REPORT. Siegen. Fachkräftemangel: Mitarbeiter dringend gesucht! Gewerbeflächen sind ein Motor für Beschäftigung

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1 87. JAHRGANG A 4791 INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER SIEGEN WIRTSCHAFTS SIEGEN OLPE WITTGENSTEIN Fachkräftemangel: Mitarbeiter dringend gesucht! 2 Gewerbeflächen sind ein Motor für Beschäftigung 26 Hochgesteckte Ziele in der Forschungspolitik 52 Siegen

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3 In Liebe dieser Ausgabe Leser, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, braucht Deutschland gut ausgebildete Fachkräfte. Das Problem ist nur, dass gerade sie oftmals auf dem Markt fehlen. Was tun? In vielen Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe ist nun Selbstinitiative gefragt! Lesen Sie in unserer Titelgeschichte Mitarbeiter dringend gesucht! ab Seite 2, wie Betriebe diesem Problem entgegentreten. Eine gute Verkehrsanbindung und verfügbare Gewerbeflächen sind zwar nicht die einzigen, aber in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe ganz wesentliche Voraussetzungen für die Schaffung und den Erhalt von Arbeitsplätzen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die IHK bei der Vetter Fördertechnik und den Ohm & Häner Metallwerken vorstellte. Die Studie macht deutlich, so IHK-Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt, dass sich im IHK- Bezirk Siegen die Beschäftigung in den letzten dreißig Jahren vor allem in den Kommunen sehr positiv entwickelt hat, die über gute Verkehrsanbindungen verfügen und die in größerem Umfang Gewerbeflächen zur Verfügung gestellt haben. Erfahren Sie auf Seite 26, welche Kommunen zu den Gewinnern und welche zu den Verlieren zählen. Auf Seite 34 tischt dann das Restaurant Snorrenburg auf. Eine Geschichte, die bis ins Mittelalter geht, ein stilvoll-rustikales Ambiente und eine ausgefeilte feinbürgerliche Küche reichen sich in der Burbacher Ortsmitte die Hand. Besitzer Dr. Michael Lück ließ bei der Restau- rierung der historischen Lokalität viel Sorgfalt walten. Küchenchef Sven Moritz setzt auf Handarbeit und Frische. Das Wachstum mit Gießereimaschinen wird auf Seite 44 ins Spiel gebracht. Die Zusammenarbeit mit den Japanern und deren späterer Einstieg in unsere Firma war der entscheidende unternehmerische Schritt, der den Erfolg der Heinrich Wagner Sinto Maschinenfabrik GmbH erst ermöglichte, davon ist die Geschäftsleitung in Bad Laasphe überzeugt. 25 Jahre ist es her, seit der japanische Mutterkonzern die Wittgensteiner Tochter integrierte und damit gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten stärkte. Und keinen Tag hat die Geschäftsleitung die Zusammenarbeit mit der japanischen Mutter, der Firma Sintokogio - einem der größten Gießereimaschinenhersteller der Welt mit Sitz in Nagoya - bereut. Zum Schluss geht es dann in der Rubrik E:biz auf Seite 53 um den Lizenzerwerb. Allzu häufiger Fall: Unternehmer Müller ist zufrieden. Um seinen Kundenservice zu erweitern, hat er seine Homepage überarbeitet und einen Kartenausschnitt als Anfahrtsskizze hinzugefügt. Müller hat diesen Kartenausschnitt im Internet gefunden und leicht verändert in seine Homepage eingebaut. Durch die Anfahrtsskizze finden aber nicht nur neue Kunden, sondern auch das Abmahnschreiben des Karten-Urhebers den Weg zu ihm. Davor warnt Ihre Redaktion Industrie- und Handelskammer SIEGEN OLPE WITTGENSTEIN Ausgabe Juni 2008 Titelgeschichte Fachkräftemangel: Mitarbeiter dringend gesucht 2 Aktuell Zukunftskonferenz bei Achenbach Buschhütten 10 Region ist ein wichtiger Jobmotor 12 Olper Stammtisch tagte 14 Betriebe spüren demografische Entwicklung 16 Energie: Gehen die Lichter aus? 18 Bekanntmachungen 20 Berichte Verkehrswege und Gewerbeflächen 26 Die Folgen der Alterung 30 Logistikimmobilien im Fokus 32 Restaurant Snorrenburg tischt auf 34 Kinder entdecken Wirtschaft 48 Kurswechsel in der Entsorgung 50 Hochgesteckte Ziele in der Forschungspolitik 52 E:biz: Anfahrtsskizzen: Vorsicht, geschützt! 55 Wirtschaft in der Region 38 Firmenporträt Heinrich Wagner Sinto 44 Nachrichten für die Praxis 57 Auszeichnungen, Jubiläen und Geburtstage 61 Unternehmensnachfolgebörse 62 Kooperationsbörse 63 Technologiebörse 64 Recyclingbörse 64 Internet CD-ROMs Bücher 64 Handels- und Genossenschaftsregister 66 Kultur 78 Kommentiert Notiert 80 Impressum 80 Die IHK Siegen online:

4 FACHKRÄFTEMANGEL MITARBEITE DRINGEND GESUCHT

5 ! R Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, braucht Deutschland gut ausgebildete Fachkräfte. Das Problem ist nur, dass gerade sie oftmals auf dem Markt fehlen. Was tun? In vielen Unternehmen ist Selbstinitiative gefragt!

