Fussverkehrs-Check in den Kommunen Beispiele aus der Schweiz

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1 Fussverkehrs-Check in den Kommunen Beispiele aus der Schweiz Thomas Schweizer, Fussverkehr Schweiz Auftaktveranstaltung Fussverkehrsförderung Stuttgart

2 Fussverkehr Schweiz Fachverband für Fussgängerfragen bringt die Anliegen der Fussgänger in die Verkehrsplanung ein Vordenker, Mitgestalter und Anwalt einer fussgängerfreundlichen Politik Verein mit Mitgliedern: Einzelpersonen, Gemeinden, Planungsbüros / Vorstand bestehend aus Personen aus verschiedenen Regionen und Fachgebieten. 6 MitarbeiterInnen in der Geschäftsstelle Zürich

3 Arbeitsfelder Sensibilisierung von Behörden und Fachleuten Bekanntmachung in der breiten Bevölkerung über die Anforderungen der Fussgängerinfrastruktur Dokumentation Planung / Infrastruktur Wissenstransfer und Anregung zur Übernahme innovativer und erfolgreicher Beispiele z.b. Flâneur d Or Verkehrssicherheit Kampagnen zu sicherheitsrelevanten h it t Themen Schulwegsicherheit, Zu Fuss im hohen Alter, Fussgängerstreifen Beratung / Projektbegleitung Einsitz in Begleit- und Resonanzgruppen in Forschung und Normierung Bearbeitung von Pilot- und Forschungsprojekten Erhebungen Fuss- Veloverkehr / Verhalten am Fussgängerstreifen / Analyse Fussgängerunfälle

4 Inhalt 1. Fussgänger/innen wovon sprechen wir 2. Beispiele von Schwachstellen 3. Mögliche Formen eines Fussverkehr-Check Augenschein Fussverkehr Saalveranstaltung mit Workshop Ermittlung von Schwachstellen mit Fragebogen Erhebung Schwachstellen mit Tablet-Computer 4. Beispiel Erhebung mit Schulklassen 5. Fazit: Schlüsselfaktoren lf für die Umsetzung

5 1. Fussgänger/innen wovon sprechen wir Gehen kann Rennen, Hasten, Marschieren, Promenieren, Spazieren, Flanieren, Schlendern oder Bummeln sein. Fussverkehr ist Fortbewegung

6 Fussgänger wovon sprechen wir Fussverkehr umfasst aber auch Aufenthalt und Teilnahme am sozialen Leben im öffentlichen Raum Fussverkehr ist mehr als Fortbewegung

7 Fussgänger/innen und ihre Bedürfnisse Fussgänger wovon sprechen wir Kinder / Jugendliche Ältere Menschen Menschen mit Behinderung Zielgruppen

8 Fussgänger wovon sprechen wir Fussverkehr fördern Wege sind attraktiv Aufenthaltsflächen grosszügig Zu Fuss Gehen ist Trend und selbstverständlich Fussverkehr ermöglichen Mindestanforderungen sind erfüllt Sicherheit ist gewährleistet <- Fussgänger-Check

9 2. Beispiele von Schwachstellen Unattraktives Fusswegnetz mit vielen Lücken Attraktives engmaschiges Fusswegnetz Weist das Fusswegnetz Lücken auf? oder ist es engmaschig (Maschenweite ca. 100m)

10 Beispiele von Schwachstellen Si d S k d h ä i fü d F k h? Sind Sackgassen durchgängig für den Fussverkehr? Könnten sie für den Fussverkehr durchgängig gemacht werden?

11 Bestehen Umwege und lange Wartezeiten? Beispiele von Schwachstellen

12 Fehlen sichere Querungsanlagen und Zebrastreifen? Beispiele von Schwachstellen

13 Beispiele von Schwachstellen Standardbereite 2,5 m Mindestbreite e te 2.0 m Fehlen Gehwege oder sind sie zu schmal?

14 Beispiele von Schwachstellen Sind Gehwege frei begehbar oder bestehen störende Hindernisse?

15 Beispiele von Schwachstellen Bestehen Konflikte zwischen Bestehen Konflikte zwischen Fuss- und Radverkehr?

16 Bestehen unattraktive Unterführungen / Überführungen / fehlende Behindertengerechtigkeit? Beispiele von Schwachstellen

