Unipolare Depression und bipolare Manie erfolgreich behandeln

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1 news RLS: Erweitertes Sortiment bei Neupro N3-Packung ist für alle Dosierungsstärken erhältlich Rotigotin transdermales System (Neupro ) ist ab sofort in allen Dosierungsstärken als Quartalspackung mit 84 Pflastern (N3) verfügbar. Mit den neuen Packungen für 1 mg/24 h und 3 mg/ 24 h erweitert die UCB Pharma das bisherige Packungssortiment. Zusammen mit der neuen Formulierung als Raumtemperatur-Pflaster ohne Kühlung, Lagerung bei bis zu 25 o C, längerer Haltbarkeit (24 Monate) und übersichtlichen Farbcodes für jede Dosierungsstärke ist Neupro nun noch anwenderfreundlicher. Patienten haben den großen Vorteil, mit der Quartalspackung lange auszukommen. bvrh Quelle: UCB Pharma GmbH Unipolare Depression und bipolare Manie erfolgreich behandeln Ein wohlgemeinter Rat an die Psychiater: In der DGPPN sind die Psychotherapeuten in der Überzahl. Klar, dass das die Leitlinien und andere Behandlungsempfehlungen beeinflusst. Den Psychiatern sei empfohlen, sich wieder mehr in der DGPPN zu engagieren und gegen die eklatante Ungleichgewichtung in der Ausbildung zu kämpfen (z. B. Weiterbildungsordnung Bayern: Psychopharmakatherapie 40 Stunden, Psychotherapie 382, bald 690 Stunden) das war der einhellige Ratschlag von Prof. Dr. Hans- Peter Volz, Werneck, und mehreren anderen anwesenden hochkarätigen Psychiatern. Doch auch Pharmafirmen, staatliche Regulatorien und Meinungsbildner seien mitverantwortlich dafür, dass die Psychiater und die Psychopharmakatherapie so ins Hintertreffen gerieten (vergl. auch Laux: Psychopharmakologie im Abseits - Die neue Berufsrolle des Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychopharmakatherapie 2012; 19: ). Den bis dato erfolgreichen Kampf einer Pharmafirma gegen den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) schilderte ein äußerst launiger Prof. Dr. Hans-Jürgen Möller, München. Unnachahmlich verstand er es, die trockene juristische Auseinandersetzung humorvoll zu schildern. Hintergrund war, dass der G-BA die Überlegenheit von Citalopram zu Escitalopram (Cipralex ) verneinte und den Festbetrag beschloss. Im anschließenden Eilverfahren vor dem Landessozialgericht Berlin-Brandenburg zerpflückten die Richter jedes einzelne Argument des G-BA und befanden es für nicht stichhaltig. Zur Erläuterung streifte Möller die involvierten Studien, nach denen Escitalopram eine höhere Response- und Remissionsrate zeigt als Citalopram, dass sich die depressive Symptomatik unter Escitalopram stärker verbessert und es schneller wirkt; bei schwerer Depression seien die Unterschiede noch größer. Bis zur Entscheidung in der Hauptsache bleibt Cipralex voll erstattungsfähig und wie das Gericht dort anders entscheiden könnte, neuro aktuell 1/

2 neuro aktuell 1/ ist nicht recht vorstellbar. Einen Exkurs für die Praktiker hatte Möller noch parat: Escitalopram hat auch geringere Effekte auf das QTc-Intervall als Citalopram, wie die Auswertung zweier Studien ergeben habe. Ohnedies seien bei beiden Substanzen die Inzidenzraten schwerer kardiovaskulärer Nebenwirkungen am unteren Ende von 17 untersuchten Antidepressiva (Spindelegger et al. 2012, Posterpräsentation ECNP 2012). Die DGPPN rät zu einem rationalen Umgang mit den neuen Sicherheitshinweisen. Auf die Bipolaren Störungen zu sprechen kam Prof. Dr. Volker Arolt, Münster. Deren vielgestaltiger Verlauf und die Komplikationen bis hin zum Suizid lassen ihn wünschen, es gäbe ein einziges Mittel, ein Anti-Bipolaricum, einen Mood Stabilizer. In einigen Neuroleptika wie dem seit einem Jahr zur Behandlung manischer Phasen erhältlichen Atypikum Asenapin (Sycrest ) mit seinem im Vergleich zu den anderen Substanzen deutlich vielfältigeren Rezeptorprofil sieht er das Potenzial hierzu. Zur Begründung verwies er auf die Einzelauswertung der ARES-3-Studien von Azorin et al. (Posterpräsentation IFMAD Budapest 2011). Sie zeige, dass Asenapin auch auf etliche depressive Komponenten wirkt, insbesondere auf die Unfähigkeit zu fühlen (Kernsymptom der Depression), Trägheit und innere Anspannung; hier sei es Olanzapin und erst recht Plazebo deutlich überlegen. So erkläre er sich auch die erfolgreiche Behandlung einer langjährig Erkrankten, dem er in einer situationsbedingten schweren depressiven Episode zu Duloxetin und Mirtazapin auch Asenapin gegeben habe mit sofortigem Ansprechen, keiner weiteren Zunahme der Depression, Besserung und dann Entlassung. Quelle: Symposium Unipolare Depression und bipolare Manie erfolgreich behandeln ein Update der Firma Lundbeck am anlässlich des DGPPN-Kongresses in Berlin Schnell und effektiv gegen Neuropathie Chronifizierung erschwert Therapie Je früher der Schmerz erkannt und behandelt wird, desto besser, betonte Dr. Uwe Kern, Wiesbaden. Bereits nach sechs Monaten kann ein Schmerzgedächtnis entstehen, ergänzte Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede, Mannheim, und schloss sich der Aussage Kerns voll an. Die weltweit größte Anwendungsstudie zu Qutenza TM, dem 8%igen Capsaicin- Pflaster, bestätigte diese praktischen Erfahrungen der Referenten. In diese Studie waren Patienten mit einem durchschnittlichen NPRS-Schmerzscore von 6,30 (0 = kein Schmerz, 10 = stärkster vorstellbarer Schmerz) und unterschiedlicher Symptomatik neuropathischen Schmerzes eingeschlossen. Prof. Dr. Christian Maihöfner, Erlangen, präsentierte die QUEPP-Studie, deren Ergebnisse erstmalig auf dem DGN vorgestellt werden konnten. Nach Ermittlung der Baseline-Daten wurde einmalig ein Qutenza TM -Pflaster aufgetragen und nach vorgeschriebener Applikationsdauer (30 bzw. 60 Minuten) wieder abgenommen. In den folgenden zwölf Wochen wurde bei fünf Visiten das Behandlungs(zwischen)ergebnis abgefragt. Ermittelt werden sollte, wie die verschiedenen Syndrome des neuropathischen Schmerzes auf Qutenza TM ansprechen. Unerwarteterweise erbrachte die Auswertung der Studie noch ein weitere Erkenntnis, nämlich zu Schmerzdauer