Evangelisch-Lutherische Freikirche Zionsgemeinde Hartenstein

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1 Evangelisch-Lutherische Freikirche Zionsgemeinde Hartenstein Predigt zum 2. Advent 2015 über 5Mose 18,15-22 Pastor M. Müller CHRISTUS KOMMT ZU UNS ALS PROPHET Christus kommt zu uns durch andere Propheten er hat allen etwas zu sagen

2 Predigttext (5Mose 18,15-22): Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen. Ganz so wie du es von dem Herrn, deinem Gott, erbeten hast am Horeb am Tage der Versammlung und sprachst: ich will hinfort nicht mehr hören die Stimme der Herrn, meines Gottes, und dies große Feuer nicht mehr sehen, damit ich nicht sterbe. Und der Herr sprach zu mir: Sie haben recht geredet. Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebiete. Doch wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen redet, von dem will ich s fordern. Doch wenn ein Prophet so vermessen ist, dass er redet in meinem Namen, was ich ihm nicht geboten habe, und wenn einer redet in dem Namen anderer Götter, dieser Prophet soll sterben. Wenn du aber in deinem Herzen sagen würdest: Wie kann ich merken, welches Wort der Herr nicht geredet hat? - Wenn der Prophet redet in dem Namen des Herrn und es wird nichts daraus und es tritt nicht ein, dann ist das ein Wort, das der Herr nicht geredet hat. Der Prophet hat s aus Vermessenheit geredet; darum scheue dich nicht vor ihm. Ihr Lieben in Jesus Christus, unserem Adventskönig! Woran erkennt man einen guten Propheten? Wenn eintrifft, was er vorausgesagt hat. Angeblich soll Berti Vogts gestern vor dem Spiel Mönchengladbach gegen Bayern München folgendes Ergebnis vorausgesagt haben: 3:0! Ziemlich gut! Doch Berti Vogts ist Fußballexperte, kein Prophet. Aber das Prinzip ist ein ähnliches: Den Experten erkennt man daran, wenn wirklich eintritt, was er vorausgesagt hat. Die Auseinandersetzung zwischen wahrer und falscher Prophetie zieht sich im Prinzip durch das gesamte Alte Testament. Auch als Mose Christus als Prophet ankündigte, kommt er auf 2

3 dieses Thema zu sprechen. Allerdings nur am Rand. Viel wichtiger ist, was uns Mose in Gottes Auftrag über Christus sagt: CHRISTUS KOMMT ZU UNS ALS PROPHET Christus kommt zu uns durch andere Propheten er hat allen etwas zu sagen (1.) CHRISTUS KOMMT ZU UNS ALS PROPHET. Christus kommt zu uns durch andere Propheten. Heute haben wir schon die zweite Kerze am Adventskranz angezündet. Wusstet ihr, dass es früher mal noch mehr Adventssonntage gab? Als man nämlich die Geburt von Jesus Christus noch am Epiphaniasfest gefeiert hat. Aber selbst vier Advente sind eigentlich noch einer zu viel. Denn es gibt nur drei Advente drei Mal kommt Christus: 1) Einmal ist er schon gekommen. 2) Er kommt jetzt zu uns. 3) Und er wird noch einmal wiederkommen. 1) Jesus kam als Kind zur Welt. 2) Er kommt jetzt zu uns durch sein Wort und Sakrament. 3) Und er wird wiederkommen, um die Welt zu richten. Drei Mal Advent. Und Mose durfte Christus als Propheten ankündigen. Er sagte den Israeliten: Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen (5Mose 18,15). Mose sagt, wir sollen dem kommenden Propheten gehorchen - wörtlich hören. Jesus wirkte aber nur dreieinhalb Jahre öffentlich als Prediger. Wir gehören zu den vielen, vielen Menschen, die nie die Möglichkeit hatten, Jesus persönlich predigen zu hören. Wir haben es nicht erlebt, als Jesus kurzerhand einen Berg oder ein Fischerboot zu Kanzeln umfunktionierte. Ich verrate euch aber ganz gewiss kein Geheimnis, wenn ich sage, dass Jesus zu uns heute durch andere Menschen redet. Und das zieht sich eigentlich durch die ganze Heilsgeschichte. 3

4 Gott hat selten direkt zu den Menschen gesprochen. Es waren immer nur wenige Ausnahmen, wenn Gott mal direkt seine Stimme hat hören lassen. Und wenn er das mal getan hat, dann meist zum Entsetzen deren, die es gehört haben. Mose erinnert die Israeliten hier daran: Ganz so wie du es von dem Herrn, deinem Gott, erbeten hast am Horeb am Tage der Versammlung und sprachst: ich will hinfort nicht mehr hören die Stimme der Herrn, meines Gottes, und dies große Feuer nicht mehr sehen, damit ich nicht sterbe (5Mose 18,16). Damals am Berg Sinai, oder Horeb, wie ein anderer Name für diesen Berg lautet, konnte das Volk Israel die Stimme Gottes nicht mehr ertragen. Gott hatte ihnen vom Berg herab die Gebote zugerufen. Die Gebote zu hören, und zu wissen: Ich habe sie nicht eingehalten!, ist schon schlimm genug. Aber wenn man sich diese Gebote vom lebendigen Gott höchstpersönlich anhören muss, wird das Ganze noch erschreckender. Gott verschonte die Israeliten am Berg Horeb. Er sprach nicht weiter selbst mit ihnen. Er ließ fortan Mose zum Volk sprechen. Und nach Mose ließ Gott immer wieder andere Propheten zum Volk sprechen. Und das hat sich bis heute nicht geändert. CHRISTUS KOMMT ZU UNS ALS PROPHET. Christus kommt zu uns durch andere Propheten. Und weil Propheten die große Ehre haben, an Gottes Stelle zu den Menschen zu reden, hat er strenge Regeln für seine Propheten aufgestellt. Mose sagt das gleich in dem Zusammenhang, als er Christus als Propheten ankündigt: Doch wenn ein Prophet so vermessen ist, dass er redet in meinem Namen, was ich ihm nicht geboten habe, und wenn einer redet in dem Namen anderer Götter, dieser Prophet soll sterben (5Mose 18,15). 4

