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1 Prüfung Rechnungswesen 12. Juli 2008 Name, Vorname: Zeitvorgabe Punktemaximum 120 Minuten 20 Punkte Erreichte Punktzahl

2 Vorbemerkungen: - Es sind alle Aufgaben zu lösen - Die Reihenfolge der Aufgaben kann frei gewählt werden. - Die Lösungen müssen direkt auf die Arbeitsblätter erstellt werden, die Rückseiten dürfen nicht beschrieben werden. - Zusätzliche Blätter beschriften. 1. Aufgabe Grundlagen der Finanzbuchhaltung Aufgabe Stille Reserven und Analyse des Jahresabschlusses Zeit Punkte Aufgabe Kosten- und Leistungsrechnung

3 AUFGABE 1: GRUNDLAGEN DER FINANZBUCHHALTUNG A Verschiedene Buchungssätze Verbuchen Sie (Buchungssätze und Beträge) für die Financebook AG, einem Buchhandel für Fachliteratur im Rechnungswesen, die nachstehend aufgeführten Geschäftsfälle. Beachten Sie folgende Angaben: Das Geschäftsjahr dauert vom 1. Januar 2007 bis 31. Dezember Die Mehrwertsteuer ist nur zu buchen, wenn dies ausdrücklich verlangt wird. Die Unternehmung wird in der eigenen Liegenschaft geführt. Für die Verbuchung stehen die Konten im abgebildeten Kontenplan zur Verfügung. Bei den Kreditoren kann zur genaueren Kennzeichnung jeweils noch ein zweiter Begriff dazugeschrieben werden, z.b. Kreditor Taiwan. Laufende Rechnung bedeutet, dass der Betrag in der Erfolgsrechnung des betreffenden Jahres verbucht wird. Kontenplan Kasse Kreditoren Warenaufwand Warenertrag Post Kreditor Umsatzsteuer Lohnaufwand Bank Wertschriftenbestand Kreditor Sozialversicherungen Passive Rechnungsabgrenzung Sozialversicherungsaufwand Zinsen Debitoren Hypotheken Abschreibungen - Delkredere Rückstellungen Debitorenverluste Debitor Vorsteuer Aktienkapital Raumaufwand Debitor Verrechnungssteuer Aktive Rechnungsabgrenzung Warenbestand Mobilien Immobilien - Wertberichtigung Immobilien Reserven Gewinnvortrag Übriger Aufwand Wertschriftenaufwand Immobilienaufwand Ausserordentlicher Aufwand Ausserordentlicher Ertrag Wertschriftenertrag Immobilienertrag 2

4 Geschäftsfälle Soll Haben Betrag a Die Rechnung des Verlagshauses Steinpracht GmbH, Deutschland, für die Lieferung von Büchern im Wert von 12'000 trifft ein. Buchkurs 1.60 b Wir zahlen die Rechnung des Verlagshauses Steinpracht GmbH mit Abzug von 2 % Skonto, die Bank verrechnet uns den Betrag zum Kurs Verbuchung Sie den Skonto, die Zahlung und die Kursdifferenz. c An die ZHAW liefern wir Buchhaltungslehrmittel, die Rechnung beläuft sich auf CHF 2' inkl. 2.4% Mehrwertsteuer. Die Mehrwertsteuer ist ebenfalls zu buchen d Wir halten 1'000 Aktien der SBU AG im Nominalwert von CHF 100 pro Stück. Am 1. Januar 2007 wurden diese mit einem totalen Kurswert CHF 230'000 in die Bilanz übernommen. Am 5. Juni 2007 schüttet sie Dividenden aus. Sie beträgt 12 %. Verbuchen Sie die Überweisung des Dividendenanteils sowie die Verrechnungssteuer. e Die Umbauarbeiten und Renovationen in unserer Geschäftsliegenschaft wurden abgeschlossen, die Rechnung beträgt CHF 540'000. Vom Gesamtbetrag wird 2/3 als Wertvermehrung gebucht, der Rest der laufenden Rechnung belastet. f Die neuen Lagerräumlichkeiten werden zum Teil fremdvermietet. Die Mieter überweisen den Betrag von CHF 7'600 für den Monat Juni per Post. g Die Rechnung des Spediteurs, der die Bücher an die ZHAW geliefert hat, trifft ein. Sie beträgt CHF 80. Gemäss Kaufvertrag mit der ZHAW gehen die Lieferkosten zu unseren Lasten. Warenaufwand Kreditor Kreditor Kreditor Warenaufwand Debitoren Debitoren Bank Deb. Verrech gsst. Immobilien Immobilienaufw. Bank Warenaufwand Kreditor Warenertrag Kred. Umsatzst. WS-Ertrag WS-Ertrag Kreditoren Kreditoren 19' ' Post Immoblienertrag Warenertrag Kreditoren 80 3