und Therapieerfolg. Während die Wirksamkeit von Qutenza TM bei den verschiedenen Arten neuropathischen Schmerzes vergleichbar gut war, zeigte sich ein Einfluss der Erkrankungsdauer auf den Therapieerfolg, wie Maihöfner ausführte: Je kürzer die Dauer des vorbestehenden Schmerzes, desto höher die Response bei einer Behandlung mit dem Capsaicin-Pflaster. Im Vergleich zur Baseline konnte eine signifikante Schmerzreduktion in der Gruppe mit weniger als sechs Monaten Krankheitsdauer erreicht werden, und zwar bei 39,25% der Patienten eine mindestens hälftige Schmerzreduktion und bei 61,68% eine Schmerzreduktion von 30%. Bei den zwischen sechs Monaten und zwei Jahren Erkrankten gab es noch bei 42,27 bzw. 40,85% der Patienten eine 30%ige Response und bei 23,34 bzw. 21,55% eine Schmerzreduktion um mindestens 50%. Und selbst unter den seit mehr als zehn Jahren Erkrankten gab es immer noch bei 32,32% eine Response von mindestens 30%. Dabei war die Behandlungsdauer bis zur Response bei allen Gruppen gleich kurz, wie Maihöfner zeigte; nach bereits einer Woche war die Haupt-Besserung erreicht. Die Response wiederum d.h., die Wirkung der einmaligen Applikation hielt bei den kürzer Erkrankten länger an als bei den Langzeitpatienten: Bei den unter sechs Monaten Erkrankten war auch nach zwölf Wochen noch der volle Erfolg spürbar, bei den länger Erkrankten ging die Schmerzkurve langsam nach oben, aber je nach Erkrankungsdauer und insgesamt nur um höchstens einen Punkt nach dem NPRS-Score. Zusätzlich zur wissenschaftlichen Auswertung sollten die Patienten auch eine Gesamtbeurteilung abgeben und zwar auf einer Schulnoten-Skala. Dabei, so erläuterte der Referent, gab etwa die Hälfte der Patienten die Note 1 oder 2. Maihöfners Schlussfolgerung für die Praxis: Wichtig ist die schnelle Diagnose der peripheren Neuropathie, und bei frühem Therapiebeginn wirkt Qutenza TM überdurchschnittlich gut und lange. Quelle: Pressegespräch Chronfizierung vermeiden, Lebensqualität erhalten: Frühzeitige Behandlung peripherer neuropathischer Schmerzen mit Qutenza TM der Firma Astellas am anlässlich des Deutschen Schmerzkongresses in Mannheim Aktuelle Epilepsie-Studie Evaluation von Lacosamid in der Kombination In der aktuell publizierten multizentrischen Beobachtungsstudie RELACOVA evaluierten Villanueva et al. die Wirksamkeit und Sicherheit von Lacosamid in der Kombinationstherapie unter klinischen Praxisbedingungen. Die Langzeituntersuchung dokumentierte bei Patienten mit zumeist langjähriger, therapierefraktärer fokaler Epilepsie eine gute Wirksamkeit von Lacosamid unabhängig vom Kombinationspartner. Das inerte Antiepileptikum Lacosamid ist ein bevorzugter Kombinationspartner in der Behandlung fokaler Epilepsien. Durch klinische Studien ist belegt, dass die gute Wirksamkeit von Lacosamid bei vielen Patienten zu Anfallsfreiheit oder Anfallsreduktion führt. Entscheidend für die Patienten ist, wie wirksam und verträglich sich Lacosamid langfristig unter Alltagsbedingungen erweist. Welchen Einfluss hat die antiepileptische Begleitmedikation und in welcher Kombination lässt sich das interaktionsarme Lacosamid am besten einsetzen? Um diese Fragen zu klären, wurde die RELACOVA-Studie (Records from patients on Lacosamide in the Community of Valencia) durchgeführt. Die prospektive multizentrische Studie lief über einen Zeitraum von zwölf Monaten. Aufgenommen wurden 158 Epilepsiepatienten mit fokalen Anfällen. Die Probanden waren im Durchschnitt 42 Jahre alt und lebten seit 24 ± 15 Jahren mit der Diagnose Epilepsie. Vor Aufnahme in die Studie hatten die Patienten rund 5,2 ± 2,8 Therapieversuche hinter sich und wurden im Durchschnitt mit 2,2 Antiepileptika behandelt. Dabei handelte es sich überwiegend um klassische Natrium-Kanal-Blocker (NKB; 65,8 %). Patienten, die mit NKB behandelt wurden, hatten im Vergleich zu Patienten, die mit Nicht-NKB therapiert wurden, eine signifikant längere Erkrankungsdauer, mehr Therapieversuche und nahmen mehr Antiepileptika in der Begleitmedikation ein. g

3 neuro aktuell 1/ Lacosamid zeigte unter klinischen Alltagsbedingungen eine lang anhaltende Wirksamkeit: Am Ende der Studie waren 24 % aller Studienteilnehmer anfallsfrei, 47 % zeigten eine Anfallsreduktion um mindestens 50 %. Die durchschnittliche Dosierung betrug 251 mg/tag nach 3 Monaten und 324 mg/tag nach 12 Monaten. Die Begleitmedikation mit Antiepileptika konnte signifikant gesenkt werden, von durchschnittlich 2,2 auf 1,8 Antiepileptika (p<0,001). Sowohl die Probanden aus der NKB- als auch der Nicht-NKB-Gruppe sprachen gut auf Lacosamid an. In Kombination mit Nicht- NKB war sowohl eine signifikant bessere Verträglichkeit als auch Wirksamkeit zu beobachten: Anfallsfrei waren 35% (Nicht-NKB) vs. 17% (NKB). 65% (Nicht-NKB) vs. 38% (NBK) zeigten eine Anfallsreduktion um mindestens 50% (p=0,001 bzw. 0,017). Die beobachteten Nebenwirkungen entsprachen dem bekannten Sicherheitsprofil von Lacosamid. Als häufigste unerwünschte Ereignisse traten Schwindelgefühle (25%), Mattigkeit, Gehstörungen und Irritationen (jeweils unter 10%) auf. Die Verträglichkeit war insgesamt sowohl in der Kombination mit klassischen NKB als auch mit Nicht-NKB gut. Unter der Kombination mit Nicht-NKB zeigte sich eine signifikant bessere Verträglichkeit unter Einbeziehung aller unerwünschten Ereignisse: 33% vs. 58% (p=0,004). rbc Quelle: UCB Pharma GmbH MS: Neu für bessere Adhärenz Basistherapie oral, Eskalationstherapie 1 x jährlich Gleich zwei neue Substanzen könnten bald Erleichterung für MS-Patienten bringen: Ein einmal täglich einzunehmendes orales Präparat für die Basistherapie und ein einmal jährlich zu injizierendes für die Eskalation. Ersteres ist Teriflunomid (Aubagio ), das in den USA bereits zugelassen wurde, und letzteres Alemtuzumab (Lemtrada ). Beide Substanzen befinden sich im Zulassungsverfahren der europäischen Zulassungsbehörde EMA. Über Teriflunomid berichtete Prof. Dr. Mathias Mäurer, Bad Mergentheim. Einführend rekapitulierte er, dass für