6 In den Arbeitsmarkt ist Bewegung gekommen. Unternehmen stellen wieder ein. Die Bereitschaft Personal aufzustocken ist hoch. Aber so leicht lassen sich geeignete Kräfte gar nicht finden. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) lag die Zahl der offenen Stellen im dritten Quartal 2007 bei 1,25 Millionen. Das zeigte eine Betriebsbefragung, mit der das Institut regelmäßig das gesamte Stel- lenangebot erfasst. Mit rund offenen Stellen in Westdeutschland und rund in Ostdeutschland sei der Arbeitskräftebedarf auf hohem Niveau stabil, so das IAB. Auch in der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage bestätigen ein Drittel (32,7 Prozent) der nach Beschäftigtenzahlen gewichteten Industriebetriebe, dass sie derzeit einen Mangel an Arbeitskräften haben. So ist der Bedarf an Ingenieuren, aber auch an Fachleuten im IT-Bereich oder in der Medizin- und Elektrotechnik besonders groß. Bedarf besteht aber auch bei Kaufleuten mit Fach-und Marktkenntnissen auf hohem Spezialisierungsniveau. Diesbetrifft beispielsweise Produktbereiche wie Präzisionswerkzeuge, Maschinen, Befestigungstechnik oder den Technischen Handel. Aber was können die Betriebe tun, um dem Fachkräftemangel effektiv vorzubeugen? Oder steht die Politik hier vielleicht in der Verantwortung? Sollte die Regierung beispielsweise die Zugangshürden zum deutschen Arbeitsmarkt für ausländische Fachkräfte lockern? Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag in Berlin bezieht klar Stellung und fordert, dass Hochqualifizierte ein sofortiges Daueraufenthaltsrecht bekommen, sobald sie mindestens ein Jah- resgehalt von Euro beziehen. Bisher liegt die Gehaltsschwelle bei mindestens Euro. Diese Summe sei für kleine und mittelständische Betriebe in der Regel viel zu hoch und müsse darum deutlich abgesenkt werden, so der Tenor. Den eigenen Nachwuchs ausbilden Aber selbst wenn die Politik bestimmte Maßnahmen - sei es die Green Card oder ein liberaleres Einwanderungsgesetz für ausländische Studierende - ergreift, so dauert es erfahrungsgemäß sehr lange, bis dieses Instrumentarium Früchte trägt. Unternehmen reagieren in dieser Situation mit einer Intensivierung der Erstausbildung.Die Fakten, zumindest in Siegen-Wittgenstein und Olpe, sind eindeutig: Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe in der Region ist so hoch wie seit Langem nicht. Insgesamt 2420 Ausbildungsverträge wurden bei der IHK Siegen im Jahr 2007 registriert. Das entspricht einer Steigerungsrate von satten 60 Prozent gegenüber Wir freuen uns über diese positive Entwicklung. Mit dieser ausgesprochen guten Ausbildungsquote liegen wir mit unserem IHK-Bezirk sogar 19 Prozent über dem Landesdurchschnitt, so IHK-Geschäftsführer Klaus Gräbener stolz. Trotzdem dürfte man nicht vergessen, dass es leider immer noch Betriebe gebe, die ausbilden könnten, es aber dennoch nicht tun. Was die von der IHK Siegen geprüften, berufsbegleitenden Fortbildungen angeht, so wurde übrigens eine ähnlich positive Entwicklung registriert: Viele Unternehmen haben erkannt, dass mangelndes Engagement bei der Mitarbeiter-Weiterbildung den Fachkräftemangel mit verursacht. Somit sind verstärkte Investitionen ins Personal von Nöten und werden immer wichtiger, so Gräbener weiter. Genauso sieht das auch Stefan Schauerte, geschäftsführender Gesellschafter der Wilhelm Schauerte GmbH in Grevenbrück: Zum größten Teil kommt unser Nachwuchs von innen. Wir bilden stark aus und fördern wie fordern unsere Mitarbeiter danach entsprechend. Das ist deshalb sinnvoll, weil die Mitarbeiter 4 RT

7 die produktions- und unternehmensspezifische Erfahrung haben und vielfach auch ein großes Potenzial, wenn man ihnen nur die Chance gibt, das zu nutzen. Weiterbildung wird großgeschrieben So werden junge Menschen in dem Familienunternehmen ausgebildet, gefördert, weiterqualifiziert und mit neuen, anspruchsvolleren Aufgaben betraut. Weiterbildungsmaßnahmen werden bei uns großgeschrieben. Etliche der bei uns ausgebildeten Zerspanungsmechaniker haben in der Vergangenheit eine Fortbildung zum Techniker oder Meister gemacht oder durchlaufen andere fachbezogene Weiterbildungen. Das bedeutet für unser Unternehmen einen riesigen Gewinn, denn geeignete Fachkräfte im Kreis Olpe zu finden wird immer schwieriger. Die Suche nach frei verfügbaren Fachkräften gleiche der berühmten Nadel im Heu- IHK-Geschäftsführer Klaus Gräbener weiß, das die Unternehmen im IHK-Bezirk das Problem des Fachkräftemangels längst erkannt haben. Klaus Gräbener: Firmen haben das Problem erkannt Wirtschaftsreport: Was können Unternehmen tun, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken? Gräbener: Die Unternehmen im IHK-Bezirk haben das Problem des Fachkräftemangels längst erkannt und versuchen ihren Bedarf durch mehr Ausbildung oder verstärkte Fortbildung der Mitarbeiter zu decken. Das kostet zwar Zeit und Geld, bringt aber nur Vorteile. Viele Betriebe bilden über ihren tatsächlichen Bedarf hinaus aus. Trotzdem erwischt es zahlreiche Firmen in konjunkturellen Hochphasen immer wieder eiskalt, wenn nicht genügend geeignete Mitarbeiter verfügbar sind. Aufträge können nicht abgearbeitet werden oder müssen an Fremdfirmen vergeben werden. Grund: Das unternehmerische Risiko, Personal auch in konjunkturell schwachen Zeiten aufzubauen, wird als zu hoch angesehen. Wir raten daher nicht nur zu verstärkter Erstausbildung, sondern auch dazu, die Mitarbeiter im Rahmen einer vorausschauenden Personalentwicklung stetig weiter zu qualifizieren, um sie an das Unternehmen zu binden. Wirtschaftsreport: Wo liegen Ihrer Meinung nach die Ursachen für den Fachkräftemangel? Gräbener: Die drei vermutlichen Ursachen für den Fachkräftemangel liegen auf der Hand. Die anziehende Konjunktur der letzten 18 Monate, die rasante technologische Entwicklung, die Ansprüche an Mitarbeiter wachsen lässt sowie der demografische Wandel. So wird der Anteil an älteren Beschäftigten immer höher, jüngere Arbeitskräfte zwischen 30 und 45 Jahren werden immer weniger. Hinzu kommt, dass der Anteil an nicht ausbildungsreifen Personen stetig zunimmt. Die Sekundärtugenden wie Fleiß, Pünktlichkeit, Konzentrationsfähigkeit, Ordnungssinn und Respekt sind leider bei vielen Jugendlichen nicht mehr vorhanden und werden auch nicht mehr in dem erforderlichen Ausmaß in Elternhaus und Schule vermittelt. Wirtschaftsreport: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag fordert, die Zugangshürden zum deutschen Arbeitsmarkt für ausländische Fachkräfte zu senken. Was halten Sie von dieser Maßnahme? Gräbener: Da stimme ich grundsätzlich zu. Wir müssen aber zunächst unsere eigenen Leute qualifizieren. Personalentwicklungen müssen im Rahmen eines vorausschauenden Denkens stetiger und konjunkturunabhängiger angelegt werden. RT 5

