Taschenlehrbuch Urologie

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1 Taschenlehrbuch Urologie Bearbeitet von Herbert Rübben, Iris Rübben, Marcus Schenck, Herbert Sperling, Jürgen Sökeland Neuausgabe Taschenbuch. 576 S. Paperback ISBN Format (B x L): 12,5 x 19 cm Weitere Fachgebiete > Medizin > Klinische und Innere Medizin > Urologie, Andrologie, Venerologie Zu Inhaltsverzeichnis schnell und portofrei erhältlich bei Die Online-Fachbuchhandlung beck-shop.de ist spezialisiert auf Fachbücher, insbesondere Recht, Steuern und Wirtschaft. Im Sortiment finden Sie alle Medien (Bücher, Zeitschriften, CDs, ebooks, etc.) aller Verlage. Ergänzt wird das Programm durch Services wie Neuerscheinungsdienst oder Zusammenstellungen von Büchern zu Sonderpreisen. Der Shop führt mehr als 8 Millionen Produkte.

2 92 Leitsymptome und -befunde Leitsymptome und -befunde Patienten stellen sich in der Regel nicht mit einer definitiven Diagnose, sondern mit einem Symptom, einem Symptomkomplex oder einem auffålligen Befund vor, z. B. nach einer routinemåßigen Labor- oder sonographischen Untersuchung. Daher ist es bedeutsam, Symptome und Befunde richtig zu deuten und mit angemessenen Mitteln der exakten Diagnose zuzufçhren. Im Sinne des problemorientierten Lernens werden in diesem Kapitel die Leitsymptome und -befunde durch besonders zahlreiche typische Fallbeispiele illustriert: Am Patienten werden Praxis- und Klinikalltag lebendig..1 Verånderungen des Harns und der Harnmenge Menge, Farbe, Geruch, Zusammensetzung und Reaktion des Harns hången von Flçssigkeitszufuhr, Ernåhrung sowie Stoffwechsel ab, so dass sie auch unter physiologischen Bedingungen Schwankungen unterworfen sind. Der frisch entleerte, normale, kærperwarme Harn ist hell- bis dunkelgelb, durchsichtig und klar. Bei reichlicher Flçssigkeitszufuhr wird er fast wasserhell, nach starker kærperlicher Anstrengung, Schwitzen und im Fieber dunkelgelb bis bråunlich. Die in gesåttigter Læsung vorhandenen Salze fallen in der Kålte aus und machen den Harn undurchsichtig trçb (z. B. Ziegelmehl: pseudomorphe Harnsåurekristalle, die im sauren Harn bei hoher Harnsåurekonzentration, z. B. nach eiweißreicher Kost, ausfallen)..1.1 Verånderungen von Harnfarbe, -geruch und -ph Harnfarbe. Die Konzentration gelæster Stoffe, Nahrungsmittel (v. a. Nahrungsmittelfarbstoffe in Sirup, Bonbons u. a.), Medikamente und Testfarbstoffe (z. B. Methylenblau) beeinflussen die Urinfarbe. Farbverånderungen kænnen aber auch bei Erkrankungen auftreten und mçssen daher abgeklårt werden (Tab..1). Fallbeispiel: Ein 1-jåhriger Gårtner bemerkt seit einiger Zeit, dass er zeitweise einen trçben Harn von milchig, grau-gelber Farbe entleert. Am Schluss des Wasserlassens sieht der Harn fast schlammig aus. Beim Auffangen in einem Glas setzt sich relativ schnell ein weißliches Sediment ab. Beschwerden bestehen nicht. Bei der Nahrungsanamnese berichtet der Patient, dass er strenger Vegetarier ist, so dass eine stark alkalisch ausgerichtete, vegetabile Ernåhrung vorliegt. Im Urinsedi-

