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1 Diese Prüfung ist nur für Kandidaten nach Art. 41, Repetenten und Kandidaten mit nicht beibringbaren Berufsschulnoten bestimmt Zentralkommission für die Lehrabschlussprüfungen der kaufmännischen und der Büroangestellten Lehrabschlussprüfungen für kaufmännische Angestellte 2004 Volkswirtschaftslehre Serie 1/2 Kandidatennummer: Name: Vorname: Punktzahl: Note: Die Experten: Diese Prüfungsaufgabe darf 2004 nicht im Unterricht verwendet werden. Die Zentralkommission hat das uneingeschränkte Recht, diese Aufgabe für Prüfungs- und für Übungszwecke zu verwenden. Eine kommerzielle Verwendung bedarf der Bewilligung des Autors, des Inhabers des Urheberrechtes. HAG

2 1. Arbeitslosigkeit (18 Punkte) Ordnen Sie die Buchstaben der unten stehenden Fälle der saisonalen, der konjunkturellen, der strukturellen Arbeitslosigkeit oder der Arbeitslosigkeit aus anderen Gründen zu. Pro Aussage ist nur ein Kreuz zu machen. a) Die Wirtschaft boomt; es gibt aber noch immer Arbeitslose. b) Weil die Leute vermehrt Wein statt Bier trinken, müssen die Brauereien Arbeiter entlassen. c) Weil die Hypothekarzinsen ansteigen, sind die Leute zurückhaltender beim Hausbau. Im Baugewerbe müssen deshalb Arbeiter entlassen werden. d) Die Touristen fahren im Sommer statt in die Schweiz vermehrt ans Meer. e) Weil die Lebenshaltungskosten stark gestiegen sind, verzichten die Leute auf Winterferien. Die Skiliftbetriebe müssen Personal abbauen. f) Wegen Unwetter bleiben viele Hotels während des Sommers geschlossen. g) Pet-Flaschen ersetzen weitgehend die bisherigen Glasflaschen. Glashersteller müssen Personal reduzieren. Saisonale Konjunkturelle Strukturelle Arbeitslosigkeit aus Arbeitslosigkeit Arbeitslosigkeit Arbeitslosigkeit anderen Gründen a) b) c) d) e) f) g) Nennen Sie je eine sinnvolle Massnahme des Staates, um die jeweilige Art der Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. a) Konjunkturelle Arbeitslosigkeit b) Strukturelle Arbeitslosigkeit

3 2. Angebote gestern und heute (4 Punkte) Folgende Angebote waren im Jahr 1972 bzw zu finden Texas Instruments «Datamath» Taschenrechner Preis: CHF stelliges Display, 6 Batterien Gewicht: 340 g 2003 Texas Instruments «TI501» Taschenrechner Preis: CHF stelliges Display, 1 Batterie Gewicht: 36 g Vergleichen Sie die beiden oben stehenden Angebote miteinander und nennen Sie zwei Gründe, weshalb der Taschenrechner 2003 wesentlich günstiger ist als 1972.

4 3. Geld und Konjunktur (28 Punkte) Kreuzen Sie an, wie sich eine inländische Inflation auf die folgenden Punkte auswirkt. Steigt Sinkt Keine Veränderung a) Preisniveau b) Nachfrage nach Nahrungsmitteln c) Umlaufgeschwindigkeit d) Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Wirtschaft im Ausland e) Kaufkraft des Schweizer Frankens f) Wert der ausländischen Währungen gegenüber dem Schweizer Franken Erklären Sie den Begriff Deflation. Nennen Sie zwei Gefahren der Deflation. Im Land A befürchtet man eine Deflation. Die Notenbank beschliesst deshalb, eine «expansive Geldpolitik» mittels Vergrösserung des Geldangebots zu betreiben. Kreuzen Sie die erhofften Wirkungen auf die einzelnen Merkmale an. Merkmale Zunahme Abnahme Zinsen 3 3 Investitionen 3 3 Beschäftigung 3 3 Einkommen 3 3 Konsum 3 3 BIP 3 3 Ein kaufmännischer Angestellter verdiente im Jahr 1999 bei einem Indexstand der Konsumentenpreise von 98.8 CHF 63'500. nominell. Drei Jahre später, im 2002, beträgt sein Einkommen immer noch CHF nominell bei einem Indexstand der Konsumentenpreise von 102. Verdiente dieser Angestellte im Jahre 2002 real mehr oder weniger? Begründen Sie Ihre Antwort genau!

