3.2.1 Argumente für biologisch und regional produzierte, saisonale und fair-gehandelte Lebensmittel und Getränke

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1 3.2 Bio Regional Saisonal - Fair! Im Nahrungsmittelssektor entstehen die größten lebenszyklusbezogenen Umweltbelastungen während der landwirtschaftlichen Produktionsphase. Die negativen Auswirkungen sind auf die Verwendung von Pestiziden und künstlichen Düngemitteln zurückzuführen, die Eutrophierung, Übersäuerung und Ökotoxizität zur Folge haben. Diese haben bedeutenden Einfluss auf die Verunreinigung des Wassers und des Bodens. So wie sie heute im Allgemeinen organisiert sind tragen landwirtschaftliche Aktivitäten auch zur globalen Erwärmung, zum Verlust der Artenvielfalt, zu Landverbrauch und zu Bodenerosion bei. Andere wesentliche lebenszyklusbezogenen Auswirkungen entstehen durch den Energieverbrauch bei der Verarbeitung, vor allem auch beim Transport der Nahrungsmittel, sowie durch den für Verpackung notwendigen Rohstoffverbrauch. Regional, saisonal, biologisch und fair sind die Eckpfeiler unserer gesunden Ernährung. Es geht nicht nur darum satt zu werden, sondern um die Nachhaltigkeit unseres Lebensstils. Bei Veranstaltungen spielen ebenso Getränke und Lebensmittel eine bedeutende Rolle. Lebensmittel sind ein wichtiger Bestandteil im Bereich ökologischer Beschaffung sowie im Transportaufkommen und einer der wichtigsten Kommunikationsmedien für Nachhaltigkeit (regional, saisonal, biologisch). Aber auch das Thema Hygiene ist zu berücksichtigen, welches v.a. die Bereiche Personal, Lebensmittel und Räumlichkeiten (Sanitär, Küche, Lagerung) betrifft. Allerdings gibt es dazu von vornherein eine Reihe von gesetzlichen Regelungen, die einzuhalten sind Argumente für biologisch und regional produzierte, saisonale und fair-gehandelte Lebensmittel und Getränke Die wesentlichen Punkte sind: Bevorzugung heimischer und biologisch produzierter Erzeugnisse Verwendung von saisonalen Lebensmitteln aus der Region Einsatz von Produkten aus fairem Handel Durch die Verwendung von regional produzierten und verarbeiteten Lebensmitteln und Getränken verbleibt die Wertschöpfung in der Region und stärkt die regionale Wirtschaft. Zusätzlich wird die Umwelt durch den Wegfall von weiten Transportwegen und unnötigen Verpackung entlastet. Beim Einsatz von regionalen Bioprodukten werden keine Schadstoffe (Nitrat, Pestizide, Antibiotika) und keine Lebensmittelzusatzstoffe, Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder künstliche Aromen verwendet. Auch ist die Gentechnikfreiheit beim Saatgut, bei den Futtermitteln und bei der Verarbeitung garantiert. Seite 1 von 15

2 Der Beitrag der Biologischen Produktion zur Nachhaltigkeit ist der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, Trinkwasserschutz, Klimaschutz, Erhalt der Arten-, Sortenund Rassenvielfalt, geringerer Energie- und Ressourcenverbrauch. Außerdem schmeckt BIO besser. Warum biologisch? 1 Bio-Lebensmittel sind umwelt- und klimafreundlich! Die biologische Landwirtschaft verbraucht um ein Drittel weniger Primärenergie (z. B. Erdöl, Erdgas, Kohle) als die konventionelle und verursacht nur halb so viel Kohlendioxid Kohlendioxid ist an der Erwärmung der Erdatmosphäre beteiligt. Tiergerechte Haltungsbedingungen, biologisches Futter, organische Düngung und Pestizidverzicht sind selbstverständlich. Mit mehr Vitaminen, mehr Mineralstoffen und mehr sekundären Pflanzenstoffen sowie einem viel geringeren Risiko hinsichtlich Nitrat und Pestizidrückständen sind Bio-Produkte eindeutig ein Plus für Ihre Gesundheit! Nicht zuletzt spricht der unverfälschte Geschmack für sich. Produktion, Verarbeitung, Vermarktung und Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln sind EUweit gesetzlich geregelt und werden von autorisierten Kontrollstellen regelmäßig überwacht. In Österreich erkennen Sie Bio-Produkte an den Bezeichnungen»aus (kontrolliert) biologischer Landwirtschaft«,»aus (kontrolliert) biologischem Landbau«oder»aus (kontrolliert) biologischem Anbau«. Statt»biologisch«kann auch die Bezeichnung»ökologisch«verwendet werden. Zusätzlich ist auf Bio-Produkten die Kontrollnummer (z.b. AT-N01-BIO) oder der Name der Kontrollstelle (z.b. Austria Bio Garantie) zu finden. Bio-Zeichen (z.b. AMA-Biozeichen, Handelsmarken, Zeichen der Bioverbände) machen Bio-Produkte für die KonsumentInnen leichter erkennbar. (siehe Seite 46, Kapitel Bio- Erkennungszeichen) Warum regional? Lebensmittel wie beispielsweise Kiwis aus Neuseeland oder Birnen aus Argentinien legen enorme Transportwege zurück. Solche Transporte erfordern je nach Entfernung und Transportmittel große Mengen an Energie und verschmutzen die Luft. Der Transport mittels Flugzeug von 1kg Kiwis aus Neuseeland (rund km Flugdistanz nach Österreich) verbraucht 136 kwh für denselben Energieaufwand könnten 6800 kg regionales Obst 100 km weit mittels LKW transportiert werden! Mit dem Kauf regionaler Produkte sparen Sie Transportkilometer ein und betreiben aktiven Umwelt- und Klimaschutz! 1 Seite 2 von 15

