Übersicht Lean Six Sigma Methodik
Was ist Lean Six Sigma? Unternehmungen stehen kontinuierlich vor der Herausforderung bessere Resultate (Erhöhung des Umsatzes, Profite, Reduzierung der Risiken, usw.) zu erzielen und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Beide Maxime scheinen in einem Widerspruch zu sein, denn wird das eine erhöht, so reduziert sich nach dem allgemeinen Verständnis das andere. Verschiedene Unternehmungen haben sich intensiv mit diesem Dilemma beschäftigt und systematisch nach neuen Theorien und Praktiken gesucht, welche die Gesamtkosten für Produkte- und Servicekosten, resp. Qualitätsmängel drastisch reduzieren. In den letzten Jahren sticht ein neues Qualitäts- und Geschäftsverbesserungssystem immer wieder hervor: Six Sigma oder auch Lean Six Sigma. Lean Six Sigma ist ein Konzept zur Verbesserung finanzieller Resultate bei gleichzeitiger Erhöhung der Kundenzufriedenheit. Es basiert auf einem Verständnis der Kundenanforderungen, einer disziplinierten Anwendung von Daten und Fakten, sowie der konsequenten Umsetzung, Verbesserung und Design von Geschäftsprozessen und Produkten auf der Grundlage von Kundenanforderungen. Verschiedene Unternehmungen wenden es erfolgreich an und erzielen signifikante Resultate. Dabei setzt sich Lean Six Sigma aus zwei Konzepten zusammen: Lean Management und Six Sigma, die hier kurz beschreiben werden. Übersicht Lean SixStrategie Sigma Methodik / Marktforschung 2
Lean Management 1/2 Lean Management ist eine Form der Unternehmensführung japanischen Ursprungs. Der Begriff Lean (bedeutet schlank) lehnt sich an den Gedanken, dass Verschwendungen jeglicher Art zu reduzieren oder gar zu eliminieren sind. Dabei stehen verschiedene Werkzeuge und Konzepte zur Auswahl, um die Prozesse wertvoller und schlanker zu gestalten, mit dem Ziel, die Effizienz zu steigern und dem Kunden Leistungen zu bieten, die er wirklich will, zur richtigen Qualität und zum niedrigstmöglichen Preis. Als Verschwendung (waste) werden dabei Abläufe in einem Unternehmen definiert, die nicht direkt zur Wertschöpfung beitragen, wie z.b. fehlerhafte Prozessergebnisse, Überproduktion, Transport, Stillstands- und Wartezeiten, Lagerung, überflüssigen Bewegungsabläufe im Arbeitsablauf und natürlich auch überflüssige Arbeitsabläufe selbst (7 Arten der Verschwendung). Dies gilt es zu vermeiden oder zumindest auf ein Minimum zu reduzieren, da nicht alle nichtwertschöpfenden Schritte einfach eliminiert werden können und die Tätigkeiten auf das Wertsteigernde zu konzentrieren. Übersicht Lean SixStrategie Sigma Methodik / Marktforschung 3
Lean Management 2/2 Die Wertschöpfung eines Schrittes wird dabei aus der Sicht des Kunden beurteilt. So lassen sich Aufwand und Zeitbedarf von Prozessen z. T. drastisch reduzieren, was die Effizienz steigert. Idealerweise erreicht ein Unternehmen dadurch die vorgegebenen Ziele (Kundenvorgabe) mit einem minimalen Einsatz von Personal, Zeit und Investitionen. Lean Management ist ein sehr umfassender Ansatz und zielt daher darauf ab, alle Abläufe in einem Unternehmen (sowohl im operativen als auch im administrativen Bereich) auf ihren Beitrag zur Wertschöpfung zu untersuchen, gegebenenfalls zu optimieren und zu standardisieren. Methodisch wird dies durch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) erreicht, d.h. alle Prozesse, auch solche, die als ideal eingestuft werden, unterliegen der regelmäßigen Überprüfung auf Optimierungspotenzial. Dies macht Sinn, da die Anforderungen an Prozesse, Produkte oder Prozessergebnisse einem stetigen Wandel unterliegen; was heute innovativ und ideal erscheint, genügt morgen vielleicht noch gerade den Grundanforderungen. Übersicht Lean SixStrategie Sigma Methodik / Marktforschung 4
