Nutzen für die Gesundheitsversorgung?

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1 Nutzen für die Gesundheitsversorgung? Dr. med. Uwe Popert Sprecher der Sektion Versorgung der DEGAM Lehrbeauftragter Abt. Allgemeinmedizin Univ. Göttingen

2 Telemedizin Studienlage Probleme - Kosten / Nutzen Allgemeinmedizin / hausärztliche Versorgung deutsche Realität Probleme Beispiel Patientenakte deutsche Realität Probleme

3 Telemedizin Studienlage Probleme - Kosten / Nutzen Allgemeinmedizin / hausärztliche Versorgung deutsche Realität Probleme Beispiel Patientenakte deutsche Realität Probleme

4 Systematischer Review* von 81 systematischen Reviews: Betrachtungen zur Patientensicherheit fehlten in der Literatur. Viele Studien zeigten keine Outcome-Unterschiede beim Vergleich von Telehealthcare mit üblicher Versorgung Mehrere Studien beleuchteten die große Zahl von Kurzzeitstudien (<12 Monate) mit weniger als 20 Teilnehmern zur Umsetzbarkeit. Effekte auf Indikatoren wie Krankenhaus-Einweisungen waren am deutlichsten bei Patienten mit hohem Krankheits- / Sterberisiko. Die mangelhafte Beschreibung der Intervention erschwert oft eine Zuordnung der Studienergebnisse zu technischen bzw. menschlichen / organisatorischen Faktoren. Evidenz zur Kosteneffektivität von Telehealthcare bleibt spärlich. * McLean S et al. The Impact of Telehealthcare on the Quality and Safety of Care: A Systematic Overview. PLoS one August 2013 Volume 8 Issue 8 e71238

5 WSD (Whole Systems Demonstrator telehealth questionnaire study) - Setting: zwischen Mai 2008 und November 2009 wurden in 179 allgemeinmedizinischen Praxen in drei Gegenden in England (Cornwall, Kent, Newham) Patienten mit Diabetes, COPD oder Herzinsuffizienz randomisiert normaler Therapie oder zusätzlicher Telemedizin zugeordnet. (Messung von Glukose, Pulsoximetrie, Gewicht) (1) Senkung von Krankenhaus-Einweisungen (10%) Senkung der Mortalität (45%). bei /QUALY ist das nicht kosteneffektiv (2) (1) Steventon A, Bardsley M, Billings J, Dixon J, Doll H, Hirani S, et al. Effect of telehealth on use of secondary care and mortality: findings from the Whole System Demonstrator cluster randomised trial. BMJ 2012;344:e3874. (2) Henderson C, Cost effectiveness of telehealth for patients with long term conditions (Whole Systems Demonstrator telehealth questionnaire study): nested economic evaluation in a pragmatic, cluster randomised controlled trial. BMJ 2013;346:f1035

6 z.b. Patientensteuerung: Telefonat mit MFA / Hotline Schulung zu Selbstkontrolle + Kontaktaufnahme Schulung zu Selbstkontrolle + Selbst-Therapie z.b. Internet-Zentralakte: Dezentrale Akten mit zentraler Datenverteilung Akten beim Patienten auf USB-Stic / Datencard Akten beim Patienten als Papiersammlung

7 Telemedizin Studienlage Probleme - Kosten / Nutzen Allgemeinmedizin / hausärztliche Versorgung deutsche Realität Probleme Beispiel Patientenakte deutsche Realität Probleme

8 Bekanntheit: Medical Home, größte Patientenzufriedenheit Erreichbarkeit: Wartezeiten, Entfernung, Besuche, Ganzer Mensch: Multimorbidität (ca. 30% Innere Medizin) Effizienz: Multitasking, ca. 80% der Beratungsanlässe Steuerung: Vermeidung Fehl-/Überversorgung Datensparsamkeit: erlebte Anamnese Patientenakte: Datenaufbereitung und -Filterung

9 Deutsche Allgemeinärzte: Je Konsultation 2-3 verschiedene Organsysteme / Themen 2-3x so viele Patientenkontakte pro Woche wie in anderen Industrieländern bei längster Arbeitszeit (51h / Woche) Besonders viel Bürokratie 1) Bei ca Hausärzten + MFA kostet jede Stunde Arbeitszeit ca ) Wer Neues will, sollte zeigen, woher die Zeit dafür kommen soll! Koch, Klaus; Gehrmann, Ulrich; Sawicki, Peter T. Primärärztliche Versorgung in Deutschland im internationalen Vergleich: Ergebnisse einer strukturvalidierten Ärztebefragung Dtsch Arztebl 2007; 104(38): A-2584 / B-2282 / C-2214

10 bis 2020: Mehr Multimorbide >45% HÄ in Rente <50% HÄ ersetzbar mehr Ärztinnen Mehr Halbtagsstellen >30% mehr Patienten / HausärztIn

11 Abschaffung: nur Notfall-Versorgung vor Ort Umleitung: Spezialisten / Ambulanzen / Polikliniken Europraktiker / Studenten mit Schnellausbildung Provinzjahr für alle Ärzte edoc Selbstdiagnose und Therapie per EDV evisite per Skype MFA / VeraH / Agnes / => 20% Entlastung Vereinfachung überflüssiger Aufgaben (z.b. AU`s)

12 Telemedizin Studienlage Probleme - Kosten / Nutzen Allgemeinmedizin / hausärztliche Versorgung deutsche Realität Probleme Beispiel Patientenakte deutsche Realität Probleme

13 Ca. 0,5% Uniklinik Ca.5% Krankenhaus-Spezialisten 15-35% ambulante Spezialisten 60-80% hausärztliche Versorgung Doku: Papier Praxis-EDV? Pflege / Selbstversorgung / Selbsthilfegruppen / Familie /

14 Diagnosen = Abrechnungsbegründungen Diagnosezusätze nur im ambulanten Bereich (Z) = Zustand nach (V) = Verdacht auf (G) = Gesichert (A) = Ausschluss Dauerdiagnosen = unsystematisch / unvollst. Allergien / OP`s nicht ICD-10 verschlüsselbar Anamnese = unsystematisch / unvollst. Medikation = unvollst. Notfalldaten? Datenfilterung und Bearbeitung weiter dringend erforderlich!

15 Lesegeräte meist nicht vorhanden Passworte meist nicht vorhanden Papier ist die sicherste Grundlage

16

17 Beim Patienten Kostengünstig Schnell Notfall geeignet Datenschutz Scan/Doppel in Praxis Statt Aktenvernichtung

18 Wikipedia: Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal der elektronischen Gesundheitsakte zur einrichtungsbezogenen, arztgeführten epa ist die alleinige Verfügungsgewalt des Patienten über seine Akte und damit seine medizinischen Daten. Welcher Politiker würde nach der NSA-Affäre seine eigenen Gesundheits-Daten in einer Internet-Datenbank speichern?

19 Pflegesituationen: Viele Behandler parallel Viele Daten wg. Multimorbidität Aktualität wg. hoher Morbidität wichtig Sektorenübergreifend Pflege / Ärzte / Oft stationär-ambulante Überleitungspflege Interesse an Datenschutz geringer als Interesse an Versorgungsqualität

20 Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!

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