8 Die Wilhelm Schauerte GmbH züchtet ihren eigenen Nachwuchs heran. Das macht in jedem Fall Sinn, denn die eigenen Mitarbeiter haben vielfach mehr Potenzial, als man ihnen eigentlich zutraut, so Stefan Schauerte. Auch die Firma Demler Spezialtiefbau hat große wie Personalreferentin Claudia Spies bestätigt. haufen, so Schauerte weiter. Die Firma beschäftigt derzeit 150 Mitarbeiter, davon 13 Azubis. Allerdings, erklärt der Unternehmer weiter, habe man auch hier das Problem, geeignete Kandidaten zu finden. Neben den geburtenschwachen Jahrgängen sowie dem allgemein sinkenden Interesse an naturwissenschaftlich-technischen Inhalten lägen die Ursachen auch in der oft nicht zufriedenstellenden Leistungsbereitschaft vieler Schüler. Die sogenannten Buchtipp Mitarbeiter finden und halten Die besten Mitarbeiter finden und halten (Jörg Knoblauch / Jürgen Kurz, Campus Verlag): Personal ist Kapital! Gute Unternehmensführung kann man auf zwei Fragen reduzieren: Wie finde ich gute Mitarbeiter? Und: Wie halte ich diese? Mit den richtigen Mitarbeitern beginnt alles, denn begeisterte Beschäftigte sorgen für begeisterte Kunden. Die Autoren enthüllen das Geheimnis hoher Attraktivität eines Unternehmens für beste Mitarbeiter. Mit einem siebenstufigen Konzept erläutern sie, wie die richtige Mischung immaterieller und materieller Anreize optimal bei der Mitarbeiterfindung und der Mitarbeiterbindung wirkt. Zentral ist das Konzept der Mitarbeiteranalyse. Die Autoren geben den Lesern einen Beurteilungsbogen an die Hand, der die Einstufung der Mitarbeiter in dieses wichtige Klassifizierungsmodell ermöglicht. Sekundärtugenden wie Fleiß, Pünktlichkeit, Konzentrationsfähigkeit, Ordnungssinn und Respekt ließen bei den Kandidaten vielfach zu wünschen übrig. Das 1892 gegründete Familienunternehmen bildet Zerspanungsmechaniker, Industriemechaniker und Industriekaufleute aus. Spezialisiert ist man auf die Herstellung von anspruchsvollen Präzisionsdrehteilen für die Automobilindustrie, den Maschinenbau und die Sanitärindustrie. Auch bei der Demler Spezialtiefbau GmbH & Co. KG in Netphen zeichnet sich in Sachen Fachkräftemängel ein ähnliches Bild ab. Aufgrund unserer hohen Spezialisierung haben wir sehr große Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Eigentlich sind wir ständig auf der Suche nach Gerätefahrern für Bohr- und Rammgeräte oder qualifizierten Vorarbeitern, die auf der Baustelle die Koordination übernehmen, berichtet Claudia Spies, Personalreferentin des Unternehmens, das rund 80 Mitarbeiter beschäftigt. Nur durch massive Investitionen in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter könne man den Mangel einigermaßen kompensieren. So sei das Personalproblem in den vergangenen Jahren sogar so ausgeprägt gewesen, dass einige Aufträge nicht angenommen werden konnten oder zurückgestellt werden mussten. Ein Problem, von dem nicht nur die Firma Demler betroffen ist. Jeder vierte Auftrag musste aufgrund fehlender Fachkräfte 2006 deutschlandweit von Betrieben des produzierenden Gewerbes abgelehnt werden, so das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Das entspricht einem Wertschöpfungsverlust von 18,5 Milliarden Euro. Ein erheblicher Schaden also, der der deutschen Wirtschaft durch den Fachkräftemangel jährlich entsteht. Besonders deutlich zeigt sich der Personalengpass bei den Ingenieuren. Suche nach Fachkräften gestaltet sich schwierig Das liegt unter anderem daran, dass das Ingenieurstudium sehr anspruchsvoll ist und der Frauenanteil seit mindestens zehn Jahren bei circa 20 Prozent stagniert. Hinzu kommt, dass wir gerade einen regelrechten Boom im Bereich Maschinen- und Anlagenbau verzeichnen, der Markt an Fachkräften aber so gut wie leer gefegt ist, so Peter Hannemann, Personalchef bei der Siemag M-Tec GmbH in Netphen. Das 150 Mitarbeiter starke Unternehmen, das Maschinen- und Anlagen für den Bergbau und die Infrastruktur baut, hat seit Ende letzten Jahres bereits 20 neue Mitarbeiter eingestellt. Bis zum Jahresende werden 15 weitere gesucht. Das entspricht einem Aufbau von etwa 25 Prozent innerhalb eines Jahres. Damit ist die Grenze erreicht, da die Einarbeitung neuer Mitarbeiter im ersten Schritt eine zusätzliche Belastung für den vorhandenen Personalstamm darstellt. Wir brauchen beispielsweise Hydraulik- und Automatisierungsspezialisten, Techniker, Wirtschaftsingenieure, technisch qualifizierte Kaufleute, Kaufleute mit juristischem Background, aber auch Bauleiter mit einem gewerblichen Hintergrund, zählt Hannemann die Palette an offenen Stellen auf. Siemag M-Tec ist weltweit tätig, mit jedem weiteren Auftrag - zum Beispiel in China, 6

9 Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden, Wir brauchen zum Beispiel Hydraulik- und Automatisierungsspezialisten,Techniker sowie Wirtschaftsingenieure, zählt Peter Hannemann die Palette an offenen Stellen bei Siemag M-Tec auf. Russland oder Afrika - werden nicht nur Ingenieure, sondern auch Bauleiter benötigt. Diese Bauleiter müssen zusätzlich zu ihrem fachlichen Know-how bestimmte Führungsqualitäten mitbringen - wie zum Beispiel Einfühlungs- und Durchsetzungsvermögen oder einen offenen Umgang mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, mit denen sie gemeinsam Montage- und Inbetriebnahme-Phasen durchführen müssen. Englischkenntnisse sind dabei ein Muss. Bei der Mitarbeiterakquise nutzt das Unternehmen alle Möglichkeiten - von der Anzeigenschaltung in der Fach- und Tagespresse, Jobbörsen im Internet, der internen Aus- und Weiterbildung sowie die Arbeit von Personalvermittlern. In der Regel ist die Direktan- sprache von geeigneten Kandidaten am Erfolg versprechendsten, so der Personalverantwortliche. Außerdem sei man Mitglied im regionalen Jobverbund (www.regionaler-jobverbund.de). Das Prinzip ist einfach: Alle Mitglieder können hier beliebig viele Stellenanzeigen auf der Internetseite schalten oder beliebig viele Bewerberprofile anschauen und die Bewerber kontaktieren. Ist ein geeigneter Kandidat entdeckt, kann die Firma sich direkt mit diesem über eine dazwischengeschal- tete -Adresse in Verbindung setzen. Auf diese Weise werden die persönlichen Angaben des Inserenten geschützt und er allein entscheidet, ob er bei dem Unternehmen vorstellig werden möchte. Der regionale Jobverbund wurde im März 2003 von zehn heimischen Unternehmen gegründet. Inzwischen haben sich viele weitere mittelstän- 7