3 .1 Verånderungen des Harns und der Harnmenge 93 Tab..1 Farbverånderungen des Harns* und ihre Ursachen. Harnfarbe Ursachen farblos, blassgelb Polyurie dunkelgelb, Oligurie, Anurie orange gelbbraun rot, rotbraun schwarz blau grçn milchig trçb Gallenfarbstoffe, Porphyrine, Håmoglobin und -derivate, Medikamente Nahrung (rote Rçben), Medikamente, Blut, Myoglobin, Porphyrine, Urate (z. B. Ziegelmehl) Blut (nach Stehenlassen der Urinprobe), Alkaptone, Melanin, Porphyrine Medikamente, Testfarbstoffe (z. B. Methylenblau) blaue Pigmente (geben mit dem gelben Urin eine grçne Mischfarbe), Pseudomonas-Farbstoffe bei Infekten, Biliverdin, Medikamente Eiter, Schleim, fetthaltiger Urin, anorganische Phosphate ( Milchpisser ) *Die Betrachtung des frisch gelassenen Urins gehærte vor wenigen Jahrzehnten noch zur årztlichen Routine und ist auch heute noch sinnvoll. ment (s. S. 56) sind massenhaft Phosphate nachweisbar. Eine Harnwegsinfektion mit harnstoffzersetzenden Bakterien und Ausscheidung von Magnesiumammoniumphosphaten muss und kann ausgeschlossen werden (Stix, bakteriologische Untersuchung). Der Patient wird aufgeklårt, dass die Farbverånderung des Urins harmlos ist und keiner Therapie bedarf. Milchpisser nennt man Leute, die einen milchig trçben Harn entleeren, entweder gefårbt durch Phosphate wie im o. g. Beispiel, sehr selten durch Chylurie bei lymphatischer Filariose (Filarienbeimischung des Harns durch Verbindung der Lymphbahnen mit dem Harntrakt). Geruch. Ammoniak riecht sehr auffållig; der frische Harn enthålt Ammoniak, wenn es in der Blase zur Zersetzung des Harns durch Bakterien kommt (dieser Geruch wird auch in schlecht gepflegten Pissoirs oder bei lange stehenden Nachtgeschirren wahrgenommen). Auch durch Genuss von Gemçse, z. B. Spargel, und Frçchten sowie durch Medikamente kann es zu Geruchsverånderungen des Urins kommen. ph/reaktion. Der frische Harn ist meist schwach sauer. Mit zunehmender Harnkonzentrierung, z. B. nach starkem Schwitzen, erhæhtem Eiweißumsatz im Fieber und nach Fleischnahrung nimmt der Såuregehalt des Harns zu. Bei vegetarischer Kost fållt die Reaktion eher neutral bis alkalisch aus. Nach Zersetzung durch Bakterien reagiert er alkalisch.

4 9 Leitsymptome und -befunde.1.2 Verånderungen der Harnkonzentration Das spezifische Gewicht des Harns entspricht dem Totalgewicht der gelæsten Stoffe, wåhrend die Osmolalitåt die Anzahl der gelæsten Teilchen angibt, gemessen durch Bestimmung der Gefrierpunktserniedrigung. Wegen der einfacheren Durchfçhrung wird in der Praxis die Messung des spezifischen Gewichts der Bestimmung der Gefrierpunktserniedrigung vorgezogen. Das spezifische Gewicht schwankt zwischen 1001 und 1030 g/l; die Schwankungsbreite gibt die Konzentrationsbreite der Niere an. Bei einer Albuminoder Glukosurie, z. B. bei nicht ausreichend behandelten Diabetikern, ist das spezifische Gewicht hoch, sodass eine gute Konzentrationsfåhigkeit der Niere vorgetåuscht wird. Wird bei Funktionsstærungen der Niere nur noch ein dçnner, schwach konzentrierter Harn ausgeschieden, spricht man von Hyposthenurie. Ein ståndig gleichbleibendes spezifisches Gewicht, etwa bei 1010 g/l, sowohl beim Dursten als auch bei vermehrter Flçssigkeitszufuhr, bezeichnet man als Isosthenurie. Ursache ist eine mangelnde Konzentrationsfåhigkeit der Niere bei Niereninsuffizienz..1.3 Proteinurie Eine Proteinurie von mg/tag ist normal, çber 120 mg/tag pathologisch. Zum Nachweis einer Proteinurie wird ein Teststreifen eingesetzt (s. S. 55). Bei positivem Ausfall ist eine qualitative Proteindifferenzierung im Urin mittels einer Polyacrylamidgel-Elektrophorese angezeigt. Damit lassen sich glomerulåre und tubulåre Erkrankungen unterscheiden (Tab..2). Tab..2 Differenzialdiagnostik der Proteinurie. Proteinurie håufiger Proteintyp Erkrankung I 300 mg/tag Albumin Diabetes, Hypertonie 300 mg 1,5 g/tag kleinmolekulare Proteine Tubulopathien 1,5 3,5 g/tag klein- und großmolekulare Proteine chronische Glomerulopathien, Transplantatniere i 3,5 g/tag großmolekulare Proteine nephrotisches Syndrom

