Arbeitsunterlagen zum Modul 4. Finanzen

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2 1. Ein paar Begriffe 1.1. Kaufmännische Buchführung Als kaufmännische Buchführung wird die systematische regelmässige Aufschreibung aller Geschäftsvorfälle mit Wertangabe, beginnend mit der Eröffnungsbilanz bezeichnet. Bei der einfachen Buchführung werden alle Zugänge und Abgänge unabhängig voneinander auf einigen wenigen Konten (Kasse, Post, Bank, Eigenkapital) verbucht. Bei der doppelte Buchführung dagegen wird das Prinzips der Doppik angewandt. Danach löst jeder Geschäftsvorfall eine doppelte Wirkung aus, d. h. jeder Eintragung auf der Sollseite (linke Seite) eines Kontos steht eine Habeneintragung in einem anderen Konto gegenüber. Bei jeweils gleichzeitiger Buchung auf den beiden betroffenen Konten bleibt die Gleichheit der Summen beider Seiten der Bilanz ständig erhalten. Unter einfacheren Verhältnissen haben sich verschiedene Buchführungssysteme entwickelt. Bei uns bekannt sind vor allem die italienische und die amerikanische Buchführung, die sich nach Vielfalt und Aufteilung der Bücher (Hauptbuch und Journal) unterscheiden. In Kleinbetrieben ist die amerikanische Form noch heute weit verbreitet, bei der neben der Textspalte eine Reihe von Spalten für die am häufigsten gebrauchten Hauptbuchkonten und eine Sammelspalte für selten benötigte Konten liegen (amerikanisches Journal-Hauptbuch). Eine moderne Buchführung weist in der Regel ein gemischtes System mit starker Unterteilung entsprechend dem in Betracht kommenden Kontenrahmen auf. Dabei werden die chronologische und die systematische Buchung, bei den älteren Systemen in getrennten Büchern, im Durchschreibeverfahren vereinigt (Durchschreibebuchführung), wozu man sich in Grossbetrieben besonderer Buchungsmaschinen mit Rechenwerken bedient (Maschinenbuchführung). Weitere Entwicklung: Seite 1

3 1.2. Bilanz [italienisch bilancia, Waage ], Gegenüberstellung der durch eine Inventur festgestellten Gegenstände des Anlagevermögens und Umlaufvermögens und der Verbindlichkeiten. Die Differenz zwischen Vermögen und Verbindlichkeiten ist das Eigenkapital; wenn die Verbindlichkeiten überwiegen, liegt Unterbilanz vor. Die Vermögensgegenstände (die Aktiven) stehen auf der linken, Verbindlichkeiten und Eigenkapital (zusammen die Passiven) auf der rechten Seite, so dass sich beide Seiten stets ausgleichen. Das Gesetz (OR 958) schreibt Bilanzaufstellung bei Aufnahme einer Geschäftstätigkeit und am Jahresende vor Konto [das, Plural Konten; italienisch, Rechnung ], Conto, Ein Konto ist die Zusammenstellung gleichartiger Geschäftsvorfälle auf einem Blatt in zeitlicher Reihenfolge. Belastungen kommen auf die linke, mit Soll oder Debet überschriebene Seite, Gutschriften auf die rechte, mit Haben oder Credit überschriebene Seite. Der Kontenstand ergibt sich aus der Differenz (Saldo) zwischen den Summen auf beiden Seiten. Man unterscheidet Personenkonten (lebende Konten; für Gesellschaften, Kunden, Lieferanten) und Sachkonten (tote Konten; für Anlagen, Warenvorräte). Seite 2

4 1.4. Rechnungswesen Die Gesamtheit der zahlenmässigen Aufschreibungen zur lückenlosen Erfassung und planmässigen Ordnung aller Mengen- und Wertbewegungen in einem Unternehmen oder einem anderen Betrieb; gegliedert in Finanzbuchhaltung, Betriebsbuchhaltung, Vergleichsrechnung (Betriebsstatistik), Vorschaurechnung (Planrechnung) Beleg Ist der in der Buchhaltung für jede Buchung erforderliche schriftliche Nachweis über die Richtigkeit des zu buchenden Vorgangs, z. B. Rechnungen, Bankauszüge. Aufgabe: was gehört alles auf einen Beleg Notieren Sie! Seite 3

5 2. Kleine Bilanzkunde 2.1. Bilanz Aktiven Passiven Kasse, Post, Bank, Wert- Lieferantenschulden, Umlaufvermögen schriften und sonstige liquide Mittel Debitoren, Besitzwechsel Bankschulden, kurzfristige Darlehen, kurzfristige Rückstellungen kurzfristiges Fremdkapital und andere kurzfristige Forderungen Lager Langfristige Darlehen Hypotheken Langfristiges Fremdkapital Langfristige Rückstellun- Grund und Boden, Gebäude, Maschinen, Mobi- gen Anlage- lien und Einrichtungen, vermögen Fahrzeuge und sonstige Grundkapital materielle Anlagen Reserven Eigenkapital Immaterielle Anlagen (P a- tente, Lizenzen,...) Gewinn Beteiligungen Mittelverwendung Mittelherkunft Wo ist das Kapital investiert, wo ist es gebunden? Woher kommt das Kapital (Fremde oder Eigentümer) Wem gehört das Kapital? Ist das Kapital kurz- oder langfristig gebunden? Steht das Kapital kurz- oder langfristig zur Verfügung? Muss das Kapital zurückbezahlt werden wenn ja, wann? Seite 4

