Herausforderung Bestandsbetreuung der Zukunft

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1 Herausforderung Bestandsbetreuung der Zukunft Fachtagung Moderne Nutztierhaltung - Herausforderung für Produktion, Tiergesundheit und Ökonomie am in Lichtenwalde Dr. Uwe Bergfeld Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

2 Blick in die Zukunft Technischer Fortschritt Verbrauchererwartungen Automatisierung Verfügbarkeit und Qualität der Arbeitskräfte Ansprüche an den Arbeitsplatz Schutzgüter Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

3 Bestandsbetreuung vor 50 Jahren Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

4 Bestandsbetreuung heute Melkstand Automatisiertes Melken Elektronische Tiererkennung Automatisiertes Fütterung Hofcomputer Herdenmanagementprogramme Prozessrechner Sensortechnik Internet Erste Robotertechnik Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

5 Bestandsbetreuung und morgen??? Stellen Sie sich vor, Sie leben im Der intelligente Milchviehstall Jahr 2025: INTERNET Es ist 9:00 und Sie sitzen im Kontrollzentrum Ihrer Milchviehanlage. Auf einem Monitor werden Ihnen gerade die Milchinhaltsstoffe angezeigt. Sie stellen fest, dass von zwei Kühen aus dem Stallbereich A der Aminosäuregehalt XY etwas abgesunken ist. Perspektive oder Illusion??? Sie leiten die Meldung an den Fütterungscomputer weiter. Der berechnet sofort die TMR neu. Gleichzeitig werden die beiden Kühe beim Veterinärroboter vorgestellt, um eine Blutprobe zu entnehmen Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde Elite 6/2005

6 Technik Fluch oder Segen? Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

7 Wandel der gesellschaftlichen Ansprüche Ernährungssicherung schaffte Freiräume für Kunst, Kultur, technische Errungenschaften, Grundlagen des heutigen Lebensstandards von Quantität zur Qualität vom Lebensmittel zum Genussmittel Von der reinen Naturnutzung zum werteorientierten Umgang mit Natur und Geschöpfen Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

8 8 13. Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

9 Die gesellschaftlichen Wertvorstellungen verschieben sich Ernährungs- und Rohstoffsicherung, Markt, Ökonomie, Wettbewerbsfähigkeit Schutzgut Umwelt Schutzgut Verbraucher Schutzgut Tier Gesellschaftliche Akzeptanz Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

10 Ausrichtung der Nutztierhaltung Es hat sich viel getan Leistungs- + Produktivitätsanstieg Investitionen in moderne Haltungssysteme + Management Wahrnehmung Wirklichkeit Es gibt aber keine Alternative zur weitergehenden Orientierung an der Entwicklung der gesellschaftlichen Werte nicht an idealisierten Bildern Transparent des Weges Indikatoren pro-aktive Kommunikation der Spannungsfelder, Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken DBV: Kodex Tierhaltung Wir sind gut, wir können besser werden, wir reden darüber Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

11 Was heißt dies für die Tierhaltung? Erzeugung von und mit gesunden Tieren Verluste, Abgänge, Nutzungsdauer Tiergesundheits- und Hygienemanagement Früherkennung von physiologischen Imbalancen Tierwohl anhand tierbezogener Indikatoren Nicht alle Forderungen des Tierschutzes / alle strengeren Haltungsnormen bringen mehr Tierwohl Indikatoren für Stress, physiologische und immunologische Stabilität, Organbefunde, Diagnosen, Abgänge und Abgangsursachen Effizienz der Nährstoffverwertung, Wirtschaftlichkeit und Marktorientierung Erfordert hohes Maß an individueller und zielgenauer Betreuungsqualität Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

12 Zukünftige Herausforderungen Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte Steigende Faktorkosten (Boden, Energie, Nährstoffe, Wasser, Arbeit, ) Mehr an Tiergesundheit mit weniger Medikamenten Weiter steigende Standards bei Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutz Weiterer Fortschritt bei Automatisierung, Sensortechnik und IT Weitere Automatisierung der Abläufe Melken Fütterung Klima Präzisiere Informationen um das Tier Leistung und Qualität Verwertungseffizienz Physiologische Imbalancen Tierwohl Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

13 Präzise Nutztierhaltung Precision Livestock Farming Elektronische Tiererkennung Automatisierte Melksystem Automatisierte Fütterung Erfassung Gewicht + Kondition Stallklimasteuerung Bewegungsaktivität Herdenmanagement Verzehrskontrolle Grundfutter/Wasser Sensortechnik Tier / Produkt Bestands-, Leistungs-, Fruchtbarkeits-, Gesundheitsdaten Tierortung Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

14 Anforderungen an die Nutzung neuer technischer Lösungen in der Bestandsbetreuung Einfach in Bedienung und Handhabung Robust und wenig störanfällig Hoher Anteil automatisiert erfasster Daten Echte Managementhilfen Kompatibilität der Einzelsysteme Zukunftsfähigkeit, keine Einbahnstraße Service und Wartung Kosten Technische Lösungen müssen ein mehr an Komfort, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit schaffen Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

15 Chancen der Sensortechnik Ziel: Frühzeitige Erkennung von Abweichungen vom Normverhalten automatisierte, schnelle und kostengünstige Erfassung von Informationen Möglichkeiten: Abweichungen in der Milch, Melkverhalten, Tierverhalten, Körpertemperatur, physiologische Parameter, Gewicht, Körperform, Diagnosen, Hilfen beim Herdencheck Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