5 4. Wohlstand und Wohlfahrt (10 Punkte) Zwischen Wohlstand und Wohlfahrt gibt es viele Beziehungen. Nennen Sie eine positive Auswirkung des Wohlstandes auf die Wohlfahrt. Mit welcher Grösse wird der Wohlstand eines Landes gemessen? Wie kann man die Wohlfahrt eines Landes messen? Nennen Sie drei Möglichkeiten. Welche Überlegungen stecken hinter der folgenden Aussage? «Nur mit einem Nullwachstum können wir die Wohlfahrt aufrechterhalten. Wirtschaftswachstum bedroht die Lebensqualität in manchen Bereichen!» 5. Wirtschaftskreislauf (14 Punkte) Im Land B herrschte im Jahre 2003 folgende Situation (in Mrd. Währungseinheiten): Staatsausgaben 0,8 Konsum der privaten Haushalte 1,3 Ausfuhren 10,4 Investitionen 6,9 Volkseinkommen 10,7 Einfuhren 9,6 Subventionen 2,2 Indirekte Steuern 4,3 Berechnen Sie aus den oben stehenden Grössen das Bruttoinlandprodukt. Geben Sie den Lösungsweg an! Es werden nicht alle Zahlen benötigt!

6 Damit mit dem BIP sinnvolle Aussagen gemacht werden können (ist es hoch oder tief?), muss die Zahl verglichen werden. Nennen Sie zwei sinnvolle Vergleichsmöglichkeiten. Kreuzen Sie an, ob die Aussagen richtig bzw. falsch sind. Richtig Falsch 3 3 Ein Auto ist ein Wirtschafts- und Gebrauchsgut, das als Konsumgut oder Investitionsgut eingesetzt werden kann. 3 3 Zum tertiären Sektor gehören Steuerberater, Zirkus, Spedition, Bäckerei und Friseur. 3 3 Missernten vergrössern den Geldkreislauf und führen somit zu einer Inflation. 3 3 Wenn Sie Ihrem Nachbarn sein Auto abkaufen, verändert dies das BIP nicht. 3 3 Wenn die Bank für Kundenguthaben Zinsen bezahlen muss, so verringert sich das Volkseinkommen. 6. Wechselkurse (11 Punkte) Beantworten Sie die nachfolgenden Fragen aufgrund der unten stehenden Tabelle. Kursentwicklung Britisches Pfund (GBP) gegenüber Schweizer Franken (CHF): Kurs des Britischen Pfunds (in CHF pro 1 GBP) Erklären Sie den Begriff Abwertung. In welchen Jahren ist eine Aufwertung des Britischen Pfunds feststellbar? In welchem Jahr wären Sie aufgrund der obigen Kursentwicklung am günstigsten nach Grossbritannien in Urlaub gefahren? In welchem Jahr hat der Tourismus in der Schweiz besonders profitieren können? Im Jahr 2003 möchte die SNB (Schweiz. Nationalbank), dass der Wechselkurs des Pfunds ca beträgt. Nennen Sie eine Möglichkeit, wie der Kurs beeinflusst werden kann.

7 Welche Auswirkung hatte die Kursentwicklung im 2001 für importierte Güter aus England? 3 Die Importe sind günstiger geworden. 3 Die Importe sind teurer geworden. 3 Die Importe sind gleich teuer geblieben. Begründung: 7. Ertragsbilanz (10 Punkte) Die Schweizer Ertragsbilanz zeigte im Jahre 2002 folgendes Bild: in Millionen Franken Ertragsbilanz Einnahmen Ausgaben Saldo Handelsbilanz Dienstleistungsbilanz Bilanz der Arbeits- und Kapitaleinkommen Übertragungsbilanz Total Wie ist das Handelsbilanzdefizit von CHF Mio. entstanden? Weshalb kann es schädlich sein, wenn ein Land dauerhaft hohe Handelsbilanzdefizite ausweist? Wie gleicht die Schweiz ihr Handelsbilanzdefizit aus? (siehe Tabelle) Welche Position fehlt in der Tabelle noch, um die Zahlungsbilanz zu erstellen? Welche Position in der Tabelle enthält unter anderem die Bezahlung von Schweizer Entwicklungshilfe?

8 8. Preismechanismus (5 Punkte) Annahme: Die Gewerkschaften haben durchgesetzt, dass die Arbeitnehmer einen gesetzlichen Mindestlohn von CHF 3'000. pro Monat erhalten sollen. Der Marktlohn läge bei CHF 2'800.. Zeichnen Sie in das unten stehende Diagramm ein, welche Auswirkungen der oben beschriebene Mindestlohn auf den Arbeitsmarkt hat und beschriften Sie es vollständig. Vergessen Sie dabei nicht, den Marktpreis sowie die Marktmenge zu bestimmen. Welcher unerwünschte Effekt hat diese Massnahme für die Arbeitskräfte?

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