Unternehmensgründungsprogramm. Arbeitsmarktservice Vorarlberg. Fachberatung E-Commerce

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1 Unternehmensgründungsprogramm Arbeitsmarktservice Vorarlberg Fachberatung E-Commerce Welche Produkte lassen sich im Internet verkaufen? Formen des E-Business Rechtlicher Hintergrund Grundkonzeption Web-Shop Zahlungssysteme im Internet Relevante Informationen zum Thema E-Commerce von Mag. Claus Riezler Claus Riezler

2 1. Welche Produkte lassen sich im Internet verkaufen? Grundsätzlich ist zu bemerken, dass im Internet fast alles und fast jedes Ding gehandelt oder angeboten wird. Jedoch ist festzustellen, dass die meisten Shops oder Angebote standardisierte Produkte beinhalten. d.h. der Kunde ist über die Produkte informiert, sucht eigentlich einen Lieferanten in der Nähe oder, und das weitaus häufiger, den besten erreichbaren Kaufpreis. Dies wird den Kunden in den letzten Jahren immer mehr erleichtert, da so genannte Preisvergleichs bzw. Bestpreissuchmaschinen (www.geizkragen.de, etc.) sehr stark boomen. Weiters ist auch eine Zunahme der so genannte Auktionshäuser zu verzeichnen, in denen oftmals handelsübliche Produkte zu extremen Tiefpreisen angeboten werden. Beratungsintensive Produkte oder Dienstleistungen lassen sich im Internet zwar publizieren und bewerben, jedoch ist der persönliche Kundenkontakt unumgänglich, wodurch in solchen Fällen der schnelle, 24 Stunden Internetverkauf sicherlich nicht möglich ist. 2. Formen des E-Business Unter E-Business versteht man Geschäftsaktivitäten, bei denen Kommunikation-, Kooperations-, Dienstleistungs- oder Handelsprozesse mithilfe von Internet-Technologien abgewickelt werden. Geradezu revolutionäre Änderungen ergeben sich durch das Internet im Bereich der Logistik. B2B, B2C, B2A Zunächst unterscheidet man zwischen B2B (business to business), was man als zweiseitige Handelsgeschäfte bezeichnen könnte, und B2C (business to consumer), das in etwa dem Anwendungsbereich des Konsumentenschutzgesetzes (Verbrauchergeschäfte) entspricht. B2A (business to administration), auch E-Government, ist der Verkehr mit Behörden oder im Falle des elektronischen Rechtsverkehrs mit den Gerichten. Electronic Data Interchange (EDI): Unter EDI versteht man den elektronischen Austausch von strukturierten Daten über ein Netzwerk, ohne erneute manuelle Eingabe der versendeten Informationen. Das bedeutet in der Praxis, dass versendete Informationen im EDV-System des Empfängers und eingelangte im eigenen EDV-System automatisch weiterverarbeitet werden können. Eine zeitaufwendige manuelle Neueingabe der Daten entfällt. Genormte Kooperationsformen zwischen Industrie und Handel, Anbieter und Abnehmer, innerhalb eines Unternehmens, aber auch mit Behörden, steigern die Bestellgeschwindigkeit, reduzieren die Lager, beschleunigen die Reaktionszeiten und vereinfachen den Verwaltungsaufwand. Der Zugriff auf gemeinsame Informationen schafft eine gleichmäßige Auslastung in der Produktion. Daten, die abends übertragen werden, führen automatisch, ohne neu erfasst werden zu müssen, zu Bestellvorgängen. Das vermindert die Fehlerwahrscheinlichkeit und die richtigen Waren können bereits am nächsten Morgen an den richtigen Bestimmungsort ausgeliefert werden (Datakom). Dieser Ablauf kann auch noch über das Internet an einen Fremdanbieter übertragen werden (Outsourching); siehe Pte-Artikel Seite 1