10 MITARBEITER DRINGEND GESUCHT! dische Betriebe der Region Siegen-Wittgenstein und Olpe dem Netzwerk angeschlossen. Auch Nichtmitglieder können sich das Jobportal zunutze machen und zwar indem sie ihre offenen Ausbildungsplätze oder Praktikumsplätze für Diplomanden oder Themen für eine Diplomarbeit in die Datenbank stellen. Doch nicht nur bei der Vermittlung von Stellen zeigt der Regionale Jobverbund Wirkung. Die Mitgliedsbetriebe nutzen gegenseitig ihre Lehrwerkstätten oder Schulungsräume und bieten darin regelmäßig Workshops und Infoveranstaltungen an. Mitgliedertreffen sorgen dafür, dass gemeinsame Interessen ermittelt, Erfahrungen ausgetauscht und so manche geschäftliche Beziehung geknüpft wird. Finanziert wird das Jobportal von den Mitgliedsbetrieben, die entsprechend ihrer Größe einen Jahresbeitrag entrichten. Im Gegenzug dürfen sie beliebig viele Stellenanzeigen schalten, Bewerberprofile abrufen und die Personen kontaktieren. In der Praxis ein schwieriges Unterfangen Trotzdem: Was sich hier bei der Bewerbersuche so einfach anhört, ist in der Praxis World Wide Web Hilfe aus dem Netz Die Jobbörse für das Dreiländereck NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen. Homepage des Bundesverbandes Personalvermittler und Anlaufstelle für Fragen jeder Art rund um die Personalvermittlung. oftmals ein schwieriges Unterfangen. Auch Henning Heimann, von der Geschäftsleitung der Stemmer GmbH in Freudenberg, ist regelmäßig auf der Suche nach geeigneten Mitarbeitern, die das geforderte Profil erfüllen. Seit über 30 Jahren betreut Stemmer Industriebetriebe, Kunden aus dem öffentlichen Dienst und Universitäten im Bereich IP-Communication, Datacenter, Business Software und Physical Security. Zwar sei man momentan mit Personal gut aufgestellt, die aktuelle Marktlage ließe es aber trotzdem zu, weitere Spezialisten sowohl im Bereich Systemtechnik wie auch im Bereich Software-Engeneering einzustellen. Heimann: Rückblickend müssen wir leider resümieren, dass wir etwa 30 Prozent der Planstellen wegen hohen Anforderungen und Vorgaben nicht besetzen konnten, weil die richtigen Bewerber fehlen. gh Henning Heimann, Geschäftsführer der Stemmer GmbH in Freudenberg, ist regelmäßig auf der Suche nach geeigneten Mitarbeitern, die das geforderte Profil erfüllen. 8

11 First-Class von und nach Spanien Schneller, leistungsfähiger und immer einen Schritt voraus. So wurde DB Schenker zum Marktführer im europäischen Landverkehr. Die Kombination von Spain-Tirs starkem nationalem Netzwerk und seinen internationalen Verkehren mit dem flächendeckenden Netzwerk von DB Schenker realisiertfür unsere Kunden klare Wettbewerbsvorteile. Von Portugal bis nach Sibirien, von Finnland bis nach Sizilien - alles aus einer Hand. Führendes europäisches Landverkehrsnetzwerk und nationale Netzwerke in Spanien und Portugal Zugang zu einem flächendeckenden Beschaffungs- und Distributionsnetzwerk im Landverkehr - europaweit 700 Standorte, davon mehr als 70 auf der Iberischen Halbinsel Zahlreiche neue Direktverkehre und erhöhte Frequenzen für internationale Landtransportverbindungen ProfitierenSie von unsereminnovativen und durchgängigen Service in Europa:

12 Aktuell Zukunftskonferenz Region stellt sich mit vereinter Kraft in Zukunftsfragen auf Wie muss sich Siegen-Wittgenstein aufstellen, um auch im Jahr 2020 ein attraktiver Standort zum Leben und Arbeiten zu sein? Diese Frage stand bei einer Podiumsdiskussion im Mittelpunkt. Der Startschuss ist gefallen, die Zukunftskonferenz des Kreises Siegen-Wittgenstein ist in einer Werkshalle der Achenbach Buschhütten GmbH in Kreuztal über die Bühne gegangen. In fünf Arbeitskreisen hatten die Vertreter der verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen Vorarbeit geleistet und ihre Erwartungen formuliert. Die Frage: Wie sich der Kreis bis zum Jahr 2020 entwickeln muss, um im Wettbewerb mit anderen Kreisen zu bestehen. Ein zentrales Problem dabei ist für IHK-Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt, der den Arbeitskreis Infrastruktur moderierte, das Gewerbeflächendefizit. Bis 2010 müssten die im Regionalplan verabschiedeten geplanten Gewerbeflächen realisiert sein, damit erweiterungswillige Unternehmen nicht zum Wegzug gezwungen seien. Ein wesentlicher, auch von den Gewerkschaften geforderter Aspekt ist dabei, dass die Arbeitnehmer zumutbare Wege zu ihren Arbeitsstellen haben. Mockenhaupt, Landrat Paul Breuer und MdB Willi Brase nutzten die Gelegenheit, Landeswirtschaftsministerin Christa Thoben die ebenso wie NRW-Wissenschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart an der Konferenz teilnahm aufzufordern, für das geplante Gewerbegebiet auf der Ostheldener Höhe die erforderliche Zustimmung zu geben. Das Gebiet wird derzeit in einem eigenen Verfahren nochmals überprüft. Rund 200 Gäste nahmen an der Auftaktveranstaltung der Zukunftskonferenz in der Buschhüttener Ein zentrales Problem ist laut IHK-Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt das Gewerbeflächendefizit. Bis 2010 müssten die im Regionalplan verabschiedeten geplanten Gewerbeflächen realisiert sein, damit erweiterungswillige Unternehmen nicht zum Wegzug gezwungen sind. Werkshalle teil, um über die Zukunft der Region zu beraten. Die Gestaltung der Zukunft ist nicht Aufgabe einiger weniger, sondern Aufgabe aller, betonte Landrat Paul Breuer in seiner Begrüßung. Die Politik könne nicht alle Aufgaben alleine schultern, sondern brauche hierzu die Menschen. Ziel muss sein, die müssten, könnten, sollten, hätten, würden also die versammelten Konjunktive - hinter uns zu lassen und zu konkreten Projekten zu kommen, die wir partnerschaftlich mit der Landespolitik entwickeln! Zur Vorbereitung der Veranstaltung hatten fast 100 Vertreter von Unternehmen, Institutionen, Gewerkschaften, Vereinen und Verbänden, aus der Politik sowie Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen in Werkstattgesprächen fachliche Vorarbeit geleistet: Beim Blick auf Themenfelder mit besonders dringendem Handlungsbedarf wurden Ziele und Empfehlungen für Aktivitäten erarbeitet, um zukunftsweisende Antworten zum Beispiel auf die Herausforderungen zu finden, die mit der demografischen Entwicklung für die Region verbunden sind. Zu den untersuchten Feldern gehörten die Bereiche Wirtschaft/Universität, Gewerbeflächen, Verkehr und Kommunikationsinfrastruktur, Aus- und Weiterbildung, Naturraum und Tourismus sowie Regionale kommunale Sozialpolitik. Die Moderatoren der Werkstattgespräche waren Harald Peter (Vorstand Sparkasse Siegen), IHK-Hauptgeschäftsführer Franz-Josef Mockenhaupt, der DGB-Regionsvorsitzende Willi Brase (MdB) sowie die Bürgermeister Christoph Ewers (Burbach) und Steffen Mues (Siegen). Sie stellten die Ergebnisse der Öffentlichkeit vor. Etliche Ziele, die in Projekten realisiert werden sollen, wurden vorgestellt. Die Minister aus Düsseldorf lobten das Engagement und den gewählten Ansatz, perspektivisch Politik zu machen. Andreas Pinkwart zum Bespiel sah für die sehr gut in der Region vernetzte und verankerte Uni gute Chancen, gemeinsam mit der Wirtschaft den Wettbewerb um Ressourcen und Studenten zu gewinnen. Christa Thoben betonte, dass die Landesregierung mit Blick auf die Nachfrage nach Gewerbeflächen über den Regionalplan 2007 Wünsche erfüllt habe. Doch wie geht es weiter? Die Ergebnisse der Werkstattgespräche sollen als Broschüre an alle Haushalte gesandt werden. In einem nächsten Schritt werden die Projekte in die Arbeit der kommunalpolitischen Gremien einfließen, damit in den Städten und Gemeinden sowie auf Kreisebene die erforderlichen Beschlüsse gefasst werden können. Ein Leitbild für den Kreis soll erarbeitet werden. Eines, dessen regionale Vorzüge ohne falsche Bescheidenheit sich erklären und vermarkten lässt wichtig, gerade mit Blick auf die Regionale 2013 und die wachsende Partnerschaft der fünf Kreise in Südwestfalen. 10