17 Beispiele von Schwachstellen ungeeignete oder nicht behindertengerechte Abschrankungen? Beispiele von Schwachstellen

18 Sind Querungsstellen abgesenkt und für Blinde und Sehbehinderte ertastbar? Beispiele von Schwachstellen

19 Beispiele von Schwachstellen Bestehen Belagsmängel und Stolperfallen? Beispiele von Schwachstellen

20 3. Der Fussverkehrs-Check Fussverkehrs-Check Zielsetzungen Bevölkerung informieren integrieren sensibilisieren Probleme analysieren priorisieren sanieren

21 Fussverkehrs-Check Grundidee Die Fussgänger sind «Experten» für ihre täglichen Wege. (Schüler für Schulwege, Senioren für Seniorenwege usw.) Dieses Fachwissen wird abgerufen und in den Planungsprozess eingebracht. Es handelt sich um eine Analyse von Schwachstellen bzw. Problemstellen, aber auch von Potenzialen. Es werden vor allem punktuelle Problemstellen erfasst. Es besteht kein Anspruch, die Probleme zu lösen. Dies ist Aufgabe von Fachleuten im nachgelagerten Prozess.

22 Fussverkehrs-Check Der Fussgänger-Check ist idealerweise ein Teil einer umfassenden Schwachstellenanalyse Für jede Schwachstelle werden Massnahmen für die Behebung entwickelt Kostenschätzung und Zuständigkeit Massnahmen werden priorisiert (kurz- mittel- langfristig) Umsetzung von Kleinmassnahmen im Rahmen Betrieb-/ Unterhalt Budgetierung für Umsetzung von Massnahmen mit Planungsvorlauf

23 Fussverkehrs-Check Mögliche Formen eines Fussverkehr-Check Augenschein Fussverkehr (Pedestrian Audit) Saalveranstaltung mit Workshop Ermittlung von Schwachstellen mit Fragebogen Erhebung Schwachstellen mit Tablet-Computer

24 Fussverkehrs-Check Augenschein Fussverkehr Eckpunkte Ortstermin / gemeinsame Begehung ausgewählter Wegstrecken 2 3 stündige Veranstaltung (en) bis max. 20 Personen (+ PlanerIn + Vertretungen der Kommune) Diskussion auf Platz Fachperson protokolliert die Fachperson protokolliert die Aussagen der Beteiligten, insbesondere die Schwachstellen

25 Fussverkehrs-Check Augenschein Fussverkehr Vorteile Nachteile Ortsbesichtigung = sehr nahe bei der Bevölkerung und den Problemen geringe g Einstiegshürde für das Einbringen von Problemen Diskussion auf Platz Information und Sensibilisierung kann an konkreten Beispielen aufgezeigt werden. Mehrere quartierspezifische Durchführungen möglich und sinnvoll Gruppengrösse beschränkt Anzahl betrachtete Probleme gering

26 Fussverkehrs-Check Saalveranstaltung / Workshop Eckpunkte Saalveranstaltung (Bevölkerung + PlanerIn+ Vertretungen der Kommune) 2 3 stündige Veranstaltung Gute Moderation nötig bei grösserer Teilnehmerzahl Diskussion in Gruppen Inputs werden im Plan eingetragen mit Nummer versehen und protokolliert

27 Fussverkehrs-Check Saalveranstaltung / Workshop Vorteile Nachteile Grössere Zahl von Problemstellen kann diskutiert i werden. Information und Sensibilisierung kann anhand von Bildern aufgezeigt werden. (Präsentation) Probleme sind weniger anschaulich h und klar Verortung der Probleme schwieriger Plan lesen ist nötig

28 Ermittlung von Schwachstellen mit Fragebogen Eckpunkte Fussverkehrs-Check Bevölkerung wird eingeladen Probleme auf dem Fusswegnetz zu melden. Jeder Haushalt wird angeschrieben. Auf einem Plan des Wohnquartiers können Probleme eingetragen und nummeriert werden. Zu jeder Nummer gehört ein Kurzbeschrieb Auswertung durch Planer