die Basistherapie bereits bewährte und sichere Interferonpräparate zur Verfügung stehen. Da sich aber mittlerweile gezeigt habe, dass eine möglichst frühzeitige Therapie die MS und ihre Auswirkungen stark bremsen könne und aber die Adhärenz bei nur 56% liege, müssen jetzt der frühe Behandlungsbeginn und die bessere Einnahmedisziplin vorrangiges Ziel sein. Ein orales Präparat senkt die Schwelle des Behandlungsbeginns gegenüber einer Injektionstherapie; die Zufriedenheit des Patienten ist ausschlaggebend für die Adhärenz: Fragt man den Patienten, so ist für ihn neben der Stabilisierung seines Zustands und damit seiner Lebensqualität die einfache Anwendbarkeit des Medikaments am wichtigsten. Mäurer sieht daneben die Unterstützung durch MS- Schwestern und Betreuungsprogramme als zielführend. Teriflunomid ist eine Weiterentwicklung des bewährten Arthritiswirkstoffes Leflunomid. Seine Wirkung beruht wohl auf der Senkung der Anzahl aktivierter Lymphozyten im zentralen Nervensystem. Im Gegensatz zu anderen Therapeutika ist es, so Mäurer, keine immunsuppressive Keule, sondern intelligenter: Es greift nur die proliferierenden Lymphozyten an und verschont die ruhenden und die nichtlymphoiden Zellen. Teriflunomid ist ein aktiver Metabolit, d.h. die Metabolisierung in der Leber wird vorweggenommen, es wird schnell absorbiert, es gibt wenig Interaktionen und es hat eine lange Halbwertzeit (kann ggf. medikamentös verkürzt werden). Eine Vielzahl an Studien, zuletzt die TOWER-Studie, ergibt wie es Mäurer zusammenfasste, dass Teriflunomid ähnlich wirksam und verträglich ist wie die gängigen Injektionstherapien. In die TOWER-Studie waren Patienten eingeschlossen, an die zwölfwöchige Studiendauer schloss sich die Nachbeobachtung an, die bis dato 48 bis 173 Wochen betrug, die durchschnittliche Behandlungsdauer lag bei 18 Monaten. Es zeigte sich bei einer mittleren Expositionsdauer von mehr als 555 Tagen eine signifikante Schubratensuppression von 36,3% (14 mg Teriflunomid) bzw. 22,3% (7 mg) gegenüber Plazebo. 52% der Patienten (14 mg) bzw. 55% (7 mg) waren während der Studie ganz schubfrei, unter Plazebo 38%. Die Behinderungsprogression über 12 Wochen bei 14 mg verringerte sich gegenüber Plazebo um 31,5%. An Nebenwirkungen zeigten sich laut Mäurer ähnliche wie bei Plazebo, zu nennen wären zusätzlich Durchfall, Verringerung der Haardichte und auch noch Übelkeit und Kopfschmerz. Was die Mediziner beunruhigt, sind die im Durchschnitt leicht erhöhten Leberwerte, wie wir es von vielen Substanzen, auch Interferon, kennen, so Mäurer. Für die Eskalationstherapie nach Mäurer wäre sie besser als individualisierte Therapie zu sehen stellt sich ein nur einmal jährlich zu spritzender Wirkstoff vor: Alemtuzumab. Dies ist ein aus der Onkologie stammender monoklonaler Antikörper, der auf diejenigen T- und B-Zellen einwirkt, auf denen CD52 exprimiert ist und die nach herrschender Meinung für die schädigenden Entzündungsprozesse bei MS verantwortlich sind. Nach der Depletion bilden sich wieder gesunde T- und B-Zellen. Die Therapie mit Alemtuzumab verringerte nicht nur die Schubrate im zweijährigen Studienzeitraum noch einmal signifikant im Vergleich zu einer aktiven Vergleichstherapie (hochdosiertes Interferon beta 1a). Wie Prof. Dr. Volker Limmroth aus Köln berichtete, kann Alemtuzumab auch die Behinderungsprogression deutlich aufhalten. Er betonte, dass bei den nachfolgenden Studienergebnissen gegen einen aktiven Komparator noch einmal etwa 30% draufgepackt werden müssten, um den Effekt versus Plazebo zu würdigen. In der Phase-III-Studie CARE-MS II (840 Patienten, Vormedikation mit Rückfall) wiesen 21,1% der Patienten, die IFNβ- 1a erhalten hatten, nach zwei Jahren eine anhaltende Verschlechterung in Bezug auf Behinderungen nach der Expanded Disability Status Scale (EDSS) auf (Cohen JA et al. Neurology 2012; 78: S01.004). Bei der Behandlung mit Alemtuzumab waren es 12,7% das Risiko für eine anhaltende Behinderungsprogression war signifikant um 42% gegenüber der IFNβ-1a-Therapie verringert (p=0,0084). Die Hirnatrophie war bei der Alemtuzumab-Therapie in CARE- MS I (581 Patienten, leichtere MS) um 42% und in CARE-MS II um 23% geringer als in der aktiven Kontrollgruppe (p<0,0001 bzw. p<0,012). Auch die Langzeitwirksamkeit ist gut (Coles AJ et al. Neurology 2012; 78: ). Wir haben 4-und 5-Jahres-Daten der Phase- II-Studie und hier zeigte sich, dass Patienten selbst nach vier Jahren zu einem Großteil noch keine erneute Erkrankungsaktivität aufwiesen, selbst wenn der letzte Behandlungszyklus zwei Jahre zurücklag, berichtete Limmroth. Die gute klinische und radiologische Wirksamkeit von Alemtuzumab ist dabei unabhängig von der Vortherapie, wie eine aktuelle Subgruppenanalyse der CARE- MS II-Studie ergab. MTR-Befunde bestätigen die verringerte Krankheitsaktivität unter Alemtuzumab. Es zeigte sich bei der 24-monatigen Nachbeobachtung darüber hinaus ein sensationelles Ergebnis, so Limmroth. Es verbesserte (!) sich der mittlere EDSS-Wert unter Alemtuzumab um immerhin 0,17, während er unter der Vergleichssubstanz um 0,24 zurückging. Die Zahl der unerwünschten Ereignisse, die zum Behandlungsabbruch führten, waren laut Limmroth in beiden Phase- III-Studien zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose mit Alemtuzumab CARE-MS und CARE-MS II in den Vergleichsgruppen höher als in den Alemtuzumab-Gruppen. Ein erhöhtes Malignom-Risiko durch Alemtuzumab ließ sich in den Studien nicht er-