3 Warum saisonal? 2 Erdbeeren und grüner Salat im Jänner? Am Obst- und Gemüseangebot im Handel ist kaum mehr zu erkennen, welche Jahreszeit gerade herrscht. Möglich wird dieses vielfältige Angebot aber erst durch weite Transportwege und den Glashaus- bzw. Folientunnelanbau. Im beheizten Glashaus wird durchschnittlich 5- bis 10-mal so viel Energie wie beim Freilandanbau verbraucht bevorzugen Sie daher saisonale Freilandware aus der Region! Saisonales Obst und Gemüse aus der Region kann voll ausreifen und schmeckt daher viel besser als unreif geerntete Importware auch der Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen ist höher. Warum fair? Mit unserem Einkaufsverhalten bestimmen wir mit, ob Lebensmittel wie die Banane unter sozial verträglichen Bedingungen oder beispielsweise unter Ausbeutung von Kindern hergestellt werden. Der faire Handel (FairTrade) garantiert den ErzeugerInnen in den so genannten Entwicklungsländern für ihre Produkte feste Abnahmemengen und Preise, die deutlich über dem Weltmarktniveau liegen. Das hilft den ErzeugerInnen und Plantagenarbeiter-Innen, ihre Existenz abzusichern. Auch die Umwelt profitiert, denn der faire Handel fördert eine nachhaltige Wirtschaftsweise. Greifen Sie bei Kaffee, Tee, Bananen, Kakao, Schokolade, Orangensaft u. Ä. daher zu fair gehandelten Produkten (erkennbar am FairTrade-Siegel)! 2 Seite 3 von 15

4 3.2.2 Tipps für die nachhaltige Speisekarte Veranstaltungen bieten gute Gelegenheiten regionale Spezialitäten und Produkte zu präsentieren. Die Qualität des Speise- und Getränkeangebotes wird durch kurze Transportwege und durch das bekannte Herstellungs- und Verarbeitungsumfeld gesteigert. Durch den Ankauf der Lebensmittel bei regionalen ProduzentInnen verbleibt die Wertschöpfung in der Region und nicht nur bei den BesucherInnen sondern auch bei der Veranstaltungsgemeinde werden Sie auf hohe Akzeptanz stoßen (Aktiver Beitrag zur Gemeinde- und Regionalentwicklung). Zufriedenere Festbesucherinnen und -besucher durch verbesserte Qualität und Individualität des Speise- und Getränkeangebotes. Dadurch kann auch der Umsatz gesteigert werden! TIPP: Regionale und saisonale Produkte ermöglichen eine individuelle Gestaltung des Speisen- und Getränkeangebotes mit regionalen Spezialitäten. Bieten Sie regionale Speisen an und Getränke wie Obstsaft. TIPP: Verzichten Sie auf exotische Zutaten mit bedenklicher Ökobilanz (z.b. Shrimps), dies gilt auch für Getränke (Orangen-, Ananassaft). TIPP: Die Verwendung von regionalen Speisen und Getränken muss mit dem jeweiligen Veranstalter bzw. Caterer vorab abgestimmt werden. TIPP: Verwenden sie nur Lebensmittel, die in der Region (möglichst nahe am Veranstaltungsort) unter Auflagen des biologischen Anbaus hergestellt und dementsprechend verarbeitet wurden. TIPP: Beziehen die Lebensmittel nur von Herstellern, die Mitglieder von Produzentenzusammenschlüssen sind (z.b. BIO ERNTE AUSTRIA). Diese haben Qualitätskriterien festgelegt und unterziehen die Hersteller einer regelmäßigen Kontrolle. TIPP: Bevorzugung von biologisch hergestellten Lebensmitteln, die von Produzenten und Verarbeitern der Bio-Verbände geliefert werden (z.b. BIO ERNTE AUSTRIA) Nur diese Betriebe garantieren die ökologische Herstellung und Verarbeitung (z.b. artgerechte Tierhaltung, gentechnikfrei, kein Kunstdünger). Seite 4 von 15

