Anfrage aus dem Kantonsrat KR-Nr. 11 U2000 betreffend schulische und berufliche Förderung jugendlicher Mütter

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1 Bilungsirektion es Kantons Zürich Mittelschul- un Berufsbilungsarnt Bilungsentwicklung /b Bilungsentwicklung Tel. O ch INFO-PARTNER Amt für Jugen un Berufsberatung Dr. Urs Stampfli Anfrage aus em Kantonsrat KR-Nr. 11 U2000 betreffen schulische un berufliche Förerung jugenlicher Mütter Mitbericht es Mittelschul- un Berufsbilungsamtes 1. Schwangerschaften junger Frauen im Kanton Zürich Weitere Zahlen haben wir vom kantonalen Amt für Statistik erhalten. Demzufolge habe es im Jahr 1999 keine 14- un 15-jährigen Mütter im Kanton Zürich. Fünf Kiner wuren von 16-jährigen, 14 von 17-jährigen, 30 von 18-jährigen, 93 von 19-jährigen un 132 von 20- jährigen Frauen geboren. (vgl. Beilage 1) 2. Schwangerschaft in er Lehre Zu Schwangerschaft un Nieerkunft währen er Lehre haben wir aus einer Stuie aus em Jahr 1997' einige Angaben. Die Stuie stützt sich auf sämtliche Jugenliche, ie im 1996 un 1997 einen Lehrvertrag gelöst haben (1440), avon wuren 685 für eine Befragung ausgewählt. Zur engültigen Stichprobe gehören nur 386 Personen, a ie Jugenlichen nur sehr schwer erreichbar waren. Gemäss er erwähnten Stuie weren im Kanton Zürich zwar fast 22% aller Lehrverträge aufgelöst, jeoch nur 5 bis 7% aller Lehren tatsächlich abgebrochen. Das Geschlechterverhältnis bei Lehrvertragsauflösungen ist Ca. 2/3 Manner zu 1 /3 Frauen. Anschliessen jeoch, bei en efinitiven Abbrüchen, ist as Geschlecht kein Präiktor. Von enen, ie einen Lehrvertrag aufgelöst haben, brechen bei Männem wie bei Frauen Ca. 16% ihre Lehre efinitiv ab. Achtung: es brechen nicht 16% er Jugenlichen ihre Lehre ab, sonern 16% von enen, ie ihren Lehrvertrag bereits aufgelöst haben2. Das waren in en Jahren 1996 un 1997 ingecamt 68 Frauen. Zu en häufigsten Grünen, ie zu einem Lehrabbruch fuhren, gehören in en erwähnten beien Jahren neben fehlener Leistung in Betrieb oer Schule sowie Vertragsbruch seitens es Betriebs oer es Lehrlings ie beien Faktoren,Gesunheit'(25 Abbrüche) un,familiäre Grüne' (6 Abbrüche). Diese Abbrüche sin nicht nach Geschlecht aufgesplittet. '. Neuenschwaner, M.; Oegerli, Th.; Statistische Daten zu Lehrvertragsauflösungen im Kanton Zürich, Teil II, 1997, Verlag impulse es Mittelschul- un Berufsbilungsamtes Kanton Zürich * ebena, S. 12