4 kennen. Unter Alemtuzumab traten im Studienzeitraum bei 15 bis 18% der Patienten Autoimmunerkrankungen auf, vor allem Schilddrüsenfunktionsstörungen (vorwiegend sowohl Hyper- als auch Hypothyreosen) sowie sehr viel seltener eine idiopathische Thrombozytopenie (ITP). Die gepoolten Daten aus insgesamt Patientenjahren weisen auf keine bislang unbekannten sekundären Autoimmunerkrankungen unter der Alemtuzumab-Behandlung hin. Die Schilddrüsenfunktionsstörungen nahmen nach dem dritten Jahr deutlich ab. Im Rahmen der regelmäßigen Patientenüberwachung können diese unerwünschten Ereignisse frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden, betonte Limmroth. Quelle: Presseworkshop Genzyme Post- ECTRIMS-Roundtable: Bewegung in der MS- Therapie der Firma Genzyme am in Frankfurt M. Parkinson Neue Broschüre Von Patienten für Patienten Auf rund 60 Seiten finden die Leser der neuen Broschüre Von Patienten für Patienten kurze Statements von acht Patienten im Alter von 34 bis 72 Jahren zu einem breiten Spektrum an Themen rund um das Leben mit Parkinson. Der erste Teil Umgang mit der Diagnose beinhaltet praktische Erfahrungsberichte: die ersten Gefühle, die Mitteilung an Freunde, Familie und Umfeld sowie die nächsten Schritte nach der Diagnose. Im zweiten Teil Parkinson im Alltag geben die Autoren, die selbst seit mehreren Jahren erkrankt sind, Einblicke in ihren Alltag. Was hilft dabei, die Medikamente regelmäßig einzunehmen? Welche zusätzlichen Maßnahmen wie Physio- und Ergotherapie und Logopädie existieren? Was bedeutet Parkinson für den Partner, die Familie, den Beruf und die Freizeitgestaltung? Und welche praktischen Tipps, z. B. für Reisen, gibt es? Margrit H., Lothar B. und Co. nehmen kein Blatt vor den Mund, sie berichten authentisch und ehrlich und geben Lesern wertvolle Empfehlungen und nützliche Tipps aus erster Hand. Die Broschüre wurde von der Stiftung Gesundheit auf Verständlichkeit, Transparenz und Alltagstauglichkeit geprüft und zertifiziert. Neurologen können die Broschüre als Bestandteil des Patienten-Serviceprogramms Leben mit Parkinson über den Außendienst von Teva kostenlos beziehen. Das Serviceprogramm umfasst Materialien für das Arzt-Patienten-Gespräch, die in den verschiedenen Erkrankungsstadien unterstützend eingesetzt werden können. Weitere Informationen im Internet unter: und red. Quelle: TEVA Chronotherapeutikum Agomelatin Nutzen-Risiko-Profil unter Real-World -Bedingungen bestätigt So unerlässlich kontrollierte Studien mit ihren strengen Ein- und Ausschlusskriterien für die Zulassung eines neuen Antidepressivums auch sind, so fraglich ist die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die Situation im Praxisalltag. Als Alternative bieten sich prospektive Bebachtungsstudien an, die außer regelmäßigen Kontrollen und systematischer Dokumentation des klinischen Verlaufs dem behandelnden Arzt keinerlei Vorgaben machen. Für Agomelatin (Valdoxan ), das aufgrund seines besonderen Wirkprofils Resynchronisation des Biorhythmus statt Modifikation der Monoaminaktivität eine Sonderstellung unter den Antidepressiva einnimmt, liegen inzwischen Daten von drei solchen nicht-interventionellen Untersuchungen unter Real-World -Bedingungen mit insgesamt mehr als Patienten vor. An der VIVALDI-Studie waren 665 deutsche Nervenarztpraxen mit Depressionskranken beteiligt. Ähnlich wie in den kontrollierten Studien hatte sich bereits zum ersten Kontrollzeitpunkt nach zwei Wochen die depressive Symptomatik gebessert. Nach zwölf Wochen lag der Anteil der Responder/Remitter (Abnahme des svmadrs [short version Montgomery Asberg Depression Scale] 50 % bzw. svmadrs-score 12) bei 66 bzw. 55 %. Die VIVALDI-Kohorte sei groß genug gewesen, um auch Erkenntnisse zu Subgruppen mit den Merkmalen schwere Depression (svmadrs- Score 30/n=1.882) oder Alter über 65 Jahre (im Mittel 71 Jahre/n=446) zu sammeln, nannte Prof. Pierre-Michael Llorca, Clermont-Ferrand/Frankreich, weitere Details. Diese Patienten hätten in puncto Response und Remission mit 68/48 % bzw. 65/59 % ebenso profitiert wie die Gesamtpopulation. An der D-CHANGE-Studie hatten Depressionskranke in Frankreich teilgenommen. Das Kriterium Response (Abnahme des QIDS-C-Scores [Quick Inventory of Depressive Symptomatology- Clinicans Score] um mindestens 50 %) erfüllten nach zwei Wochen 24 % und nach sechs Wochen 55 % der Patienten. Ein fast identisches Ergebnis ergab sich für die Subgruppe der Depressionskranken mit einer komorbiden Angststörung. Diese Konstellation sei nicht nur häufig (in D-CHANGE 63 %), sondern gelte auch als prognostisch ungünstig, erläuterte Llorca. Die Betroffenen sprächen in der Regel schlechter oder zumindest langsamer auf die antidepressive Medikation an als ihre Leidensgenossen ohne zusätzliche Angstsymptome. Die größte Kohorte wurde in Russland für die CHRONOS-Studie rekrutiert: ambulant oder stationär betreute Depressionskranke. Wie in allen anderen Studien beobachtet, setzte der antidepressive Effekt von Agomelatin bereits in der ersten oder zweiten Behandlungswoche ein und nahm über den gesamten Beobachtungszeitraum kontinuierlich zu. Nach acht Wochen lag der HAMD17-Score (Hamilton Depression Rating Scale) bei im Mittel 4,7 und der Anteil der Responder/Remitter bei 81 bzw. 59 %. Ebenfalls bestätigt wurde wie auch schon in VIVALDI und D-CHANGE die gute Verträglichkeit einer antidepressiven Therapie mit Agomelatin. Ersparen kann man nach Aussage von Llorca den Patienten vor allem Sedierung, Gewichtszunahme und sexuelle Dysfunktion. bl-ki Quelle: Satellitensymposium A New Chapter in the History of Depression der Firma Servier beim 25th European Congress of Neuropsychopharmacology (ECNP) am 15. Oktober 2012 in Wien Zwischenergebnisse des Forschungsprojekts Schmerzfreie Stadt Münster Seit 2010 läuft das Forschungsprojekt Schmerzfreie Stadt Münster, gefördert von der Stadt Münster, dem Land Salzburg und dem Pharmahersteller Mundipharma. Ziel ist es, im Hinblick auf den errechneten demographischen Wandel Versorgungseinbrüche zu vermeiden und die Qualität des Schmerzmanagements zu verbessern. Zunächst wurde in den verschiedenen Versorgungseinrichtungen (wie Krankenhäuser, stationäre und ambulante Altenhilfe, Hospize, Schmerzpraxen und Hausärzte) im Rahmen einer Befragung unter Ärzten, Pflegenden und Betroffenen der Ist-Zustand ermittelt. Nach der Erstevaluation sollten bzw. sollen Interventionsmöglichkeiten entwickelt und umgesetzt werden. Für die Bereiche Stationäre Altenhilfe und Hausärzte/-innen stellte Prof. Dr. Dr. hc. Jürgen Osterbrink, Salzburg, die Ergebnisse und Maßnahmen vor. Bei der Erstevaluation stellte sich heraus, dass Wissens- und Koordinationsdefizite hauptverantwortlich sind für neuro aktuell 1/