5 h Einer unserer Kunden in Schwyz musste leider Konkurs anmelden. Die Rechnung über CHF schreiben wir nach Erhalt eines Schuldscheines ab. i j Für die Eigennutzung der Financebook AG wird eine Miete von CHF 30'000 gebucht. Für den Juni werden die Löhne ausbezahlt. Die Überweisung per Post beträgt CHF 150'000, die Arbeitgeberbeiträge belaufen sich auf CHF 37'500, die Beiträge der Arbeitnehmer an die Sozialversicherung betragen CHF 22'500. Verbuchen Sie die Sozialabgaben und die Überweisung. Debitorenverluste Debitoren Raumaufwand Immobilienertrag Löhne Löhne Sozialaufwand Post Kred. Sozialvers. Kred. Sozialvers B Warenkonten Ausgangslage Von einem Optikergeschäft (Handel mit Brillen, Brillengestellen, Sonnenbrillen) sind folgende Angaben erhältlich: Rechnungsbetrag für die Wareneinkäufe: 74 Bezugskosten: 8 Gemeinaufwand: 40 Nettoerlös aus Warenverkäufen 160 Bruttogewinnquote (Handelsmarge) 50 % Aufgabe Vervollständigen Sie die nachstehenden Konti unter Berücksichtigung der Angaben gemäss Ausgangslage. Sie brauchen nur die Beträge einzusetzen. Das Warenvorratskonto wird mit laufender Inventur geführt! Mehrwertsteuer bleibt unberücksichtigt! Einkauf 74 Warenaufwand Warenvorrat Warenertrag Anfangsbestand Verkäufe Bez kost. 8 Verk. zum Est 80 Verkäufe 80 Saldo 80 Schlussbestand 18 Saldo 160 4

6 C Abgrenzungen und Rückstellungen Verbuchen Sie die nachstehenden Geschäftsfälle: Geschäftsfälle Soll Haben Betrag a Die Rechnung für die Reparatur an der Förderanlage der Versandabteilung ist noch ausstehend. Wir schätzen sie auf CHF 3' Dieser Betrag ist vor dem Abschluss noch zu berücksichtigen. b Die Versicherungsprämien für die Lagerversicherung betragen jährlich CHF 18' Wir haben sie Ende Oktober für ein Jahr im voraus bezahlt. Nun ist die Rechnungsabgrenzung auf den 31. Dezember vorzunehmen. c Unser Hauptlieferant von Handelswaren gewährt uns jeweils einen Umsatzbonus. Bis zum Abschluss ist die Gutschrift noch nicht eingetroffen. Wir schätzen den zu berücksichtigenden Betrag auf CHF 4' Reparaturaufwand Rückstellungen Aktive RA Versicherungsaufwand Aktive RA Warenaufwand

