturen betreffend die Fruchtfolgauflagen auf Ackerflächen

Fruchtfolgegestaltung im ökologischen Landbau

HANDBUCH QUALITÄTSSICHERUNG

Düngung des Öko-Getreides

Nmin-Richtwerte Winterungen j. Mittel 0-90 cm Abweichung Blatt Bodenart Hauptkultur Vorkultur* 0-30 cm cm cm 0-90 cm

Biopark-Tagung am 19. Februar 2015 an der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau in Bernburg-Strenzfeld. Leguminosen?

Fruchtfolgegestaltung im ökologischen und extensiven Landbau: Bewertung von Vorfruchtwirkungen

10 Schritte zum erfolgreichen Körnerleguminosenanbau im ökologischen Landbau

Futterleguminosen: Bestandesetablierung, Düngung und Nutzungsregime

Stickstoff-Düngebedarfsermittlung. Hinweise zur Stickstoff-Düngebedarfsermittlung nach Düngeverordnung. Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft

Weingartenbegrünung in der Beziehung zum Humus. E. Erhart

Zwischenfrüchte wirtschaftlich nutzen

Trockensubstanzgehalt. Ertragsniveau. Frischmasse

Erläuterungen flächenbezogene Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität 2015

Einfluss legumer Zwischenfrüchte auf Erbsen hinsichtlich Fruchtfolgekrankheiten

Bedeutung der Fruchtfolgeplanung für die Nährstoff- und Humusversorgung und für die Kontrolle von Unkräutern und bodenbürtigen Schaderreger

Nachhaltige Erzeugung von Biogassubstraten. Alternativen zum Mais: Nachhaltige Biogassubstrate als Beitrag zur Biodiversität

Wirksamkeit von verschiedenen organischen Düngern und Bodenverbesserungsmitteln

Fruchtfolgesysteme, -beispiele

N min / S min aktuell - Endstand

Fruchtfolgen und Pflanzenschutz Chancen und Risiken für Feld, Betrieb und Region

Nutzung betriebseigener Eiweißreserven durch standortangepasste Arten

Aus Aktuellem Anlass 10/17

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) seit 2015:

Merkblatt N-Düngeberechnung

Vergleich der Fruchtfolgewirkung von Kleegras mit Mulchnutzung und Soja - Ergebnisse zweier Dauerversuche

Umstellung auf ökologischen Ackerbau - Fruchtfolge, Düngung und Unkrautregulierung

Bewirtschaftungssysteme im Vergleich

Luzerne- und Kleegrasgemenge im Ökolandbau

Agrarwirtschaft. Ernte der Hauptfeldfrüchte in Baden-Württemberg Endgültige Ergebnisse. Artikel-Nr

Nachhaltiger Anbau in. intensiven Maiskulturen

Wie sauer ist der Boden?

Nachhaltige Sicherung der Humusversorgung

Öko-Fachtagung 2015 Erfahrungsaustausch der Berater. in Kooperation mit dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.v.

Lebensmittel und Gentechnik

Leguminosenmüdigkeit - Neue Strategien der Fruchtfolgegestaltung und Düngung

Stickstoffmobilisierung im (viehlosen) Bio- Ackerbau

Teilprojekt N-Management

3. Pflanzliche und tierische Produktionswerte in Kärnten

Düngungsmanagement. Was ändert sich durch die neue Düngeverordnung? Stand des Verordnungsentwurfes: Änderungen jederzeit möglich

Strategien für 40 Jahre erfolgreichen Weizenanbau in der Agrargenossenschaft e.g. Köchelstorf

Stammdatensammlung: Düngung BW (Stand ) Düngebedarf- Ackerbau

Zwischenfrüchte Schlüsselkultur zum Bodenaufbau und dem erfolgreichen Einstieg in Direktsaat

Impressum. August-Böckstiegel-Straße 1, Dresden

Düngung von Spurenelementen im Ackerbau

Die GAP nach Legislativvorschläge der EU Kommission zur Reform der. vom 12. Oktober 2011

Mehr Ertragssicherheit durch Gemengeanbau: Erfahrungen und Tipps aus dem ökologischen Landbau

