Sachanalyse. die LÜBECKER MUSEEN

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1 Sachanalyse 2.1 Herkunft Der Urgroßvater von Heinrich und Thomas Mann, Johann Siegmund Mann, wurde am in Rostock geboren kam er als Kaufmannslehrling nach Lübeck und gründete dort 1790 die Firma Johann Siegmund Mann, Commissions- und Speditionsgeschäft. Sein Sohn, Johann Siegmund Mann der Jüngere, heiratete 1837 als zweite Frau Elisabeth Marty. Thomas Johann Heinrich Mann wurde 1840 als zweites von fünf Kindern geboren. 1863, bereits mit 22 Jahren, übernahm er die Firma, 1877 wurde er Senator für Wirtschaft und Finanzen heiratete er Julia da Silva Bruhns. Ihr Vater, Johann Ludwig Bruhns, wurde 1821 in Lübeck geboren, wanderte 1837 nach Brasilien aus, wo er 1841 eine Exportfirma in Sao Paulo gründete heiratete er Maria da Silva, die Tochter eines wohlhabenden Grundbesitzers portugiesischer Abstammung. Nachdem seine Frau 1856 im Kindbett gestorben war, ging Johann Ludwig Bruhns und seinen fünf Kindern zurück nach Lübeck. Der Vater von Heinrich und Thomas, Thomas Johann Heinrich Mann, war für seine Kinder eine dominante Figur. Er war sehr gewissenhaft sowohl im Privaten als auch im Beruflichen. Seine Frau Julia hatte ein lebensfrohes Temperament, sie war ein musischer Mensch und vererbte diese Leidenschaft an ihre Kinder. Insgesamt war die Kindheit von Heinrich und Thomas Mann bestimmt durch hanseatische Traditionen. 2.2 Heinrich Mann Biografie Heinrich Mann Die wichtigsten Daten Heinrich Mann wurde am in Lübeck geboren verließ er das Katharineum in der 12. Klasse, um eine Buchhandelslehre in Dresden zu beginnen, und fing an, eine Existenz als Schriftsteller zu führen arbeitete er als Volontär im S.Fischer Verlag in Berlin, zu dieser Zeit war er auch Gasthörer der Berliner Universität. Nach einer Lungenblutung 1892 machte Heinrich verschiedene Kuraufenthalte, 1893 unternahm er Reisen nach Paris und Italien. Sein erster Roman erschien 1894: In einer Familie. Von reiste er gemeinsam mit seinem Bruder Thomas nach Rom und Palästina lernte er Inès Schmied kennen, die Verlobung mit ihr wurde jedoch 1909 wieder aufgelöst. Stattdessen heiratete er 1914

2 die Schauspielerin Maria Kanová, bis 1928 hatten sie ihren Wohnsitz in München, seine Tochter Leonie kam 1916 zur Welt trennte er sich von Maria und siedelte bis 1933 nach Berlin über emigrierte Heinrich nach Nizza, die deutsche Staatsbürgerschaft wurde ihm aberkannt erwarb er die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft heiratete er Nelly Kröger, die er zehn Jahre zuvor kennengelernt hatte, ein Jahr später flohen sie über Spanien und Portugal nach New York nahm sich Nelly das Leben, Heinrich Mann starb am in den USA Heinrich Mann und seine Beziehung zu den Frauen Heinrich Mann hielt nicht viel von dem bürgerlichen Weg der Heirat in großbürgerliche und wohlhabende Häuser. Er lebte bis 1909 mit Inés Schmied in wilder Ehe, heiratete 1914 Maria Kanová, ließ sich von ihr 1930 scheiden heiratete er Nelly Kröger, eine dralle Blondine aus dem Volk, die als Schandfleck der Familie galt, da sie, lustig und laut, nicht in die bürgerliche Welt passte. Heinrich pflegte immer den Umgang mit leichten Mädchen und Barbekanntschaften. Er hatte Freude an einer Brieffreundschaft mit einer Berliner Prostituierten und skizzierte gerne üppige Damen, sein bevorzugter Typ Frau Heinrich Manns politische Einstellung Schon früh verstand Heinrich sein Schreiben als politischen Akt, er bekannte sich zu Demokratie und Pazifismus. Er war als einer der wenigen Intellektuellen von Beginn an gegen den ersten Weltkrieg. Nach der Machtergreifung war Heinrich Mann auch einer der ersten, die auf der Liste der Nationalsozialisten standen, weswegen ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt wurde. Seine Bücher wurden verbrannt. 2.3 Thomas Mann Biografie Thomas Mann Die wichtigsten Daten Am wurde Thomas Mann in Lübeck geboren verließt er das Katharineum nach der zehnten Klasse mit der mittleren Reife und folgte seiner Mutter nach München. Hier begann er als Voluntär bei einer Feuerversicherungsgesellschaft, wo er nach vier Monaten kündigte, und war Gasthörer bei der Technischen Hochschule. Wegen der monatlichen Rente aus dem