7 D Auswirkung von Buchungstatsachen Zeigen Sie, wie sich die folgenden Buchungstatsachen auf Gewinn, Cash Flow (fl. Mittel), Flüssige Mittel und Nettoumlaufvermögen auswirken, indem Sie + (für Zunahme), - (für Abnahme) und o (für keine Veränderung) in die entsprechenden Felder eintragen. Nr. Buchungstatsache Gewinn Cash Flow (Fonds: fl. Mittel) Flüssige Mittel Nettoumlaufvermögen a Wareneinkauf auf Kredit (das Warenvorratskonto wird mit laufender Inventur geführt. b Abschreibung auf indirekt abgeschriebenen Sachanlagen am Jahresende c d e f g h Buchgewinn auf Verkauf von nicht mehr benötigten Sachanlagen Abgrenzung der im September voraus bezahlten Jahresmiete am Jahresende Bezahlung von Hypothekarzinsen am Zinstermin durch Banküberweisung Teilrückzahlung der Hypothekarschuld am Zinstermin durch Banküberweisung Aufgrund des Dividendenbeschlusses der Generalversammlung wird der Betrag dem übrigen kurzfristigen Fremdkapital gutgeschrieben Erwerb eines neuen Fahrzeuges gegen Barzahlung O O O O - O O O + O O O + O O O O - - O O O - O O - - 6

8 AUFGABE 2: STILLE RESERVEN UND ANALYSE DES JAHRESABSCHLUSSES A Stille Reserven Ausgangslage Der ausgewiesene Jahresgewinn (Jahr 2007) eines Unternehmens betrug lediglich 4' Folgende Angaben zu den stillen Reserven sind Ihnen bekannt: Warenvorrat: Garantierückstellungen: Wird in der Finanzbuchhaltung generell zu 2/3 des effektiven Wertes bewertet. Er betrug zu beginn des Jahres 160'000.- und Ende des Jahres 90' Ausgewiesen sind am '000.- und am ' Sie sind in der Finanzbuchhaltung jeweils 20 % zu hoch bewertet. Wertberichtigung Anlagen: Anschaffungswert Anlagen 360' Ausgewiesene Wertberichtigung Anlagen 180' Intern werden die Anlagen linear über 5 Jahre abgeschrieben (ohne Restwert). Im laufenden Jahr fanden keine Käufe und Verkäufe von Anlagen statt. Aufgabe Ermitteln Sie den tatsächlich erzielten Erfolg (interner Erfolg) für das Jahr Geben Sie an, ob es sich um einen Gewinn oder um einen Verlust handelt. Ausgewiesener Gewinn 4'500.- Auflösung stille Reserven Warenvorrat - 35'000.- Auflösung stille Reserven Garantierückstellung - 2'000.- Bildung stille Reserven auf Anlagen + 3'000.- Tatsächlicher Erfolg 2008: - 29'

9 B Analyse des Jahresabschlusses Ausgangslage 8

10 9

11 10

12 11

13 Aufgaben a Berechnen Sie die Eigenkapitalrentabilität im Jahre = = 5.65% Kreuzen Sie an, wie diese Eigenkapitalrentabilität zu beurteilen ist: sehr gut gut genügend ungenügend b Berechnen Sie den Eigenfinanzierungsgrad per Ende = % Kreuzen Sie an, wie dieser Eigenfinanzierungsgrad unter dem Aspekt der Sicherheit zu beurteilen ist: gut genügend ungenügend c Berechnen Sie den 2. Liquiditätsgrad per Ende 2006 UV Vorräte kurzfr.fk = = = 155.6% Kreuzen Sie an, wie dieser Liquiditätsgrad unter dem Aspekt der Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit zu beurteilen ist: gut genügend ungenügend 12

14 d Wie viel beträgt der operative Cash Flow «Geld» im Jahr 2006? Mittefluss aus betrieblicher Tätigkeit 45.0 Mio. CHF e Wie viel beträgt die Cash Flow-Marge im Jahre 2006? Cash Flow Umsatz = = 8 % f Was ist der wichtigste Grund, weshalb die flüssigen Mittel im Jahr 2006 so stark abgenommen haben (Angabe mit Zahlen) 1. Nennwertherabsetzung Mio. CHF 2. Gewinneinbruch (144.8 auf 17.1) Mio. CHF Korrekturhinweis: beide Lösungen zulassen 13

