Kooperationsmodell Gemeinsam Lernchancen nutzen

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1 Kooperationsmodell Gemeinsam Lernchancen nutzen Im Jahr 2003 wurde das Konzept Gemeinsam Lernchancen nutzen- Kindergarten und Grundschule arbeiten Hand in Hand gemeinsam von Kultus- und Sozialministerium, der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalplanung, dem Staatsinstitut für Frühpädagogik, dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung und den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtsverbände erarbeitet. Das Kooperationsmodell basiert auf dem Einsatz von Kooperationsmultiplikatoren bzw. Kooperationsbeauftragten auf regionaler und lokaler Ebene. 1. Ziele des Kooperationsmodells sind u.a.: Schaffung von gemeinsamen Strukturen für eine nachhaltige Zusammenarbeit Unterstützung der gemeinsamen Gestaltung des Übergangs von Kindertageseinrichtung in die Grundschule Grundzüge des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans und des bayerischen Grundschullehrplans kennen lernen, um somit gegenseitiges Verständnis für die jeweiligen Ziele und Methoden zu schaffen und wechselseitigen Respekt aufzubauen.

2 2. Kooperationsmodell in der Übersicht: Regionale Ebene Kooperationsmultiplikatoren Kindergartenbereich Schulbereich mindestens je 1 Vertreter/in aus jedem Jugendamtsbezirk insgesamt 120 Fachberater/innen der Regierungen und Fachaufsichten der Jugendämter mindestens je 1 Vertreter/in aus jedem Schulamtsbezirk insgesamt 120 Lehrer/innen Kooperationsmultiplikatoren / -beauftragte werden gemeinsam tätig: Lokale Ebene Kooperationsbeauftragte / -ansprechpartner Kindergartenbereich Schulbereich Erzieher/innen im Kindergarten Lehrer/innen in der Grundschule Kooperationsbeauftragte / -ansprechpartner entscheiden gemeinsam über die Formen der Kooperation

3 3. Aufgaben der Kooperationsmultiplikatoren (regionale Ebene): Gewährleistung des Informationsflusses Zusammenarbeit mit dem Schulamt vor Ort Planung, Durchführung und Begleitung von regionalen Fortbildungsveranstaltungen für Erzieher/innen und Lehrkräfte (Themen: Bildungs- und Erziehungsplan und Lehrplan; Entwicklung gemeinsamer Kooperationsstandards, Erstellung eines Kooperationskalenders, Schulfähigkeit/Einschulungsverfahren, Gestaltung eines Elternabends, Vorkurse Deutsch etc.) Hierbei sollen bestehende Kooperationsstrukturen genutzt werden. Beratung und Unterstützung der Kooperationsbeauftragten bei der Umsetzung der Kooperation Gewinnung von Trägern von Kindertageseinrichtungen (Verbände der freien Wohlfahrtspflege, Gemeinden, sonstige Träger) für die Maßnahmen der Kooperation Aufgaben der Kooperationsbeauftragten (lokale Ebene) (*): Erzieherinnen (*): Kinder und Eltern möglichst langfristig und angemessen auf den Übergang in die Grundschule vorbereiten spezielle Fördermaßnahmen zum Erwerb der deutschen Sprache mit entsprechenden schulischen Vorkursen bestmöglich abstimmen Kinder unterstützen beim Wahrnehmen, Ausdrücken und Regulieren ihrer Gefühle mit den Kindern ihre Vorstellungen von Schule und Schulkind sowie ihre Erwartungen an Lehrkräfte thematisieren, klären und abstimmen Informationen über Konzeption der Schule(n) einholen Eltern bei der Wahl einer geeigneten Schule beraten bei den Eltern die Einwilligung in den fachlichen Austausch über ihr Kind mit der Schule einholen und anstehende Gespräche mit der Schule mit den Eltern abstimmen und sie einladen, daran teilzunehmen Anschlussfähigkeit gewährleisten, Kommunikation und Austausch mit der Schule suchen und sich Informationen über den Lehrplan einholen Schulfähigkeit des Kindes gemeinsam mit den Eltern, dem Kind und der Schule erarbeiten