2 1. Zeile 2,Elternschaft' ist leier bei en amtlichen Daten nicht als einzelner Faktor in iesen Angaben enthalten Bei en telefonisch befragten Jugenlichen wure hingegen eine allfallige Schwangerschaft erfasst. Die Situation präsentiert sich hier wie folgt: Insgesamt 176 Jugenliche haben einen Unterbruch zwischen obligatorischer Schulzeit un erster Ausbilung, zwei avon wegen,schwangerschaft, Eltern~chafi"~. Eine Person unterbrach währen er Lehre ihre Ausbilung wegen,schwangerschaft, Elternschaft' un nahm nachher ie Lehre wieer auf. 3 brachen wegen, Schwangerschaft,Elternschaft' ihre Lehre efinitiv ab. Zwei Personen brachen ihre erste Ausbilung ab, wechselten in eine zweite Ausbilung un brachen iese ann efinitiv ab wegen,schwangerschaft,elternschaft'. Insgesamt haben also von 386 Jugenlichen 5 ihre Lehre wegen, Schwangerschaft,Elternschaft' abgebrochen. Umgang er Berufsinspektorate mit schwangeren Jugenlichen Gemäss einer Umfrage unter en Berufsinspektoraten, ie Berufe mit vielen jungen Frauen betreuen, weren ie Berufsinspektorate jährlich in ein bis vier Fällen von Schwangerschaft eines Lehrlings um Rat angegangen. Generell kann man festhalten, ass unser Amt in jeem ieser Fälle von einer Lehrvertragsauflösung abrät, ie Berufsinspektoren beraten sowohl Lehrling wie Betrieb un haben ein Merkblatt fir solche Fälle zur Han (Beilage 2). Zusammenfassung Die Zahlen von Lehrabbrüchen jugenlicher Mütter weren nicht systematisch erfasst. Auch aus en Akten sin ie Grüne einer Lehrvertragsauflösung nicht ohne Weiteres ersichtlich, z.b. ann, wenn ein Lehrvertrag in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst wir. Hier besteht eine statistische Lücke. Die Berufsinspektorate erkennen aher sicher nicht alle Fälle von Lehrvertragsauflösungen wegen Schwangerschaft. Trotzem lässt sich festhalten, ass jugenliche Mütter eine Einzelerscheinung sin, ie Einzelberatung brauchen un, wenn sie sich im Mittelschul- un Berufsbilungsamt melen, auch erhalten. Förermassnahmen Jugenliche Mütter brauchen wie alle Personen, ie eine Erstausbilung abbrechen, Unterstützung. Für alle Lehrabbrecherhnnen ist vermehrt Information un Beratung anzubieten. Jugenliche Mütter sin im Kanton Zürich ganz offensichtlich Einzelfalle. Wir empfehlen, ie bestehenen Stellen (Jugensekretariate, Berufsberatung, Berufsinspektorate) fìir solche Einzelfalle mit en nötigen Informationen un Empfehlungen zu versehen. Wir empfehlen zusätzlich im Rahmen er beruflichen Weiterbilung bessere Voraussetzungen für einen Lehrabschluss nach em heutigen BBG- Artikel 41 zu schaffen. Das würe allen Personen, ie aus welchen Grünen auch immer ihre Lehre abbrechen, zu Gute kommen. Bezüglich er Krippenplätze ist ie geeignete Stossrichtung ebenfalls ie allgemeine: für alle Kiner berufstätiger Eltern sin genügen Krippenplätze zur Verfügung zu stellen. Plätze in speziellen Krippen sin ebena S. 19

3 ---...,. -" _-_,.. 1. Zeile 3 weniger geeignet, wie sich aus Erfahrungen mit Krippen fir stellenlose Mütter ergeben hat: eine Krippe muss in er Nähe er Wohnung liegen un eine längerfristige Betreuungsperspektive bieten. Fazit: unserer Meinung nach sin momentan keine besoneren Anstrengungen für ie Zielgruppe er jugenlichen Mütter nötig, wohl aber weitere Bemühungen wie ie oben festgehal tenen. z.k.: sk, Le, Es

