Siebengeschosser in Berlins Mitte

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1 fermacell Objektreportage: Siebengeschosser in Berlins Mitte Neue Perspektiven für den urbanen Wohnungsbau Das Objekt Nach dem europa- wenn nicht sogar weltweit beachteten Projekt e3 haben die Berliner Architekten Tom Kaden und Tom Klingbeil jetzt eine weitere siebengeschossige Holzkonstruktion in der Hauptstadt realisiert. Ein objektbezogenes ganzheitliches Brandschutzkonzept auf Grundlage der Berliner Bauordnung (BauO Bln) machte es möglich, das Wohnhaus in Holztafelbauweise zu erstellen. Mit Gipsfaser-Platten von fermacell konnten die hohen brandschutztechnischen Anforderungen erfüllt werden. Das neueste Projekt auf den Grundstücken Boyenstraße 26 und 27 in Berlin-Mitte wurde strikt nach ökologischen Kriterien realisiert. So verzichtete das Planerduo unter anderem auf den Einsatz chemischer

2 Holzschutzmittel oder auf Dampfsperren aus Kunststoff. Beide Bauten verfügen über insgesamt sieben Wohneinheiten, die sich jeweils über das gesamte Geschoss erstrecken und kontrolliert be- und entlüftet werden. Die beiden Siebengeschosser erfüllen den KfW-Effizienzhaus 40 Standard. Alle Wohnungen sind mit Fußbodenheizung ausgestattet und barrierefrei konzipiert. Abgesehen von der Fassadengestaltung sind darüber hinaus beide Objekte baugleich. Die Aufgabe Wegen der großen Höhe der Fußboden des obersten Geschosses liegt 19,65 m über dem Geländeniveau entspricht das Gebäude der Gebäudeklasse 5 der Berliner Bauordnung (BauO Bln). Diese Klasse umfasst Gebäude, die eine Fußbodenhöhe des obersten Geschosses mit Aufenthaltsräumen von mehr als 13 m bzw. Nutzungseinheiten von mehr als 400 m² Brutto-Grundflächen aufweisen. In dieser Gebäudeklasse sind ausschließlich Konstruktionen zulässig, bei denen tragende und aussteifende Wände und Stützen entsprechend der DIN bzw. der EN feuerbeständig in F90-AB ausgeführt werden. Dabei muss bei Feuereinwirkung die Tragfähigkeit bzw. der Raumabschluss von Bauteilen mindestens 90 Minuten lang gewährleistet sein. Feuerbeständige Bauteile müssen in den wesentlichen Teilen aus nichtbrennbaren Baustoffen (Baustoffklasse A) bestehen. Holzkonstruktionen sind damit in dieser Gebäudeklasse praktisch ausgeschlossen, zumal die Berliner Bauordnung den mehrgeschossigen Holzbau zwar grundsätzlich vorsieht, jedoch nur bis zur Gebäudeklasse 4. Die Lösung Um das Gebäude trotzdem in Holztafelbauweise realisieren zu können, erarbeiteten Dehne, Kruse Brandschutzingenieure ein individuelles, 2

3 ganzheitliches Brandschutzkonzept. Durch die allseitige Einkapselung der Holzkonstruktion mit einer brandschutztechnisch wirksamen Bekleidung aus nichtbrennbaren Baustoffen konnte die Forderung nach F90-AB-Qualität erfüllt werden. Ausgeführt wurde die brandschutztechnisch wirksame Bekleidung der Holzkonstruktion mit fermacell Gipsfaser-Platten. Die Platten gewährleisten je nach Konstruktion Brandschutz bis zur Feuerschutzklasse F 120 und sind gemäß der EN als nichtbrennbarer Baustoff der Baustoffklasse A 2 klassifiziert. Gleichzeitig erfüllt fermacell alle Anforderungen, die an moderne Wände gestellt werden. Die Platten bieten mit ihrer homogenen Struktur auf Grund ihrer Faserarmierung (recycelte Papierfasern) eine hohe mechanische Beanspruchbarkeit und stellen mit Material- und Verarbeitungseigenschaften, die dem Holz sehr ähnlich sind, eine gute Ergänzung zur Holzunterkonstruktion dar. Das Gebäude wurde in Skelettbauweise erstellt. Dabei wurden zwischen den beiden Außenwandscheiben aus Beton zwei Stahlstützen als tragende Elemente jeweils im Drittelpunkt der Außenwand angeordnet. Der Raumabschluss erfolgte durch Holzrahmenwände in 24 cm Dicke, die in den Werkstätten der Zimmerei Sieveke hergestellt und just-in-time zur 3

4 Baustelle geliefert wurden. Die Kapselung des stählernen Tragwerkes der Außenwände erfolgte in K 2 60-Qualität mit 2 x 18 mm fermacell Gipsfaser- Platten. Raumseitig wird die Holzkonstruktion durch eine Beplankung mit 2 x 18 mm fermacell Gipsfaser-Platten vor Entzündung geschützt. Die Hohlräume der Konstruktion wurden vollständig mit 24 cm dicker Mineralwolle (Schmelzpunkt über 1000 C) gedämmt. Nach außen hin wird die Kapselklasse K 2 60 durch die Kombination von Steinwollelamellen (8 cm) und einer einlagigen Beplankung mit 15 mm dicken fermacell Gipsfaser-Platten erreicht. Eine Bekleidung mit 8 mm dicken Faserzementplatten schließt die Konstruktion nach außen ab und bietet eine nichtbrennbare Oberfläche. Fazit Die Architekten Kaden Klingbeil beweisen, dass auch bei mehrgeschossigen Holzbauten der Gebäudeklasse 5 bezüglich des brandschutztechnischen Sicherheitsniveaus keine signifikanten Unterschiede zu Massivbauten aus Stahlbeton oder Mauerwerk bestehen, sofern entsprechende konstruktive Maßnahmen zum vorbeugenden Brandschutz erfolgen. Im vorliegenden Fall konnten die hohen Brandschutzauflagen durch Einkapselungen mit 4

5 fermacell Gipsfaser-Platten erfüllt werden. Damit erweist sich die Holztafelbauweise für die Nachverdichtung im innerstädtischen Bereich als geeignet. Ausdrücklich weisen die Verfasser des Brandschutzkonzeptes bei gleicher Bekleidung auf Vorteile gegenüber der Stahlleichtbauweise hin, da Holzbauteile im Brandfall eine geringere thermische Dehnung aufweisen und so den Durchgang von Rauch- und Brandgasen in den Anschlussbereichen wirkungsvoll behindern. Bautafel Planung: Kaden Klingbeil Architekten, Berlin Holzrahmenbau: Zimmerei Sieveke GmbH, Lohne Brandschutzkonzept: Dehne, Kruse Brandschutzingenieure GmbH & Co. KG, Gifhorn Baujahr: 2012 Die Vorteile des mehrgeschossigen Holzbaus auf einen Blick Hoher Vorfertigungsgrad Kurze Bauzeiten und schnelle Nutzung durch trockene Bauweise Geringes Gewicht Nachhaltige Bauweise Schlanke Konstruktionen / Raumgewinn Hohes Energieeinsparpotential Fermacell GmbH Düsseldorfer Landstraße Duisburg 5

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