5 TIPP: Verwendung von Produkten, die aus klimatischen Gründen nicht in der Region hergestellt werden können (z.b. Kaffee), ist auf soziale Gerechtigkeit für die Produzenten zu achten. Das TRANS FAIR Zeichen garantiert dafür und bietet auch Produkte aus kontrolliertem Ökologischen Landbau an. TIPP: Bevorzugung von heimischen Gütesiegeln, regionalen Säften und Produkten aus fairem Handel (z. B. Kaffee, Tee, Säfte) Gutes Beispiel: Bio läuft Marathon Beim Frankfurter Stadtmarathon 2005 wurden erstmals Bio-Lebensmittel ganz groß geschrieben. Zehn Firmen aus dem Naturkostbereich haben die gesamte Verpflegung für die Läufer entlang der Strecke und auch im Zielbereich bereitgestellt. Um auch den Zuschauern die Aktion näher zu bringen, waren 130 Bio-Runner beim Lauf dabei. Außerdem wurde speziell für den Marathontag eine Bio-Meile mit Unterhaltung, Information, Verpflegung und Relaxzonen eingerichtet. Aufgrund des großen Erfolges soll die Aktion Main Bio läuft fortgesetzt werden. Seite 5 von 15

6 3.2.3 Saisonkalender 3 3 Quelle: die umweltberatung, Seite 6 von 15

7 3.2.4 Bio-Erkennungszeichen Bio-Erkennungszeichen auf Verpackungen von Bio-Lebensmitteln geben auf einen Blick zu erkennen, dass hier echt Bio drinnen ist. Die wichtigsten Bio- Erkennungszeichen im heimischen Handel sind: AMA-Bio-Zeichen BIO AUSTRIA-Logo EU-Bio-Zeichen Bei der Verwendung des AMA-Biozeichens (in Farbe) mit Ursprungsangabe müssen die wertbestimmenden landwirtschaftlichen Rohstoffe zu 100% aus Österreich stammen. Für nicht in Österreich und in der entsprechenden Qualität herstellbare Rohstoffe gilt bei verarbeiteten Lebensmitteln ein zulässiger Toleranzbereich von bis zu einem Drittel. Die Be- und Verarbeitung aller Lebensmittel hat jedenfalls in Österreich stattzufinden. Das AMA-Biozeichen in Schwarzweiß garantiert, dass die Rohstoffe des Lebensmittels aus kontrolliert biologischen Anbau stammen - ohne Ursprungsangabe. Das BIO AUSTRIA-Logo findet sich vorwiegend auf Produkten von bäuerlichen Bio-Produzenten. Das heißt Bio-Lebensmittel, die auf Bauernmärkten oder direkt Ab-Hof angeboten werden, sind mit diesem Zeichen ausgewiesen. Das Bio AUSTRIA-Logo garantiert, dass das Lebensmittel, bzw. die Rohstoffe, gemäß den BIO AUSTRIA Richtlinien hergestellt wurden. Das "EU-Bio-Zeichen" findet sich häufig auf Bio-Lebensmitteln aus anderen EU-Ländern. Das EU-Bio-Zeichen garantiert Bio-Qualität von Lebensmitteln, die nach den Richtlinien der EU-Bio-Verordnung 2092/91 hergestellt werden. Bio-Siegel für Biologische Nahrungsmittel Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Deutschland Herstellung ist konform mit der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 Demeter-Verband: Lebensmittel werden unter Berücksichtigung biologischdynamischer Prinzipien hergestellt Biologische Landwirtschaft und Lebensmittel haben in Österreich bereits hohe Marktanteile. Gute Gelegenheit bei Veranstaltungen, Bioland Nr.1 - Österreich zu präsentieren. Die Verwendung von Lebensmitteln mit einem bestimmten Bioanteil soll im Catering-Vertrag integriert sein bzw. bei Ausschreibungen berücksichtigt werden (s. z.b. Ausschreibung Kindertagesheime Stadt Wien od. Land NÖ-Beschluss). Bio- Catering für Events, Biolebensmittel einkaufen (Umweltberatung), Bio- Einkaufsführer Seite 7 von 15

