Was ist ein Businessplan. von Christoph Flückiger

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1 Was ist ein Businessplan von Christoph Flückiger Seite 1 von 5 Februar 2004

2 Einleitung Jede Tätigkeit soll geplant werden. Wer in die Ferien geht, weiss wann, wohin, mit wem er verreist und was er alles mitnehmen soll. Wer ein Haus baut, definiert sorgfältig seine Wünsche und Ansprüche, er erstellt oder lässt Skizzen und Pläne erstellen, berechnet das Budget und die Möglichkeiten usw. Ein Businessplan, oder ganz einfach Geschäftskonzept genannt, dient wie es der Name schon sagt zum Planen des Geschäftes. Oft wird ein Businessplan erstellt, um Geldgeber von der Seriosität des Unternehmens und deren Marktchancen zu überzeugen. Er ist jedoch auch Leitfaden und Zielvorgabe für den Unternehmer oder die Unternehmerin selbst: Was will man produzieren und verkaufen, welche Dienstleistung will man erbringen, welche Ziele werden in welcher Zeit anvisiert. In der Regel wird ein Businessplan erstellt, um einer geplanten Neugründung eines Unternehmens das notwendige Fundament zu geben. Aber auch bei einer Übernahme, Nachfolgeregelung, Expansion, Diversifikation usw. ist ein geplantes Vorgehen unabdingbar. Mit dem Erstellen eines Businessplanes werden 4 Funktionen erfüllt: 1. Der Unternehmer muss sich intensiv mit allen wesentlichen Teilen seines Betriebes auseinander setzen. 2. Durch diese vertiefte Auseinandersetzung werden Schwachpunkte bereits in der Planung erkannt und können eventuell eliminiert werden. Oder die Machbarkeit als Ganzes wird in Frage gestellt und ein Abbruch der Übung ist ohne grosse Verluste möglich. 3. Der Plan dient dazu, dass alle Einzelheiten berücksichtigt werden und bei der Realisierung alle Entwicklungen konsequent überprüft und umgesetzt werden können. 4. Jedes Unternehmen braucht Kapital. Gerade bis sich der erhoffte Erfolg einstellt, sind grosse finanzielle Anstrengungen notwendig. Ein sauber formuliertes Geschäftskonzept überzeugt potentielle Geldgeber und allfällige Partner. Über Umfang und Inhalt des Planes gibt es keine festen Regeln. Je nach Art und Komplexität des Unternehmens kann er variieren. Als Richtwert können ca. 20 bis 40 Seiten angenommen werden. In der Regel besteht er aus etwa folgenden Kapiteln: Seite 2 von 5 Februar 2004

3 1. Struktur und Inhalt des Businessplanes 1.1. Übersicht des Geschäftsvorhaben (Executive Summary) Dieses Kapitel ist die Visitenkarte des Planes. Auf zwei maximal drei Seiten wird das Geschäftsvorhaben beschrieben. Durch eine gute und prägnante Definition wird beim Leser ein positiver Eindruck vermittelt Produkt-/Servicebeschreibung Hier wird das Produkt oder die Dienstleistung im Detail beschrieben. Jetzt wird das, was Sie auf den Markt bringen wollen, genauer erklärt. Gehen Sie davon aus, dass der Leser sich in Ihrer Branche nicht auskennt. Beschreiben Sie im Detail was Sie wie, in welcher Zeit herstellen oder anbieten wollen Rechtsform/Standort (allenfalls Betriebsteil) Hier reicht eine kurze Beschreibung über Rechtsform, Besitzverhältnisse des Aktienpaketes, der Beschreibung des Standortes mit Skizze und Fotos Management und Personal Kernelement ist hier der persönliche Werdegang und die fachlichen Qualifikationen des Unternehmers. Je nach Komplexität der Firma werden auch die weiteren Kadermitglieder oder Partner persönlich vorgestellt. Neben den fachlichen Qualifikationen ist natürlich auch das unternehmerische Denken sowie die kaufmännischen Kenntnisse von grosser Priorität. In dieses Kapitel gehört auch die kurz-, mittel- und langfristige Personalplanung mit einer sorgfältigen Analyse der Möglichkeiten bei deren Rekrutierung oder Ausbildung Marketing Eine exakte Marktanalyse ist für ein erfolgreiches Bestehen unabdingbar. Viele gute Fachleute scheitern daran, dass es für ihr Produkt / ihre Dienstleistung keinen oder einen zu kleinen Markt gibt. Eine eingehende, realistische Betrachtung ist der Kernpunkt eines erfolgreichen Geschäftes. Die Datenquellen, welche für eine exakte Analyse notwendig sind, können sehr unterschiedlicher Natur sein. Bei deren Beschaffung stehen dem Unternehmer viele Möglichkeiten offen. Nebst viel Fantasie ist vor allem ein logisches und systematisches Vorgehen und sinnvolles Auswerten der Daten notwendig. Ebenfalls in dieses Kapitel gehören Fragen zum Markt wie: Marktgrösse und deren Veränderungen (positiv oder negativ), Mitbewerber, Markteintrittsbarrieren, Kundenkreis, Lieferanten, Partner oder Sub-Unternehmer, Veränderungen im Verhalten der Konsumenten usw. Aus all diesen Faktoren ergibt sich ein Vertriebsplan und den entsprechenden Werbeplan mit den budgetierten Kosten. Seite 3 von 5 Februar 2004