3 E-Procurement: Unter E-Procurement (Electronic-Procurement; elektronische Beschaffung/Besorgung) wird die Internet basierende Abwicklung von Einkaufsprozessen verstanden. Vereinfacht gesagt überwacht der Computer den Warenvorrat und bestellt automatisch bei einem bestimmten Stand. Enterprise Resource Planning System (ERP): Komplexe Applikationssoftware, die Geschäftsprozesse unterschiedlicher betrieblicher Funktionen, wie z.b. Finanzbuchhaltung, Warenwirtschaft oder Lagerhaltung in ein gemeinsames System integriert; administratives Rückgrat eines Unternehmens. E-Sales: Via Internet optimierter Vertriebsprozess eines Unternehmens. Charakteristisch sind Shop-Funktionen, wie Produktkataloge, Warenkörbe sowie Mechanismen zur statistischen Auswertung des Käuferverhaltens. Customer Relationship Management (CRM): Oberbegriff für alle Maßnahmen zur Kundengewinnung und -pflege. Ziel ist die individuelle Betreuung des Kunden durch die Zusammenführung aller kundenrelevanten Daten aus unterschiedlichen Kommunikationskanälen, wie beispielsweise Vertrieb, Call Center, Telemarketing, Website, usw in ein zentrales Informationssystem. CRM birgt ein beträchtliches Konfliktpotential mit dem Datenschutzrecht. Cross-Selling: Umsatzfördernde Technik des E-Commerce; kauft der Kunde ein Produkt, wird ihm ein ähnliches, dazupassendes angeboten. Seite 2

4 3. Rechtlicher Hintergrund Grundsätzlich ist zwischen einen Internetshop und einem realen Geschäftslokal kein Unterschied. Eventuell notwendige Gewerbeberechtigungen sind ebenfalls im virtuellen Geschäftsraum notwendig. Sozialversicherung und Finanzamt fallen an, MWST und sonstige Steuern sind am Geschäftssitz des Unternehmers abzugeben. - der Serverstandort ist nicht zwingend der Geschäftssitz - Weiters ist zu beachten, dass jegliche Garantie und Gewährleistung auch im Internet gewährt werden muß, dazu ist da jeweilig gültige Fernabsatzgesetz einzusehen. Insbesondere muss auch auf die Copyright Bestimmungen (speziell Produktbilder, Illustrationen, Texte, etc. der Vorlieferanten oder Produzenten) hingewiesen werden. Nichts ist einfacher, als bestehende Werbematerial oder Beschreibungen zu kopieren oder zu vervielfältigen und für den eigenen Webauftritt zu verwenden. Es muss darauf hingewiesen werden, dass in diesem Bereich bereits die ersten Gerichturteile zur Unterlassung bzw. zu Copyright-Verstößen gesprochen wurden. TIPP: Bei Rücksprache mit dem Vorlieferanten oder Produzenten ist dieser sicherlich bereit, der Nutzung seiner Verkaufsmittel zuzustimmen. E-Commerce-Richtlinie Die E-Commerce-Richtlinie (EC-RL, Richtlinie 2000/31/EG vom ) ist mit Veröffentlichung im Amtsblatt, ABl. EG Nr. L 178 v , S.1 ff, in Kraft getreten; die Frist für die Umsetzung war der Im Zentrum der Richtlinie über bestimmte rechtliche Aspekte der Dienste der Informationsgesellschaft, insbesondere des elektronischen Geschäftsverkehrs, steht die Vorschrift, dass die Mitgliedstaaten darauf zu achten haben, dass ihre Rechtsvorschriften den Abschluss elektronischer Verträge ermöglichen (Art 9 Abs 1). In Österreich war aufgrund der Formfreiheit rechtlich ein elektronischer Vertragsabschluß bereits nach geltendem Recht möglich. Für das Zustandekommen eines Vertrages sind übereinstimmende Willenserklärungen der Vertragsparteien erforderlich, und es besteht kein Zweifel, dass eine Willenserklärung auch per oder auf sonstigem elektronischem Wege geäußert werden kann. Seite 3