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10 3.2.5 Fair Trade Verzicht auf lange Transportwege aus Übersee: Beim Speiseplan soll bevorzugt auf saisonale Besonderheiten Rücksicht genommen werden. Bevorzugung von Produkten die mit Gütesiegel aus fairem Handel (z.b. Fair Trade) ausgezeichnet sind, (z.b. für Kaffee, Tee) mit Veranstalter bzw. Caterer abstimmen (Ausschreibung) Einkaufsführer NÖ von fair gehandelten Produkten (Umweltberatung), Musterausschreibungen für fair gehandelte Lebensmittel (Land NÖ), Saisonale, regionale Dekoration und Fair gehandelte Blumen Auch beim Dekorationsmaterial und beim Blumenschmuck ist auf die Nachhaltigkeit zu achten. Blumenschmuck in Blumentöpfen oder Strohdekorationen können mehrmalig verwendet werden. Achten sie auch auf das regionale und saisonale Blumenangebot. Wenn es unbedingt notwendig ist, verwenden sie Übersee-Blumen aus dem Flower Label Programm. Fair gehandelte Blumen stehen für eine umweltverträglichere und menschenwürdigere Produktion mit existenzsichernden Löhnen ohne Kinderarbeit und gefährlichen Pestiziden bei der Herstellung. Sie haben es in der Hand Wir genießen was der Süden produziert: Kaffee, Kakao, Tee, Orangen oder Bananen gehören wie selbstverständlich zu unserem Leben. Nicht ganz so selbstverständlich ist leider, dass die ProduzentInnen in den so genannten Entwicklungsländern auch von ihrer Arbeit leben können. Mit ihrer Entscheidung für Produkte mit dem FAIRTRADE Gütesiegel erwerben Sie nicht nur Lebensmittel von höchster Qualität, sondern haben auch die Gewissheit, dass deren ProduzentInnen in den Entwicklungsländern ein angemessener und fairer Lohn für ihre Arbeit gezahlt wird. Das Prinzip ist sehr einfach: Die ProduzentInnen erhalten für die Rohstoffe faire Preise, unabhängig von den Weltmarktpreisen. So kann eigenverantwortlich gewirtschaftet werden, die Menschen in den Entwicklungsländern können ihre Existenz weitgehend sichern und soziale Mindeststandards in punkto Gesundheit und Bildung erreichen. Seite 10 von 15

11 Quelle: FAIRTRADE NEWS 52/2007 Seite 11 von 15

12 3.2.6 Österreichisches Umweltzeichen Das Österreichische Umweltzeichen 4 steht für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Das Umweltzeichen wird an Produkte, Tourismusbetriebe und Bildungseinrichtungen vergeben. Es liefert der Öffentlichkeit Informationen über die Umweltbelastung von Verbrauchsgütern durch deren Herstellung, Gebrauch und Entsorgung. Den KonsumentInnen und Beschaffern zeigt es umweltfreundliche Produktalternativen auf. Das Umweltzeichen soll Hersteller und Handel motivieren, weniger umweltbelastende Produkte zu entwickeln und anzubieten. Am Markt soll damit ein dynamischer Prozess ausgelöst werden, der das Angebot in Richtung umweltfreundlicher Produkte und Dienstleistungen prägt. Produkte mit dem Umweltzeichen müssen eine Reihe von Umweltkriterien erfüllen und deren Einhaltung durch ein unabhängiges Gutachten nachweisen. Ausgezeichnet werden nur jene nachgewiesen umweltschonenden Produkte, die auch eine angemessene Gebrauchstauglichkeit und Qualität aufweisen. Auf diese Weise kombiniert das Umweltzeichen hohen Umweltstandard mit Qualität und Produktsicherheit. Ein Umweltzeichen für alle Tourismusbetriebe Der umweltbewusste Gast verlangt Qualität - nicht nur bei der Ausstattung der Unterkunft, sondern auch bei der Verpflegung. Jene Tourismusbetriebe, die Träger des Österreichischen Umweltzeichens sind, stellen sich dieser Verantwortung. Vorrang in ihren Küchen haben Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft und artgerechter Tierhaltung. Die Zeichenträger kaufen bevorzugt saisonale Produkte bei regionalen Anbietern. Ob Beherbergungsbetrieb, Gastronomiebetrieb oder Campingplatz - alle Tourismusbetriebe können mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet werden. Die Kriterien für die Auszeichnung umfassen alle Umweltaspekte eines Tourismusbetriebs, vom Abfallmanagement, über Energiesparen bis zu gesunder Ernährung und umweltfreundlicher Anreise Weingütern Bioveritas Die Richtlinien für BIO Weinbau stellen den gesetzlichen Rahmen dar. Die Kunst, einen gesunden Weingarten mit gesunden Trauben zu und einen guten Wein zu keltern liegt dann aber am persönlichen Geschick und der Erfahrung der einzelnen Winzerin und Winzer. Gewiss, das kann einem bei so manchem guten Glase passieren. Bioveritas WinzerInnen haben sich der Weinqualität und dem biologischen Weinbau verschrieben. Erst ohne chemische Hilfsmittel im Weingarten und im Keller kommt der "Duft der Erde", also das die Meinung der WinzerInnen unverfälscht im Wein zur Wirkung. Kontakt: Frau Dominique Gausz, Telefon: , Website: 4 Seite 12 von 15

