Gesundheitsförderliche Mitarbeitergespräche (smag) Quelle: GeFüGe-Projekt, bearbeitet durch Karsten Lessing, TBS NRW

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1 Gesundheitsförderliche Mitarbeitergespräche (smag) Quelle: GeFüGe-Projekt, bearbeitet durch Karsten Lessing, TBS NRW

2 Inhaltsverzeichnis 1. STICHWORT KURZBESCHREIBUNG EINSATZBEREICH AUFWAND HINWEISE ZUR EINFÜHRUNG PRAXISBEISPIELE, ANLAGEN... 7 Seite 2/7

3 1. Stichwort strukturierte Mitarbeitergespräche (smag) zu Personalentwicklung, in denen Arbeitsfähigkeit ein festes Thema ist. 2. Kurzbeschreibung smag zur Personalentwicklung (PE) sind strukturierte MitarbeiterInnen-Gespräche zwischen Führungskraft und MitarbeiterIn (oder Team), die einheitlich im Hinblick auf Rahmen, Zielsetzung und Ablauf im Gesamtbetrieb durchgeführt werden und in die Organisations- und Personalentwicklung eingebunden sind. Sie sind nicht mit Disziplinargesprächen oder Gelegenheitsgesprächen am Kopierer oder in der Kantine zu verwechseln. Zusätzlich zu den klassischen smag wird das Thema Arbeitsfähigkeit systematisch ausgenommen, daher smag+ Ziele der smag+ allgemein sind, Hinweise über Potenziale, Leistungsverhalten/Arbeitsleistung und die Zusammenarbeit der MA mit KollegInnen und Führungskräften zu bekommen. Veränderungsbedarf und anforderungen im Unternehmen und bei den MA aufzeigen. Unternehmens- und Führungskultur zeitgemäß aus zu richten. Keine Berücksichtigung findet in den üblichen Mitarbeitergespräche die Frage nach der Gesundheit, der Qualifikation und der Motivation bzw. Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Da die Arbeitsfähigkeit und somit die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter/innen aber auch von diesen Faktoren abhängig ist, muss das Thema Gesundheit / Arbeitsfähigkeit unbedingt in einem Mitarbeitergespräch zur Personalentwicklung behandelt werden. Dazu ist allerdings kein neues zusätzliches smag erforderlich, vielmehr können die vorhandenen smag genutzt und um den Bereich Arbeitsfähigkeit erweitert werden. Folgende Punkten sollen zusätzlich behandel werdent: Zufriedenheit mit der Gestaltung des Arbeitsplatzes, der Arbeitsorganisation / Arbeitszeit und der Arbeitsumgebung Zufriedenheit mit den Vorgesetzten und Zusammenarbeit mit den Kollegen / innen Aktuelle Beschwerden im Hinblick auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und den Arbeitsbedingungen Verbesserungsvorschläge / Vereinbarungen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit Seite 3/7

4 3. Einsatzbereich In allen Betrieben, in denen Mitarbeitergespärche bereits eingeführt oder ggf. gerade geplant sind. Akteure: FK mit einzelnen MA, FK mit Gruppen, höhere FK mit unterstellter FK, Rundum: FK mit Vorgesetzten, MA, Kunden, Kollegen Themen: Personalentwicklung einschließlich Zufriedenheit und Arbeitsfähigkeit am Arbeitsplatz Anlass: regelmäßiger, festgelegter Rhythmus oder bestimmtes Ereignis (z.b. Rückkehr an Arbeitsplatz, neue Funktion, neuer Arbeitsplatz, Befristung Einarbeitung/Probezeit, Langzeiterkrankungen) 4. Aufwand Aufwand der Einführung Empfohlen wird die Durchführung eines Projektes zur Einführung von smag im Allgemeinen und smag+ im Besonderen; Dauer etwa 10 Tagewerke (TW) externe Unterstützung für ein mittelständisches Unternehmen (einschließlich Schulungen der FK), 50 TW für die eigenen MitarbeiterInnen des Unternehmens. Erstellung eines Handbuches zur Durchführung von smag+ einschließlich eines Leitfadens zur Durchführung der Gespräche innerhalb des Einführungsprojektes. Aufwand der Umsetzung Je nach Thema dauert das Gespräch zwischen 20 und 90 Minuten für 2 Personen (Führungskraft und MitarbeiterIn, ggf. weitere Personen wie BR- Mitglied, PersonentwicklerIn. Vor- und Nachbereitung der Führungskraft sollten nicht vernachlässigt werden. Dokumentation in der Personalabteilung Der Aufwand für die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen wie Fortbildungen etc. kann erheblich sein, wird aber dann in der Regel nicht mehr unter Mitarbeitergespräche verbucht, sondern unter Personalentwicklung. 5. Hinweise zur Einführung Es liegt nahe, dass es in dem Betrieb bereits Mitarbeitergespräche gibt, welche nur um den Aspekt der Arbeitsfähigkeit ergänzt werden. Selbst wenn keine Mitarbeitergespräche implementiert sind, ist bei systematischem Vorgehen ein begrenzter Aufwand zur Einführung denkbar, einen möglichen Meilensteinplan zeigt Bild 1: Seite 4/7