5 neuro aktuell 1/ mangelndes Schmerzmanagement. So gaben etwa 46,3 bis 62,6% der Bewohner stationärer Altenhilfeeeinrichtungen Schmerzen bei Belastung an, in der Akutversorgung fehlten Verfahrensanweisungen, und die Hausärzte kommunizierten unzureichend mit den Pflegenden. Im Rahmen einer Interventionsphase wurden dann ergebnisbasierte Schulungen für Pflegende aus den stationären Altenhilfeeinrichtungen durchgeführt. Auch ist eine themenzentrierte Schulungsreihe zum Schmerzmanagement in der hausärztlichen Versorgung in Planung, die auf den Ergebnissen der Befragung beruht. Über die Untersuchung zur schmerztherapeutischen Versorgung von Patienten nach elektiven Eingriffen am ersten postoperativen Tag berichtete Prof. Dr. Esther Pongatzki-Zahn, Münster. Bereits bei der Ersterhebung zeigte sich, dass die postoperative Schmerztherapie in den sechs teilnehmenden Krankenhäusern zufriedenstellend bis gut war. Eingeführt wurden nach der Evaluation Schmerzskalen, und zur Verbesserung individueller Defizite wurden Schulungen durchgeführt. Auf die Endergebnisse des Forschungsprojekts darf man gespannt sein. Quelle: Symposium Sektorenübergreifende Versorgungsforschung eine Stadt verbannt den Schmerz am anlässlich des Deutschen Schmerzkongresses in Mannheim Adhärenz schwer zu erreichen Avonex : Sicher, wirksam und 1 x pro Woche So wichtig ist die Einhaltung der Therapie bei der Multiplen Sklerose: Patienten mit einer hohen Adhärenz haben gegenüber weniger therapietreuen Patienten ( 70%) ein signifikant niedrigeres Schubrisiko (über drei Jahre, Steinberg et al., Clin Drug Investig 2010; 30: ), und sie erleiden deutlich weniger schwere Schübe, die eine Notfallversorgung notwendig machen (12,4 vs. 19,9%; Ivanova J et al., JMed Econ 2012; 69(2): ). Leider halten sich nur 68% der MS-Patienten an die Anweisungen. Als Grund wird nach der GAP-Studie, die PD Dr. Ralf Linker, Erlangen, anführte, von 50,2% der Patienten genannt, dass sie die Injektion vergessen, 20,4% berufen sich auf Spritzenmüdigkeit. Therapietreuer als der Durchschnitt seien die Avonex - Patienten, die nur einmal die Woche spritzen müssen, nämlich laut einer aktuellen Beobachtungsstudie zu 73% (vs. 58% bei IFNβ s.c., Steinberg aao). Nach einer interviewbasierten Studie ist Avonex hautverträglicher als die subkutan zu verabreichenden Präparate (Schroeter M, Göncu A. DNP 2011; 1: 1-8.) Bei Avonex handelt es sich um ein intramuskulär zu injizierendes IFNβ-1a- Basistherapeutikum, das einmal pro Woche appliziert wird; hierfür steht jetzt der Avonex Pen TM zur Verfügung, der die Nadel per Knopfdruck und für den Patienten unsichtbar entlässt. Da alle gängigen IFNβ-Präparate in etwa gleich wirksam und sicher seien, so Linker, bestehe für Arzt und Patient die Möglichkeit, die Therapie nach den individuellen Patientenwünschen auszurichten und sich für die tägliche subkutane oder die einmal wöchentliche intramuskuläre Applikation zu entscheiden. Linker und seine MS-Schwester Tanja Stirnweiß konnten zu diesem Thema eine Patientin vorstellen. Die junge Mutter hatte vor der Schwangerschaft täglich gespritzt und davon zahlreiche dunkle Flecken und Dellen an den Einstichstellen zurückbehalten. Mit der jetzt einmal wöchentlichen Therapie mit Avonex sei sie sehr zufrieden, bestätigte auch die Patientin. Auch über einen Automechaniker berichtete Linker. Dieser bevorzugte ebenfalls die einmal wöchentliche Anwendung, weil er sie auf das arbeitsfreie Wochenende legen kann. Quelle: Kasuistiken-Kolleg Der Patient im Fokus Vorteile der 1 x wöchentlichen MS-Basistherapie der Firma Biogen Idec am in Nürnberg Teure GAD-Patienten im Stau beim Hausarzt Die generalisierte Angststörung (GAD) hat ein steigendes Inzidenzrisiko mit zunehmendem Alter. Patienten zeigen eine extrem hohe und damit kostenintensive Neigung, den (falschen) Arzt ständig aufzusuchen. Denn 85% stecken beim Hausarzt fest. Für Prof. Hans-Ulrich Wittchen, Dresden, bleibt die GAD eine problematische Diagnose und ebenso unsicher in der Therapie. Ärzte kennen sie kaum, werden durch unspezifische Symptome und komorbide Störungen verwirrt und die Patienten klagen selten direkt über Angst. Wird die GAD erkannt und behandelt, setzt man selten State of the art -Therapien ein: SNRI 9%, TCA 17%, SSRI 20%. Fast die Hälfte der Patienten wird nicht behandelt, ein Drittel erhält Benzodiazepine und nur maximal ein Drittel jemals Verschreibungen der ersten Wahl, nämlich Antidepressiva. Prof. Borwin Bandelow, Göttingen, nannte als Standard neben der kognitiven Verhaltenstherapie SSRIs, SNRIs und Pregabalin (Lyrica ). Für ca. 20% der Fälle ohne Besserung kommt ein Switch oder ein Add-on in Frage. Switch heißt die Umstellung auf Medikamente der ersten Wahl, dann auf Medikamente der zweiten Wahl und Umstellung auf Off-Label-Medikamente. Hier gibt es keine Interaktionen, geringere Kosten und bei Eintritt der Besserung die klare Zuordnung der Wirkung zum Medikament. Der Nachteil: Es fehlen Studien! Bei Add-on ergänzt man eine unbefriedigende Behandlung mit SSRIs durch atypische Antipsychotika oder Pregabalin. Hier kann sich ein Synergismus-Vorteil zeigen. Konsistente Evidenz zeigt nur Olanzapin in Add-on-Studien. Pregabalin-Add-on ist effektiver als Plazebo. In der Primärversorgung erhalten 62% der Patienten von n=756 irgendein Psychopharmakon, 29% ein geeignetes Angstmedikament in ausreichender Dosis und Dauer, während man 94% Psychotherapie anbietet. Plazebo-kontrollierte Vergleichsstudien, bei denen ein neues Medikament gegen ein etabliertes und gegen ein Plazebo geprüft wird, müssen sich öfters vorwerfen lassen, dass sie für die Praxis kaum geeignet sind. Dafür sind die Studien aber gar nicht gemacht, sondern um den Unterschied der Substanzen darzustellen, betonte Prof. Siegfried Kasper, Wien. Randomisierte, kontrollierte