Diversität im Biomasseanbau Herausforderungen und Chancen für Naturschutz und Landwirtschaft

Ackerbautagung Würzburg. Hackfruchtanbau in Südniedersachsen

Vergleich der Fruchtfolgewirkung von Kleegras mit Mulchnutzung und Soja - Ergebnisse zweier Dauerversuche

Grundlagen und Entwicklung des ökologischen Landbaues

Anbauwürdigkeit verschiedener legumer Zwischenfrüchte im Fruchtfolgeglied Getreide Getreide unter den Bedingungen des ökologischen Landbaus

Hauptfruchtfutterbau, Zwischenfruchtfutterbau und Gründüngung

Proteinversorgung im ökologischen Landbau

3. Leguminosentag Greening eine Chance für Leguminosen?

Qualitätsbestimmungen für Getreide, Öl- und Eiweißfrüchten aus biologischer sowie aus Umstellung auf biologische Landwirtschaft Ernte 2012

Der Getreidebau in Osttirol, seine Ausbreitung, die Anbauund Erntezeiten und die Frachtfolgen

C I 1 - j/17 (1) Fachauskünfte (0711) Ergebnisse der Bodennutzungshaupterhebung in Baden-Württemberg 2017

Stickstoff - Obergrenzen in der Landwirtschaft

Anleitung N-Düngebedarfsermittlung Erdbeeren

Einfluss legumer Zwischenfrüchte auf Körnerleguminosen bezüglich Fruchtfolgekrankheiten

Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft. Verfahren zur Berechnung der N-Bindung von Leguminosen im Ökolandbau

Leistungen von Leguminosen für den Boden und Erträge im Ackerbau

Die Leistung von Leguminosen in Vor- und Zwischenfrüchten für Gemüse richtig einschätzen - Stickstoffbindung und Stoffumsetzung -

Stroh als Brennstoff und die Humusbilanz?

Sichere Anleitung Zertifikate / Schlüssel für Kunden der Sparkasse Germersheim-Kandel. Sichere . der

Zwischenfrüchte - für jeden Zweck die richtige Mischung

Statistischer Bericht

Beratungsangebot Lagercheck / Vorratsschutz

Fusarien: DON / ZEA: jeweilige Werte verstehen sich als Weigerungsgrenze

Auswirkung der Futterleguminosenart, der Saatzeit und der Nutzung auf Ertrag und Qualität von Winterweizen und Wintertriticale

Mist ist des Bauern List vom Nutzen der Aufbereitung

Humusbilanz-Methode zur Optimierung von Bodenfruchtbarkeit und Umweltwirkung in Bayern

Antragsverfahren zur Förderung von Ökolandbau und Vielfältigen Kulturen im Ackerbau läuft bis zum

Ackerbauliche Maßnahmen als Basis für einen zukunftsfähigen Pflanzenbau

Ökologischer Ackerfutterbau 1. Leistung und Optimierung im Futterleguminosenbau. von Prof. Dr. Knut Schmidtke

Teil 1: Ertrag der Körnerleguminosen

Auszüge und Tabellen zur Ermittlung des N-Düngebedarfs für Gemüse aus der DüV 2017

Transkript:

Archived at http://orgprints.org/15100/ Fruchtfolgegrundsätze im Ökologischen Landbau Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Grundregeln für die Fruchtfolgeplanung Die Fruchtbarkeit und biologische Aktivität des Bodens sind zu erhalten beziehungsweise in geeigneten Fällen zu steigern durch Anbau von Leguminosen, Gründüngungspflanzen und Tiefwurzlern in einer weitgestellten Fruchtfolge. Im ökologischen Landbau dient die Fruchtfolge gleichermaßen der Ertragssicherung durch Aufbau einer nachhaltigen Bodenfruchtbarkeit, Unkrautabwehr, vorbeugende Regulierung von Krankheiten und Schädlingen sowie Versorgung der Nutztiere mit hofeigenen Futtermitteln. Der Fruchtfolgeaufbau sollte nach folgender Rangfolge ablaufen (siehe auch Übersicht 1) 1. Bodenverbessernde, tragende Kultur (z. B. Kleegras) 2. Anspruchsvolle, abtragende Kultur (z. B. Weizen) 3. Anspruchslose, abtragende Kultur (z. B. S.-Gerste) Weitere Grundsätze lauten Hauptfrucht-Leguminosenanteil in der Fruchtfolge von 25 35 % (N-Symbiose) Futterleguminosen oder Leguminosen als Grünbrache mindestens einjährig überjährig (Unkrautregulierung) Wechsel von Blatt- bzw. Hackfrüchten und Halmfrüchten Wechsel von Winterung und Sommerung Stellung von unkrautempfindlichen Arten bzw. von Kulturen mit langsamer Jugendentwicklung nach unkrautunterdrückenden Fruchtarten Anbaupausen der Kulturarten beachten (Übersicht 4) (www.lfl.bayern.de/iab/oekologisch/03189/) Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten für einen möglichst ganzjährigen Schutz des Bodens durch Bewuchs Anbau bestimmter Hauptfruchtarten in Gemengen (z. B. Kleegras, Hafer-Erbsen-Gemenge) (www.uni-goettingen.de/de/44360.html) Beachtung des Vorfruchtwertes bei der Wahl der Nachfrüchte (Übersicht 3) Fruchtfolgen entsprechend Betriebstyp, Standort- und Klimaansprüchen ausrichten (Übersicht 5) Je Fruchtfolgerotation incl. Düngung mindestens ausgeglichene Nährstoffund Humusbilanzen anstreben (Übersicht 2) (www.landwirtschaft.sachsen.de/lfl/befu/)

Fruchtfolgegrundgerüst und Anbaurangfolge der Fruchtarten (Übersicht 1) Abfolge der Hauptfrüchte in der Fruchtfolge Wirkung Anbaujahre leichte Böden geeignete Fruchtarten 1 mittlere schwere Böden 1a. Feldfutter-, Gründüngungsleguminosen Stickstoff-Zufuhr durch symbiotische N-Bindung, Humusmehrer, Bodenstruktur aufbauende Kulturen, Unkrautregulierung (1) 2 (3) z Kleearten (Rotklee), Luzerne z Serradella z Leguminosen- Gemenge z Leguminosengras- Gemenge z Ackergräser + z Luzerne z Rotklee (andere Kleearten) z Leguminosen- Gemenge z Leguminosengras- Gemenge z Ackergräser + 1b. oder: 1 z Erbsen z Lupinen z Ackerbohnen z Erbsen 2. Anspruchsvolle Nichtleguminosen Stickstoff zehrende, Bodenstruktur und Humus abbauende Kulturen (Halm- oder Hackfrüchte) 1 (2) z Kartoffeln (+) z Mais (+) z Futterrüben (+) z Winterraps (+) z Triticale (+) z Winterroggen (+) z Wintergerste (+) z Hafer, Dinkel (+) z Ackergräser (+) z Winterweizen (+) z Sommerweizen (+) z Mais (+) z Winterraps (+) z Kartoffeln (+) z Futterrüben (+) z Triticale, Wintergerste z Winterroggen z Ackergräser 3. Anspruchslosere Nichtleguminosen Humus zehrende, Bodenstruktur abbauende, abtragende Halm- oder Hackfrüchte 1 (2) z Kartoffeln + z Sommergerste (+) z Dinkel (+) z Winterroggen + z Hafer + z Sonnenblumen (+) z Kartoffeln + z Zuckerrüben z Brauweizen z Triticale + z Wintergerste + z Winterroggen + z Dinkel, Sommergerste (+) z Hafer, Sonnenblumen (+) Düngung: + = organische Düngung günstig; (+) = organische Düngung im 2. Anbaujahr bzw. bei Getreide ab 1. Anbaujahr nach Leguminosen als Qualitäts-Spätgabe möglich bzw. günstig Anbaujahre: 1 (2) = Fruchtfolge-Phase umfasst in der Regel ein bis höchstens zwei Anbaujahre 1 Rangfolge ihrer Vorzüglichkeit: z > z > z Fruchtartenspezifische Veränderung der Humusvorräte des Bodens (Übersicht 2) Feldfutter 1 (Leguminosen, Ackergras, Gemenge) Brache (gezielte Begrünung) Untersaat 1 Winterzwischenfrüchte 1 Stoppelfrüchte 1 Getreide 1, Ölpflanzen 1 Mais (Silo-, Körnermais 1 ) Hackfrüchte (Kartoffeln, Rüben 1 ) Verlust Gewinn 1 Koppelprodukt bzw. Aufwuchs abgefahren -900-800 -700-600 -500-400 -300-200 -100 0 100 200 300 400 500 600 700 800 900 Humusäquivalente (kg C/ha u. Jahr)