29 Ermittlung von Schwachstellen mit Fragebogen Fussverkehrs-Check Vorteile Nachteile Grosse Zahl von Problemstellen kann erhoben werden. Bevölkerung wird breit einbezogen. Ergänzende Auswertungs- Veranstaltung ist sinnvoll und nötig Kein direkter Austausch mit Bevölkerung Unscharfe Problembeschriebe Falsche Verortung Nachbearbeitung nötig

30 Erhebung Schwachstellen mit Tablet-Computer Eckpunkte Fussverkehrs-Check Nach einer Instruktion - zum Thema Schwachstellen -undgebrauch hdes Tablets Aufnahme der Probleme in Kleingruppen selbständige Arbeitsweise entweder innerhalb eines definierten Perimeters oder entlang einer Wegstrecke Erhebung von georeferenzierte Erhebung von georeferenzierte Daten mit Foto und Problembeschrieb

31 Erhebung Schwachstellen mit Tablet-Computer Fussverkehrs-Check Vorteile Nachteile Grosse Zahl von Problemstellen kann erhoben werden (flächig). Georefernzierte Daten können direkt in eine (GIS)-Datenbank eingelesen werden. Gute Einführung ins Thema nötig. Nachbearbeitung nötig Nachbesprechung für Rückfragen ist nötig Keine Planlesefähigkeiten nötig Tablet ist attraktiv, insbesondere auch für Schüler

32 Erhebung Schwachstellen mit Tablet-Computer Tablet-Computer Durchführung in 8 Kommunen im Kanton St.Gallen Lanciert und finanziert vom Amt für Gesundheitsvorsorge / Gemeinden und Netzwerke Beteiligte: 18 Schulklassen / 2 Seniorengruppen Begleitende Pressearbeit Total 470 Problemstellen erhoben

33 Stimmungsbilder Die Arbeit mit dem Tablet-Computer ist leichtgefallen Spass und seriöses Arbeiten liessen sich verbinden Tablet-Computer Einleitung 33

34 Stimmungsbilder Sekundarschüler und Kindergärtler sind gemeinsam unterwegs... Tablet-Computer

35 Stimmungsbilder Ausführliche Berichte in den Lokalmedien wirken unterstützend und motivierend Tablet-Computer Einleitung 35

36 Tablet-Computer

37 Tablet-Computer Integration in Unterricht zum Thema Schulwege Über das ganze Jahr gesehen, werden beträchtliche Distanzen zurückgelegt...

38 Im Jahr legen die 14 Schulkinder von Grabs zu Fuss km Distanz Grabs Odessa (Ukraine am Schwarzen Meer) mit dem Velo km Distanz Grabs Toronto (Canada) ) Tablet-Computer Mobilitätsbilanz

39 Resultate: 64 Problemstellen in Grabs Tablet-Computer Übersicht über Problemstellen

40 Fazit: Schlüsselfaktoren für die Umsetzung Zielgruppenspezifische Anlässe sind sinnvoll. (Die Schüler sind Experten für ihren Schulweg / Die Senioren sind Experten für ihre täglichen Wege) Dieses Fachwissen wird abgerufen und in den weiteren Planungsprozess eingebracht. Es ist eine Ergänzung zur professionellen Analyse und kann diese nicht ersetzen. Die Qualität der Erhebung ist sehr unterschiedlich je nach Interesse und Qualifikation der Erhebenden Die Beteiligung in einem Fussgänger-Check fördert das Problembewusstsein für Fusswegprobleme und wirkt sensibilisierend Problemverständnis hilft bei der Umsetzung / Finanzierung von Problemverständnis hilft bei der Umsetzung / Finanzierung von Massnahmen.

41 Fazit: Schlüsselfaktoren für die Umsetzung Es braucht ein hohes (persönliches) Engagement von Seiten der lancierenden Stelle. (In unserem Falle des Kantons St.Gallen) Die Gemeinden müssen bereit sein, die Inputs aufzunehmen und umzusetzen Eine gute Pressearbeit erleichtert die Arbeit. Damit werden auch Personen erreicht, die sich nicht beteiligen wollen oder können. Pressearbeit dient als Katalysator für die Umsetzung

42 Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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