15 AUFGABE 3: KOSTEN- UND LEISTUNGSRECHNUNG Teilaufgabe 3.1: Interpretation einer Betriebsabrechnung Ausgangslage Betriebsabrechnung (zu Ist-Kosten) der Scooter-AG Zahlen in 1000 CHF Kostenartenrechnung Kostenstellenrechnung Kostenträger Lager Aufwand (FiBu) Kosten (BeBu) Einkauf & Lager Abgrenzung Gebäude Fertigung Verwalt. & Vertrieb Material Scooter A in Arbeit Scooter B in Arbeit Scooter A fertig Scooter B fertig Kostenträger Verkauf Scooter A Scooter B Einzelmaterialeinkauf 180 Einzellöhne Hilfsmaterial Kapitalzinsen Abschreibungen Übrige Kosten Einzelmaterialverbr Total I Umlage Hilfs-KST Geb Total II Umlage Eink. & Lager Umlage Fertigung HeKo Produktion HeKo fertige Güter Best.diff. 1/2-Fabrikate 0 0 HeKo Verkauf Best.diff. 1/1-Fabrikate Umlage Verw. & Vertr Selbstkosten Nettoerlös Betriebserfolg Angaben zur Fertigung: Scooter A = 5'000 Arbeitsstunden, Scooter B = 4'000 Arbeitsstunden 14

16 Aufgaben Beantworten Sie folgende Fragen, die sich auf die Betriebsabrechnung der Scooter-AG beziehen: a Wie viel betrug die Bestandesänderung auf dem Materialvorrat (interne Rechnung)? 180' '000 = b Kreuzen Sie an, ob es sich um eine: Bestandeszunahme oder um Bestandesabnahme handelt. Die Abgrenzung beim Einzelmaterial entspricht der Veränderung der stillen Reserven bei den Materialvorräten. Diese betrugen zu Beginn des Rechnungsjahres 50. Wie gross sind die stillen Reserven am Ende des Rechnungsjahres? Abgrenzung -10 = Minderkosten, d.h. in FiBu wurden stille Reserven von 10 gebildet Endbestand der stillen Reserven folglich 60 c Berechnen Sie die folgenden Ist-Kalkulationssätze: Gemeinkosten Zuschlagbasis Kalkulationssatz Material-GK Einzelmaterial % Fertigungs-GK Arbeitsstunden 180'000 9'000 h CHF/h Verw. & Vertriebs-GK Herstellkosten Verkauf 126' % d e Für die Kostenstelle «Fertigung» waren 9'500 Arbeitsstunden zum budgetierten Kostensatz von CHF je Arbeitsstunde geplant. Ermitteln Sie die Höhe der Deckungsdifferenz, falls den Kostenträgern die Normalkosten (statt Ist-Kosten) belastet worden wären und der Kostenstelle gutgeschrieben worden wären. Ist-Kosten 9'000 h 20.00/h = Normalkosten 9'000 h 19.60/h = = Deckungsdifferenz = Kreuzen Sie an, ob es sich um eine: Unterdeckung oder um Überdeckung handelt. Vom Scooter A wurden insgesamt 70 Stück fertig gestellt. Wie gross war die Anzahl verkaufter Scooter A? HeKo für 70 produzierte Scooter A = 350 HeKo für 1 Scooter A = 5 HeKo verkaufte Scooter A = HeKo je Scooter A = 73 Scooter A 15

17 Teilaufgabe 3.2 Nutzschwelle Ausgangslage Aus der Planung des Produktes P sind folgende Informationen erhältlich: Fixkosten: 20'000 CHF Verkaufspreis je Stück 5.50 CHF/Stück Nutzschwelle bei 10'000 Stück Aufgabe Ermitteln Sie aufgrund dieser Angaben den budgetierten Gewinn, der sich bei einer Produktionsund Absatzmenge von 12'500 Stück einstellen sollte: Bei 10'000 Stück (Nutzschwellenmenge) Erlös 55'000 (10'000 St. zu 5.50) - fixe Kosten -20'000 (gemäss Aufgabenstellung) - variable Kosten -35'000 ( 35'000 10'000 St. = 3.50/Stück) = Gewinn 0 Bei Stück Erlös (12'500 St. zu 5.50) - fixe Kosten -20'000 (gemäss Aufgabenstellung) - variable Kosten -43'750 ( St. 3.50/Stück) = Gewinn oder DB 25'000 ( ) 12'500 Stück - fixe Kosten -20'000 (gemäss Aufgabenstellung) = Gewinn

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