13 First-Class vonund nach Portugal Schneller, leistungsfähiger und immer einen Schritt voraus. So wurde DB Schenker zum Marktführer im europäischen Landverkehr. Die Kombination von Spain-Tirs starkem nationalem Netzwerk und seinen internationalen Verkehren mit dem flächendeckenden Netzwerk von DB Schenker realisiertfür unsere Kunden klare Wettbewerbsvorteile. Von Portugal bis nach Sibirien, von Finnland bis nach Sizilien - alles aus einer Hand. Führendes europäisches Landverkehrsnetzwerk und nationale Netzwerke in Spanien und Portugal Zugang zu einem flächendeckenden Beschaffungs- und Distributionsnetzwerk im Landverkehr - europaweit 700 Standorte, davon mehr als 70 auf der Iberischen Halbinsel Zahlreiche neue Direktverkehre und erhöhte Frequenzen für internationale Landtransportverbindungen ProfitierenSie von unsereminnovativen und durchgängigen Service in Europa:

14 Aktuell Industrieumsatz Region ist wichtiger Jobmotor in NRW Die Hauptindustriebranchen in Siegen-Wittgenstein und Olpe befinden sich auf Wachstumskurs. Die Industrie im Bezirk der IHK Siegen hat das Jahr 2007 mit einem neuen Rekordumsatz abgeschlossen: 14,8 Milliarden Euro erzielten die heimischen Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 9,1 Prozent. Hauptmotor war der Export mit einem Zuwachs von 13,4 Prozent. Der Inlandsumsatz stieg mit 6,3 Prozent ebenfalls merklich an. Diese Daten, die deutlich über dem NRW- Landesdurchschnitt liegen, unterstreichen die Leistungsstärke der Industriebetriebe im IHK-Bezirk, so IHK-Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt. Im Zuge der guten Wirtschaftsentwicklung war die Industrie in Siegen-Wittgenstein und Olpe der bedeutendste Jobmotor. Ein Beschäftigungszuwachs von über sechs Prozent macht dieses mehr als deutlich. Dahinter stehen fast 3500 neue Arbeitsplätze in den Betrieben. Ebenso bemerkenswert: Der Beschäftigungszuwachs in der heimischen Industrie fiel mit über 6 Prozent so deutlich aus wie seit dem Boom der Wende nicht mehr. Zum Vergleich: In NRW stieg die Zahl der Industriemitarbeiter mit einem Plus von 2,4 Prozent deutlich weniger an. Auf Wachstumskurs befinden sich die Hauptindustriebranchen in Siegen-Wittgenstein und Olpe: Die stärksten Umsatzzuwächse verzeichneten die Hersteller von Metallerzeugnissen (+ 16 Prozent). Dazu gehören vor allem die Stahl- und Leichtmetallbauer, aber auch die Autozulieferer im Südsauerland. Dieser Wirtschaftszweig profitierte am meisten vom Exportboom (+ 21 Prozent), der Inlandsumsatz nahm weniger zu. Zulegen konnte auch die Metallerzeugung und -bearbeitung, zu der unter anderem die Stahlrohrhersteller im Siegerland gehören (+ 12 Prozent). Auch der Maschinenbau bleibt dank des Exports mit einem Umsatzzuwachs von 5 Prozent auf Erfolgskurs. Und die gute Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe des IHK-Bezirks setzt sich zu Beginn des Jahres 2008 fort: Bis Februar wurden ähnliche Zuwachsraten beim Umsatz und Personal erzielt wie in Nun bleibt laut IHK abzuwarten, ob der Aufschwung angesichts der gestiegenen Konjunkturrisiken weiter anhält. IHK Siegen Vollversammlung tagt Die Vollversammlung der IHK Siegen tritt am 11. Juni 2008 im Haus der Industrieund Handelskammer, Koblenzer Str. 121, in Siegen zusammen. Beginn der Veranstaltung ist um Uhr. Einzelhandelsausschuss Das Internet zahlt sich aus Über Online-Shops werden immer mehr Waren an den Mann gebracht. Und auch, wenn der Internet-Handel mit rund 5 bis 6 Prozent nur einen geringen Anteil am bundesweiten Einzelhandelsumsatz von 360 Milliarden Euro hat, gewinnt er für den Handel doch zunehmend an Bedeutung. So stand das Thema Verkaufen im Internet im Mittelpunkt der Frühjahrssitzung des IHK-Einzelhandelsausschusses. Benjamin Loos, geschäftsführender Gesellschafter der Freudenberger Sologics ohg, einem E-Commerce Dienstleister, stand den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort. Besonders beliebt sind Einkäufe im weltweiten Netz, wenn es um Bücher, Musik- CDs, Mode, Schuhe oder technische Geräte geht, so Loos. Auch könne sich der Betrieb eines Onlineshops für Einzelhändler als sinnvolle Ergänzung des Ladenlokals auszahlen. Auf diese Art und Weise würden ganz neue Kundenkreise erschlossen. Allerdings unterschätzen laut Fachmann viele Internet-Neulinge die Anlaufkosten. Es reicht heute nicht mehr aus, sich einen Online-Shop einzurichten, meinte Loos. Wichtig ist auch ein gezieltes Marketing, das in der ersten Zeit ein Vielfaches der Shop-Kosten verursachen kann. Ebenso sollten die Abwicklungsfragen im Vorfeld geklärt werden - angefangen bei den Zahlungsmethoden bis hin zur Logistik. Auch in Siegen-Wittgenstein und Olpe kommt das Internet im Einzelhandel mehr und mehr zum Einsatz. Während ein Großteil der Unternehmen die eigene Homepage für allgemeine Informationen nutzt, betreiben andere seit Jahren erfolgreich einen Internetshop. Aber auch hier zählt laut Fachmann ein guter Service. Einträgliche Erfolgsaussichten haben Online-Shops, die sich auf bestimmte Produkte spezialisieren und besondere Kompetenzen aufbauen. Der Händler vor Ort ist hingegen nach wie vor gefragt, wenn es um Waren geht, die an die speziellen Bedürfnisse des Kunden angepasst werden müssen zum Beispiel im Optikbereich. 12