6 2.2. Erfolgsrechnung (Gewinn- und Verlustrechnung) Aufwand Ertrag Materialaufwand Handelswarenerlös Warenaufwand Aufwand Fremdleistungen Erlös aus Eigenleistungen Personalaufwand Bestandesveränderungen Wert- schöpfung Sachaufwand Finanzaufwand Sonstiger Aufwand Sonstige Erlöse und Erträge Cash- Flow Abschreibungen Gewinn Aufwandarten Erlösarten Geben Auskunft über den Geben Auskunft über die er- Einsatz von Ressourcen mit denen eine Wertschöftung erarbeitet wird zielten Marktleistungen Gewinn und Abschreibungen als Cash-Flow (Praktikerformel) stehen zur Verfügung für: - Investitionen - Bildung von Reserven oder - Für Gewinnausschüttungen Seite 5

7 2.3. Mittelflussrechnung 1 Mittelzufluss Mittelabfluss Geldeingänge aufgrund erfolgswirksamer Geschäftsfälle Geldausgänge aufgrund erfolgswirksamer Geschäftsfälle Zahlungen an Lieferanten Zahlungen von Kunden Lohnzahlungen Mietzinszahlungen Zinszahlungen... Zinszahlungen an Kreditgeber Cash- Flow Investitionen Geldeingänge wegen Verkauf von Anlagevermögen Barverkauf Maschinen Geldausgänge wegen Kauf von Anlagevermögen Barkauf Maschinen Barkauf Beteiligung Desinvestition Barverkauf Beteiligung Definanzierung Geldeingänge wegen Aufnahme von langfristigem Kapital Aufnahme Hypothek Geldausgänge wegen Rückzahlung von langfristigem Kapital Rückzahlung Hypothek Kapitalrückzahlung Definanzierung Kapitalerhöhung Zunahme Mittel Für die Mittelflussrechnung werden die verschiedensten Fonds unterschieden: Geld, Liquide Mittel, Nettoflüssige, Nettomonetäres Umlaufvermögen, Nettoumlaufvermögen, Netto-Finanzsituation, Umlaufvermögen, Aktiven... In der Praxis wird heute vor allem noch das Nettoumlaufsvermögen verwendet. In den letzten Jahren wird vermehrt auch der Fonds Geld verwendet. Dies ist bezüglich Mittelfluss der beste Fonds, der verwendet werden kann. 1 Vgl. U. Prochinig, Mittelflussrechnung, SKV 1995 Seite 6

8 2.4. Zusammenhang der drei Rechnungen Der Zusammenhang dieser 3 Rechnungen soll nachfolgend bildlich dargestellt werden. Mittels Pfeilen lassen sich die Zusammenhänge noch besser veranschaulichen. Ich habe hier absichtlich darauf verzichtet, damit das Ganze nicht überlastet wirkt. Bargeschäfte ohne Lageränderung. Bei Kreditgeschäften und mit einem andern Fonds müssen kleine Korrekturen (am Cash-Flow) vorgenommen werden. Erfolgsrechnung Mittelflussrechnung Bilanz Aufwand Ertrag Einnahmen Ausgaben aktiv passiv Fondswirksamer Aufwand Fondswirksamer Er- Fw Ertrag - fw Aufwand = Cash-Flow Deinvest Investitionen Definanzierung Fonds (=Geld) Deb Lager Kreditor Lf FK Abschreibungen trag Finanzierung Zunahme Fonds AV EK Gewinn Mit welchen Aufwand und Ertrag hat das Unternehmen den Erfolg erarbeitet (bzw. wird sie erarbeiten) fondswirksamer Ertrag bedeutet Mittelzufluss Mit welchem (Finanz-) Mittelbedarf muss die Unternehmung rechnen (bzw. welche hat sie gehabt. Planmittelflussrechnung als Finanzplan Welchen Zuwachs oder welcher Verminderung des Fonds oder an andern materiellen oder immateriellen Werten hat die Unternehmung zu rechnen (bzw. welche hat sie gehabt) fondswirksamer Aufwand Mittelflussrechnung in Be- bedeutet Mittelabfluss richtsform Seite 7

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Die Erstellung einer Mittelflussrechnung Die Erstellung einer Mittelflussrechnung Bilanz 8 7 6 5 4 3 2 1 Kasse, Post, Bank (Kontokorrent) Kassaeffekten, kurzfristige Festgelder, Besitzwechsel Kundenguthaben (kurzf- Fristige Kundenforderungen)

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