5 Prinzipien der E-Commerce-Richtlinie: 1. Das Herkunftslandprinzip bestimmt, dass die Dienste der Informationsgesellschaft (das sind in der Regel gegen Entgelt elektronisch im Fernabsatz und auf individuellen Abruf eines Empfängers erbrachte Dienstleistungen) grundsätzlich dem Rechtssystem unterfallen, in dem der Anbieter niedergelassen ist. Ausnahmen: Rechtswahl, Verbraucherverträge, Immobiliengeschäfte, Zulässigkeit von Werbe- s, Urheberrecht/gewerbliche Schutzrechte, elektronisches Geld, zum Schutz der öffentlichen Ordnung, der öffentlichen Sicherheit und der öffentlichen Gesundheit. 2. Das Herkunftsortprinzip besagt, dass die Aufsicht über die Dienste der Informationsgesellschaft am Herkunftsort zu erfolgen hat. Daraus ergibt sich die Gefahr, dass der Sitz an den Ort des geringsten Schutzniveaus verlegt wird; auch "Rechts-Dumping"oder "Delaware-Prinzip" genannt. 3. Das Bestimmungslandprinzip besagt, dass ein Verfahren gegen einen Anbieter aus einem anderen Mitgliedsland möglich ist, wenn dessen Tätigkeit ausschließlich oder überwiegend auf das Hoheitsgebiet dieses Mitgliedslandes gerichtet ist, wenn die Niederlassung gewählt wurde, um die Rechtsvorschriften des Mitgliedslandes zu umgehen Informationspflichten hinsichtlich Unternehmer ( 5) Name und Firma geographische Anschrift Kommunikationsadressen einschl. Firmenbuchnummer und -gericht allfällige Aufsichtsbehörde Kammer oder Berufsverband Umsatzsteuer-ID Eindeutige Preisauszeichnung Zwingende Informationspflichten für Vertragsabschlüsse ( 9) Technische Schritte Speicherung des Vertragstextes und Zugangsmöglichkeit Technische Mittel zum Erkennen und Berichtigen von Eingabefehlern Sprachen in denen der Vertrag abgeschlossen werden kann Regelungen für alle Informationsanbieter (auch nicht kommerzielle) Durchleiten von Informationen ( 13) Suchmaschinen ( 14) Caching ( 15) Hosting ( 16) Verantwortlichkeit beim Linken, was den Inhalt der gelinkten Seiten betrifft ( 17) Seite 4

6 4. Grundkonzeption Web Shop Ihr geplanter Web Shop sollte beispielhaft über nachfolgende Features verfügen Warenkorb Warengruppen Die Organisation von Produkten in Warengruppen präsentiert Kunden Ihr Sortiment übersichtlich. Hierarchische Warengruppen Damit Sie auch bei einem umfangreichen Artikelsortiment die Übersicht behalten, ordnen Sie Artikel ganz einfach in Warengruppen ein. Diese lassen sich hierarchisch anordnen und eine beliebig tiefe Baumstruktur anlegen. Diese Gliederung präsentiert Ihre Produkte übersichtlich auf Ihren Webseiten. Artikel / Artikelvarianten Artikel, die Sie in Varianten wie Farbe, Größe, Form usw. anbieten möchten, müssen Sie nur einmal anlegen. Die entsprechenden Varianten geben Sie einfach im Anschluss an. So müssen Sie mehrere Artikel, die sich nur in wenigen Details unterscheiden nicht aufwändig pflegen. Produkt-Suchfunktion Mit dieser Funktion finden Ihre Kunden genau das Produkt, das Sie suchen. Zuerst werden die Treffer mit genauer Übereinstimmung zwischen dem gesuchten Begriff und dem gesuchten Produkt ausgegeben. Außerdem können Kunden durch 'AND' und 'OR' die jeweilige Suche sinnvoll präzisieren oder einschränken. Produkt-Abbildungen Mit Hilfe eines Assistenten laden Sie Produkt-Abbildungen einfach und schnell in Ihren E-Shop. Sie können Ihre Abbildung jederzeit durch eine kleine Vorschau und eine große Detailansicht kontrollieren. Artikeldaten-Import/Export Funktionierende Schnittstellen sparen Zeit und erleichtern die Arbeit beim Datenaustausch. Das gilt vor allem bei umfangreichen Artikel-Sortimenten. Vorhandene Artikel-Stammdaten aus einem Fakturierungs- oder Warenwirtschaftssystem können Sie automatisch in den Shop importieren, ohne bestehende Daten zusätzlich neu zu erfassen. Seite 5