16 Stand der Technik Hilfsmittel zu Überwachung von Brunst und Trächtigkeit Brunstkalender und Melkstandsdaten im PC (Milchertrag, Leitfähigkeit, Milchtemperatur) Erfassung der Bewegungsaktivität Brunstdetektor (heat mount detector) Verhaltensüberwachung mittels WebCam und Progesteronbestimmung Heat Watch R Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde Pache (2011)

17 Möglichkeiten für neue Merkmale Oestrusqualität (BLE-Projekt OnFarm Recording Breeding ) auf Basis von Progesteronmessungen in der Frühlaktation Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde Fischer und Pache (2011)

18 Möglichkeiten für neue Merkmale Fettmobilisationsdynamik (BLE-Projekt OnFarm Recording Breeding ) Entwicklung einer Tierschleuse mit Kameratechnik Kamera BCS 1 BCS 5 BCS Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde Fischer und Mertens (2012)

19 Biomarker zur Erkennung von Entzündungen und Stress BLE-Projekt OnFarm Recording Breeding Probennahme On Farm ELISA Analytik Lokale und systemische Entzündungen Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde Möllmer (2012)

20 Haptoglobin in der Milch als Biomarker für Euterentzündungen Spezifität / Sensitivität eines kranken Tieres BLE-Projekt OnFarm Recording Breeding RP FP RN FN Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde Möllmer (2012)

21 Haptoglobin in der Milch als Biomarker für Euterentzündungen Spezifität / Sensitivität AG krank - 95 gesund BLE-Projekt OnFarm Recording Breeding SG krank - 94 gesund Hp 1,2 64 (RP) 29 (FP) Hp 1,2 65 (RP) 20 (FP) Hp < 1,2 31 (FN) 151(RN) Hp < 1,2 29 (FN) 160 (RN) AG - Spezifität = 0,84 AG - Sensitivität = 0,67 SG - Spezifität = 0,89 SG - Sensitivität = 0,69 AG Anfangsgemelk SG - Sammelgemelk Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde Möllmer (2012)

22 On-Farm-Geräte Herd Navigator von DeLaval Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde Pache (2011)

23 ph-wert und Temperatur über Bolus im Pansen Schwachstellenanalyse bei Futter- und Nährstoffaufnahme Erkennung von Pansenazidosen Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde Steinke u.a. (2011)

24 Ist die Datenflut beherrschbar? BHB HP Indikatoren Progesteron BCS LDH Datenqualität: Konsistenz: fehlerfreie und sich nicht widersprechende Daten Vollständigkeit: vorliegende Messwerte für alle benötigten Merkmale Kontinuität: stetig verfügbare Daten über die Zeit Kompatibilität: Verwendbarkeit der Daten vom Prozessrechner vor Ort bis zum außerbetrieblichen Dienstleister Algorithmen: Ein-Parameter-Modelle (Grenzwertmodelle) Control Charts (z.b. CuSum) Gleitende Mittelwerte Exponentielles Glätten Entscheidungsbäume Gemischte Lineare Modelle Fuzzy Logic Künstliche Neuronale Netze ENTSCHEIDUNGSHILFEN Tier im Focus des Herdenmanagers Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

25 Entwicklungen bei den IT-Systemen Zentrale Datenhaltung Verknüpfung von Daten und Informationen Intelligente Verarbeitung und Aufbereitung von Daten und Informationen zur Entscheidungsunterstützung Benchmarking Vergleich mit den Besten Freischaltung für autorisierter Berater Systempflege Datensicherheit, Voraussetzung: Internet Einbindung / Verknüpfung aller verfügbaren Daten und Informationen Bestand, Leistung, Qualität Zucht, Reproduktion Prozessdaten Melken, Füttern, Klima, Gesundheitsdaten, Labordaten Ökonomie, Dezentrale Datennutzung Bereitstellung über PC, Tablet, Smartphone, Entscheidungshilfen Erfolgskontrolle, Analysen und Trends Hilfen zur Arbeitsorganisation Software zur Managementunterstützung Integrierte Bestandsbetreuung Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

26 Der Herdenmanager ist nicht allein Integrierte produktionstechnische Bestandsbetreuung Integrierte betriebswirtschaftliche Bestandsbetreuung Betriebswirtschaftliche Beratung, Arbeitsorganisation, Benchmarking, Betriebszweigauswertung Analyse der Kosten- und Erlöse Betriebsvergleich Analyse Kennzahlen Betriebsentwicklung Fütterungs-, Haltungs- und Zuchtberatung, Bau + Technik, Bestandsführung,, Fütterungs- und Haltungsempfehlungen Anpaarungsplanung Bauberatung Integrierte tierärztliche Bestandsbetreuung Hoftierarzt, TGD, Tiergesundheitsmanagement Prophylaxemaßnahmen Gesundheitsmonitoring Gesundheitsberichte Hygienemaßnahmen Tiergerechtheit Tiergesundheitsindex Weiterbildung Beratung Integrierte Bestandsbetreuung durch den Herdenmanager Erfahrungsaustausch Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

27 Credo Wettbewerbsfähigkeit und Akzeptanz zukünftiger Nutztierhaltung erfordern höchste Standards an Gesundheit und Wohlbefinden bei hoher Leistung Die Entwicklung der Sensortechnik für die Milchviehhaltung steht erst am Anfang Moderne IT-Systeme verdichten die Fülle an Informationen zu Entscheidungshilfen für eine zielgenaue Bestandsbewirtschaftung Integrierte Bestandsbetreuung erfordert betriebswirtschaftliche, produktionstechnische und tierärztliche Unterstützung Schlüssel Wissen und Können des Herdenmanagers Beratung, Weiterbildung und Erfahrungsaustausch zu Ökonomie, Produktion, Gesundheit Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

28 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Juli 2012 Dr. Uwe Bergfeld Fachtagung am in Lichtenwalde

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