Die Zukunft des beruflichen Lernens in Ausbildung und Hochschule

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1 Die Zukunft des beruflichen Lernens in Ausbildung und Hochschule Flankierende Aspekte zum Vortrag von Dr. Bernd Kassebaum (Anlässlich Forum Berufsbildung am )

2 Um eine Antwort auf den Umsteuerungsprozess zu finden, müssen wir nach vorn und zurück schauen. Wir sollten die Defizite der heutigen Lernprozesse genau so betrachten, um auch diese Aspekte in eine Gesamtidee von einem sinnvollen, leistbaren, effizienten und antizipativen Lernen in der beruflichen Bildung zu entwickeln. Wir sind uns sicherlich darüber einig, dass Lernen ein interaktiver Prozess ist und das Lernergebnisse vom Lernarrangement determiniert werden. Zu berücksichtigen sind dabei die Lernenden, die Lehrenden und die Lernumgebung und der soziale Kontext der beteiligten Personen. Diese Punkte sind entscheidende Faktoren an der Flanke. Ohne den Einbezug dieser Flanke in unsere Überlegungen, laufen wir Gefahr bei der Weiterentwicklung und Verbesserung des beruflichen Lernens an allen Lernorten ein wenig nach dem Motto zu verfahren: Bei der Verfolgung ihrer Aufgabe verloren das Ziel aus den Augen, verdoppelten aber ihre Anstrengungen. Stellen wir für gute Lösungen überhaupt die richtigen Fragen? Und das mit allen Konsequenzen die sich dahinter verbergen? Honorar eines Architeketen, Maklers 5,98% 2

3 Lernparadigmen vor der Klammer! Von welcher Idee des Lernens gehen wir aus und was bedeutet das für die Gestaltung von Lernprozessen? Oder: Welche Arbeitshypothese legen wir zugrunde? 5

4 Kategorie Behaviorismus Kognitivismus Konstruktivismus Wissen ist: eine korrekte Input- Outputrelation Lernparadigmen vor der Klammer! ein adäquater interner Verarbeitungsprozess Lernziele: richtige Antworten richtige Methoden zur Antwortfindung mit einer Situation operieren können komplexe Situationen bewältigen kooperieren Strategie: lehren beobachten und helfen Lehrende/r ist: Autorität Tutor Coach, Trainer Feedback: extern vorgegeben extern modelliert intern modelliert Paradigma Stimulus-Response Problemlösung konstruieren 6

5 Lernparadigma Konstruktivismus Die konstruktivistische Sicht des Phänomens Lernen hat Konsequenzen auf die Gestaltung des Lernarrangements. Lernen bedeutet demnach jeweilig aktives Wahrnehmen, Erfahren, Handeln, Erleben und Kommunizieren. Wir müssen berücksichtigen, dass dem Vorwissen der Lernenden eine entscheidende Bedeutung zukommt, da neues Wissen stets im Bezug darauf konstruiert wird. Auch müssen wir berücksichtigen das der Lernprozess als individuelle Konstruktion in einem sozialen Kontext abläuft. Wir müssen berücksichtigen, dass durch Lernen individuelle Hypothesen/Konstrukte aufgebaut, verknüpft, reorganisiert und modifiziert werden, um der aktuellen und zukünftigen Zweckmäßigkeit im Beruf gerecht zu werden. 7

6 ... Bedeutung für das Lehren : Bsp.: Hinweise für den Coach/Trainer Kategorie Lernparadigma Lehrende/r - Coach Wissen ist: mit einer Situation operieren zu können Ausreichende Kenntnisse, Zusammenhänge kennen, Wirkungsweisen, unscharfe Lösungen, Kontextbezug, Erfahrung mit dem Objekt Lernziele: komplexe Situationen bewältigen Transferfähigkeit, Freiheitsgrade, üben und probieren als wesentlicher Bestandteil der Lehre, Teamgedanke Strategie: kooperieren entwickeln, gemeinsam bewerten, TN integrieren, motivieren, Neugierde erzeugen Lehrer ist: Coach, Trainer Selbstverständnis der eigenen Professionalität Feedback: intern modelliert Eigene Lernphilosophie, Abstimmung mit Kollegen/innen, passende Anreizsetzung des Feedbackgedankens 8

7 Beispiele 2. Stellen wir die richtigen Fragen (für einen Perspektivwechsel)? Welche Voraussetzungen und Kompetenzen wünschen Sie sich für Ihr Kind von einem Lehrenden in Berufsschule, Hochschule oder Betrieb? Warum darf jemand beruflich unterrichten, der weder einen Beruf gelernt oder ausgeübt hat? Warum müssen die Lehrenden der Lernorte nicht verpflichtend zusammen arbeiten? Welcher Lehrer wäre besser auf seine Arbeit vorbereitet ein Lehrer mit einem klassischen oder mit einem dualen Lehramtsstudium? Wie sieht die ideale Lernumgebung beruflichen Lernens aus? Warum muss ein Hochschullehrer nicht gelernt haben zu unterrichten? Ist der Föderalismus eine effiziente Idee für Bildung in Dtl.? 9

8 Beispiele für Denkinitiativen Wir sollten uns die reale Leistungsfähigkeit unserer initiierten Lernprozesse verdeutlichen. Wir benötigen passende Transfermöglichkeiten in beruflichen Lernprozessen. Wir benötigen klar einzuhaltende Mindeststandards, um darauf in der nächsten Stufe aufzubauen. Wir sollten zukünftig die Folgestufen nicht mit Reparaturaufgaben belasten. Wir sollten die Ausbildung unserer Lehrenden (Schule/Betrieb) überdenken. Haben wir Handelnde im Bildungssystem die Verantwortung und Konsequenzen für ihr Tun tragen? 10

9 11

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