4 Bilungsirektion es Kantons Zürich Mittelsc h ul- un Berufs bil ungsam t Abteilung Lehraufsicht Ausstellungsstrasse 80, 8090 Zünch Schwangerschaft un Nieerkunft im Lehrverhältnis Es gelten im Prinzip ie gleichen Bestimmungen wie in einem gewöhnlichen Arbeitsverhältnis. Künigungschutz Nach Ablauf er Probezeit arf as Lehrverhältnis währen er ganzen Dauer er Schwangerschaft un 16 Wochen nach er Nieerkunft vom Lehrbetrieb nicht gekünigt weren. Eine erartige Künigung wäre nichtig (OR 336c), was beeutet, ass sie rechtlich als nicht erfolgt betrachtet wir un wirkungslos ist. Die schwangere Frau hingegen arf as Lehrverhältnis auflösen. Der Künigungsschutz greift nicht im Falle er fristlosen Auflösung es Lehrverhältnisses aus wichtigen Grünen (OR 337). Als wichtiger Grun gilt namentlich jeer Umstan, bei essen Vorhanensein em Künigenen nach Treu un Glauben ie Fortsetzung es Arbeitsverhältnisses nicht mehr zugemutet weren kann. Schutz er schwangeren Fraueh Arbeits- un Ruhezeit: Schwangere Frauen ürfen nur mit ihrem Einverstännis un keinesfalls über ie orentliche Dauer er täglichen Arbeitszeit hinaus beschäftigt weren (ArG 35). Unzulässige Arbeiten: Für schwangere Frauen un stillene Mütter gilt ein Beschäftigungsverbot bezüglich Arbeiten, ie sich erfahrungsgemäss auf ie Schwangerschaft oer as Stillen nachteilig auswirken, sowie für Arbeiten, ie für sie beschwerlich sin un von enen sie Befreiung verlangen (ArG 33). Verhinerung an er Arbeitsleistung Eine Frau kann währen er Schwangerschaft jeerzeit, auch ohne Arztzeugnis, stunenweise, tageweise oer währen längerer Perioen von er Arbeit wegbleiben, ohne as Einverstännis es Arbeitgebers einzuholen. Sie muss leiglich sofort orientieren, wenn sie wegbleiben will. Wöchnerinnen ürfen grunsätzlich währen 8 Wochen nach ihrer Nieerkunft nicht beschäftigt weren. Stillene Mütter ürfen auch nach Ablauf von 8 Wochen seit ihrer Nieerkunft nur mit ihrem Einverstännis beschäftigt weren. Zum Stillen ist ihnen ie erforerliche Zeit freizugeben. I -..

5 -2- Lohnzahlung Bei Verhinerung an er Arbeitsleistung wegen Schwangerschaft un Nieerkunft hat er Arbeitgeber (wie bei Krankheit) für eine beschränkte Zeit en vollen Lohn zu zahlen. Die beschränkte Zeit bemisst sich nach er Anzahl Dienstjahre un beträgt im 1. Dienstjahr 3 Wochen (OR 324a). Für as 2. un ie folgenen Dienstjahre/ Lehrjahre gilt ie Zürcher Skala: 2. Dienstjahr 8 Wochen 3. Dienstjahr 9 Wochen 4. Dienstjahr 10 Wochen Sofern ein Gesamtarbeitsvertrag oer eine betriebliche Regelung (Krankentaggelversicherung!) bessere Leistungen vorsehen, so finen iese Anwenung. Empfehlung im Zusammenhang mit em Lehrverhältnis Den schwangeren Frauen ist von einer Auflösung es Lehrvertrages schon währen er Schwangerschaft abzuraten, auch ann, wenn sie allenfalls ie Absicht haben, as Lehrverhältnis nach er Geburt nicht wieer aufzunehmen. Eine solche Auflösung kann zum Verlust es (vertraglich vereinbarten, nicht obligatorischen) Krankentaggeles führen, weil ie Leistungen er Versicherung an as Bestehen es (Arbeits-)Lehrvertrages geknüpft sin. Längst nicht jee Schwangerschaft un Geburt verläuft nach Wunsch; verliert ie Frau unglücklicherweise as Kin, ürfte sie froh sein, wenn sie an ie Lehrstelle zu rück ke h ren kann. Der Entschei über eine allfällige Verlängerung er Lehrzeit, weil ie Lehrziele nicht erreicht weren können (BBG 18), sollte ebenfalls nicht vor er Geburt gefasst weren. Die Schwangerschaft einer Auszubilenen bringt en Lehrbetrieb nicht selten in eine schwierige Situation. Der Ausbilungsauftrag wir erschwert, in kleinen un mittleren Betrieben kann je nach Lehrjahr er vorübergehene oer möglicherweise vollstänige Ausfall zu personellen,,engpässen" führen. Nach unseren Erfahrungen ist ie Schwangerschaft währen er Lehrzeit in en wenigsten Fällen bewusst geplant un wir appellieren eshalb besoners an as Verstännis un ie Toleranz er Lehrbetriebe.

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