15 Das Aufschwungpaket für den regionalen Mittelstand ist geschnürt: ChancenKapitalPlus. Wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Unternehmen der Region stärken. Mit dem neuen Aufschwungpaket ChancenKapitalPlus der Sparkasse Siegen steht dazu ein innovatives Finanzierungskonzept bereit. Es bietet Ihnen ein Darlehen der Sparkasse und gleichzeitig eine stille Beteiligung des Siegerlandfonds, z. B. für neue Maschinen, Fahrzeuge, Personal, Software etc. Das Ergebnis: Liquide Mittel für Investitionen verbunden mit einer Erhöhung Ihres Eigenkapitals sorgen für eine solide Bilanz und bessere Zukunftschancen. Unsere Firmenkundenberater packen Ihnen gerne Ihr individuelles Aufschwungpaket. Sparkasse Siegen: Hierzulande echt starke Partner.

16 Aktuell Olper Stammtisch Haus der Berufsvorbereitung auf breitem regionalem Fundament Auf eine beeindruckende Bilanz des Jahres 2007 konnten die Unternehmer aus dem Kreis Olpe zurückblicken, die auf Einladung der IHK Siegen am traditionellen Olper Stammtisch teilnahmen. Nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung war und ist zufriedenstellend. IHK-Präsident Franz Becker Zahlreiche Olper Unternehmer nahmen die Einladung der IHK Siegen zum traditionellen Olper Stammtisch an. (Kirchhundem) unterstrich insbesondere das Ergebnis der Lehrstellenbilanz des Jahres Prozent mehr Ausbildungsverträge seien abgeschlossen worden. Besonders herausragend sei dabei die Steigerung bei den gewerblichen Berufen um fast 30 Prozent. Dies, so Becker, sei die einzig richtige Antwort auf die drohende Zunahme des Facharbeitermangels. Der ist auch mit ein Motiv für das Projekt Haus der Berufsvorbereitung, mit dem der Übergang von Hauptschülern in die Berufsausbildung im Kreis Olpe verbessert werden soll. Das Projekt wird derzeit vom Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK Siegen gemeinsam mit der Lewa GmbH (Attendorn), dem Wendener Unternehmen EMG sowie dem Aus- und Weiterbildungszentrum des Bauhandwerks in Kreuztal-Fellinghausen vorbereitet. Nach dem Grundsatz des Forderns und Förderns erhalten Hauptschüler, die über das zehnte Schuljahr hinweg freitags nachmittags und samstags vormittags ergänzend zu ihrem normalen Schulunterricht ein Langzeitpraktikum durchlaufen, mit relativ großer Wahrscheinlichkeit eine Lehrstelle. Ziel ist es für die am Projekt beteiligten Schüler eine Übergangsquote von 80 Prozent zu erreichen. Für den ersten Lehrgang, der in der letzten Sommerferienwoche im Kreis Olpe beginnt, liegen bereits 75 Bewerbungen vor. Diese werden derzeit vom bbz gesichtet. Die Bewerbungsgespräche laufen, und schon bald wird feststehen, mit welcher Personenzahl der Lehrgang startet. IHK-Präsident Franz Becker wies vor den Unternehmern darauf hin, dass es innerhalb weniger Wochen gelungen sei, den Kreis Olpe ( Euro), die Agentur für Arbeit ( Euro) sowie die Deutsche-Bank- Stiftung, die BP-Stiftung und die Grohe- Stiftung (gesamt: Euro) für die Mitfinanzierung des Projektes zu gewinnen. Mehr als bemerkenswert sei zudem, dass von vierzehn Unternehmen, der IHK, dem Arbeitgeberverband Olpe, der Olper IG Metall sowie dem DGB weitere Euro zur Finanzierung dieses Projektes aufgebracht worden seien. Das ist beispielhaft im Land Nordrhein-Westfalen. Es zeigt zugleich, dass zahlreiche Unternehmen ihre gesellschaftspolitische Verantwortung im Themenfeld,Übergang Schule und Beruf in vorbildlicher Weise wahrnehmen, so Franz Becker. In den kommenden drei Jahren erhielten dadurch bis zu 250 Hauptschulabsolventen die Chance, mit großer Sicherheit direkt von der Schulbank an die Werkbank wechseln zu können ohne auf sogenannte Warteschleifen angewiesen zu sein. Zweites Thema bei dem Unternehmertreffen war die regionale Verkehrsinfrastruktur. Professor Dr. Jürgen Steinbrecher von der Universität Siegen referierte über die besondere Bedeutung eines gut ausgebauten Landesstraßennetzes. Er belegte, dass seit Jahren insbesondere die Landesstraßen chronisch unterfinanziert sind und eine angemessene Reaktion der Politik überfällig sei. Hinzu komme, dass gerade für das Sauer- und Siegerland die Landesstraßen als häufig alleiniger Verkehrsträger eine deutlich wichtigere Funktion zur Raumerschließung haben als ihnen in den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr zukommt. Aus dieser Tatsache muss die Politik Konsequenzen ziehen, so die Unternehmer, und zukünftig weniger von Gleichbehandlung als vielmehr von gerechter Behandlung des Straßenbaus in einzelnen Landesteilen reden. 14

17 Anzeige Das typisch Deutsche an England heißt Wittfeld Mancher Unternehmer möchte die gute Bauqualität und das gute Projektmanagement, das er von Deutschland gewohnt ist, gerne mit ins Ausland nehmen. Etwa dann, wenn er in Großbritannien eine neue Niederlassung oder ein Produktionsgebäude schlüsselfertig erstellen lassen möchte. Doch wo findet er einen geeigneten Partner, der mit den dortigen Verhältnissen bestens vertraut ist, der Bauqualität und Baumanagement Made in Germany liefert? Er findet ihn in Wallenhorst bei Osnabrück! Dort ist die Unternehmenszentrale der Baugesellschaft Wittfeld GmbH. Wittfeld ist bekannt als Spezialist für das schlüsselfertige Erstellen von Industrie- und Gewerbebauten jeder Größenordnung. Darüber hinaus ist Wittfeld imbau von Infrastrukturen und im Ingenieurbautätig. Seit über sechs Jahren betreibt Wittfeld auch in London eine Niederlassung. Von deren Leistung, Qualität und Termintreue konnten sich bereits deutsche und britische Bauherren imzuge von abgewickelten Baumaßnahmen überzeugen. Ausgeführt werden die schlüsselfertigen Leistungen mit eigenem Personal für das Baustellenmanagement und zertifizierten Nachunternehmern für die unterschiedlichen Gewerke. Wittfeld zieht dabei Planungsbüros für Architektur, Statik und die technische Gebäudeausrüstung ein. Das Leistungsspektrum von Wittfeld UK umfasst alle Arbeiten von der Grundstücksermittlung über das Finanzieren bis hin zum Einzug alles aus einer Hand. Zu den deutschsprachigen Unternehmen, die Wittfeld in England mit dem Erstellen von Großprojekten beauftragt haben, zählen die Firmen Stauff Logistics UK aus Sheffield, ein global aktiver Spezialist für die Hydraulikindustrie mit Firmenstammsitz im sauerländischen Werdohl, sowie die Firma Egger UK, einer der global führenden Hersteller von Holzwerkstoffen mit Firmenstammsitz inst. Johann, Tirol. Die Bausummen beliefen sich bei dem Projekt Stauff Logistics auf annähernd 3,2 Millionen GBP bzw. beim Projekt Egger UK auf 24,3 Millionen GBP. Weitere Informationen: Projekt in Zahlen Auftraggeber Egger UK, Hexam Auftragsvolumen ca. 32 Millionen Euro Baufeldgröße ca Quadratmeter Beschäftigte Mitarbeiter ca. 400 Verarbeiteter Beton Kubikmeter Verarbeitete Bewehrung Tonnen Schalung Quadratmeter Lieferung und Einbau von Schotter Tonnen Bodenabfuhr Kubikmeter Anzahl der Gebäude 7 in unterschiedlicher Größe Gesamte bebaute Fläche ca Quadratmeter

