Sind Privatschulen besser?

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1 Eine international vergleichende Mehrebenenanalyse institutioneller Merkmale mit den aten von PISA 23 Monika JungbauerGans Christiane Gross Institut für Sozialwissenschaften Tel. 431/88562 und 4373 Inhalt Theoretische Argumente für den Vorteil von n Empirische Evidenz für Effizienz von n Hypothesen aten und Methoden Vergleich n öffentliche Schulen Mehrebenenmodelle Ergebnisse im Überblick iskussion 1

2 1. Theoretische Argumente für den Vorteil von n Selektivität des Zugangs und soziale Zusammensetzung primäre Herkunftseffekte sekundäre Herkunftseffekte (Schulwahlverhalten) Gezielte Schulwahl der Eltern größere Kompatibilität von Angebot und Nachfragepräferenzen höhere Zufriedenheit der Eltern Sozialkapital besserer sozialer Zusammenhalt Normen, Wertegemeinschaft, leistungsförderndes Klima höhere Leistungsanforderungen Neoliberales Argument mehr Wettbewerb durch n mehr Autonomie der Schulen 2. Empirische Evidenz für Effizienz von n Studie Region Ergebnisse Coleman et al Leistungen in Lesen, Wortschatz und Mathe an katholischen n besser Coleman & Hoffer 1987 Leistungen in Lesen, Wortschatz und Mathe an n besser Chubb & Moe 199 n sind leistungsfähiger als staatliche Schulen, weil sie höhere Autonomie haben (Konkurrenz und Schulwahl der Eltern) ronkers & Hemsing 1999 NRW Katholische Privatschüler haben bessere Noten Evangelische Privatschüler sind erfolgreicher im Studium ronkers et al Englisch und Biologie an konfessionellen n besser, Mathematik schlechter Figlio & Stone 1999 Privatschüler haben höhere Wahrscheinlichkeit für High School Besuch, aber kein Effekt auf Testwerte oder High SchoolAbschluss Morgan & Sørensen 1999 Katholische n besser, nicht durch soziales Kapital erklärbar ronkers et al. 21 Privatschüler haben keine Leistungsvorteile in Mathe oder Naturwissenschaften Weiß & Preuschoff 23 Keine Leistungsunterschiede Weiß & Preuschoff 24 Bei Realschulen haben private Mädchenschulen wegen der höheren kognitiven Fähigkeiten bessere Leistungen, bei Gymnasien kein Unterschied 2

3 2. Empirische Evidenz für Effizienz von n Studie Region Ergebnisse ronkers & Robert Länder n besser, weil sie günstigere soziale Zusammensetzung haben; bei Kontrolle keine Unterschiede Vandenberghe 23 2 Länder Schüler in n schlechter als in öffentlichen Schulen, aber in governmentdependent n die besten Ergebnisse Fuchs & Wößmann Länder Schüler in n sind besser; aber: je höher der Anteil privater Finanzierung, desto schlechter sind Matheleistungen Standfest et al. 24 Höhere kognitive Grundfähigkeiten und höhere Lesekompetenz in privaten Haupt und Realschulen auch bei Kontrolle der Herkunft, keine Unterschiede in Gymnasien Somers et al lateinam. Länder Nach Kontrolle von sozialer Herkunft und PeergruppenZusammensetzung keine Unterschiede; Ergebnisse der Selektionskorrektur nicht berichtet Schindler Rangvid o.j. K Nach Kontrolle der Kovariaten kein signifikanter Unterschied, Selektionskorrektur führt zu tendenziellem Nachteil der n (n.s.) Heterogenität des Privatschulsektors Paunescu 25 1 Länder Staatlichabhängige n nur in F und Spanien effizienter; günstigere Rahmenbedingungen in n Vandenberghe & Robin Länder Unterschiedliche Ergebnisse in den verschiedenen Ländern OEC Länder In 14 von 17 Ländern sind Privatschüler besser, in größter Vorteil 3. Hypothesen 3.1 Individualebene Soziale Herkunft Primäre und sekundäre Herkunftseffekte Geschlechtsrollenstereotype und fachliche Inhalte Soziale eprivation, selektive Migration, Rückkehrabsicht und Motivation, kulturelle istanz Soziale Reproduktion durch kulturelles Kapital HISEI Geschlecht Migrant Kulturelles Kapital (Bücher) / 3