5 Bei Todesstrafe war es im alten Bund verboten, in Gottes Namen falsche Dinge zu verbreiten oder im Namen anderer Götter zu predigen. Und trotzdem gab es in Israel immer wieder falsche Propheten. Jeremia beklagte sich über die Propheten, die riefen: Friede, Friede! und es war doch kein Friede. Weil Gott seinem Volk aufgrund seiner Untreue den Krieg erklärt hatte. Und Hesekiel hatte es mit Propheten zu tun, die ihre Lügenbotschaft mit dem Satz untermauerten: Der Herr hat s geredet! obwohl der Herr es nicht geredet hatte. Die falsche Propheten unserer Tage sagen heute nicht mehr: Der Herr hat s geredet! Sie sagen: Was in der Bibel steht, hat nicht zwangsläufig Gott gesagt. Und nicht alles, was der Herr irgendwann mal gesprochen hat, hat für uns heute noch Bedeutung. Wenn es bei uns Advent werden soll, müssen wir uns an die Propheten halten, die wirklich den Adventskönig Christus verkündigen. Gott hat uns da einen großen Dienst erwiesen. Er hat uns ein Buch an die Hand gegeben, in dem alle Propheten und Prediger zu lesen sind, die wirklich Christus predigen. CHRISTUS KOMMT ZU UNS ALS PROPHET. Christus kommt zu uns durch andere Propheten. Und durch alle Prediger, die sich an dieses Buch halten. (2.) CHRISTUS KOMMT ZU UNS ALS PROPHET. Christus kommt zu uns durch andere Propheten. Er hat allen etwas zu sagen. Mose weissagte von Christus: Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen (5Mose 18,15). Wie gesagt, wörtlich steht hier hören. Alle sollen Christus hören. Beziehungsweise die, die tatsächlich in seinem Namen gepredigt und geschrieben haben. 5

6 Christus ist im Prinzip die Erfüllung des Wunsches, den die Israeliten am Berg Sinai hatten. Sie hatten sich gewünscht, dass Gott nicht mehr selbst zu ihnen spricht. Zu erschreckend war ihnen seine Stimme. Besonders als er ihnen sein Gesetz gesagt hatte. Gott befindet den Wunsch der Israeliten für gut: Sie haben recht geredet (5Mose 18,17). Und kündigt gleich anschließend noch einmal Christus als Propheten an: Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebiete (5Mose 18,18). Wenn jetzt Christus besonders im Neuen Testament mit uns redet, ist das Gesetzt nicht aufgeboben. Auch das macht Gott schon hier klar: Doch wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen redet, von dem will ich s fordern (5Mose 18,19). Und wir müssen uns tatsächlich fragen lassen, warum wir selbst Christus haben reden lassen, ohne darauf zu hören. Ohne uns daran zu halten. Christus sagt zum Beispiel: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig CHRISTUS KOMMT ZU UNS ALS PROPHET. Und wie alle Propheten Gottes ist er auch ein Mahner. Er hat allen etwas zu sagen. Alle sollen hören. Auch du! Immer wieder! Das gehorchen ist wichtig. Aber das hören noch viel wichtig. Hör genau hin, wenn der größte Prophet den Gott jemals losgeschickt hat, mit dir redet. Hör dir seine Botschaft genau an. Mit dieser Botschaft wird man nicht so schnell fertig. Gott fordert von uns, dass wir uns an seine Worte, die er in die Münder seiner Propheten und Apostel gelegt hat, halten. 6

7 Aber wenn wir Christus zuhören, hören wir eben auch, wie er sagt: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken Oder wir hören: Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Es gibt zur Zeit keine andere Möglichkeit für uns, dass e bei uns Advent wird, als das wir auf den hören und uns stärken lassen, den Gott als den Propheten in die Welt geschickt hat. CHRISTUS KOMMT ZU UNS ALS PROPHET, das heißt er kommt zu uns durch andere Propheten. Das heißt er kommt zu uns durch die Worte der Bibel. Und wer da wirklich zuhört, der merkt auch, dass Christus wirklich was zu sagen hat. Allen. Auch dir! Was Gott von uns fordern will, hat er für uns gehalten. Es soll Friede sein. Wir brauchen nicht mehr zu erschrecken. Nicht einmal mehr, wenn der lebendige Gott mit uns redet. Denn durch Christus redet er freundlich mit uns. Amen. Predigtlied: Allein auf Gottes Wort will ich (LG 203) 7

8 Zionsgemeinde Hartenstein Kontakt: Pastor M. Müller Kleine Bergstr Hartenstein Tel.: /4211 Funk: 01577/ Sie finden uns im Internet unter: Die Predigt können Sie auch im Internet nachhören oder lesen. 8

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