18 Koblenzer Straße 1, Siegen Telefon 02 71/ , Fax -128 Immobilien-Beratung Friedrich GmbH Aktuell IHK-Ausbildungsumfrage Betriebe spüren demografische Entwicklung Büro: Sonnenwinkel 25a Siegen-Meiswinkel Telefon 02732/21299 Telefax 02732/21291 Lager und Am Hüttengraben 25 Ausstellung: Siegen-Geisweid Telefon 02 71/87901 Telefax / Für Büro- und Industrieanwendungen... Die Umfrage ergab, dass Betriebe mittlerweile auf ein breit gefächertes Instrumentarium zurückgreifen, wenn sie Lehrlinge rekrutieren...damit sich Ihre Vernetzung nicht verhaspelt! Tillmann-Stolz-Straße Siegen Telefon: 0271/ DEUTSCHES AUSSCHREIBUNGSBLATT vormals BUNDESAUSSCHREIBUNGSBLATT DEUTSCHES AUSSCHREIBUNGSBLATT Sparen Sie Zeit! Aufträge per oder per Fax Aktuelle Aufträge speziell für Ihre Branche bequem per oder per Fax Zeitersparnis denn wir recherchieren für Sie Aufträge nach Maß selektiert nach Branchen und PLZ-Bereichen Beim -Service Zugriff auf elektronische Vergabeunterlagen Infos unter: deutsches-ausschreibungsblatt.de werner gerhards Netzwerktechnik Kupfer-Verkabelung Lichtwellenleiter- Verkabelung Spezial Jedes achte Ausbildungsunternehmen gibt deutlich rückläufige Bewerberzahlen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen an. Über die Hälfte der Unternehmen hält die Zahl der Bewerbungen noch für ausreichend, bemängelt jedoch die deutlich nachlassende Qualität der Bewerbungen. Zugleich machen 62 Prozent der Befragten die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger als wesentliches Ausbildungshemmnis aus. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer IHK-Ausbildungsumfrage, an der sich laut Industrie- und Handelskammer Siegen in den vergangenen Wochen 201 Unternehmen aus den Kreisen Siegen- Wittgenstein und Olpe beteiligten. Rund 35 Prozent der Betriebe gaben an, bei der Gewinnung von Auszubildenden derzeit noch keine Schwierigkeiten zu haben. Immerhin jedes achte Unternehmen konnte seine Ausbildungsplätze im vergangenen Jahr jedoch nicht besetzen, weil keine geeigneten Bewerbungen vorlagen. Nach den Kriterien der mangelhaften Bewerbereignung befragt, wiesen 59 Prozent der befragten Firmen auf erhebliche Defizite bei den elementaren Rechenfertigkeiten der jungen Leute hin. Immerhin 55 Prozent kritisierten das schwache mündliche und schriftliche Ausdrucksvermögen der jungen Leute. Abermals machten die Betriebe Mängel in den Sekundärtugenden Belastbarkeit (45 Prozent), Disziplin (41 Prozent) sowie der Leistungsbereitschaft und der Motivation (52 Prozent) aus. Folgerichtig meinten dann auch über zwei Drittel der befragten Unternehmen, dass der wesentliche Schlüssel zur Schaffung von zusätzlichen Ausbildungsplätzen in einer besseren schulischen Vorbildung der Bewerber zu sehen sei. Die Umfrage ergab, dass die Firmen mittlerweile auf ein breit gefächertes Instrumentarium zurückgreifen, wenn sie Lehrlinge rekrutieren. 38 Prozent der Befragten gaben an, ihre offenen Ausbildungsplätze stets der Agentur für Arbeit zu melden. Hin und wieder tun dies 25 Prozent. Demgegenüber verzichten 37 Prozent der Betriebe grundsätzlich auf die Dienstleistungen der Agentur für Arbeit. 41 Prozent der befragten Unternehmen setzen auf regionale Printmedien, um ihre Auszubildenden zu rekrutieren. Und auch das Internet wird zu diesem Zwecke von immer mehr Firmen (26 Prozent) genutzt. Übrigens wollen 59 Prozent der befragten Ausbildungsunternehmen im laufenden Ausbildungsjahr 2008 ihr Angebot an Lehrstellen stabil halten. Immerhin 23 Prozent gaben an, das Angebot auszuweiten, während lediglich 19 Prozent eine Verringerung vorsehen. Dies könnte als Indiz dafür gewertet werden, dass sich die anhaltend gute Lehrstellenentwicklung des vergangenen Jahres bis ins Lehrstellenjahr 2008 trägt. 16

19 Aktuell Kinderschutzbund Siegen-Wittgenstein Kunst zugunsten von Kindern brachte gute Erlöse Miteinander hieß eine Ausstellung, die in den Räumen der IHK Siegen eröffnet wurde. Die Künstler Susanne Czwalinna, Regine Seelbach und Ulrich Fleischhauer zeigten über 50 Arbeiten, die sie zugunsten des Siegener Kinderschutzbundes verkauft werden sollten. 40 Prozent des Erlöses waren als Spende für die offene Anlauf- und Kontaktstelle Drüber reden hilft des Kinderschutzbundes vorgesehen. Wir haben irgendwann festgestellt, dass es nicht reicht, den Kindern nur eine telefonische Beratung anzubieten, sagte Ingrid Freter als Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes, Kreisverband Siegen-Wittgenstein. Die Beratungsstelle habe sich schnell bewährt, aber noch immer keine feste finanzielle Basis, trotz des Einsatzes von Fachkräften. Alles laufe über Spenden. Die Ausstellung war übrigens eine Kooperation des Kinderschutzbundes mit dem Soroptimist International Club Siegen. Die Organisation für Frauen in verantwortlichen Positionen ist weltweit in wohltätiger Mission aktiv. Der Siegener Ableger soll im September 2009 offiziell gegründet werden, bis dahin treffen Kunst zugunsten von Kindern: Eine Vernissage, die in den Räumen der IHK Siegen großen Anklang fand. sich rund 20 Frauen einmal im Monat inoffiziell. Künftige Präsidentin ist Dr. Annemarie Memarian, Ingrid Freters Vorgängerin an der Spitze des Kinderschutzbundes. Die beiden Frauen setzten sich zusammen und fanden ein gemeinsames Projekt. Daher stamme auch der Ausstellungstitel Miteinander, der zusätzlich noch den Gastgeber IHK mit einbezog, sagte Eva Jürcke, Patin des künftigen Siegener Soroptimist-Clubs, der schon vor seiner eigentlichen Gründung in der Region aktiv sein will.