5 .1 Verånderungen des Harns und der Harnmenge 95 Bei hohem Leukozyten- und Erythrozytengehalt des Harns besteht eine relative Proteinurie, die in etwa der Menge der Zellelemente entspricht und quantitativ meistens nicht messbar ist.! Die Proteinurie kann ein Begleitsymptom urologischer Erkrankungen sein. Eine isolierte Proteinurie ohne Leukozyt- und Erythrozyturie kann eine Permeabilitåtsstærung der Glomeruli anzeigen..1. Leukozyturie, Pyurie und Bakteriurie Eine ausgeprågte Leukozyturie i 5000 Leukozyten/ml Urin (2 3 Leukozyten/Gesichtsfeld) beweist die Harnwegsentzçndung. Eine sog. Pyurie, eine Eiterbeimengung zum Harn, wird bei eitriger Entzçndung im Bereich des Urogenitaltrakts beobachtet; deren Ursache muss geklårt werden. Eine sterile Pyurie, d. h. eine Leukozyturie ohne Bakteriennachweis (s. u.), ist fçr eine Urogenitaltuberkulose charakteristisch (s. S. 269); als weitere Ursachen mçssen eine Entzçndung durch schwer kultivierbare Erreger (Chlamydien, Ureaplasmen), eine antibiotisch anbehandelte Harnwegsinfektion und ein Steinleiden ausgeschlossen werden. Der Harn ist normalerweise steril. Werden mehr als 10 Bakterien/ml Urin ausgeschieden, spricht man von einer Bakteriurie. Liegt die Bakterien- oder Keimzahl zwischen 10 und 10 5 /ml Urin, handelt es sich in der Regel um eine Verunreinigung des Harns mit Bakterien aus der physiologischen Bakterienflora der Urethra oder vom åußeren Genitale. Bei einer Keimzahl j 10 5 /ml Urin liegt eine signifikante Bakteriurie (s. S. 220) vor und ein Harnwegsinfekt muss insbesondere bei gleichzeitig bestehender Leukozyturie angenommen werden. Um die Keimzahl im Urin bezçglich eines Harnwegsinfektes richtig interpretieren zu kænnen, sollte immer die Methode der Uringewinnung berçcksichtigt werden: y Punktionsurin (s. S. 52): Eine positive (qualitative) Urinkultur gençgt, um einen Harnwegsinfekt nachzuweisen. y Katheterurin (s. S. 51): Eine Keimzahl i 10 /ml Urin spricht fçr einen Harnwegsinfekt. y Mittelstrahlurin (s. S. 51): Die Interpretation einer Keimzahl zwischen 10 3 und 10 5 /ml Urin bezçglich eines Harnwegsinfektes ist von der Harnverdçnnung abhångig. Bei einem spezifischen Gewicht von 1002 ist sie bereits als pathologisch anzusehen. Betrågt das spezifische Gewicht etwa 1025, handelt es sich am ehesten um eine Verunreinigung des Harns.! Bei einer Keimzahl j 10 5 /ml Urin und einer gleichzeitig bestehenden Leukozyturie ist ein Harnwegsinfekt gesichert.