3 Erbe des Vaters, der 1891 gestorben war, konnte es sich Thomas Mann leisten, seinen schriftstellerischen Tätigkeiten nachzugehen. In den Jahren 1897/98 reiste er gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich nach Palästina und Rom heiratete Thomas Mann Katia Pringsheim und bezog seinen Wohnsitz in München bis In dieser Zeit wurden ihre sechs Kinder geboren: Erika (1905), Klaus (1906), Golo (1909), Monika (1910), Elisabeth (1918) und Michael (1919) erhielt er den Nobelpreis für Literatur, vier Jahre später musste er emigrieren erfolgte die Aberkennung seiner deutschen Staatsbürgerschaft, er nahm die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft an siedelten Thomas und Katia in die USA über, 1944 nahm Thomas die amerikanische Staatsbürgerschaft an kehrte das Ehepaar Thomas Mann zurück in die Schweiz, von hier aus besuchten sie Deutschland regelmäßig. Nachdem sie 1955 ihre Goldene Hochzeit gefeiert hatten und Thomas Mann die Ehrenbürgerschaft der Hansestadt Lübeck verliehen worden war, starb Thomas Mann kurz nach seinem 80. Geburtstag am in Zürich Thomas Mann in der Schule Thomas Manns Schulkarriere war alles andere als erfolgreich. Mit drei Ehrenrunden verließ er nach 12 Jahren das Katharineum mit der mittleren Reife. Er selbst bezeichnet sich während seiner Schulzeit als faul, verstockt und voll liederlichen Hohns gegenüber Schule und Unterricht (Heine/Schommer: 2004). Da er die Schule verabscheute und sich weder anstrengte noch einbrachte, dafür aber Lehrer wie Schulleitung kritisierte, verwundert es nicht, dass er im Kollegium verhasst war Die Beziehung der Brüder Mann Zum Zeitpunkt, als Thomas die Schule verließ, war sein Bruder ihm ein leuchtendes Vorbild: ein Intellektueller mit besten Verbindungen, erfolgreich und dabei, als Schriftsteller Karriere zu machen. Die beiden Brüder gaben für viele Jahre ein gutes Team ab, reisten und philosophierten zusammen. Briefwechsel der beiden zeugen von ihrer starken Verbundenheit. Allerdings waren sie auch Konkurrenten: Thomas musste sich von Heinrich unterscheiden lernen, während Heinrich sehr produktiv war. Thomas Manns heiratete in eine großbürgerliche und wohlhabende Familie, eine Welt, die Heinrich verachtete, er selbst lebte mit Inés Schmied in wilder Ehe. Auch politisch hatten die beiden Brüder sehr unterschiedliche Ansichten: Während sich

4 Heinrich zur Demokratie bekannte und als einer der wenigen Intellektuellen gegen den ersten Weltkrieg war, stellte sich Thomas auf die Seite der deutschnationalen Kriegsbegeisterung. Der Zwist eskalierte, so dass der persönliche Kontakt 1915 vollständig abbrach. Erst 1922, als Heinrich schwer krank war, kam es zur Versöhnung: Thomas Mann hatte sich von seiner politischen Ansicht verabschiedet. Nun trafen sich die beiden Familien regelmäßiger. Nach der Emigration nach Amerika verarmten Heinrich und seine neue Frau Nelly Mann. Nelly galt als Schandfleck der Familie, sie war lustig und laut und bekam die Ablehnung der Familie Thomas Mann zu spüren. Thomas Mann fühlte sich angesichts des Nobelpreises seinem Bruder gegenüber überlegen, auch wenn er sich anerkennend seinen Werken gegenüber äußerte. Er unterstützte Heinrich finanziell, ließ ihn jedoch nicht an seinem Leben teilhaben Thomas Mann Emigration Hitlers Machtübernahme trieb Thomas Mann ins Exil: 1933 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt, er emigrierte nach Frankreich, in die Schweiz und schließlich nach Amerika. Als seine Heimatstadt Lübeck bombardiert wurde, meldet er sich übers Radio an die deutsche Bevölkerung. Als Vergeltungsschlag für die Bombardierung von Coventry hatte er nichts gegen die Bombardierung einzuwenden, da es sich dabei um den Kampf gegen Hitler handelte. Für ihn hatte das Hitlerdeutschland keine Zukunft, es kontte nur zerstören. Nach der Kapitulation tat sich Thomas Mann noch schwer mit der alten Heimat. Ihm war Deutschland fremd geworden, er fürchtete sich sowohl vor den offensichtlichen Zerstörungen als auch vor den menschlichen Trümmern. Als das politische Klima in den USA merklich abkühlte, kehrte die Familie Mann nach Europa zurück. Eine dauerhafte Rückkehr nach Deutschland lehnte Thomas Mann allerdings kategorisch ab. Er stand der Teilung Deutschlands sehr kritisch gegenüber und ließ sich bei Zürich in der Schweiz nieder.

5 2.6. Thomas Mann als Vater Thomas Manns erklärtes Lieblingskind war Erika. Sie wurde von ihm vorgezogen, auch wenn es Thomas und Katja Mann eigentlich wichtig war, alle gleich zu behandeln. Allerdings sollten die Kinder auch früh an die Ungerechtigkeiten des Lebens gewöhnt werden. Erika erinnerte sich, dass sie als Kinder ihren Vater kaum gesehen hatten, lediglich zum Essen und zum Vorlesen. Dabei hatte das Vorlesen eine besondere Stellung eingenommen. Von der Erziehung her schien Thomas Mann der Meinung zu sein, dass eine direkte Erziehung weniger wirksam sei als ein gutes Vorbild. Er wollte über seine Art Eindruck machen und erziehen. Seine Kinder sollten ihn unterhalten, und da Erika besonders gut Leute nachmachen konnte, mochte er sie besonders. Klaus hingegen war verträumt und somit nicht in Thomas Manns Sinn. Thomas Mann war eine starke Persönlichkeit und mochte Ruhe, sein Arbeitszimmer war für die Kinder absolut tabu. Im Hause Mann wurde allerdings auch viel gelacht. Katia war sehr lustig und Thomas dankbar für die Unterhaltungen. Es wurde auch viel Theater gespielt.

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