7 SSL-Verschlüsselung Verschlüsselte Datenübertragung für sensible Daten. Bei Ihrem E-Shop die Verbindung Ihrer Besucher über einen SSL-Proxy mit bis zu 128 Bit verschlüsselt und so gegen eventuelle Abhör- und Manipulationsversuche geschützt. Bestellsystem Verschiedene Mehrwertsteuersätze Unterstützung mehrerer Währungen Neben zwei Standardwährungen, die Sie selbst festlegen, können durch entsprechende Rules" (Regeln) einfach beliebig viele weitere Währungen integriert werden. Rabattvergabe (absolut, %) Rabatte sind ein wichtiges Werkzeug zur Kundenbindung. Kunden und Kundengruppen können Sie dann die besondere Eigenschaft 'Rabatt' zuweisen. Automatische Vergabe von fortlaufenden Rechnungs- und Kundennummern Das Shopsystem vergibt fortlaufende Rechnungs- und Kundennummern automatisch für Sie. Sie müssen lediglich entscheiden, mit welcher Nummer Sie starten wollen. Bestellverwaltung Bestellungen mit wenigen Schritten verwalten? Mit dem Bestellbuch behalten Sie jederzeit den Überblick über alle eingegangenen Bestellungen. Bestellsuche Sie können sich alle Bestellungen für einen bestimmten Zeitraum anzeigen lassen. CSV-Export von Bestellungen und der dazugehörigen Kundendaten Mit dieser Funktion exportieren Sie Bestellungen als CSV-Dateien. Sämtliche Daten können so im Warenwirtschaftssystemen weiterverarbeitet werden, ohne dass Sie sie noch einmal neu eingeben müssen. Beliebige Lieferarten Die Anzahl der Lieferarten, die Sie Ihren Kunden bei der Bestellung anbieten können. Sie können für jede einzelne Lieferart die Parameter der zugrunde liegenden Lieferkostenberechnung detailliert festlegen. Seite 6

8 Flexible Versandkostenberechnung Für jede Lieferart können Sie eine Mindestversandkostenpauschale festlegen und eine Versandkostenstaffel einrichten, die vom Gesamtbestellwert abhängig ist. Zahlungsarten z.b. Vorkasse, Nachnahme, Kreditkarten, etc Zahlungsarten sollten frei bestimmt werden können. Eventuell vorhandene Umsatzsteuer-ID gewerblicher Kunden bei der Berechnung der Mehrwertsteuer sollten berücksichtigt werden. Zahlungssystem z.b. PayPal, Moneybooker, etc: Kundenverwaltung Verwaltung einzelner Kunden In der Kundenverwaltung hinterlegen und aktualisieren Sie Kundendaten, teilen Rabatte zu usw. Ein Kunde kann alle Vorteile Ihres Shops nutzen, wenn er registriert ist und sich mit Kundennummer und Passwort angemeldet hat. Kundensuchfunktion Mit den Funktionen "Kundennr. suchen" und "Erweiterte Suche" bietet die Kundenverwaltung zwei Möglichkeiten, bestimmte Datensätze in der Kundendatenbank schnell und unkompliziert zu finden. CSV-Export und -Import von Kundendaten Sie können Kundendaten direkt in Ihren Shop übernehmen, indem Sie Datensätze importieren. Gleichzeitig sichern Sie Ihre Kundendaten aus dem Onlineshop, indem Sie sie exportieren. Eventuelles Newsletter-Tool Sie können ohne großen Aufwand Kunden und Interessenten gezielt mit personalisierten s über Neuigkeiten und Ihr Angebot informieren. Login für registrierte Kunden Registrierte Kunden können sich auf der Startseite des Shops mit persönlicher Kundennummer und Passwort in den Service-Bereich einloggen. Das garantiert Ihnen und Ihren Kunden sicheren Datenaustaustausch und viele Vorteile als authentifizierter Nutzer Ihres E-Shop-Angebots. Seite 7