5 Bild 1: Meilensteinplan smag oder smag+-einführung Der Erfolg von smag PE plus ist maßgeblich von der allgemeinen Akzeptanz in der Belegschaft abhängig. Deshalb ist es erforderlich, verschiedene Rahmenbedingungen zu berücksichtigen: allgemeine Qualifikation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über den Sinn und Zweck von smag+; Schulung der Akteuere für die Durchführung von smag+ Beteiligung der Interessenvertretung von Beginn an sowohl an der Konzeption als auch an der Einführung von smag+ Berücksichtigung von Mindeststandards (schriftliches Gesprächskonzept, Standardisierung der Vorgehensweise, Transparenz, Gesundheitsqualifikation und Gesprächsqualifikation für Führungskräfte, Unterstützungsstruktur für Führungskräfte z.b. durch Netzwerke, Toolbox, adäquates Budget für Führungskräfte). ggf. Vereinbarung über das gesamte Verfahren in einer Betriebsvereinbarung. Mitbestimmungsansprüche nach BetrVG sind ggf. in den 92, 94, 97 und 98 zu finden. Wenn Zielvereinbarungen oder Beurteilungen zu neuen Entgeltgrundsätzen führen, kommt auch 87, Abs. Ziffer 10 und 11 in Frage. Durchführung eines Einführungsprozesses zu smag PE, um alle Akteure ausreichend auf dieses Verfahren vorzubereiten und zu schulen Da es in der Praxis verschiedene Auffassungen und Erfahrungen mit Gespräche zum Thema Krankheit/Gesundheit und auch Fehlzeiten gibt, ist es unabdingbar im Vorfeld abzuklären, was das Ziel der smag+ ist und wie sie andere Formen der Gesundheitsgespräche (wie Krankenrückkehrgespräche, Fehlzeitengespräche) ersetzen können. Deshalb ist es notwendig, neben den allgemeinen Fragen zur Einführung der smag PE auch folgende Fragen unter Beteiligung der Interessenvertretung abzuklären: Seite 5/7

6 Bild 2: Protokollbogen, Praxisbeispiel Welche Art von Gesundheitsgesprächen soll im Betrieb durchgeführt werden: (regelmäßige smag+ plus Arbeitsfähigkeit, versus Krankenrückkehrgespräch, versus Fehlzeitengespräch) In welchem zeitlichen Rhythmus sollen smag+ geführt werden (z.b. 1 mal pro Jahr)? Seite 6/7

7 Sollen zusätzliche smag+/fehlzeitengespräche bei längerer Krankheit oder anderen Fehlzeiten ausschließlich mit dem Schwerpunkt Gesundheit statt? Gibt es eine Stufung der Gespräche nach mehrmaligen krankheitsbedingten Fehlzeiten? Wie können FK über Grundkenntnisse im Themenkomplex Arbeit und Gesundheit sensibilisiert und qualifiziert werden. 6. Praxisbeispiele, Anlagen smag-präsentation Seite 7/7

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