20 Aktuell Personalie Bald feiert 60. Geburtstag Helmut Bald feiert am 24. Juni seinen 60. Geburtstag. Der Jubilar vertritt seit 2002 in der Vollversammlung der IHK Siegen den Einzelhandel. Er ist Geschäftsführer der Möbelhaus Heinrich Bald GmbH & Co. KG in Siegen. Außerdem gehört Helmut Bald dem Einzelhandelsausschuss der IHK Siegen an und ist Beisitzer der Einigungsstelle zur Beilegung von Wettbewerbsstreitigkeiten. Ausbildungsverträge Anzahl steigt weiter Die Zahl der Ausbildungsverträge im Bereich der IHKs wird in diesem Jahr vermutlich erneut steigen. Damit rechnet der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, nach ersten Zahlen aus den Regionen. Braun: Ich bin zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr den Rekordwert von 2007 noch übertreffen. Und das trotz sich langsam abschwächender Konjunktur. Jeder ausbildungswillige und -fähige Schulabgänger werde auch in diesem Jahr wieder ein Angebot auf Ausbildung bekommen - wie es im Ausbildungspakt vereinbart sei. Einem Rechtsanspruch auf Ausbildung erteilte Braun dagegen ein Absage: Das wäre genauso unsinnig wie ein Recht auf Abitur. Ohne Verantwortung für die eigene Zukunft geht es nicht. Wir wollten uns aber in der Tat gemeinsam engagieren, um auch den schlechteren Schulabgänger eine Chance auf eine betriebliche Qualifizierung zu eröffnen. Die guten Absolventen können sich die Ausbildungsplätze inzwischen ohnehin vielfach schon aussuchen. Die befürchtete Qualitätslücke sei inzwischen Realität. Energie Gehen die Lichter aus? Dramatische Steigerungen der Energiepreise, überforderte Leitungsnetze, mangelnde Kraftwerkskapazitäten, drohende Blackouts. Die Debatten zum Thema Energie werden aktuell von einer Fülle beunruhigender Nachrichten beherrscht. Die notwendigen Konsequenzen für Nordrhein-Westfalen stehen im Mittelpunkt des Energiepolitischen Dialogs, den die IHKs bis Oktober mit Unternehmern, Energiefachleuten und Wissenschaft führen. Die deutschen Energieversorger investieren künftig immer häufiger in Kraftwerke im Ausland. Weil die Politik Maßnahmen gegen den drohenden Klimawandel ergreift und im Energieversorgermarkt mutmaßlich zu wenig Wettbewerb herrscht, standen und stehen Unternehmen und Verbrauchern drastische Energiepreissteigerungen ins Haus. Die hohe Nachfrage nach Energierohstoffen in den aufstrebenden Volkswirtschaften China und Indien tut ein Weiteres dazu. Die Ölreserven drohen zu versiegen, der Ölpreis ist aktuell so hoch wie nie. Die Masse der Energierohstoffe liegt in der Hand einiger weniger Staaten, die Deutschland den Hahn zudrehen könnten. Doch was heißt das für die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen, das gerne als Energieland Nr. 1 bezeichnet wird? Dies ist nur eine von vielen Fragen, mit der sich IHK-Energie-Veranstaltungen in NRW beschäftigen. Sie finden in folgenden Städten statt: Wettbewerb und Energiemarkt (23. Juni, Köln), Energie- und Klimapolitik (12. August, Duisburg), Energiemix (10. September, Marl), Forschung und Entwicklung (14. Oktober, Jülich) sowie Energieeffizienz (30. Oktober, Wuppertal). Einzelhandel Vorsicht bei Krediten Von der guten Auftragslage der Industrie hat der Einzelhandel bisher wenig profitiert. Unter der Leitung von Hans-Wilhelm Fuchs (Brillen-Fuchs Optik-Foto GmbH, Siegen) befasste sich der Einzelhandelsausschuss der Industrie- und Handelskammer Siegen mit der Frage, wie es um die Zahlungsfähigkeit der Käufer bestellt ist. Klaus-Peter Hain, Geschäftsführer der Creditreform Siegen Ernst Hain KG, gab einen kurzen Lagebericht: Während deutschlandweit fast jeder neunte Erwachsene überschuldet ist, betrifft es laut Fachmann im Kreis Olpe nur jeden zwölften und im Kreis Siegen-Wittgenstein jede elfte Person. Die Hauptursachen, so Hain, sind Arbeitslosigkeit und Scheidungen. Und die Kurve zeigt seit einigen Jahren nach oben. Der Höchststand sei noch nicht erreicht. Häufig zeige die nachwachsende Generation das gleiche Verschuldungsverhalten wie die Eltern. Hain regte an, Geldund Wirtschaftsfragen schon sehr früh in der Schule zu behandeln, um bei den Jugendlichen mehr Gespür für wirtschaftliche Zusammenhänge zu wecken und sie vor übereilten Krediten zu bewahren. Urheberrecht Abgaben im Überblick Unter dem Titel Lästige Abgaben Von der GEMA bis zur Künstlersozialkasse informierte die IHK Siegen die Mitglieder ihres Einzelhandelsausschusses über aktuelle Urheberrechtsfragen. Denn erst wenn sich Vertreter einer Verwertungsgesellschaft oder der Künstlersozialkasse melden, sehen sich viele Unternehmen das erste Mal mit dem Urheberrecht oder der Künstlersozialabgabe konfrontiert. Dann aber kann es teuer werden, wie Rudolf König gen. Kersting, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Recht, anhand eines Beispiels erläuterte: Wenn im Ladenlokal Hintergrundmusik läuft, löst das schon Vergütungsansprüche der Urheber aus. Sie werden durch die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) erhoben. Deshalb sollten Radios, Fernseher und andere Wiedergabegeräte ohne GEMA-Vertrag nicht im Verkaufsraum betrieben werden, meint König gen. Kersting. Die GEMA-Gebühren richten sich unter anderem nach der Größe des Ladenlokals. Und auf eine weitere Kostenfalle machte der Fachmann aufmerksam: Unternehmen, die ihren Kunden Fotokopierer zur Verfügung stellen, müssen eine Vergütung an die Verwertungsgesellschaft Wort leisten. 18

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