9 Kunden-Serviceseiten Auf den Kunden-Serviceseiten können sich Neukunden, die in Ihrem Shop zum ersten Mal etwas bestellt haben, mit wenigen Mausklicks als Bestandskunden registrieren. Mit einem von Ihnen vergebenen Passwort können sich Ihre Kunden dann in die geschützten Service-Seiten einwählen. Dort haben ihre Kunden echte Vorteile: u.a. Rechnungs-, Lieferadresse und Passwort zu ändern, den Newsletter zu abonnieren oder abzubestellen. Und durch Kundennummer und Passwort wird jedes Bestellformular mit wichtigsten, gespeicherten Daten automatisch ausgefüllt. Bestellansicht für Kunden Jeder registrierte Kunde kann sich problemlos auf einer persönlichen Seite über seine Bestellungen informieren. 5. Zahlungssysteme im Internet Generell ist zu bemerken, dass für jegliche Zahlungsart ein Online Banking Verfahren Ihrer Bank zu empfehlen ist. Der Zahlungsverkehr Das Problem mit der Zahlung im Internet ist einer der Gründe, warum das Business-to- Consumer-Geschäft (B2C) - ganz im Gegensatz zum Business-to-Business-Geschäft (B2B) - nicht so boomt, wie es eigentlich könnte. Während nämlich in Amerika die Zahlung mit Kreditkarte zum Standard geworden ist, ist dieses Zahlungsmittel in Europa immer noch ein Nischenprodukt. Im Internet scheint die Angst vor der Weitergabe der Kreditkartennummer besonders groß zu sein Aufgrund des Argwohns gegenüber der Kreditkarte wurden verschiedene alternative Zahlungsmethoden entwickelt, die entweder auf dem "prepaid"-gedanken basieren oder über eine zweite Verbindung, beispielsweise über Mobiltelephon die Zahlungsfreigabe bewerkstelligen. Im Laufe der letzten Jahre sind unzählige verschiedene Systeme entstanden, die eines verbunden hat: Sie waren miteinander nicht kompatibel und haben sich großteils nicht durchgesetzt. Seite 8

10 Klassische Zahlungsarten Nachnahme Bezahlt wird Zug um Zug gegen Erhalt der Ware. Setzt Vertrauen des Verkäufers voraus und ist relativ teuer. Vorauskasse Der Käufer übermittelt zunächst den Kaufpreis per Scheck oder Überweisung, die Ware wird erst nach Einlösung des Schecks oder Erhalt der Überweisung ausgeliefert. Setzt Vertrauen des Käufers voraus. Zahlung mit Kreditkarte Die Gefahr für den Kreditkarteninhaber ist bei weitem nicht so hoch, wie sie eingeschätzt wird. Der Karteninhaber kann alleine aufgrund der Vertragskonstellation (Dreiecksverhältnis, bei dem der Kunde das Kreditkarteninstitut anweist, an den Händler zu bezahlen) jederzeit vom Kreditkarteninstitut die Rückbelastung verlangen, etwa, wenn bei Ausspähung der Kartennummer durch einen Dritten eine nicht autorisierte Abbuchung erfolgt ist. Das Vorliegen einer Anweisung ist vom Kreditkarteninstitut zu beweisen, was beim unterschriftslosen Verfahren nicht möglich ist. Für österreichische Verbraucher wurde außerdem im Konsumentenschutz-Gesetz (KSchG) eine Schutzbestimmung gegen Kreditkartenbetrug verankert. Nach 31 a KSchG kann ein Verbraucher, dessen Kreditkarte bei einem Vertragsabschluss im Fernabsatz (zb im Internet) missbräuchlich verwendet wird, vom Aussteller der Karte, also von der Kreditkartenfirma, verlangen, dass die Buchung oder Zahlung wieder rückgängig gemacht bzw. erstattet wird. Ein vertraglicher Ausschluss dieser Schutzbestimmung zu Lasten des Verbrauchers ist nicht möglich. Das primäre Risiko bei der Kreditkartenzahlung trifft daher den Händler, der keinen gesicherten Zahlungsanspruch gegen den Kunden hat. Der Kunde trägt nur ein geringes Restrisiko. Kreditkartenunternehmen haben häufig in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen Bestimmungen, dass sie nicht haften, wenn der Verbraucher nicht bestimmte Sicherheitsmaßnahmen einhält, beispielsweise sich nicht eines sicheren Übertragungswegs bei der Weitergabe der Kreditkartendaten bedient. Für den Kunden hätte dies aber nur im dann Auswirkungen, wenn die Rückbelastung des Händlers durch das Kreditkarteninstitut nicht möglich ist, weil der Händler zahlungsunfähig ist. Ansonsten ist nämlich das Kreditkarteninstitut nicht geschädigt, weil es sich ohnedies das Geld durch Rückbelastung zurückholt. So ein sicherer Übertragungsweg ist Secure Socket Layer (SSL). SSL ist ein offener Standard der Firma Netscape Communications für die gesicherte Datenübertragung im Internet. Damit soll ein unberechtigter Zugriff auf sicherheitsrelevante Informationen, wie Kreditkartennummern, verhindert werden. Eine derartige Verbindung ist für den User daran ersichtlich, dass in der Statuszeile des Browsers anstelle von https:// erscheint. Seite 9