Vorfruchteignung der Fruchtarten (Übersicht 3) Vorfrucht Nachfrucht Luzerne, Klee, Leguminosengras (mehrjährig) Luzerne, Klee, Leg.-gras Serradella (ein- b. überjähr.) Ackerbohne s Erbse, Linse Lupine, Wicke, Sojabohne Gräser (ein- bis mehrjährig) W.-Weizen s (Back- u. Futterqualität) S.-Weizen, Durum s (Back- u. Futterqualität) Weizen (Brauqualität) Dinkel Triticale t W.-Roggen t W.-Gerste (Futterqualität) S.-Gerste t (Futterqualität) S.-Gerste (Brauqualität) Hafer Luzerne, Klee, Leguminosengras (mehrjährig) Luzerne, Klee, Leg.-gras Serradella (ein- b. überjährig) c e c e c e c e e a i f a g a g k a g k a g k e g i e f g a g i k c e c e e e e e n i f g b k b k e g i k Ackerbohne s c e e c c e b m h h f h g h b h b b e g h f h e h Erbse, Linse c e e c c e n i h i f i g i i i i f i i e f g i k Blaue Lupine, Weiße Lupine, Wicke c e e e e c e b n i f g k k k b k g i k f i i k Gelbe Lupine c e e e e c e b k b k i k f i i k Sojabohne c e e e e c e b b b b b b g g Gräser (ein- bis mehrjährig) e a b l a i l b a b a b l a b l a b l i i i W.-Weizen s d i d i d i i n c d p c i c d p c d h p d h l c h c d c i c i i S.-Weizen, Durum s i i i i n c c i c c i r i l r c i r c h c d i c d i c d i W.-Roggen, Triticale t m m c h i h i h i m W.-Gerste, Dinkel m m h i h i h i m c h i l c h i l i i S.-Gerste t m m d h i d h i d h m c h r c h i c h r c h r c h r c h l r Hafer n n c d h i h i d h n f h l r c h i l c d h p i h i h i k h i l c d p c h i c h i h i l c r c h i c h i c h i h r h l r h l h l b h l c h i c h i c h i Silo-Mais n n h h h m c f h l c h l c h b h b h l b h b h h k h Körner-Mais n n h h h n b c f h l c h l b c h b h b h b b h h k h Zucker- s und Futterrübe e o e o e e e o b f l l b b b b b l Frühkartoffel o o e i e i e i o e i l e i e i e i e i e i i e i e i e i Mittelfrühe Kartoffel e o e o e i e i e i e o i l e i l i i i i b e i e i e i Späte Kartoffel e o e o e e e e o l l b b l W.-Raps t e n o e n o e h i e h i e h i e m h i l e h i h i h i h i h i e h i e e h i Sonnenblume h n h n h h h h n f h l f h l p h b h l b h l b l b l h p h p h l p