klinische Daten (PEACE) verglich man in Bezug auf GAD mit denen einer nichtinterventionellen Studie (CALM) über vier Wochen. Hier wurden Patienten aus dem Leben eingeschlossen. Während bei PEACE Pregabalin ab 30 bis 600 mg gegeben wurde, wurden in der Praxisstudie 150 bis 600 mg gegeben. Die meisten kamen mit mg gut klar. Kasper empfiehlt den Start mit 50 mg Pregabalin und nach zwei Wochen die Dosis zu steigern. Als eine gefährliche Kombination sieht Kasper Pregabalin plus Benzodiazepine und TCA. In CALM zeigten sich wesentlich weniger Nebenwirkungen und die Effektivität der Therapien war vergleichbar. Kasper schlussfolgerte, dass in CALM Pregabalin Schlaflosigkeit und Angst stärker gebessert hatte, wahrscheinlich das Ergebnis der niedrigen Dosierweise, die auch mit weniger Nebenwirkungen einhergeht. Dr. med. Nana Mosler Quelle: Symposium Psychiater, übernehmen Sie wann ist der Facharzt bei GAD gefragt? der Pfizer Pharma GmbH am anlässlich des DGPPN-Kongresses in Berlin Die Tagesdosis in einer Tablette Höhere Therapietreue für Ginkgo-Spezialextrakt EGb 761 Für die Tagesdosis von 240 mg hatte das IQWiG den Nutzen des Ginkgo-biloba-Spezialextrakts EGb 761 in der Behandlung der Alzheimer-Demenz bestätigt, nur in dieser Dosierung kann das Präparat auf GKV-Rezept verordnet werden. Für den Therapieerfolg kommt es neben der richtigen Dosierung

6 vor allem auf eine ausreichende Therapietreue an. Eine aktuelle, auf dem ESCP-Kongress vorgestellte Studie hat jetzt gezeigt: Ärzte können die Therapietreue unterstützen, indem sie die Tagesdosis in einer Tablette verschreiben. Denn die Therapietreue war deutlich größer, wenn die Behandlung mit 240 mg-tabletten geführt wurde, statt in einer niedrigeren Formulierung. Patienten steht seit 2008 die empfohlene Tagesdosis EGb 761 in einer Tablette zur Verfügung (Tebonin konzent ). Ziel dieser Neuentwicklung war es, durch Anbieten der Tagesdosis in einer Tablette die Behandlung für den Patienten zu vereinfachen und damit die Therapietreue zu verbessern. Eine retrospektive Kohortenstudie untersuchte, ob dieses Ziel erreicht wurde: Ausgewertet wurden die Verordnungsdaten von Patienten, bei denen 2008 die Therapie mit einem Ginkgo-Extrakt begonnen wurde. Insgesamt erhielten 430 Personen (3,1%) EGb 761 als 240 mg-präparat Personen (51,2%) bekamen einen Extrakt in einer Darreichungsform von 120 mg und (45,7 %) nahmen Präparate mit weniger als 120 mg Wirkstoff pro Tablette ein. Die Wahrscheinlichkeit für therapietreues Verhalten der Patienten stieg signifikant, wenn sie initial die Tagesdosis von 240 mg des Ginkgo-biloba-Extrakts in einer Tablette bekamen: 22,8% der Patienten, die das 240 mg-präparat verwendeten, wurden sechs Monate nach der ersten Verordnung noch mit dem Wirkstoff behandelt, während dies nur bei 5,7% der Patienten der Fall war, bei denen die Behandlung mit einem 120 mg-präparat begonnen wurde. Den Daten zufolge reduzierte sich das Risiko für Therapieabbruch signifikant, wenn die Patienten Tabletten mit einer Wirkstärke von 240 mg EGb 761 erhielten, verglichen mit 120 mg (HR = 0,63; 95% CI 0,57-0,70). Insgesamt plädieren die Autoren dafür, auf eine hohe Therapietreue zu achten, um das Wirkpotenzial des Präparats auszuschöpfen. Antidementiva wirken nur, wenn sie ausreichend lange eingenommen werden. Die europäische Zulassungsbehörde empfiehlt eine Behandlungsdauer von mindestens 24 Wochen, um die Wirksamkeit von Antidementiva zu beurteilen, und auch das IQWiG hat nur Studien mit mindestens 16 Wochen Behandlungsdauer zur Bewertung herangezogen. Auf Basis dieser Daten sieht das IQWiG für das Therapieziel Aktivitäten des täglichen Lebens den Nutzen für EGb 761 belegt. Auch für die Therapieziele kognitive Fähigkeiten, allgemeine psychopathologische Symptome sowie die Lebensqualität der (betreuenden) Angehörigen bestätigt es den Hinweis auf einen Nutzen. rbc Quelle: Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG Wissenschaftlich belegt praktisch bewährt Therapie der adulten ADHS Die Gabe von retardiertem Methylphenidat (MPH) ist die medikamentöse Therapie erster Wahl für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Glaubte man früher, dass sich die ADHS auswächst, so weiß man heute, dass die Erkrankung bei einem Großteil der Patienten einen chronischen Verlauf nimmt und bis ins Erwachsenenalter bestehen bleibt. Unbehandelt kann die adulte ADHS zu erheblichen funktionellen Einschränkungen und relevanten Problemen im Alltag der Betroffenen führen bis hin zur Entwicklung von delinquentem Verhalten. Seit der Zulassung des retardierten Methylphenidat-Präparates Medikinet adult können erstmals auch erwachsene Patienten mit ADHS von dieser hoch effektiven und gut verträglichen Substanz profitieren. Schlüssel für den Erfolg der MPH-Therapie ist die Wahl der richtigen Dosis, wie führende ADHS-Experten auf einem Symposium im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) herausstellten. MPH ist mit hohen Effektstärken und mit einer im Langzeitverlauf anhaltenden Wirksamkeit verbunden. In der Behandlung der ADHS weist MPH die beste Studienlage auf und ist nach evidenzbasierten Leitlinien die Medikation erster Wahl, berichtete Prof. Dr. Michael Rösler, Homburg/Saar. Durch Medikinet adult, dem ersten und einzigen zugelassenen und erstattungsfähigen MPH-Präparat in Deutschland zur Behandlung von erwachsenen ADHS- Patienten, konnte eine seit Langem bestehende Versorgungslücke geschlossen werden. Die Wirksamkeit von MPH bei adulter ADHS wurde in fünf großen Metaanalysen nachgewiesen. Diese Untersuchungen belegen, dass MPH auch bei Erwachsenen mit ADHS hohe Effektstärken (d bis 0,9) erreicht. Höhere Dosierungen können sogar zu einer noch besseren Wirksamkeit führen, betonte Rösler. So ergab eine Metaanalyse von 17 klinischen Studien mit insgesamt erwachsenen ADHS-Patienten, dass eine Erhöhung der MPH-Dosis um 10 mg mit einem Anstieg der Effektstärke von 0,12 bis 0,13 assoziiert ist. Die Number Needed to Treat (NNT) für MPH bei Erwachsenen