4 3. Hypothesen 3.2 Schulebene s.o. Höhere Leistungsorientierung, weniger abweichendes Verhalten Geringe Förderung durch Leistungsniveau der Mitschüler, geringe Leistungsorientierung Förderung durch Leistungsniveau der Mitschüler, hohe Leistungsorientierung % Migranten 3. Hypothesen 3.3 Länderebene Je höher das Bruttonationalprodukt, desto höher sind die Ausgaben für Bildung und desto leistungsfähiger Schulen. Humankapital des Landes Wohlfahrtsstaatliche Orientierung erhöht die öffentlichen Sozialausgaben und reduziert Ungleichheit. GNI pro Kopf GINIIndex 4

5 3. Hypothesen 3.4 CrosslevelEffekte n sind in polarisierten Gesellschaften von stärkerem Einfluss auf die Leistung, weil öffentliche Schulen geringere Ressourcen haben. In wohlhabenden Gesellschaften mehr öffentliche Bildungsausgaben; n nicht mehr von so großen Vorteil. Kinder von geringer gebildeten Eltern profitieren besonders von n. GINI * n GNI * n n * HISEI 4. aten und Methoden Internationaler atensatz der PISA 23 Erhebung (www.oecd.de) 41 Länder Abhängige Variablen: Lese und Mathematikkompetenzen Mehrebenenmodelle (HLM) Möglichkeiten der Selektivitätskorrektur Berücksichtigung als Kovariaten im Schätzmodell HeckmanKorrektur Instrumentalvariable Propensity score matching 5

6 4. Vergleich n öffentliche Schulen Öffentliche Schulen n twert Schulgröße/Schülerzahl ,99 SchülerLehrerVerhältnis 14,2 14,5 1,34 Mädchenanteil,49,51 1,17 Anteil Muttersprache Testsprache,15,14 p=,143 Anteil Akademikereltern,23,32 13,28 5. Mehrebenenmodell Leseleistungen (2 Ebenen) I Konstante SES (HISEI) männlich Mutterspr. Testspr 262 Bücher > 2 Bücher Modell 1 475,14*** (69,45) 27,49*** (86,54) 37,59*** (45,61) 25,7*** (13,46) Modell 2 475,2 (826,41) 1,97*** (64,22) 29,88*** (36,91) 27,7*** (88,94) 19,23*** (51,42) 4,28*** (82,64) 21,26*** (13,34) II >2% Migranten 35,9*** 12,63*** (8,15) (6,32) 27,45*** 12,2*** (7,46) (7,19) 3,29*** (28,97) PRE Intercept II PRE Intercept III,774,549 2 loglikelihood df level I/II N 3,22* / ,187* /