6 96 Leitsymptome und -befunde Bei einer Infektion der Harnwege mit gasbildenden Bakterien (oft bei Diabetikern), aber auch bei einer Blasen-Darm-Fistel kann es zu Luftbeimengungen zum Urin (Pneumaturie) kommen..1.5 Håmaturie Jeder Normalurin enthålt Erythrozyten. Dabei sind bis zu 3000 Erythrozyten/ml Urin normal, das entspricht etwa 1 2 Erythrozyten/Gesichtsfeld. Wird eine vermehrte Beimengung von Erythrozyten im Harn beobachtet, spricht man von einer Håmaturie. Sind die Erythrozyten im Harn nur mikroskopisch sichtbar, handelt es sich um eine Mikrohåmaturie. Låsst sich die Blutung mit dem Auge erkennen, handelt es sich um eine Makrohåmaturie. Dabei ist die Farbe des Urins entsprechend der Menge beigemischten Blutes schwach rosa bis dunkelrot. Je nachdem, wann die Makrohåmaturie wåhrend der Miktion auftritt, unterscheidet man zwischen folgenden Formen: y Die initiale Makrohåmaturie spricht fçr eine Blutung im Bereich der Harnræhre, y die terminale Makrohåmaturie fçr eine Blutung am Blasenausgang. y Die totale Makrohåmaturie zeigt eine Blutung im mittleren oder oberen Harntrakt an. Obwohl der Patient durch eine Håmaturie beunruhigt wird, ist der Blutverlust meistens gering. Da die Farbkraft von Håmoglobin sehr intensiv ist man denke an die Fårbung von Wasser in einem Glas bereits durch 2 3 Tropfen Blut beim Zahnfleischbluten, wird der Blutverlust oft zu hoch eingeschåtzt. Verweilt der blutige Harn långer in der Harnblase, wird er mehr rotbraun. Ist die Blutung so stark, dass der in den Harnwegen vorhandene Urin nicht mehr zur Læsung ausreicht, kommt es zur Gerinnung und Koagelbildung, u. U. zur Blasentamponade (s. S. 36). Håufige Ursachen der Håmaturie sind in der Abb..1 dargestellt, seltene Ursachen sind Papillennekrosen (s. S. 226), Blasenbilharziose (s. S. 263), Zystennieren (s. S. 152), Nierenbeckenpapillom (s. S. 278) und Blasenpapillom (s. S. 278). Eine Ûbersicht çber das notwendige diagnostische Vorgehen bei Håmaturie gibt die Abb..2. Fallbeispiel: Ein 57-jåhriger Chemiker bemerkt nach dem Jogging eine Rotfårbung des Harns, Schmerzen bestehen nicht. Er ist langjåhriger, starker Raucher. Der Urin-Ståbchentest (s. S. 55) ist Erythrozyten-positiv, keine Leukozyten, kein Nitrit. Die Ultraschall-Untersuchung zeigt eine kirschgroße Aussparung bzw. Halbschattenbildung in der Blase. Bei der Urethrozystoskopie sieht man einen papillåren Blasentumor an der rechten Seitenwand