mit ADHS liegt bei 3. Das bedeutet, dass drei Patienten behandelt werden müssen, um bei einem Patienten einen Therapieerfolg zu erreichen. Rösler hob hervor, dass es sich dabei um ungewöhnlich positive Ergebnisse handele. Für andere etablierte Psychopharmaka wie Neuroleptika oder Antidepressiva sei die NNT um das 2- bis 3-Fache höher. Um eine optimale Symptomkontrolle zu erzielen, ist es wichtig, MPH in ausreichender Dosis zu applizieren, erklärte Rösler. Nach den Daten der EMMA-Studie führt zwar auch niedrig dosiertes MPH (0,55 mg/kg) zu einer signifikanten und stabilen Symptomreduktion. In der Folgestudie QUMEA kam es jedoch unter Verwendung höherer Dosierungen (1 mg/kg) zu einer noch ausgeprägteren Verbesserung der ADHS-Symptomatik und einem zusätzlichen günstigen Einfluss auf das funktionelle Therapieergebnis (Odds ratio 5,7; p < 0,0001). Außerdem wurde im MPH-Arm der QUMEA-Studie eine signifikante Verbesserung zahlreicher funktioneller sowie psychopathologischer Parameter beobachtet. Ein weiterer positiver Aspekt: Auch nach längerer Behandlungsdauer ließ die Wirkung nicht nach. Im Hinblick auf die Kernsymptome der ADHS haben wir es im Erwachsenenalter mit einer Patientengruppe zu tun, die eine Lerngeschichte von Misserfolgen haben, so Dr. Alexandra Philipsen, Freiburg. Kompensationsmöglichkeiten können nicht ausgeschöpft werden, da Konzentration und Aufmerksamkeit schwer fallen. Das verstärke die Frustration und die affektive Beeinträchtigung. So werde ein Teufelskreis ausgelöst, der im Jugend- und Erwachsenenalter auch zu funktionellen Beeinträchtigungen und familiären Problemen führe. Hier setzen laut Philipsen verschiedene psychotherapeutische Therapieverfahren an. Um zu untersuchen, ob MPH bei Erwachsenen mit ADHS zusätzlich zu einer speziell entwickelten Gruppentherapie einen Nutzen bringt, führten Philipsen und Kollegen eine vom Bundesforschungsministerium (BMBF) unterstützte randomisierte Studie durch. Insgesamt wurden 433 Patienten randomisiert auf vier verschiedene Behandlungsbedingungen: Plazebo bzw. MPH jeweils in Kombination mit einer speziell entwickelten Gruppenpsychotherapie oder Plazebo bzw. MPH in Kombination mit einer unspezifischen klinischen Beratung. Während der ersten 12 Wochen fanden die Sitzungen wöchentlich statt, anschließend monatlich über die Dauer eines Jahres. Die ersten Ergebnisse ergaben, dass in den beiden MPH-Armen die stärkste Symptomkontrolle und die höchsten Effektstärken erreicht wurden. So war MPH Plazebo zu jedem Zeitpunkt signifikant überlegen. Diese Resultate sprechen laut Philipsen dafür, dass eine Kombination aus Medikation und Psychotherapie respektive klinischer Beratung zu den hohen Effektstärken geführt haben. bvrh Quelle: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG neuro aktuell 1/

7 neuro aktuell 1/ Dopaminerge Parkinsontherapie Auf die Resorptionskinetik kommt es an Um die Lebensqualität von Parkinsonpatienten nach Möglichkeit zu erhalten, erfolgt meist eine sehr feine Dosiseinstellung der dopaminergen Medikation denn das therapeutische Fenster ist schmal. Im Rahmen einer dreiteiligen Omnia-Med-(ehemals Pri-Med)-Fortbildungsreihe in Berlin, Frankfurt und München referierten Experten darüber, wie sich die erforderlichen Wirkspiegel über den Tag hinweg zuverlässig regulieren lassen. Dabei spielt insbesondere die zwischen wirkstoffgleichen Präparaten oft sehr unterschiedliche Pharmakokinetik eine große Rolle, erläuterte Prof. Jost, Leiter des Fachbereichs Neurologie und Klinische Neurophysiologie an der Deutschen Klinik für Diagnostik in Wiesbaden. So differieren Originalpräparate und Generika deutlich hinsichtlich des pharmakokinetischen Profils sowie dessen Charakterisierung und der Konstanz zwischen Fertigungschargen. Bei der Zulassung generischer Präparate wird das pharmakokinetische Profil auf die kumulierte Bioverfügbarkeit anhand der AUC (Area Under the Curve) heruntergebrochen. Die Gesamtresorption lässt allerdings nur begrenzt Rückschlüsse auf Wirksamkeit und Verträglichkeit der Medikation zu. Geschieht die Resorption zu schnell kann dies etwa zu unerwünschten Wirkungen, wie Halluzinationen führen, erläuterte Prof. Jost. Zudem ist unter diesen Voraussetzungen auch mit einem schnellen Abfall des Wirkspiegels und klinischen Off-Phasen zu rechnen. Eine gleichmäßige und verzögerte Resorption und damit eine geringe Schwankungsbreite über den Tag hinweg erleichtern es daher, den Patienten zuverlässig im therapeutischen Fenster zu halten. Um eine möglichst physiologische dopaminerge Wirkung zu erreichen, eignen sich insbesondere Präparate wie das 1 x täglich einzunehmende retardierte Pramipexol. Der Dopamin-Spiegel ist bei Gesunden nachts ungefähr halb so hoch wie tagsüber. Bei retardiertem Pramipexol nimmt die Freisetzung langsam ab, sodass diese Normalverteilung beim Patienten nachgeahmt wird. Bei unretardierter Anwendung ist dagegen in der frühen Nacht ein Maximum erreicht und am frühen Morgen ein Minimum, führte Jost aus. Hinzu kommt, dass sich Patienten meist nicht an die besprochenen Einnahmezeiten halten. Gerade bei unretardierten Präparaten potenziert dies das Risiko für Wirkspiegelschwankungen. Bei 1 x täglicher Gabe einer Medikation nehmen zudem deutlich mehr Patienten die verschriebene Tagesdosis ein als bei Teilgaben. Der Experte unterstrich die Bedeutung einer adäquaten Therapie ab Diagnosestellung. Viele Patienten erhalten einen späten oder zeitlich verzögerten Therapiebeginn und zu geringe Medikation. PD Dr. Ebersbach, Chefarzt des Neurologischen Fachkrankenhauses für Bewegungsstörungen/Parkinson, Beelitz-Heilstätten, ergänzte: Die aktuellen Leitlinien der DGN empfehlen die medikamentöse Therapie früh im Krankheitsverlauf zu beginnen. Bei verzögertem Einsatz gingen dagegen therapeutische Effekte verloren. Besondere Vorsicht ist bei einem Präparatewechsel geboten. Bei Generika ist eine Abweichung der Gesamtresorption von bis zu 25% über und 20% unter der des Originals gestattet. Bei einem