Schlüsselpärchen. Digitale Signaturen und Sicherheit

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1 Schlüsselpärchen Digitale Signaturen und Sicherheit Dr. Rudolf Gardill, Universität Bamberg, Rechenzentrum MS Wissenschaft, 10. September 2006

2 Eine seltsame Mail From: On Behalf Of Sent: Thursday, June 08, :42 AM To: Beirat-RZ Uni Bamberg Subject: Sparkassen-Finanzportal GmbH <Sparkassenlogo> Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, dass Online-Banking der Sparkasse jetzt noch sicherer ist! Weltweit gilt das TAN-Verfahren als eines der sichersten Legitimations-Verfahren für Online-Bankgeschäfte. Dennoch gab es in letzter Zeit immer wieder Versuche, auf betrügerische Art und Weise TAN-Nummern von Kunden zu erhalten und das Geld ins Ausland zu überweisen. Zur Zeit ist uns das Verfahren, die die Betrüger für die Entwendung der TAN-Listen benutzen, nicht bekannt Um Ihre Online-Geschäfte noch besser zu schützen, führt die Sparkasse zusätzliche Schutzmassnahmen ein. Fuer den gewöhnlichen Schutz durch nicht nummerierte TAN-Liste haben Sie zwei gültige TAN einzugeben. Wenn sie den neuen itan Verfahren benutzen, müssen Sie 20 itan eingeben. Kunden, die den gewöhnlichen Schutz durch TAN-Liste verwenden, gehen Sie bitte auf diesen Link: Nutzer, die den itan-schutz verwenden, gehen Sie bitte auf diesen Link: Achtung! Wir bitten unsere Kunden um Verständnis für diese Überprüfung. Alle Sparkassenkonten, die nicht innerhalb eines Tages authentifiziert werden, werden gesperrt!

3 Was sagt die Sparkasse dazu? Unter der Überschrift Sicherheitshinweise Geben Sie Betrügern beim Online Banking keine Chance Vorsicht Falle!... gibt es in wichtige Hinweise, unter anderem die Fragen: Ist das Schloss verschlossen? Sind Sie an der richtigen Adresse?

4 Ist das Schloss verschlossen?

5 Sind Sie an der richtigen Adresse?

6 Dahinter stecken Schlüsselpärchen Die Sparkasse hat einen privaten Schlüssel Sie haben eine Kopie des dazu passenden öffentlichen Schlüssels, der genau umgekehrt arbeitet: Was Ihr Browser mit dem öffentlichen Schlüssel verschlüsselt, kann nur die Sparkasse mit dem privaten Schlüssel entschlüsseln: Beobachter sind ausgesperrt Was die Sparkasse mit dem privaten Schlüssel verschlüsselt, kann jeder mit dem öffentlichen Schlüssel entschlüsseln und man kann sicher sein, dass die Sparkasse der Absender ist wenn?

7 und Zertifikate und man kann sicher sein, dass die Sparkasse der Absender ist wenn? sicher ist, dass der öffentliche Schlüssel wirklich von der Sparkasse stammt. Deshalb ist an den öffentlichen Schlüssel ein Zertifikat angefügt (wieder mit Hilfe eines Schlüsselpärchens), in dem eine vertrauenswürdige Stelle (Firma, ) bestätigt, wem der öffentliche Schlüssel gehört.

8 und Zertifikatspeicher

9 und Widerrufslisten falls ein privates Zertifikat in falsche Hände gerät (und der Besitzer das merkt) kann es in eine Widerrufsliste eingetragen werden, die über das Internet erreichbar ist. Die Anwendungsprogramme (Browser, Mail- Client, ) können so bei jeder Verwendung prüfen, ob das Zertifikat noch gültig ist.

10 - Halbzeit - Serverzertifikate zur Verschlüsselung der Datenübertragung (die tatsächlich etwas komplizierter abläuft und in beide Richtungen funktioniert) zur Authentifizierung des Servers die Nutzer benötigen keine privaten Schlüssel oder Zertifikate

11 Ich will meine s unterschreiben damit meine Freunde wissen, dass sie wirklich von mir kommen, damit mir meine Freunde verschlüsselte E- Mails zurückschicken können, die nur ich lesen kann. Ist das wirklich so kompliziert und teuer, dass das kaum jemand macht?