Silo- u. Körnermais i k a i k f e f f i k f i k a b e i e i k f f f i k i k b e h h f h e h h h b e i e i e f i e i e i k e i k c e i i k e i k f i e i k e i k i k b e i i k e i k i e k e i k i k b e b c c e i l i l f i e f i l e f i l f i k l a b l i l i l i h l i l i l b i i l i l i h l i l i l b i h i l h i l h i h l h i l h i l b l h i h i l h i l h i h i l h i l h i l h l h i h i l h i l h i h i l h i l h i l h l h i h i l h i l h i h i l h i l h i l b l h i c d h l c d h l h l h h l h l h l b h h l h h l h l h l b h l c c e l d e l d e l b e e i l e i e i c d c d c d i l e i e i l e i e i c d c d c d b e i l l c d c d c d b e e h i l Futterrübe Zuckerrübe s Frühkartoffel (Speisequalität) Mittelfrühe Kartoffel (Speisequalität) Späte Kartoffel (Verarbeitungsqualität) W.-Raps t c c e h i e h i e h i c h i h l h l h h l h l h l b c Sonnenblume Eignung der Vorfrüchte für die Nachfrüchte Einstufung z sehr günstig 110 120 % z günstig 100 110 % z ungünstig 90 100 % z sehr ungünstig, 80 90 % unmöglich Besondere Hinweise Ertrags- und Qualitätsleistung ( _ x = 100 %) a = Vorsicht bei starker Trockenheit b = Vegetationszeiten überschneiden sich (klimatische Randlagen) c = Förderung bestimmter Krankheiten und Schädlinge, geringe Selbstverträglichkeit d = Förderung bestimmter Unkrautarten e = Vorfruchtwert wird schlecht ausgenutzt (Luxusfolge), mit Zweit- oder Zwischenfrucht eventuell vertretbar f = Verminderung der Qualität der Nachfrucht möglich g = Lagergefahr der Nachfrucht h = Zwischenfrucht als Untersaat in Vorfrucht möglich bzw. günstig, insbesondere auf Standorten mit hoher Nährstoffauswaschung i = Zwischenfrucht als Stoppelsaat oder Winterzwischenfrucht möglich bzw. günstig, insbesondere auf Standorten mit hoher Nährstoffauswaschung k = Auf leichten Böden günstig l = Organische Düngung zur Nachfrucht günstig m = Vorfrucht als Deckfrucht gut geeignet n = Vorfrucht als Deckfrucht bedingt geeignet o = Günstige Vorfrucht zur Reinsaat von Hauptfrüchten als Gründüngungsu. Futterpflanzen p = Durchwuchsgefahr in der Nachfrucht (Saatgutvermehrung) r = Vor Saatfurche (intensive) Stoppelbearbeitung in Getreidefolgen möglich (Unkrautkur) s = Auf leichten Böden ungeeignet t = Sommerform in Höhenlagen geeignet

Anbaupausen der Fruchtarten (Übersicht 4) Fruchtart Getreide Anbaupausen (Jahre) Ursachen Winterweizen 2 Pilzl. Schaderreger besonders Fußkrankheiten, Getreidezystenälchen Wintergerste 2 3 Pilzl. Schaderreger besonders Fußkrankheiten, Getreidezystenälchen, Thyphula, Mehltau Sommergerste 2 Getreidezystenählchen, Mehltau Hafer 3 5 Getreidezystenählchen Triticale, Dinkel 2 3 Roggen 1 2 Pilzl. Schaderreger besonders Fußkrankheiten Lein 6 Unverträglichkeit, Fusariosen Hackfrüchte Mais 1 2 Kartoffeln 3 4 Kartoffelzystenählchen Zuckerrüben 4 Pilzl. Schaderreger, Rübenzystenählchen Raps, Rübsen 3 4 Pilzl. Schaderreger, Rübenzystenählchen, Kohlhernie Sonnenblume 6 Pilzl. Schaderreger Ackerbohne 3 5 Virosen, pilzliche und tierische Schaderreger Erbse 4 6* Pilzl. Schaderreger Lupine, Buschbohne 3 5 Virosen, pilzliche und tierische Schaderreger Sojabohne 3 4 Pilzl. Schaderreger Linse 5 Pilzl. Schaderreger Hauptfutter- und Zwischenfruchtbau Erbse 4 8 Unverträglichkeitsbeziehungen, Fusariumwelke, Blattfleckenkrankheit Rotklee, Inkarnatklee, Luzerne, Esparsette Ackerbohne, Lupine, Buschbohne, Peluschke, Wicke 4 7 Unverträglichkeitsbeziehungen, Kleekrebs, Fusariumwelke, Klappenschorf, Blattfleckenkrankheit, u. a. 3 5 Unverträglichkeitsbeziehungen, Brennfleckenkrankheit, Fußkrankheiten, Stängelälchen, Lupinenwelke Kleegras 3 4 Unverträglichkeitsbeziehungen, Kleekrebs, Kleeälchen, Kleewürger, Fusariumwelke u. a. pilzliche Erreger Weißklee, Gelbklee, Schwedenklee, Serradella 1 3 Wie andere Kleearten, Weißklee weitgehend selbstverträglich Raps, Rübsen, Futterrübe 3 5 Rübenzystenälchen, pilzliche Erreger (Kohlhernie) Kohlarten 3 5 Kohlhernie, Rübenzystenälchen Gräserarten Weitgehend selbstverträglich Feldgemüse Kohlarten 4 6 Kohlhernie, Rübenzystenählchen Zwiebel 4 5 Pilzl. Schaderreger, Nematoden Möhre 3 4 Pilzl. Schaderreger, Nematoden Sellerie 3 Pilzl. Schaderreger, Nematoden Tomate 3 4 Kartoffelzystenählchen Kopfsalaat 1 2 Pilzl. Schaderreger, Nematoden Spinat 2 Nematoden Porree 2 3 Pilzl. Schaderreger, Nematoden Gurke 3 5 Pilzl. Schaderreger, Nematoden * (6 7 Jahre bei Saatgutvermehrung)