7 .1 Verånderungen des Harns und der Harnmenge 97 bösartige Tumoren benigne Ursachen Harnleiterkarzinom Glomerulonephritis, Nephritis, Pyelonephrititis Nierenruptur Niereninfarkt Nierentuberkulose Nierenvenenthrombose Ureterstein Nierenbeckenstein Bei der Håmoglobinurie sieht der Harn mehr hellrot bis fleischwasserfarben aus. Er enthålt keine Erythrozyten, sondern nur Håmoglobin, das im Blut als Folge einer akuten, massiven Håmolyse, z. B. bei verschiedenen håmolytischen Anå- Nierenzellkarzinom Nierenbeckenkarzinom Harnblasenkarzinom Prostatakarzinom Urethrakarzinom hämorrhagische Zystitis Harnblasenstein Harnblasenruptur Fremdkörper Überdosierung: z. B. Marcumar Prostatitis Prostatahyperplasie Prostatatuberkulose Urethrastriktur hämorrhagische Urethritis Abb..1 Ursachen der Håmaturie. (Abb..3), der zur histologischen Untersuchung und Therapie der Håmaturie elektroreseziert wird. Der histologische Befund lautet Blasenkarzinom T1MxNx, G1 (s. S. 292). Ræntgenthorax und CT Becken ergeben keine Anhaltspunkte fçr Lymphknoten- oder Lungenmetastasen. Zur Rezidivprophylaxe erfolgt eine lokale Chemotherapie (das Cytostatikum wird per Katheter in die Blase eingebracht und beim Wasserlassen entleert). Der Patient wird darçber aufgeklårt, dass Rezidive håufig (bis 50 %) sind und er darum engmaschig kontrolliert werden muss, zunåchst vierteljåhrlich, dann in græßeren Abstånden (Urinuntersuchung, Urethrozystoskopie). Im Falle eines Rezidivs wåre der nåchste Schritt die Zystektomie (Entfernung der Harnblase).

8 98 Leitsymptome und -befunde Anamnese schmerzlose Hämaturie schmerzhafte Hämaturie V. a. malignen Tumor V. a. benigne Erkrankung Urinuntersuchung Urinsediment Drei-Gläser-Probe Bakterien, Leukozyten Kristalle Erythrozyten Harnwegsinfekt Urolithiasis Tumor, Urolithiasis Urinzytologie mäßig bis schlecht differenzierte Urothelzellen Tumor körperl. Untersuchung/ Sonographie Nieren Druckschmerz Raumforderung Stein Ektasien des Nierenbeckenkelchsystems Nephritis Nierentumor, Nierenzyste, Zystenniere Urolithiasis Hydronephrose Harnblase Druckschmerz Raumforderung Stein Zystitis Harnblasenkarzinom Harnblasenstein Röntgenuntersuchung Abdomenübersicht Schatten gebendes Konkrement Psoasschatten nicht abgrenzbar Urolithiasis Nierenhämatom, -abszess, -tumor Urogramm Kontrastmittelaussparung im Nierenbecken oder Harnleiter Nierenbecken- oder Harnleitertumor, Harnsäurestein, Blutkoagel Urethrozystoskopie weitere bildgebende Verfahren retrogrades Ureteropyelogramm, Computertomogramm, Magnetresonanztomogramm Harnröhren-/Harnblasenkarzinom, Prostatahyperplasie, Stein usw. Nierentumoren und -zysten, Nierenhämatom, perirenales Hämatom, Abszess, Harnsteine, Blasentumoren u. a. (s. Abb.1) Abb..2 Diagnostisches Vorgehen bei Håmaturie. mien, Transfusionszwischenfållen oder Autoantikærperkrankheiten freigesetzt wird. Bei starker Ausprågung kann es zum akuten Nierenversagen kommen..1.6 Zylinder und Kristalle im Urin Zylinder und Kristalle im Urin kænnen bei der Urin-Mikroskopie nachgewiesen werden. Ihr Nachweis ist in der modernen Diagnostik selten von Bedeutung (außer Zystinkristalle bei Zystinurie, s. S. 35).