Austausch mit generischen Präparaten kann es daher zu einer unbeabsichtigten Änderung der effektiven Dosis um bis zu 45% kommen. Häufig ist demnach eine Neueinstellung notwendig. Den Unterschieden in der Bioverfügbarkeit wird jedoch nicht Rechnung getragen, wenn in der Apotheke ein Alternativpräparat abgegeben wird. Auch eine ausreichende Charakterisierung der Pharmakokinetik und gleichbleibende Fertigungsbedingungen sind bei generischen Präparaten nicht unbedingt gewährleistet: Bioäquivalenzstudien im Rahmen der Zulassung beschreiben die Gesamtresorption bei wenigen gesunden Personen ohne Berücksichtigung der Kinetik. Bei dieser Betrachtungsweise sind z. B. ein retardiertes und ein unretardiertes Präparat identisch, erläuterte Jost. Auch parkinsonspezifischen Besonderheiten, wie z. B. eine verminderte Darmmotilität, werde nicht Rechnung getragen. Eine geeignete Medikation sollte mit körperlichen und kognitiven Übungen ergänzt werden, um ihre volle Wirksamkeit zu entfalten. Dieser Synergieeffekt zeigt sich etwa darin, dass die Besserung der Symptomatik unter dopaminerger Medikation in der intensiver benutzten Hand deutlich stärker ausfällt als in der anderen. Ziel ist eine maximale Lebensqualität bis zur Spätphase. Vor diesem Zeitraum kann mit gutem Management und einem multimodalen Ansatz viel erreicht werden, resümierte Jost. Detaillierte Behandlungs-Empfehlungen und Anregungen für den Praxisalltag erhalten Sie in Form eines von interdisziplinären Experten ausgearbeiteten Kurzmanuals bzw. Praxisleitfadens. Gratisanfrage per Fax (formlos mit Name, Adresse und gewünschter Stückzahl) unter 06132/ red. Quelle: Boehringer Ingelheim Wirkstoff und Galenik identisch mit dem Original Memantine Merz das Axura -identische Generikum von Merz Mit Memantine Merz steht seit Dezember in Deutschland das einzige laktosefreie und Axura -identische Generikum zur Behandlung der moderaten bis schweren Alzheimer-Demenz zur Verfügung. Das Generikum wird in den gleichen Dosierungen und Packungsgrößen angeboten wie das Original Axura, auch die Galenik ist identisch, Farbe und Form der Tabletten ändern sich nicht. Zudem wird Memantine Merz seit dem 1. Januar 2013 in nahezu allen zu Axura bestehenden Rabattverträgen aufgenommen und kann somit wirtschaftlich und budgetschonend bevorzugt ärztlich verordnet sowie gezielt in der Apotheke abgegeben werden. Die Fachinformationen sowie weitere Informationen zu Axura und zu Memantine Merz finden Sie unter de. red. Quelle: Merz Pharmaceuticals GmbH Schizophrenie Adhärenz durch Depot- Antipsychotika Mangelnde Therapietreue führt bei Schizophrenie zu gehäuften Rückfällen und diese führen zu längerer Dauer bis zur Remission und zu Zunahme von Therapieresistenz, Suizidalität und Mortalität sowie zu erhöhten direkten und indirekten Kosten. Nichtsdestoweniger sind die Abbruchraten erschreckend: Wie Prof. Dr. Martin Lambert, Hamburg, seine Studien zusammenfasste (et al. J Clin Psychopharmacol 2010; 30: ), nehmen fast 70% der Ersterkrankten ihre Medikation gar nicht ein oder setzen sie mindestens einmal ab. Eine finnische Erhebung unter immerhin Patienten ergab, dass 41,8% der Ersterkrankten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ihre Medikamente nicht mehr nehmen (Tiihonen et al. Am J Psychiatry 2011; 168: ). Dabei ist das Rückfallrisiko bereits nach 14 Tagen stark erhöht, und Patienten mit einem Rückfall erleiden zu 80 bis 90% weitere Rückfälle. Wichtig ist daher die Verbesserung der Adhärenz. Besonderes Augenmerk sollte darauf liegen, schon Ersterkrankte zur Adhärenz zu bewegen. Gerade diese sind häufig noch jung und stellen eigentlich gerade die Weichen für ihre Zukunft; doch die Krankheitseinsicht feh-

8 le meist und die Therapie-Adhärenz sei gering, so Dr. Thomas Aubel, Dortmund. Auch Schizophrene mit einer Suchterkrankung immerhin fast die Hälfte aller Erkrankten laut Sybille Hornung- Knobel, München, und straffällig Gewordene, wie Ute Hermann, Berlin, hervorhob, gehören zu den besonders problematischen Gruppen. Prof. Dr. Klaus Wiedemann, Hamburg, und die anderen Referenten waren sich darin einig, dass frühzeitig behandelt werden sollte und dass bereits in der Akutbehandlung die Langzeittherapie berücksichtigt werden sollte. Neben Wirksamkeit und Verträglichkeit seien die Verabreichungsform und vor allem die Einnahmefrequenz zu beachten. Eine einfache Medikation mit Depotwirkung ist demnach die beste Lösung. Nach Wiedemanns Erfahrung erhöht ein Depot-Präparat die Compliance, und die monatliche Applikation beim Arzt, so bei Paliperidonpalmitat (Xeplion ), helfe eine tragfeste Beziehung aufzubauen. Dem pflichtete Aubel, der Leiter der Akutstation und Depotambulanz an der LWL-Klinik Dortmund ist, bei und wies ergänzend auf den hohen Nutzen einer psychoedukativen Therapie zu Behandlungsbeginn hin. Beeindruckende Fallbeispiele unterstrichen die Vorträge. So berichtete Aubel über eine 19-Jährige, die er nach mehreren abgebrochenen Therapien auf Xeplion umstellte und die jetzt kognitiv in der Lage sei, das Abitur nachzuholen. Wiedemann schilderte den Fall einer 35-Jährigen, die seit 15 Jahren wiederholt stationär behandelt werden musste und paranoide, desorientierte und fremdagressive Symptome zeigte. Nach Umstellung auf Xeplion sei die Patientin recht gut teilremittiert. Hornung- Knobel sprach über einen weiteren Patienten, der zugleich nikotin-, drogen- und alkoholsüchtig war und der mit Psychoedukation und Depotmedikation stabilisiert werden konnte. Hermann schließlich berichtete über einen 41-Jährigen, der ab 2003 immer wieder einsaß und mehrfach in der Psychiatrie war; mit einem Depotpräparat war er in der Lage, sich mit seiner Krankheit und seinen Fehlhandlungen auseinanderzusetzen, wechselte dann zu Xeplion und ist mittlerweile symptomfrei und berufstätig. Quelle: Symposium Diskussionsforum Schizophrenie der Firma Janssen-Cilag am anlässlich des DGPPN- Kongresses in Berlin neuro aktuell 1/

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