7 5. Mehrebenenmodell Leseleistungen (3 Ebenen) Modell 3 Modell 4 Modell 5 Koeff. (twert) Koeff. (twert) Koeff. (twert) Konstante 478,91*** (14,5) 478,77*** (17,52) 478,96 *** (15,57) SES (HISEI) 11,13*** (62,72) 11,1*** (62,53) 11,12 *** (62,67) männlich 27,62*** (85,57) 27,62*** (85,57) 27,62 *** (85,57) I Mutterspr. Testspr 17,1*** (26,34) 17,7*** (26,44) 17,7 *** (26,43) 262 Bücher 17,42*** (44,88) 17,36*** (44,74) 17,39 *** (44,82) > 2 Bücher 38,47*** (75,46) 38,44*** (75,41) 38,45 *** (75,43) 18,82*** (11,68) 17,1*** (1,45) 18,6 *** (1,99) II >2% Migranten 33,23*** 14,32*** (1,68) (8,98) 33,35*** 14,47*** (1,75) (9,9) 33,75 *** 14,34 *** (1,84) (8,99) 2,77*** (27,45) 2,76*** (27,46) 2,77 *** (27,45) III GNI per capita GINIIndex 1,37***,59 (3,86) (,94) 1,38***,64 (4,3) (1,6) 1,35 ***,62 (3,88) (1,2) GNI*Privat,63 *** (4,8) GINI*Privat 1,33*** (8,62) Privat*HISEI 4,1*** (8,27) 3,86 *** (7,97) PRE Intercept II,329,328,329 PRE Intercept III,15,14,146 2 loglikelihood df level I/II/III N 5. Mehrebenenmodell Mathematikleistungen Konstante Modell 4 483,26*** (85,73) Modell 5 483,42*** (83,98) SES (HISEI) 1,78*** (63,62) 1,8*** (63,74) männlich 14,98*** (48,64) 14,98*** (48,64) I Mutterspr. Testspr 14,6*** (22,81) 14,5*** (22,8) 262 Bücher 18,43*** (49,75) 18,45*** (49,82) > 2 Bücher 43,1*** (88,39) 43,1*** (88,41) 15,21*** (8,98) 16,5*** (9,45) II >2% Migranten 31,41*** 15,32*** (9,76) (9,3) 31,77*** 15,22*** (9,85) (9,23) 2,87*** (27,77) 2,88*** (27,78) III GNI per capita GINIIndex 1,53*** 1,76* (3,54) (2,31) 1,51** 1,75* (3,41) (2,25) GNI*Privat,57*** (4,16) GINI*Privat 1,17*** (7,32) Privat*HISEI PRE Intercept II PRE Intercept III 2 loglikelihood 3,66*** (7,91),394,249 3,55*** (7,66),396,259 df level I/II/III N 7

8 5. Lese und Mathematikleistungen von Migrantenkindern Konstante Leseleistung 435,23*** (89,14) Mathematikleistung 446,44*** (74,84) HISEI 13,5*** (13,66) 13,84*** (15,4) I männlich 262 Bücher 3,1*** 27,72*** (16,9) (14,57) 16,2*** 25,9*** (9,69) (14,4) > 2 Bücher 44,52*** (15,91) 46,65*** (17,72) 22,66*** (5,21) 23,88*** (5,57) II >2% Migranten 24,58** 1,75*** (3,1) (3,82) 32,89*** 1,67*** (4,23) (3,86) 2,82*** (9,72) 2,38*** (8,38) III GNI per capita 1,19** (3,39) 1,7*** (3,95) PRE Intercept II,32,371 PRE Intercept III,12,221 2 loglikelihood 1,32*1 5 1,37*1 5 df level I/II/III 11137/3529/ /3529/39 N Ergebnisse er Besuch einer wirkt sich positiv auf die Schülerkompetenzen (Mathe, Lesen) aus. Migrantenkinder profitieren besonders von n. er positive Effekt der n nimmt mit einer egalitären Einkommensverteilungen und hohem Bruttonationaleinkommen pro Kopf ab. Ein höheres Nationaleinkommen wirkt sich eher unmittelbar auf eine bessere Schülerleistung aus; eine ungleiche Einkommensverteilung verstärkt eher den neffekt. Zudem steigen die Schülerleistungen mit zunehmenden SES der Eltern, mit Büchern im HH, einheimischer Muttersprache (Individualmerkmale) und mit steigendem Anteil an Schülerinnen und Akademikereltern sowie einem Migrantenanteil unter 2% in der Schule. 8

9 6. iskussion Öffentliche Bildungsausgaben Selektionskorrektur Kognitive Fähigkeiten Auswertung der deutschen PISAEaten Folgerungen für die Bildungspolitik Vielen ank für Ihre Aufmerksamkeit! 9

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