9 .1 Verånderungen des Harns und der Harnmenge 99 Abb..3 Zystoskopiebild eines papillåren Blasentumors. Erythrozyten und Epithelzylinder weisen auf eine Beteiligung des Nierenparenchyms hin..1.7 Verånderungen der Harnmenge: Polyurie, Oligo-Anurie und Harnverhalt Die durchschnittliche Harnmenge eines Gesunden betrågt 1 1,5 l/tag. Abweichungen von dieser Harnmenge werden als Anurie, Oligurie oder Polyurie bezeichnet: Polyurie. Pro Tag werden i 2,5 l Urin ausgeschieden. Die Polyurie ist ein Leitsymptom einer Polydipsie. Sie wird auch bei verschiedenen Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus, Diabetes insipidus oder nach Diuretikaeinnahme bzw. nach Beseitigung einer Harnabflussstærung beobachtet. Oligo-Anurie. Bei einer Anurie scheidet der Patient keinen Harn oder nur minimale Harnmengen bis 100 ml/tag aus, bei der Oligurie unter 500 ml/tag. Das Leitsymptom der Oligo-Anurie kann fçr ein akutes Nierenversagen (s. S. 380) eine akut auftretende, in der Regel reversible renale Insuffizienz ohne vor-

10 100 Leitsymptome und -befunde bestehende Nierenschådigung sprechen. Das akute Nierenversagen bedarf einer raschen und ausfçhrlichen Abklårung. Als Differenzialdiagnose kommt der (håufigere) Harnverhalt in Betracht: Die Blase ist voll, entleert sich aber nicht (s. Blasenentleerungsstærungen, S. 108). Der Harnverhalt ist durch Palpation und Sonographie der vollen Blase und Entlastung mittels Katheter schnell zu diagnostizieren und zu beheben. Fallbeispiel: Der 71-jåhrige Landwirt klagt seit mehreren Wochen fast ståndig çber Harndrang, wobei Harn nur træpfchenweise abgeht. Seit der vergangenen Nacht wird kein Harn mehr entleert. In Unterbauch des Patienten ist ein prall elastischer Tumor tastbar. Die Ultraschalluntersuchung ergibt eine mit etwa 700 ml gefçllte Harnblase. Bei der Einlage eines Harnkatheters entleeren sich 800 ml klarer Harn. Der rektale Tastbefund zeigt eine deutlich vergræßerte Prostata unauffålliger Konsistenz. Therapeutisch erfolgt die transurethrale Elektroresektion der Prostata. Insgesamt werden 7 g entfernt, die histologische Untersuchung zeigt eine (gutartige) Prostatahyperplasie..2 Miktionsstærungen Miktionsbeschwerden sind in der Regel Symptom einer Erkrankung des unteren Harntraktes. Eine Dysurie beschreibt ein erschwertes Wasserlassen. Bei schmerzhaftem Wasserlassen spricht man von einer Algurie. Diese ist meist durch eine Blasenentzçndung oder einen Blasenstein bedingt und tritt v. a. bei der Blasenentleerung auf. Unter einer Pollakisurie verstehen wir ein håufiges Wasserlassen bzw. eine Zunahme des Harndrangs çber den Tag, ohne dass damit eine Erhæhung der Gesamturinmenge zu verzeichnen ist. Die Pollakisurie kann Zeichen einer Blasenreizung bzw. -entzçndung (s. S. 23), einer Prostatahyperplasie (s. S. 312), Harnræhrenstenose (s. S. 326) oder eines Blasentumors (s. S. 292) sein. Gehåuftes Wasserlassen nachts wird als Nykturie bezeichnet. Diese gehært zu den Leitsymptomen einer Herzinsuffizienz, kann aber auch auf eine Blasenentleerungsstærung, z. B. bei einer obstruktiven Prostatahyperplasie, hinweisen. Dysurie, Pollakisurie und Nykturie weisen auf eine Blasenentleerungsstærung (s. S. 108) hin. Fallbeispiel: Eine 21-jåhrige Friseurin klagt çber håufigen Harndrang trotz zuvor erfolgten Aufsuchens einer Toilette. Beim Wasserlassen besteht ein brennender Schmerz. Der Urin riecht unangenehm und ist trçbe, flockig und zeitweilig blutig verfårbt.

11 .3 Harninkontinenz 101 Der Hausarzt findet bei der Urinstreifentestuntersuchung Erythrozyten und Leukozyten positiv, der Nitrittest ist ebenfalls positiv. Unter der Diagnose Zystitis wird eine 3-tågige Therapie mit Cotrimoxazol- Trimethoprim eingeleitet, die Patientin ist nach kurzer Zeit und auch langfristig beschwerdefrei..3 Harninkontinenz (unwillkçrlicher Harnabgang) Definition. Die Harninkontinenz (unwillkçrlicher Harnabgang) ist ein Symptom verschiedener Stærungen des Sphinktersystems und/oder des Detrusors (s. Anatomie, S. 21). Die normale Harnblasenfunktion ist an drei Anforderungen gebunden: y das Empfinden der Harnblasenfçllung (Harndrang), y die Fåhigkeit, die Kontraktion der Harnblase hinauszuzægern, y den willentliche Miktionsstart mit vollståndiger Harnblasenentleerung. Eine Harninkontinenz kann in jedem Lebensalter bei beiden Geschlechtern auftreten, sie ist jedoch bei Frauen weitaus håufiger als bei Månnern. In Deutschland leben zurzeit ca. 5 Mio. Menschen, die an Harninkontinenz leiden. Man unterscheidet verschiedene Formen (s. u.). Ihr Auftreten ist alters- und geschlechtsabhångig. Die zugrunde liegenden Ursachen und demzufolge auch ihre Therapie unterscheiden sich..3.1 Harninkontinenz beim Erwachsenen Nach dem Vorschlag der Internationalen Kontinenzgesellschaft (ICS; werden bei der Harninkontinenz folgende Formen unterschieden: y Belastungsinkontinenz (Håufigkeit s. Abb..5) y Dranginkontinenz (Håufigkeit s. Abb..5) y Inkontinenz bei neurogener Detrusorhyperaktivitåt (alt: Reflexinkontinenz) y Inkontinenz bei chronischer Harnretention (alt: Ûberlaufinkontinenz) y extraurethrale Harninkontinenz Belastungsinkontinenz. Bei der Belastungsinkontinenz kommt es durch Steigerung des intravesikalen Druckes, z. B. beim Husten, Niesen, Heben, Hçpfen, Lachen oder beim Geschlechtsverkehr, zu einem unwillkçrlichen Harnabgang. Ursache sind eine Verminderung des Urethraldruckes und eine Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur mit oder ohne Deszensus der Urogenitalorgane

12 102 Leitsymptome und -befunde a b Abb.. Belastungsinkontinenz. a Kontinenzmechanismus der passiven Druckçbertragung auf die proximale Urethra bei intraabdomineller Druckerhæhung (nach Enhærning). b Im Falle eines Blasendeszensus fehlt die Wirkung des Außendruckes auf die Urethra, so dass der Eigendruck der Urethra und des Sphinkters ungençgend wird und ein Urinverlust auftritt. (Abb..). Nach Ingelmann-Sandberg und Stamey unterscheidet man folgende Schweregrade: y Grad I: Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen. y Grad II: Harnverlust beim Gehen, Treppensteigen, Aufstehen. y Grad III: Harnverlust im Liegen. Dranginkontinenz. Dranginkontinenz (Urge-Inkontinenz) nennt man den unwillkçrlichen Urinabgang bei sog. imperativem (nicht unterdrçckbarem) Harndrang. Im Gegensatz zur Belastungsinkontinenz ist der unwillkçrliche Urinabgang bei Dranginkontinenz die Folge einer Detrusorkontraktion oder einer sensiblen Reizçberflutung, die zu einer reflektorischen Erschlaffung des Beckenbodens und damit zum Harnabgang fçhrt; der Sphinktermechanismus ist nicht gestært. 12 % Belastungsinkontinenz 39% Dranginkontinenz 9% Drangund Belastungsinkontinenz 55% Belastungsinkontinenz 1 % Dranginkontinenz 31 % Drang- und Belastungsinkontinenz Männer Frauen Abb..5 Håufigkeit der Drang- und der Belastungsinkontinenz.

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