4 Austausch mit Schule über den individuellen Unterstützungsbedarf, die Stärken und Schwächen der Kinder suchen, soweit dies vor Schuleintritt erforderlich ist das Abschiednehmen des Kinder feierlich begehen Lehrkräfte (*): mit Tageseinrichtung kooperieren und auf den dort entwickelten Kompetenzen aufbauen schulische Vorkurse zum Erwerb der deutschen Sprache mit entsprechenden Fördermaßnahmen in der Tageseinrichtung bestmöglich abstimmen Informationen über Konzeption, pädagogische Schwerpunkte des Kindergartens und deren Vorbereitung auf die Schule einholen (z.b. Stärkung von literacy) Kindergarten nicht als Zulieferer, sondern als Partner für die Schule verstehen Kommunikation und Austausch mit dem Kindergarten suchen Schulfähigkeit des Kindes gemeinsam mit dem Kindergarten, den Eltern und dem Kind erarbeiten Probebesuche einzelner Kinder und Schulbesuche der Kindergartenkinder ermöglichen in Abstimmung mit den Eltern den Austausch mit dem Kindergarten über die Bewältigungsprozesse sowie den individuellen Unterstützungsbedarf, die Stärken und Schwächen der Kinder offensiv suchen und gemachte Beobachtungen gemeinsam reflektieren mit Eltern und Kindern über Erwartungen an die Schule sprechen Informationen über Bedingungen in der Schule, Ablauf des Unterrichts geben (*) Auszug aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan

5 4. Evaluation: Nachdem das Kooperationsmodell im Herbst 2003 eingeführt und die Kooperationsbeauftragten im Frühjahr 2004 bestimmt wurden, fand im Frühjahr 2005 eine Evaluation statt. Ziel war es, Zwischenbilanz zu ziehen, Erfahrungswerte einzuholen und zu erfahren, was angestoßen wurde und in welchen Bereichen Probleme aufgetreten sind. Grundlage der Evaluation bildete ein gemeinsam erarbeiteter Fragebogen des StMAS, des StMUK und der Akademie für Personalführung und Lehrerfortbildung in Dillingen. Den Evaluationsbogen haben die Jugendämter und staatlichen Schulämter getrennt voneinander erhalten. Aufgrund der getrennten Abfrage konnten Aussagen darüber getroffen werden, ob die Eindrücke über die Kooperation aus der jeweils unterschiedlichen Perspektive identisch sind. Verdeckte, nicht ausgesprochene Problemfelder ließen sich auf dieser Grundlage eruieren. 4.1 Ergebnisse: Nach dem Ergebnis der Befragung hat sich das Kooperationsmodell als Grundlage für eine bessere Zusammenarbeit von Kindergärten und Grundschulen tragfähig erwiesen. Die Kooperation hat regional einen unterschiedlichen Ausbaustand erreicht. Ein guter persönlicher Kontakt der Fachberatung/Fachaufsicht und den Beauftragten in den Schulämtern bzw. den Grundschullehrer/innen fördert die Zusammenarbeit.

6 4.2 Einen positiven Einfluss auf die Kooperation haben genommen: a) Kooperative, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Kindergarten- und Schulseite auf Regierungs- und Jugendamtsebene (positive Vorbildfunktion!) b) Aktives Tätigwerden von Regierungen und Jugendämtern (Auftaktveranstaltungen, Arbeitsgruppenbildung etc.) c) Errichtung von Arbeitskreisstrukturen: 1. Ebene: lokale Arbeitsgruppen mit Erzieher/innen und Lehrkräften 2. Ebene: Rückbindung im Arbeitskreis auf Landkreisebene (z. T. wurden Steuerungsgruppen gebildet); Vorstellen von positiven Beispielen, aber Diskussion von Problemstellungen und Erarbeitung von Lösungsansätzen 3. Ebene: Bündelung im einem regionalen Arbeitskreis auf Regierungsebene (z. T. wurden auch Steuerungsgruppen gegründet), Erarbeitung regionaler Konzepte und gemeinsamer Veranstaltungen, Fachtage etc. d) Inhaltliche Verzahnung durch gemeinsame Fortbildungen, Sitzungen und Arbeitstreffen; Erarbeitung gemeinsamer Übergangskonzepte e) Gemeinsame Projekte für Erzieher/innen und Lehrer/innen f) Gemeinsame Jahresplanung von Erzieher/innen und Lehrer/innen

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