13 3.2.8 Marine Stewardship Council und Arge Biofisch Fisch 5 ist eine zunehmend gefragte Proteinquelle und stellt die Nahrungsmittelwahl eines neuen Lebensstils dar. Es gibt allerdings große Bedenken betreffend der Auswirkungen von Fischereipraktiken auf die Fischbestände und die Meeresökosysteme im generellen. Ungefähr 30% der heute eingeschätzten Weltfischbestände werden als überfischt, verarmt oder ähnlich eingestuft. Diese Bestände liefern 46% der durch die Fischerei im Meer gefangenen Fische. Manche Fangmethoden sind so angelegt, dass zusätzlich zu den gewünschten große Mengen unerwünschter Fische gefangen werden. Ein großer Teil dieser sog. Beifänge wird weggeworfen und überlebt nicht. Bei anderen Fischfangtechniken werden Seevögel, Schildkröten oder Meeressäugetiere inklusive einige bedrohte Arten gefangen. Andere Praktiken schädigen Meeresbodenbewohner. Eine der übelsten Methoden stellt die Verwendung von Zyanid und Dynamit zum Fang von Fischen in tropischen Gebieten dar, da dies zu ausgedehnten Zerstörungen von Korallenriffen führt. Auch allgemein übliche Praktiken wie Grundschleppnetzfischerei können Lebewesen am Meeresboden schädigen, wenn sie unpassend angewendet werden. Das Marine Stewardship Council (MSC) zeichnet Fische und Fischereiprodukte aus, die aus nachhaltiger Fischereiwirtschaft bzw. nachhaltigem Fischfang stammen. Dieser aktive Ansatz stellt sicher, dass keine Fischbestände abgefischt werden: Auswirkungen auf die Ökosysteme sind minimal, die Bestände können sich erholen und der zertifizierte Betrieb wird effektiv geführt. Eine regionale Alternative in Österreich ist die ARGE Biofisch! Die ARGE Biofisch sind Biofisch-Züchter mit den gleichen Zielen, sie setzen sich für die Grundsätze der biologischen Wirtschaftsweise auf dem Gebiet der Fischzucht ein und entwickeln diese weiter zu einer qualitätsorientierten biologischen Fischwirtschaft auch über die Grenzen Österreichs. Es gibt 16 Bio-Karpfenzuchtbetriebe und 10 Bio-Forellenbetriebe, mit 550 ha Teichfläche sind das über 20% der gesamten Teichfläche Österreichs. Die ZüchterInnen der ARGE Biofisch produzieren nach Richtlinien anerkannter österreichischer Bio-Verbände (Bio ERNTE Austria und Freiland) sowie nach Kriterien des Österreichischen Lebensmittelcodex Bio. Die Produktion wird regelmäßig von Bio-Kontrollstellen kontrolliert und inspiziert. 5 Peacey, The Marine Stewardship Council Fisheries Certification Program: Progress and Challenges erhältlich unter Seite 13 von 15

14 3.2.9 Checkliste Bio Regional Saisonal- Fair Werden regionale Getränken angeboten? Ja Nein Werden regionale Speisen angeboten? Ja Nein Werden saisonale Lebensmittel angeboten? Ja Nein Werden Bioprodukte angeboten? Ja Nein Werden Produkten mit österreichischem Umweltzeichen eingesetzt: Ja Nein Werden Produkten aus fairem Handel (bspw. Kaffee) verwendet? Ja Nein Seite 14 von 15

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