Fruchtfolgebeispiele (Übersicht 5) Beispiel 1: Fruchtfolgen mit unterschiedlichen Futterbauanteilen Jahr Hauptfutterbaufläche 100 % 67 % 14 % (+ 14 % Gründüngung, + 14 % ) 0 % (+ 20 % Gründüngung, + 20 % ) 1 Klee oder Luzernegras Kleegras Kleegras (Stilllegung) Kleegras (Stilllegung) 2 Klee oder Luzernegras 3 Silo-Mais oder Futterrüben 4 Ganzpflanzensilage Kleegras Kleegras Weizen Silo-Mais Weizen oder Triticale Kartoffeln oder Feldgemüse Weizen Kartoffeln (+ Zwischenfrucht) Körnererbsen 5 Roggen, Hafer oder Gerste 6 Ganzpflanzensilage Roggen oder Triticale 7 Hafer Roggen Beispiel 2: Fruchtfolgen unterschiedlicher Betriebstypen Jahr Betriebstyp Milchviehbetrieb A Milchviehbetrieb B Schweinemastbetrieb Viehloser Marktfruchtbetrieb 1 Kleegras Luzerne (-Gras) Kleegras / Grünbrache Grünbrache Rotkleesamen 2 Kleegras Luzerne (-Gras) Winterweizen / Sommerweizen Winterweizen 3 Winterweizen / Sommerweizen (+ Zwischenfrucht / Untersaat) Kartoffeln / Silomais Triticale Wintergerste Hafer / Braugerste / Kartoffeln 4 Hafer-Körner- Leguminosen (+ Zwischenfrucht) Winterweizen / Sommerweizen (+ Zwischenfrucht) 5 Kartoffeln / Futterrüben Körnerleguminose / Feldfuttergemenge Winterweizen (+ Untersaat Kleegras) Roggen / Dinkel 6 Winterroggen (+ Untersaat Kleegras) Hafer / Sommergerste (+ Untersaat Luzerne) Weitere Fruchtfolgebeispiele für unterschiedliche Standort- und Klimabedingungen im Anhang der Broschüre»Feldfutterbau und Gründüngung im Ökologischen Landbau«(www.smul.sachsen.de/lfl/publikationen/download/2766_1.pdf).

Impressum Herausgeber Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Pillnitzer Platz 3 01326 Dresden www.smul.sachsen.de/lfulg Redaktion Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Abteilung Pflanzliche Erzeugung Dr. Hartmut Kolbe Telefon: 03 41/ 91 74 149 Telefax: 03 41/ 91 74 111 E-mail: hartmut.kolbe@smul.sachsen.de (Kein Zugang für elektronisch signierte sowie für verschlüsselte elektronische Dokumente) Redaktionsschluss Juni 2008 Gestaltung www.sandstein.de Druck dfd Druckfabrik Dresden Fotos Titelseite / Dr. Michael Grunert Auflagenhöhe 3000 Exemplare Bestelladresse siehe Redaktion Verteilerhinweis: Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von Wahlhelfern zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen.