Moderne Luftfahrtinformationsdienste und die Konsequenzen für den Luftfahrtinformationsdienst im ÖBH

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1 Moderne Luftfahrtinformationsdienste und die Konsequenzen für den Luftfahrtinformationsdienst im ÖBH Problembereich Der Luftfahrtinformationsdienst ist insbesondere durch die Zunahme von Auslandsflügen und die Teilnahme an internationalen Operationen aktueller denn je. An mehreren Analysen wurde in letzter Zeit versucht, den Bereich der militärischen Flugsicherung darzustellen. Unter anderem um dessen Effizienz zu steigern. Bei diesen Untersuchungen lag der Schwerpunkt nicht im Bereich des militärischen Flugberatungspersonals, sondern vielmehr beim militärischen Flugverkehrsleiter. Aus diesem Grund wird in dieser Arbeit speziell auf den Flugberatungsdienst näher eingegangen. Forschungsfragen Als zentrale forschungsleitende Frage stellt sich, ob der Luftfahrtinformationsdienst im Österreichischen Bundesheer den gestellten Anforderungen entspricht. Teilfragen, die sich ergeben sind: Entspricht der Luftfahrtinformationsdienst im ÖBH den diesbezüglichen Erwartungen der Österreichischen Militärpiloten? Hält der Luftfahrtinformationsdienst im ÖBH dem Vergleich mit dem Luftfahrtinformationsdienst ziviler Betreiber stand? Hält der Luftfahrtinformationsdienst im ÖBH dem Vergleich mit den Luftfahrtinformationsdiensten anderer Streitkräfte stand? Mögliche Konsequenzen für die Organisation des Luftfahrtinformationsdienstes im ÖBH nach durchgeführter Bewertung der Unterschiede zu zivilen Betreibern von Luftfahrzeugen und zu anderen Streitkräften sowie aufgrund der Erwartungen der Österreichischen Militärpiloten.

2 Ansatz/Theorie/Modell Die Diplomarbeit wurde unter Verwendung eines komparativen Ansatzes erstellt. Als Untersuchungsmethode findet eine vergleichende Interpretation mehrer Organisationen und Institutionen mit qualitativem Ansatz nach den Grundsätzen der induktiven Hermeneutik Anwendung. Als Erhebungstechnik wurden die mündliche Befragung sowie eine Text- und Dokumentenauswahl herangezogen. Hypothese Der Luftfahrtinformationsdienst des Österreichischen Bundesheeres entspricht den heutigen Anforderungen an einen modernen Luftfahrtinformationsdienst. Art der Datenerhebung und auswertung Die Vorgehensweise zur Erhebung der Daten im Rahmen der einbändigen Teamdiplomarbeit erfolgte durch Gesetze aus dem Fachbereich sowie für die in der militärischen Luftfahrt geltende Flugbetriebsordnung. Die Recherchen ergaben, dass für den Luftfahrtinformationsdienst keine Veröffentlichungen in Form von Fachbüchern oder Fachliteratur vorhanden waren. Durch die Darstellung der derzeitigen Situation im ÖBH im Vergleich mit nationalen und internationalen Institutionen unter Einbeziehung einer Bedarfserhebung von Seiten der Piloten wurde versucht, die Forschungsfragen zu beantworten. Verifikation oder Falsifikation der Hypothesen In den weitestgehenden Bereichen ergab sich eine Verifikation der Hypothese. Erklärung/Erkenntnisse Eine Falsifikation der Hypothese ergab sich bei der Auslandsflugberatung. Dies beginnt mit der Flugvorbereitung im Bezug auf das Fehlen von aktuellen Karten, sowie Informationen über militärische Auslandsflugplätze und deren MILNO. Die Vorbereitung beinhaltet bereits am Heimatflugplatz die Maßnahmen für den jeweiligen

3 Rückflug. Diese weit im Voraus geplante Flugdurchführung ermöglicht keine kurzfristigen Änderungen. Da nicht alle Flugzeugtypen im ÖBH routinemäßig ins Ausland fliegen, verfügen nicht alle Flugberater auf den verschiedenen Dienststellen über das notwendige Know-how. Als Lösungsvorschlag für dieses Problem wäre entweder besser ausgebildetes Personal oder eine Zentrale für eine Auslandsflugberatung notwendig. Diese müsste für die Aufbereitung der benötigten Unterlagen verantwortlich sein und hätte den Vorteil durch die Routine eine adäquate Beratung durchführen zu können. Die Errichtung solch einer Dienststelle wäre mit vielen Anstrengungen, Mittel und Zeit verbunden. Zur Erhöhung der Qualität sowie des Sicherheitsstandards wäre eine digitale Aufbereitung, zum Beispiel über die 3. VE, sehr hilfreich. Hier würden alle aktuellen NOTAM, das benötigte Kartenmaterial sowie Vorschriften jederzeit abrufbar sein. Die Aufträge für das ÖBH erfordern oftmals eine Orts unabhängige Flugberatung. Ein Notebook mit einem Internet bzw. einem Zugang für das System der Flugberatung, würde den Bedarf decken. Eine optimale Lösung wäre eine digitale Aufbereitung on Board, welche auch in weiterer Folge eine Flugplanaufgabe ermöglicht. Trotz dieser Vorteile einer digitalen Aufbereitung ist jedoch der Wunsch der Piloten, nach wie vor eine persönliche Flugberatung. Um beiden Standpunkten nachzukommen, müsste die persönliche Flugberatung digital unterstützt werden. Die gewonnenen Erkenntnisse aus den dargestellten Organisationen ergaben, dass im Wesentlichen sich keine signifikanten Unterschiede ergaben und die Dienstleistung Flugberatung im ÖBH großteils zufrieden stellend durchgeführt werden. Trotz einiger Unterschiede der Institutionen ergaben sich nur wenige Verbesserungsvorschläge für eine Optimierung im Österreichischen Bundesheer. Resümee Die zentrale Frage, ob der Luftfahrtinformationsdienst im Österreichischen Bundesheer den gestellten Anforderungen entspricht, ist grundsätzlich positiv zu beantworten.