11 SET Von VISA entwickelt (Secure Electronic Transaction). Sowohl Händler als auch Karteninhaber benötigen hierfür ein digitales Zertifikat. Der Kunde klickt bei der Bestellung im Internet auf SET als bevorzugte Zahlungsart. Zur Zahlung verwendet er seine persönliche elektronische Geldbörse (kann man bei VISA oder anderen Kreditkartenanbietern downloaden), die mit einem Passwort geschützt ist. Die Bestellung (inkl. Kreditkartendaten) wird bei diesem Vorgang automatisch verschlüsselt, elektronisch unterschrieben und dem Händler zugeschickt. Der Händler entschlüsselt die für ihn relevanten Bestellinformationen und leitet die für die Kreditkartenfirma notwendigen Daten weiter. Die Kontodaten oder die Kreditkartennummer sind für den Händler bei der SET-Transaktion nicht einsehbar. Der Händler erhält dann von VISA die Bestätigung der Zahlung, der Kunde die Bestätigung für die Bestellung. Nachteil: Neben dem Händler muss auch der Kunde die SET-Software installiert haben. Set wird nur mehr bis unterstützt und wurde bereits durch folgende Lösungen ersetzt: Mastercard Secure Code / Verified by Visa Diese Lösungen sind insofern benutzerfreundlicher, als der Kunde sich nur registrieren, aber keine Software installieren muss. Der Kunde registriert sich online und kann ab sofort mit einem Passwort einkaufen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Händler das System unterstützt. Damit ist es natürlich kontraproduktiv, dass jede Kreditkartenfirma ein eigenes System aufbaut. Info von Mastercard Info von Visa Cyber-Cash Ein Zusammenschluss deutscher Banken; stellt Online Händlern den POSH-Service (point of sale Händlerterminal) zur Verfügung und ermöglicht ihnen die einfache, schnelle und preisgünstige Abwicklung von Kreditkartenzahlungen; weder der Kunde noch der Händler benötigen spezielle Software. Seite 10