4 1.6. Finanzen Aus all diesen Faktoren ergeben sich die zu erwartenden Einnahmen sowie die dazu notwendigen Ausgaben. Daraus resultiert der zu erwartende Gewinn. Sie müssen detailliert über die finanziellen Aspekte Bescheid wissen und auch eine Break-even-Analyse nicht allzu optimistisch einschätzen. Legen Sie im Detail fest, welchen Kapitalbedarf Sie benötigen, wie Sie ihn zu finanzieren gedenken und vergessen Sie nicht eine solide Liquiditätsplanung. Jetzt geht es um Einnahmen, Ausgaben und den Gewinn. Dazu müssen Sie detailliert über Ihre Kosten Bescheid wissen und verschiedene Szenarien durchspielen Anhang Je nachdem wie Sie den Businessplan gestalten, können Sie notwendige Illustrationen direkt in die vorerwähnten Kapitel einfliessen lassen oder aber als separater Anhang anfügen. Dazu gehören zum Beispiel: Illustrationen/Fotos der Produkte Lebenslauf des Unternehmers und Kaders Marktforschungsergebnisse Statistiken Zertifikat usw. Gehen Sie systematisch vor Wer eine neue Unternehmung gründen will oder eine neue Sparte in das bestehende Unternehmen integrieren will, muss systematisch vorgehen. Eine realistische Einschätzung des Marktes mit Berücksichtigung aller Chancen und Gefahren vermeidet Fehleinschätzungen. Dabei soll die Begeisterung für die Sache durchaus nicht zu kurz kommen. Auf der anderen Seite sind allzu euphorische Aussichten nicht nur für einen allfälligen Geldgeber gefährlich. So mancher Jungunternehmer sieht sich nach einem misslungenen Start nicht nur mit einem Schuldenberg konfrontiert, er hat oft auch sein ganzes Vermögen inklusive angesparter Sozialleistungen verspekuliert. Ein seriös erstellter Businessplan kann ihn sowohl in seiner Absicht bestärken, oder aber von einem Fehlentscheid abbringen. Gerade die regional unterschiedlichen Gegebenheiten können einer Selbständigkeit zum Erfolg verhelfen, oder aber zum Scheitern beitragen. Wer flexibel ist und das notwendige Rüstzeug mit sich bringt, wird eine gute Idee am geeignetsten Standort durchführen können. Der Businessplan wird das Herzstück Ihres Erfolges Seite 4 von 5 Februar 2004

5 ist der verlässliche Fahrplan Ihrer Unternehmensgründung sichert durch schrittweises Vorgehen die Vollständigkeit der Planung enthält Kennzahlen und Brancheninformationen, die Ihren Erfolg sichtbar machen zeigt die Risiken und Chancen Ihres Unternehmens zwingt Sie zu Entscheidungen legt Zuständigkeiten und Funktionen fest plant Aufgaben und Budgets für Entwicklung, Produktion, Marketing, Vertrieb und Finanzen ist das Kommunikationsmittel Ihrer Unternehmensgründung ist die Schnittstelle zu den Geldgebern und Partnern umfasst klare Finanzierungs- und Rentabilitätsberechnungen gibt Ihnen Selbstvertrauen in Verhandlungen mit Banken unterstützt Ihre Kontrolle und Wachstum nach der Gründung kostet Sie nur einen Bruchteil Ihrer Investitionssumme begrenzt Ihre Risiken gibt Ihnen Sicherheit in Ihren Entscheidungen Zofingen, 12. September 2001 Flückiger & Partner Christoph Flückiger Seite 5 von 5 Februar 2004

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