12 qualifiziertes Zertifikat qualifizierte rechtsverbindliche Zertifikate laut Signaturgesetz gibt es ab 50 pro Jahr genau so sorgfältig zu verwahren, wie eine Kreditkarte für private Nutzung zu teuer Bezugsquellen siehe

13 Expresszertifikat zum Nulltarif bei eine Folge von WWW-Formularen ausfüllen und abschicken, dabei den eigenen Browser automatisch das Schlüsselpärchen generieren und im eigenen Zertifikatspeicher speichern lassen die Bestätigungs- abwarten und beantworten, in der Mail mit dem Zertifikat einen Link anklicken und schon hat man ein persönliches Zertifikat im Zertifikatspeicher stehen. Dieses Zertifikat bzw. der Zertifikatspeicher kann mit einem Passwort geschützt werden Das Zertifikat sollte man unbedingt in eine Datei exportieren und diese Datei geeignet aufheben

14 mit dem eigenen Schlüssel signieren

15 Signierte lesen Die Signatur kann geprüft und in den Zertifikatspeicher übernommen werden wird in Outlook beim verschlüsselten Beantworten automatisch übernommen.

16 verschlüsselt versenden Die Mail wird mit dem Schlüssel des Empfängers und dem eigenen Schlüssel verschlüsselt, so dass beide die Mail mit ihrem jeweiligen privaten Schlüssel entschlüsseln und lesen können.

17 Umgang mit privaten Schlüsseln Bei Schlüsselverlust sind verschlüsselte Mitteilungen verloren. Dem kann man vorbeugen, indem man Duplikate der privaten Schlüssel sicher ablegt. Den Zertifikatspeicher kann man schützen oder eine Chipkarte oder ein etoken verwenden: Diese geben bei richtiger Einstellung den Schlüssel nicht her, sondern ent- oder verschlüsseln mit dem Schlüssel. Man kann den Schlüssel gleich eingesperrt in geeigneter Hardware beschaffen (Problem: Kopie?)

18 Zusammenfassung und Anmerkungen nicht besprochen: Clientauthentifizierung mit privaten Schlüsseln (etabliert beim chipkartengestützten Internet- Banking Home Banking Computer Interface HBCI) Die Bedeutung digitaler Signaturen nimmt mit zunehmenden Bedrohungen zu Die Verwendung in WWW-Servern und Browsern ist etabliert Die Nutzer sind nicht immer ausreichend vorsichtig Die Verwendung in ist selten: nicht alle -Clients unterstützen digitale Zertifikate (z.b. Web- Mail) der sichere Umgang mit privaten Schlüsseln erfordert Sorgfalt und im professionellen Einsatz sorgfältige Organisation.

19 IT-Trends (Computer-Zeitung Nr. 36 / 4. September 2006, S9) Infos entlang des Lebenszyklus verschlüsseln (Problem: dokumentenzentrierte Verschlüsselung <= mobiles Computing) Schützt die Daten und nicht die Infrastruktur Von den Verschlüsselungsspezialisten lebt jeder in seiner eigenen Welt.. Speichernetz-Anbieter haben mit Plattenverschlüsselern oder Mail-Codierern nichts am Hut Wenn man wirklich konsequent alle Schlüssel der verschiedenen Anwendungen und Hersteller zentral verwalten möchte, ist man wieder da, wo sich die Verfechter der Public Key Infrastrukturen schon vor ein paar Jahren die Zähne ausgebissen haben. Wer darf wann was, wie werden Schlüssel verteilt, was passiert bei Änderungen (Mitarbeiterwechsel, neue Gruppenstruktur), wie sind Schlüssel- Backups geregelt etcetera sicheres Enterprise-Rights-Management (ERM)

20 Vielen Dank für Ihr Interesse und für den Besuch des MS-Wissenschaft in Bamberg

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