12 Bankenlösungen bezahlen.at Bezahlen.at ist eine Plattform, auf der Österreichs Unternehmen Rechnungen präsentieren. Diese werden über das Clearinghaus P.S.K. im Wege des Interbankverkehrs durchgeführt. Es verbindet Rechnungsleger, Zahlungspflichtige und Banken. Der Käufer wird von der PSK per verständigt, wenn dort die Rechnung eingeht; er ruft die Seite mit seinen Rechnungen bei bezahlen.at auf und gibt die Rechung nach Prüfung frei. Der Auftrag wird zum Zahlungstermin von der PSK zur Bank des Käufers zur Buchung weitergeleitet. Problem: Mitgliedschaft. bezahlen.at S-ITT Sparkassen Internet Treuhand Transaktion, ein Dienst der deutschen Sparkassen. Käuferin oder Verkäufer registrieren sich. Käuferin oder Verkäufer legen einen Treuhandauftrag an. Die andere Partei ist mit der Abwicklung über S-ITT einverstanden und tritt dem Treuhandauftrag bei. Die Käuferin überweist das Geld an S- ITT. Der Verkäufer erhält die Mitteilung, dass die Ware versendet werden kann. Die Käuferin erhält die Ware und überprüft, ob der Inhalt ihren Vorstellungen entspricht. Die Käuferin bestätigt den Wareneingang und der Verkäufer erhält den vereinbarten Betrag. Käufer und Verkäufer bezahlen an S-ITT eine Provision von 1 % des Warenpreises (mind. DM 1,25). EPS s-itt.de Electronic Payment Standard; neuer Standard für Online-Zahlungen von Erste Bank/Sparkasse, Bank Austria/CA, Bawag/PSK und Raiffeisen-Gruppe; verbindet Online- Shops und Online-Banking. Der Kunde entscheidet sich auf der Webseite eines an dieses System angeschlossenen Internet-Händlers für ein Produkt seiner Wahl und klickt auf die EPS-fähige Zahlstelle; damit gelangt er automatisch in das E-Banking-System seiner Bank und braucht nur mehr mit seiner TAN (Transaktionsnummer) "unterschreiben". Sobald die Bank die Daten überprüft hat, erhalten Käufer und Verkäufer die Transaktionsbestätigung. Seite 11

13 Kartenlösungen Paysafecard Man kauft eine Karte (Tankstellen und Trafiken) und rubbelt das Feld auf der Rückseite frei. Dort findet man einen 16-stelligen Code. Will man nun ein Produkt in einem Web-Shop kaufen, klickt man einfach als Zahlungsmittel "paysafecard" an und gibt dort den freigerubbelten 16-stelligen Code ein. Mit diesem Code bezahlt man für das gewünschte Produkt. Cash-Mouse Paysafecard Über ein Lesegerät am heimischen PC können die Chips auf den EC-Karten bequem über das Internet aufgeladen werden (ähnlich der QUICK-Börse). Beim Bezahlen im Internet muss der Kunde dabei keine persönlichen Daten eingeben, sondern lediglich den Zahlungsbetrag bestätigen. CashMouse Inkasso-Systeme per Bankeinzug oder Telefonrechnung FIRSTGATE click&buy Rein internetbasiertes Zahlungssystem (keine zusätzliche Software) für Anbieter von Inhalten, die direkt von der Website vertrieben werden (Artikel, Recherchen, Infos, Software); Rechnungslegung und Zahlungseinzug über Bankeinzug, Kreditkarte oder Telefonrechnung durch Firstgate. Handygestützte Verfahren paybox Zahlen mit dem Handy. Im Internet wählt der Käufer als Zahlungsoption "paybox" aus und gibt seine Mobiltelefon-Nummer ein. Der Händler schickt die Transaktion über eine sicher Datenverbindung zur paybox und die ruft den Käufer sofort unter der angegebenen Nummer zurück. Der Käufer gibt die Transaktion durch Eingabe seiner paybox PIN frei. Die paybox austria AG zieht das Geld per Lastschriftverfahren ein und leitet es an den Internet-Händler weiter. Problem: Mitgliedschaft. Seite 12

14 Vermittlersysteme PayPal, Moneybooker, etc Paypal wurde von und für E-Bay entwickelt, kann aber auch für andere Zahlungen weltweit verwendet werden, wenn Verkäufer und Käufer ein Konto bei PayPal besitzen. Das Senden von Geld ist kostenlos, der Empfänger zahlt eine geringe Gebühr (pro Transaktion, keine Grundgebühr). Einzahlungen auf das PayPal-Konto können dabei mit Kreditkarte oder konventioneller Überweisung erfolgen. Die Kreditkartendaten werden nur PayPal gegenüber bekannt gegeben. Paypal leitet die Zahlung auf das Konto des Zahlungsempfängers weiter. Fragen und Reaktionen: Wir freuen uns auf Fragen und Reaktionen zum Thema. Wenden Sie sich jederzeit an: Tel /52800, Fax 05572/ , Herausgeber: Merlin Unternehmensberatung GmbH J.-G.-Ulmerstraße 2 A-6850 Dornbirn Seite 13

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