4 Der Luftfahrtinformationsdienst im ÖBH entspricht weitgehend den Erwartungen der österreichischen Militärpiloten. Diese Erwartungen werden insbesondere im Bereich der Auslandsflugberatung sowie der erforderlichen digitalen Aufbereitung von Daten nicht erfüllt. Der Luftfahrtinformationsdienst im ÖBH ist nur bedingt mit dem der zivilen Betreiber zu vergleichen. Es konnte kein direkter Vergleich mit dem Christophorus Flugrettungsverein und dem Bundesministerium für Inneres hergestellt werden. Der Vergleich zur Vienna Flight Service Station war eingeschränkt möglich. Die Gegenüberstellung eines zentralen (VFSS) sowie eines dezentralen Systems (ÖBH) mit unterschiedlichen Aufgaben ist nur bedingt möglich. Der Luftfahrtinformationsdienst im ÖBH hält im Wesentlichen dem Vergleich mit dem Luftfahrtinformationsdienst der Deutschen Bundeswehr stand. Die Vorteile in der Bundeswehr sind der Zweischichtdienst und eine bessere Arbeitsaufteilung durch die strukturierte Ausbildung mit dem daraus resultierenden arbeitsplatzspezifischen Einsatz. Mögliche Konsequenzen für die Organisation des Luftfahrtinformationsdienstes im ÖBH nach durchgeführter Bewertung der Unterschiede zu zivilen Betreibern und zu anderen Streitkräften sowie aufgrund der Erwartungen der Österreichischen Militärpiloten sind: Besser ausgebildetes Personal und allenfalls Bildung einer Zentrale für die Auslandsflugberatung, einschl. der Bereitstellung der entsprechenden Mittel (vor allem Karten) für eine professionelle Durchführung dieser spezifischen Beratung Verbesserung der Datenbereitstellung für die Bedarfsträger (v. a. Militärpiloten, aber auch Flugberater) in folgenden Bereichen: o digitale Aufbereitung von NOTAM und MILNO über 3. VE für eine anschaulichere Flugvorbereitung o Bereitstellung einer aktuellen und digitalen Hinderniskartei o Bereitstellung einer Self- and Homebriefing Station auf allen Standorten, einschl. Zugang zu einer zentrale Datenbank mit allen luftfahrtspezifischen Daten o Bereitstellung von Vorschriften in digitaler Form o bedienungsfreundlichere Oberfläche des FlInfoSys

5 o nach Möglichkeit digitale Aufbereitung relevanter Daten im Cockpit, insbesondere auch im Rahmen von LRSiOp Im Bereich der Organisation des Flugberatungsdienstes (zusätzlich zur bereits angeführten allfälligen Einrichtung einer Zentrale für die Auslandsflugberatung): o Detaillierte Beurteilung der Notwendigkeit und Umsetzbarkeit eines H-24 Dienstes, in Verbindung mit der allfälligen Einführung eines Schichtdienstes o bessere Strukturierung der Arbeitsplätze (entsprechend dem Modell der Bundeswehr) o Detaillierte Beurteilung der Möglichkeit der Integration von Flugberaterarbeitsplätzen in die fliegenden Staffeln oder zumindest Schaffung einer Direktverbindung einschließlich optischer Übertragung zwischen der jeweiligen Staffel und dem AIS Im Bereich der Durchführung des Flugberatungsdienstes (zusätzlich zur bereits angeführten erforderlichen Verbesserung der Datenbereitstellung): o Weitere Verbesserung der Beratung in Richtung Bereitstellung der relevanten (auftragsspezifischen) Informationen in kurzer Zeit ohne Überflutung des Piloten mit Informationen o Verbesserung der Koordinierung der Tiefflugstrecken Bezüglich der personellen und ausbildungsmäßigen Anforderungen: o Alter der Bewerber zwischen 18 und 30 Jahren o ab dem 35. Lebensjahr fliegerärztliche Nachuntersuchungen im Fünfjahreszyklus o Mindeststundenanzahl auf dem jeweiligen Arbeitsplatz pro Halbjahr für den Befähigungserhalt o Verbesserung der Englischkenntnisse des Beratungspersonals o Verkürzung der allgemeinen militärischen Ausbildung zu Gunsten einer längeren fachspezifischen Nutzungsdauer o arbeitsplatzspezifische Abstimmung der Ausbildung im Zuge einer allfälligen besseren Strukturierung der Arbeitsplätze im Beratungsdienst (siehe oben) o Einweisung des Beratungspersonals vor Verwendung auf anderen Flugplätzen

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