Six Sigma 1/3 Six Sigma ist ein Management-Ansatz, der dabei hilft, Prozesse zu analysieren, zu standardisieren und sie kontinuierlich zu verbessern, mit dem Ziel, Fehler zu reduzieren. Dadurch werden Kosten gesenkt und die Effizienz sowie die kundenorientierte Qualität gesteigert. Six Sigma ist dabei keine Wunderwaffe für sofortige Erfolge, sondern vereint vielmehr eine strukturierte, ergebnisorientierte Herangehensweise mit einer Fülle an gekonnt kombinierten einzelnen Werkzeugen und Techniken mit dem Ziel, eine nachhaltige Verbesserung zu erreichen und so die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhöhen. Das Six Sigma Konzept entstand in den 80er Jahren in den USA bei Motorola und etablierte sich dort schnell in anderen fertigungsorientierten Weltunternehmen (AlliedSignal/Honeywell, IBM, General Electric, Dow Chemical...). Inzwischen gewinnt das Konzept auch in Deutschland an Bedeutung, auch hier zunächst in der Industrie (ABB, Siemens,...) aber zunehmend auch im Dienstleistungssektor. Dies ist durchaus verständlich, denn die Six Sigma Methoden konzentrieren sich auf Prozesse, also wiederholte Abläufe zur Erstellung eines Ergebnisses, unabhängig von deren Inhalt und Ergebnis. Übersicht Lean SixStrategie Sigma Methodik / Marktforschung 5
Six Sigma 2/3 Die Qualität eines Prozesses wird durch die Erwartungserfüllung des Kunden (auch des unternehmensinternen Kunden) hinsichtlich der Ergebnisgrößen wie Qualität, Kosten, Zeit und Produktivität beurteilt. Diese Basis von Six Sigma ist sowohl bei Produktions- als auch bei Service-Prozessen gegeben. Sigma (σ) bezeichnet dabei in der Statistik die Standardabweichung, d.h. die Streuung einer Ergebnismessung um den Mittelwert μ einer Normalverteilung. Durch den Vergleich dieser realen Ergebnisstreuung mit dem vorgegebenen Toleranzbereich eines Zielwertes, d.h. durch den Vergleich von Ist und Soll, ergibt sich mit dem resultierenden Sigma-Wert ein Maß für die Prozessfähigkeit, das damit für vergleichende Qualitätsbeurteilungen von Prozessen herangezogen werden kann. Der Wert six sigma (6σ) bezeichnet eine Prozessleistung, bei der in 1.000.000 Ergebnissen nur 3,4 Abweichungen (3,4 ppm = parts per million) vom Zielbereich erwartet werden, oder anders herum, 99,99966% der Ergebnisse keine Abweichung zeigen. Übersicht Lean SixStrategie Sigma Methodik / Marktforschung 6
Six Sigma 3/3 Übersicht Lean SixStrategie Sigma Methodik / Marktforschung 7
Warum werden Six Sigma Prozesse benötigt? Sogar bei 99% Qualität (Prozess Sigma von 3,85) hätten wir Bei 2 Millionen Rezeptverschreibungen 20.000 falsche Verschreibungen pro Jahr Unsauberes Trinkwasser für ca. 10 Std. pro Monat Kein Telefon oder Fernsehen für mehr als 1,5 Std. pro Woche Zehn Unfälle bei Start oder Landung auf dem Flughafen Frankfurt am Main jeden Tag 25.000 verloren gegangene oder falsch ausgelieferte Poststücke pro Stunde Über 90.000 falsche Verurteilungen für Kapitaldelikte pro Jahr Übersicht Lean SixStrategie Sigma Methodik / Marktforschung 8